Juden sind Zionisten und Geldmenschen. Teil 6

Glaubensimpuls 339

Wir wollen Juden nicht verherrlichen. Juden sind als Menschen auch nur Menschen. Aus welchem Grund sollten sie nicht Menschen sein wie andere Menschen auch? Was unterscheidet sie dann von anderen Menschen? Rein menschlich gesehen überhaupt nichts. Dann aber sagt JaHuWaH Folgendes von seinem erwählten Volk: “..ihr seid ja das geringste (schwächste) Volk unter allen Völkern” (5Mo6,7b). Das ist schon mal eine eindeutige Aussage, etwas das sie damals von allen anderen Völkern klar unterschied. Sie wuchsen unter der Herrschaft Ägyptens – als Sklaven – zu einem Volk heran, waren rund 400 Jahre lang Sklaven, ausgebeutet. Sie waren wirklich gering. Als sie aus Ägypten auszogen lebten sie als Nomaden, Herumziehende, während die Assyrer und Ägypter auf ein längeres sesshaftes Leben zurückschauen konnten. Ebenso lebten die vielen Stadtstaaten der damaligen bekannten Welt in befestigten Städten, wie die Kanaaniter, Jebusiter, Hetiter, Amoriter usw. Was berichten die 12 Kundschafter: “..und die Städte sind befestigt und sehr gross” (4Mo 13,28).

Dann haben wir eine weitere Aussage JaHuWaHs, die das auserwählte Volk zum auserwählten Volk macht und es von allen anderen unterscheidet: “Denn du bist JaHuWaH, deinem Erlöser (Gott), ein heiliges (d.h. von Göttern und Götzen ausgesondertes) Volk. Dich hat JaHuWaH, dein Erlöser (Gott), erwählt, dass du ihm als Eigentumsvolk gehörst aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind” (5Mo 7,6). Du gehörst keinem Götzen, keiner Gottheit an, nur dem EINZIG EINEN, du lernst nach den Ordnungen JaHuWahs zu leben, ich nehme dich als einziges Volk in meine Schule! Sinn und Ziel der Erwählung dieses Volkes ist in der Verheissung an Abraham begründet: ”Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde dafür, dass du meiner Stimme gehorcht (vertraut) hast” (1Mo 22,18). Alle Völker dieser Erde sollen zu JaHuWaH geführt werden.

In JaHuWaH werden sie in die Eigenverantwortung hineinerzogen werden. Sie führt in den persönlichen inneren Frieden und zu einem friedlichen Zusammenleben mit den Mitmenschen: “Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort JaHuWaHs von Jerushalajim. Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen” (Jes 2,4).

Die Nachkommen Abrahams waren rund 400 Jahre lang einem demütigenden Sklavendienst unterworfen. Im Laufe von hunderten von Jahren – und unter solchen Umständen – kann sich ein Volk tiefgreifend verändern. Durch seinen Sklavendienst wusste sich der Grossteil des auserwählten Volkes als zusammengehörig. Die tiefe Beziehung zu JaHuWaH war bei den meisten vermutlich erloschen oder auf ein Minimum reduziert. Nach dem Auszug aus Ägypten mussten sie sich in mindestens sechs ausserordentlich wichtigen Dingen neu hineinleben, sich orientieren! Erstens waren seine gewaltigen Wunder und Zeichen vor, während und nach dem Auszug aus Ägypten etwas völlig Neues für sie. Das war ein bisschen viel auf einmal. Das war für sie eine völlig neue Erfahrung mit JaHuWaH, den sie während der vierhundert jährigen Sklavenzeit so nicht kennengelernt hatten. Darum sagten sie zu Moshe: “Rede du mit uns, dann wollen wir hören! Aber JaHuWaH soll nicht mit uns reden, damit wir nicht sterben” (1Mo 20,19). Sie mussten erst lernen das alles zu verinnerlichen, damit umzugehen. Das kann lange dauern.

