Juden sind Zionisten und Geldmenschen. Teil 5

Glaubensimpuls 338

Die Segensverheissungen an Abraham sind auch auf den irdischen Erfolg ausgerichtet. Er ist in der Verheissung begründet: “.. und du sollst (wirst) ein Segen sein!.. und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!” 1Mo 12,2-3). Auf den Nenner gebracht: Was Juden anpacken gelingt ihnen. Eine solche Aussage mag manchen in Rage versetzen! Aber dieses Faktum lässt sich nun einmal nicht von der Hand weisen, nicht aus der Geschichte wegdiskutieren. Von der Antike übers dunkle Mittelalter bis in unsere Tage herein werden Juden, oder von Juden abstammende Nachkommen, in hohe Positionen berufen. Der Erfolg blieb und bleibt nicht aus. Diese Tatsache wird von den meisten Menschen ausser Acht gelassen. Missgunst und Neid gegen die Juden hat zu allen Zeiten Hochkonjunktur gefeiert. Für jeden Erfolg der Juden hat die Welt eine fertige Antwort bereit: Die Juden sind Zionisten und Geldmenschen, sie sind Ausbeuter und das Übel der Welt.

Josef in Ägypten gilt als das klassische Beispiel, wie JaHuWaHs Verheissungen an Abraham ohne Wenn und Aber wirksam werden. Er hielt an der Beziehung zu JaHuWaH, wie sein Urgrossvater Abraham, unerschütterlich fest, an den EINZIG EINEN Erlöser und Wegweiser des Lebens. Damit verbunden waren die Zusprüche die JaHuWaH seinem Urgrossvater Abraham für alle Zeiten gegeben hatte. Und nun erfahren wir eine der wesentlichsten Dinge in dieser Beziehung. Selbst als Josef von seinen Brüdern an die Ismaeliten verkauft wurde, blieb diese Beziehung zu JaHuWaH bestehen. Das muss für ihn, den verhätschelten Sohn (vgl. 1Mo 37,1-4), sehr schmählich gewesen sein. In den schwersten Tagen seines Lebens aber schenkte ihm diese Beziehung und die Verheissungen an seinen Urgrossvater, seinen Grossvater und seinen Vater eine unvorstellbare Überlebenskraft. Aus diesen Verheissungen JaHuWaHs und den damit verbundenen Erkenntnissen (Träume, vgl. 1Mo 37, 5-11), wurde er im tiefsten Leid seines Lebens hindurchgetragen und hindurchgeführt. Er blieb aufrecht. Er konnte all das Schwere unbeschadet überstehen bis ihn JaHuWaH daraus befreite. All die schweren Erlebnisse hatten aus ihm einen starken felsenfesten Menschen in JaHuWaH gemacht.

Es heisst von ihm: “Und Joseph war nach Ägypten hinabgeführt worden. Und Potifar, ein Kämmerer des Pharao, der Oberste der Palastwache, ein Ägypter, kaufte ihn aus der Hand der Jishmaeliter, die ihn dorthin hinabgeführt hatten. JaHuWaH aber war mit Joseph, und er war ein Mann, dem alles gelang (ein Mann des Gelingens); und er blieb im Haus seines ägyptischen Herrn. Als nun sein Herr sah, dass JaHuWaH mit ihm war und dass JaHuWaH alles, was er tat, in seiner Hand gelingen liess, da fand Joseph Gunst in seinen Augen, und er bediente ihn persönlich. Und er bestellte ihn über sein Haus, und alles, was er besass, gab er in seine Hand. Und es geschah, seitdem er ihn über sein Haus bestellt hatte und über alles, was er besass, da segnete JaHuWaH das Haus des Ägypters um Josephs willen; und der Segen JaHuWaHs war auf allem, was er hatte, im Haus und auf dem Feld..” ((1Mo 39,1-5).

Nun sollten wir die Aussage: “dem alles gelang” in ihrem biblisch-prophetischen Zusammenhang verstehen. Wenn wir nämlich diese Aussage hören oder lesen, dann könnten wir geradewegs in eine schwere Depression fallen, denn wem von uns, der doch bemüht ist mit JaHuWaH zu leben, ihm zu vertrauen, gelingt alles? Bei vielen von uns scheint es im täglichen Leben doch eher so zu sein, dass uns eher weniger gelingt als mehr. Wie aber ist die Aussage “alles gelingen” im biblisch-prophetische Kontext zu verstehen?

