Der Name unseres Schöpfers und Spender des Lebens JHWH = JaHuWaH (sprich Jahua). Gedanken zum Namen Elohim. Teil 4

Glaubensimpuls 141

Ich möchte in diesem Gim noch auf ein paar geschichtliche Tatsachen hinweisen, die im Zusammenhang mit dem Namen Elohim unbedingt beachtet werden müssen.

Die Reichsteilung, d.h. die Abtrennung der zehn Nordstämme von den beiden Südstämmen Juda und Benjamin geschah als Folge des Abfalls Salomos von den Ordnungen JaHuWaHs, die in der Thora grundgelegt sind (vgl. 1Kö 11,1-11; 12,24; 5Mo 17,17).

Jerobeam, der neue König der zehn Nordstämme, führte das Volk bewusst in den Abfall von JaHuWaH, indem er das Volk daran hinderte die von JaHuWaH gebotenen Feste Pessach, Shawuoth (Pfingsten) und Sukkot (Laubhütten) in Jerushalajim zu feiern. Also machte er zwei traditionell bekannte Orte, Bethel und Dan, zu den neuen Zentren dieser Festfeiern. Er ging noch weiter in seinem Abfall von JaHuWaH. Er liess dort nämlich zwei Altäre zu Ehren der ägyptischen Gottheit, dem Sternbild des Stieres, bauen und deutete die Pilgerfeste und Ordnungen JaHuWaHs um: „Es ist zuviel für euch nach Jerushalajim hinaufzugehen. Siehe da, Israel, deine Götter, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.. Auch baute er Höhenheiligtümer und machte Priester aus dem gesamten Volk, die nicht von den Söhnen Levi waren“ (1Kö 12,28-31).

Während dieser längeren Zeit sammelten Israeliten aus den zehn Stämmen, die JaHuWaH treu blieben, die noch greifbaren Dokumente der biblischen Offenbarung und Tradition und fassten sie als Kanon, (d.h. als Richtschnur für das Leben aus und mit JaHuWaH) zusammen. Mit der Götzentheologie Jerobeams drohten die Schriften, die noch nicht alle als Bibel, als Kanon (Richtschnur) erfasst waren in Vergessenheit zu geraten. Die Sammler dieser Schriften benutzten den Namen Elohim, da Jerushalajim und der Tempel im Südreich (Juda und Benjamin) im feindlichen Juda lag.

Der Name JaHuWaH war sehr eng mit dem Tempel in Jerushalajim verknüpft. Der Bruch der Nordstämme mit Jerushalajim aber schien den Sammlern der wichtigsten Texte – entgegen den Verheissungen in der Thora – unüberwindbar und als endgültig. Dadurch geriet sowohl der Tempel als auch der Name JaHuWaH immer mehr in Vergessenheit und ein eigendynamisches Verständnis der biblischen Quellen entwickelte sich.

Schon vor der Reichsteilung hatten führende Männer in Juda die Sammlung und das Ordnen der biblischen Quellen vorgenommen. Der unverkennbare Name des Erlösers war für sie der geoffenbarte Name „JaHuWaH“. Es gab also eine Sammlung bei den treuen Israeliten unter den zehn Nordstämmen und eine Sammlung unter den zwei Südstämmen. Als nach rund 200 Jahren das schreckliche Gericht über die zehn abtrünnigen Stämme hereinbrach und der König von Assur das meiste Volk deportierte (vgl. 2Kö 17), floh ein Teil der Elohim-Prägung nach Jerushalajim.

Hier nun kamen die beiden Sammlungen zusammen, die mit dem Namen „Elohim“ und die mit dem Namen „JaHuWaH“. Beide flossen in eins zusammen und wurden zum festen Kanon des auserwählten Volkes. Darum haben wir z.B. zwei Schöpfungsberichte in der Thora, was uns nicht irritieren sollte, denn sie ergänzen sich bloss. Das ist der Kanon (Richtschnur des Glaubens) wie wir ihn in den Bundesschriften (BuS = AT) heute lesen dürfen.

Im Unterschied zu der Schriftensammlung der Nordstämme, in denen sich unser Schöpfer und Spender des Lebens als Elohim offenbart, gebietet JaHuWaH in der Schriftensammlung Judas, dass er von allen zukünftigen Generationen JaHuWaH genannt sein will. Das sagt er weder von dem Namen Elohim noch von anderen Namen, nach denen er auch genannt wird, wie etwa El Shaddai (der Allmächtige).

Mit dem wunderbaren Segenswort aus Ps 20,2 wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und viel Zuversicht im Alltag: „JaHuWaH erhöre dich am Tag der Drangsal, der Name des Erlösers Jakobs mache dich unangreifbar“.

Gregor Dalliard