Darum mussten sie zweitens JaHuWaH in seinem Wesen neu kennen und verstehen lernen. Drittens mussten sie neu verstehen lernen wie sie mit den unvorstellbaren Verheissungen, bzw. den Zusprüchen JaHuWaHs an die Väter umgehen sollten. Welche aktuelle Bedeutung sie in ihrer neuen Situation haben würden. Nach rund 400 Jahren Demütigungen, Sklaverei, werden wohl die Wenigsten noch an die Verheissungen und Zusprüche geglaubt haben. Viertens mussten sie sich mit dem Themen ihrer Auserwählung, Berufung und Sendung, sowohl für sich persönlich als auch mit dem Blick auf die ganze Menschheit, neu identifizieren, sich dessen bewusst werden. Fünftens mussten sie verstehen lernen wie die Forderungen JaHuWaHs nach seinen Weisungen und Rechtsbestimmungen zu leben praktisch umgesetzt werden sollen und können, und das unter den völlig neuen Lebensumständen. Sechstens mussten sie ihre Beziehung zu JaHuwaH in einer völlig verkommenen götzendienerischen Umwelt leben, die ihnen bisher sehr vertraut war. Dieser Einfluss warf sie immer wieder, wie ein Magnet, in die alten Götzenkulte zurück (vgl. 2Mo 32,1-6; 1Kö 12,28). Das waren immense neue Herausforderungen, die schliesslich durch alle Zeiten hindurch Herausforderungen waren, sind und bleiben – auch für jeden von uns heute!

Zusammengefasst finden wir diese Tatsache in 5Mo 7,6-8 : “Denn du bist JaHuWaH, deinem Erlöser (Gott), ein heiliges (d.h. von Göttern und Götzen ausgesondertes) Volk. Dich hat JaHuWaH, dein Erlöser (Gott), erwählt, dass du ihm als Eigentumsvolk gehörst aus allen Völkern (du gehörst keinem Götzen, keiner Gottheit, nur dem EINZIG EINEN), die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat JaHuWaH sich euch zugeneigt und euch erwählt - ihr seid ja das geringste (schwächste) unter allen Völkern -, sondern wegen der Liebe JaHuWaHs zu euch (JaHuWaH liebt das Schwache in dieser Welt. Er will ihm auf die Beine helfen. Er macht es zur Ausführung seines Heilswillens gross), und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen, hat JaHuWaH euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Sklavenhaus, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten”.

Als die Vorväter der Juden aus Ägypten auszogen und durch die Wüste wanderten bekundeten sie guten Willen und aufrichtige Bereitschaft den Willen JaHuWaHs zu tun: “Da antwortete das ganze Volk gemeinsam und sagte: Alles, was JaHuWaH geredet hat, wollen wir tun!” (2Mo 19,8). Das war absolut keine Selbstüberschätzung in ihrem damaligen Lernprozess. Gleichzeitig aber sprach JaHuWaH zum Propheten Moshe: “Siehe, du wirst dich zu deinen Vätern legen. Und dieses Volk wird sich aufmachen und den fremden Göttern des Landes, in das es kommt, in seiner Mitte nachhuren. Und es wird mich verlassen und meinen Bund brechen, den ich mit ihnen geschlossen habe” (5Mo 31,16). Moshe selber sagt dann zum Volk: “Denn ich habe erkannt, dass ihr nach meinem Tod ganz und gar zu eurem Verderben handeln und von dem Weg abweichen werdet, den ich euch befohlen habe. Dann wird euch das Unheil treffen am Ende der Tage, weil ihr tun werdet, was böse ist in den Augen JaHuwaHs, ihn zu reizen durch das Werk eurer Hände” (5Mo 31,29).

Wir fragen uns, was soll das? Wie kann JaHuWaH ein Volk erwählen, von dem ER von vornherein weiss, dass es nicht fähig sein wird alle diese Weisungen zu befolgen? Er ruft es aus seiner eingefleischten Götzenkultur heraus. Es ist zwar bereit von ihm zu lernen, aber er bezeichnet es als ein störrisches (1Mo32,9) und halsstarriges (2Mo 33,5) Volk. Von ihm erwartet er die Erfüllung von Verhaltensregeln. Wir halten aber fest, dass alle anderen Völker genauso halsstarrig und störrisch waren und sind. Nur weil JaHuWaH dieses Volk aus allen anderen auserwählt hatte und vor aller Welt in seine Schule (Umschulung) nahm, wird diese Tatsache von aller Welt eben genannt. JaHuWaH sagt, dass er eifersüchtig auf die Erziehung (Umschulung) dieses Volkes achtet: “Denn du darfst dich vor keinem andern Erlöser (Gott) anbetend niederwerfen; denn JaHuWaH, dessen Name ‘Eifersüchtig’ ist, ist ein eifersüchtiger Loslöser (Gott)” 2Mo 34,14). Also sollten alle anderen Völker, vor allem die christlichen und die islamischen daraus lernen und es besser machen. Das tun sie aber nicht!!