Das zeigt uns das Verhalten Josefs als Mitten im “alles gelingen” ein sehr schweres Ereignis über ihn hereinbrach. Wir könnten meinen, dass jemand der einen solchen tiefen Glauben besitzt, eine solch tiefe persönliche Beziehung zu JaHuWaH pflegt wie Josef, überhaupt nichts Schlimmes mehr widerfahren kann. Josef aber erlebte einen harten Einbruch in seinem segensreichen Leben. Dies aufgrund einer Verleumdung, eines Rufmordes durch die Frau des Potifars. Josef verlor sein Ansehen: “der Herr Josephs nahm ihn und übergab ihn in das Zwingerhaus, den Ort wo die Königsgefangenen gefangen sind. Er blieb dort im Zwinger.. (1Mo 39,20). Wie also sollen wir die Worte verstehen “dem alles gelang” (“ein Mann des Gelingens”)?

Wir blicken auf Josefs Verhalten nach diesem schweren Einbruch in sein Leben! In 1Mo 39,21 ist uns der Schlüssel seines Verhaltens in die Hand gegeben: “JaHuWaH aber war mit Joseph und wandte sich ihm in Treue zu..” Warum war JaHuWaH mit Josef? – und das ist es: JaHuWaH war mit Josef, weil Josef in JaHuWaH war! Vergessen wir nicht: Josef war in JaHuWaH!! Er ist weder verzweifelt, noch gibt er endgültig auf, noch hadert er gegen JaHuWaH, noch zweifelt er an seinem Glauben, noch klagt er jemanden an. Er lässt sich von keinen Grübeleien treiben und zerstören. Er bleibt felsenfest in JaHuWaH verankert und in dem was JaHuWaH verheissen hatte. Er wusste und erlebte jene Kraft – in tiefster Not und Finsternis – die die meisten nachfolgenden bekennenden Menschen des auserwählten Volkes aufrichtete: “Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht schon längst hören lassen und es dir verkündet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Erlöser ausser mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen” (Jes 44,8). Josef ruhte in JaHuWaH – allezeit.

Der längere Aufenthalt in der Wüste sollte dem aus Ägypten befreiten Volk folgende Wahrheit vermitteln und verständlich machen: “Und er demütigte dich und liess dich hungern. Und er speiste dich mit dem Man, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund JaHuWaHs hervorgeht, lebt der Mensch” (5Mo 8,3). Was heisst das: “lebt der Mensch?” D.h. der Mensch steht wieder und wieder auf aus den ihn überraschenden oder schleichenden Erlebnissen, die er als negativ, manchmal als sehr negativ, erlebt und beurteilt. Er geht seinen Weg mit JaHuWaH weiter, denn uns sind Verheissungen gegeben, die uns über allem was wir als negativ erleben, tragen.

Darin lag und liegt ein nie zerstörbares durchgreifendes Potential an immer neuer Lebenskraft und Zuversicht, an immer neuer Hoffnung. Durch alle Generationen hindurch wurden viele Juden von diesem Zuspruch JaHuWaHs getragen, durch aussergewöhnlich harte Zeiten. Was immer sie erlebten und erleiden mussten, dieser Zuspruch an Abraham liess viele Überlebende immer wieder aus dem Elend aufstehen, neu starten, zu neuem Leben aufbrechen, aufblühen und Erfolg haben.

Und dies obwohl die christliche Erlösungslehre, bzw. Heilsdogmatik, ihnen von Jahrhundert zu Jahrhundert keine Zukunft versprach, ihnen jede Überlebenschancen vermasselte, denn ihre Vernichtung, ihre Ausrottung, gehört zum Heilswesen der christlichen Theologie. Das bestätigen uns alljährlich die Liturgien und Zeremonien rund um Ostern. Es ist herzergreifend mit welcher Inbrunst JaHuWaH seinem Volk in den leidvollen Zeiten begegnet. Sogar in selbstverschuldeten Gerichtszeiten werden sie mit verheissungsvollen Liebeserweisungen und Zusagen auf die Zukunft hin überschüttet. So etwas finden wir bei keinem anderen Volk der Welt und bei keiner heidnischen Gottheit.

Alle grüsse ich herzlich mit den folgenden Worten aus Jeshajahu 66,13-14: “Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten. An Jerushalajim sollt ihr getröstet werden. Ihr werdet es sehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Gebeine werden sprossen wie das junge Gras”. Shalom!

Gregor Dalliard