Die Bibelschreiber wollen uns schlicht und einfach die ewige Auseinandersetzung des Menschen mit den Weisungen JaHuWaHs vor Augen führen. Und das konkret in dieser Welt, von Generation zu Generation. Der Kampf zwischen der Bereitschaft JaHuWaH treu zu sein und der Gefahr eines Rückfalls in götzendienerische, ausbeuterische Muster, von der diese fromme Welt voll ist, ist immer gegeben. Nie wird die Menschheit um diese anhaltende Auseinandersetzung kommen, auch ich und du nicht! Das wird in jeder Generation so sein. Wer das übersieht hat die Botschaft der Bibel nicht verstanden. Die Weisungen JaHuWaHs in der Bibel scheinen viele zu stressen, aber das tun sie gerade nicht, wenn wir uns mit den Hintergründen und Zusammenhängen auseinandersetzen. Sie fordern uns immer und immer wieder neu heraus uns mit den wesentlichen Dingen dieses Lebens zu beschäftigen. Die Beschäftigung mit den Inhalten der Bibel führen uns immer wieder neu hinein in den inneren Frieden mit JaHuWaH und ermutigen uns zu praktischem Handeln.

Es sei denn der fromme Mensch umgeht diese ewigen Auseinandersetzungen mit JaHuWaH und seinen Weisungen, weil er – fromm verführt – ihrer überdrüssig geworden ist. Dann macht er in seiner verkehrten Frömmigkeit eine Religion. Religion besteht aus starren Gesetzen, die alles Leben abtöten. Der Mensch wird zu einer frommen leblosen Statue umfunktioniert. Das stellen die vielen Statuen und tote Kreuze in Kirchen dar, denen wir ähnlich gemacht werden sollen!! Setzen wir uns mit den Weisungen JaHuWahs und dem Leben auseinander wird unser Leben gewinnen, spannend. Wer in diesem Kontext Neues wagt, kann nur gewinnen, muss sich aber vor dem Geschütz aus dem frommen erstarrten religiösen Lager nicht wundern! Zwischen der Forderung JaHuWaHs, des Schöpfers Himmels und der Erde, und dem praktischen Leben jedes einzelnen Menschen abspielt.

Die klassische antisemitische Moralkeule gegen die Juden wird genussreich und zusammenhanglos vor allem aus folgenden Aussagen geschöpft: Die Juden sind seit eh und jeh ein störrisches (1Mo32,9) und halsstarriges (2Mo 33,5) Volk gewesen! Ihnen geschieht recht! Zusammenhanglos wird diese Moralkeule gegen die Juden geschwungen, sowohl in der christlichen Literatur, als auch in den christlich-liturgischen Feiern und kirchlichen Zeremonien, vor allem um Ostern herum und ganz besonders in den österlichen Passionsspielen. Joseph Goebbels und Hitler waren von den Oberammergauer Passionsspielen tief berührt, ja zu Tränen gerührt! Mehr ist dazu wohl nicht zu sagen! Die Christen machen weiter so, sagen aber, wir machen nicht weiter so! Moralische Überlegenheitsdünkel sind einfach nicht aus der Welt zu schaffen!

Was JaHuWaH festgegründet hat ist für immer felsenfest und unerschütterlich gemacht. Sein erwähltes Volk kann nie vernichtet werden: Darum spricht JaHuWaH zu aller Welt, das sein Volk in ihm festgegründet ist – und zwar ein für alle Mal: “Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, felsenfest gegründet” (Jes 28,16). Wunderbar, nicht wahr?

Mit einem kraftvollen Shalom grüsse ich alle herzlich

Gregor Dalliard

Herzliche Einladung zu der diesjährigen Pessachfeier in Finsterhennen: Freitag, 30. März, 18,00 Uhr Sederabend. Samstag, 31. März, 10.00 Pessach-Botschaft mit anschliessendem gemeinsamen Mittagessen. Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch/ tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch/ tel.: 031 991 69 12.