Die ewige Stadt Jerushalajim ist 50 Jahre wiedervereinigt! Teil 2. “Die Ersatztheologie muss endlich ein Ende haben!”

Glaubensimpuls 297

Wer sich über Jahre mit den Juden und dem ihnen geoffenbarten Wort des Lebens, der Bibel, auseinandersetzt, wird unweigerlich ihre Liebe zu der ewigen Stadt Jerushalajim verstehen lernen. Die unfassbare Liebe der Juden zu der ewigen Stadt Jerushalajim ist keine Liebe, motiviert aus nostalgischen Gefühlsduseleien zu urgeschichtlichen oder altorientalischen Städten. Sie auch kein blinder, besitzergreifender Wunsch. Hier geht es vielmehr um Zusammenhänge die das Heil, d.h. das Leben der ganzen Welt, betreffen, denn von hier aus wird die innere und äussere Gesundung und Wiederherstellung, sowohl des einzelnen Menschen als auch der gesamten Menschheit ausgehen. Viele Prophetien sprechen von diesem Zusammenhang und haben sich bis heute bewahrheitet.

Wie oft haben wir schon die Prophetie Sacharjahus gelesen: “Es spricht JaHuWaH, der den Himmel ausspannt und die Grundmauern der Erde legt und den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet: Siehe, ich mache Jerushalajim zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerushalajim. Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerushalajim zu einem Stemmstein für alle Völker: alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reissen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln” (Sach 12,2-3).

Dann werden hier auf Erden und am Himmel gewaltige, umwälzende und einschneidende Dinge geschehen. Nach diesen Dingen, nach einem atomaren Krieg, mit dem Einsatz von chemischen Waffen (vgl. Sach 14) wird eine neue Weltordnung entstehen. Wir zitieren aus den verschiedenen Botschaften der israelitisch-jüdischen Propheten den Propheten Jeshajahu (Jesaja): “Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses JaHuWaHs feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg JaHuWaHs, zum Haus des Erlösers Jakobs, dass er uns auf Grund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort JaHuWaHs von Jerushalajim. Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen” Jes 2,2-4).

Über mehrere Jahre lang war ich in zwei unterschiedlichen christlichen Missionswerken zu Bibeltagen in Berlin eingeladen. Der Leiter des einen christlichen Missionswerkes, dessen Grossmutter früher als bekennende überzeugte Jüdin lebte, führte mich an den freien Vormittagen meistens in eine oder die andere der zahlreichen jüdischen Holocaust- oder ähnlichen Gedenkstätten oder wiederhergestellten jüdischen Einrichtungen. In einigen Gedenkstätten werden u.a. die Stimmen von Ermordeten mit den modernsten medial-visuellen Einrichtungen direkt vermittelt. Die unfassbaren schrecklichen Geschehnisse gehen dem Besucher durch Mark und Bein. Bei einem solchen Besuch wurde ich innerlich – im Lichte der Geschichte und der verzerrten Lehre der antisemitischen christlichen Kirchenideologie und ihrer Folgen – innerlich so erschüttert, dass ich in Ohnmacht zusammenbrach und am Boden lag.

Als ich wieder zu mir kam, war, neben anderen, ein Jude mit einer Schüssel erfrischendem Nass über mich gebeugt und kühlte meinen Kopf. Ich schaute ihn an und murmelte: “ich kann diese Schrecken nicht verstehen, ich bin fassungslos, warum hat es die Kirche soweit kommen lassen! Von wessen Geist sind die christlichen Völker getrieben! Ich bin Christ, aber so etwas..!” Er schaute mich wie verlegen, erstaunt und gleichzeitig gerührt an und sagte: “Die Ersatztheologie der Christen muss endlich ein Ende haben!” Diese regelmässigen Besuche der unterschiedlichsten Gedenkstätten, die uns dieses unvorstellbare Ausmass an Leid in Erinnerung rufen, ein Leid, das in der christlichen Theologie der Kirchengründer, in der Lehre von der Ersatztheologie, seinen Anfang nahm und von Jahrhundert zu Jahrhundert in unzähligen religiösen, jährlich immer und immer wiederkehrenden Feiern und Predigten lebendig erhalten wird, von Jahrhundert zu Jahrhundert, warf meinen christlichen Glauben – langsam aber sicher – buchstäblich auf den Kopf.

Was uns das von JaHuWaH auserwählte Volk und die ihm anvertrauten Verheissungen so einzigartig und wertvoll macht sind unter anderem zwei Tatsachen. Erstens gab JaHuWaH diesem Volk Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende, im Voraus Verheissungen. Das zweite ist eine ebenso aussergewöhnliche Tatsache: Die Juden existieren im 21. Jahrhundert immer noch. Das erstaunt uns heute sehr und sollte uns innerlich sehr zu schaffen machen. Denn im Anblick der grausamen Verfolgungen, Schmähungen, vor allem am Karfreitag, Entwürdigungen, Plünderungen, Vertreibungen, Dezimierungen, Beraubung von Kindern, der Zwangstaufen, die sich laufend wiederholenden Pogrome von Jahrhundert zu Jahrhundert, vor allem in der von Christen beherrschten Welt, das ist etwas aussergewöhnlich Sonderbares. Welchen Juden konnten alle diese Schrecken – von einer Generation zur anderen – unaufhörlich, jemals motivieren Jude zu bleiben? Man mag die Dinge drehen wie man will: es bleibt etwas Aussergewöhnliches!

Dieses Jahr wird ein besonderes Jubiläum gefeiert: 500 Jahre Reformation durch Luther. Aus Anlass zu diesem Jubiläum wird Luther und sein Werk von allen Seiten beleuchtet. Die Organisatoren zeigen den Wandel Luthers im Verhältnis zu den Juden. In der ersten Zeit seines reformatorischen Wirkens provoziert er den Vatikan mit seiner positiven Haltung zu den Juden. Er spricht den Juden den biblisch-heilsgeschichtlichen Platz zu, den ihnen das Christentum seit seiner Gründung abspricht und an dessen Stelle sich das Christentum setzte (Ersatztheologie, Enterbungstheolgie genannt). Das Christentum ist aber aus dem Heidentum erwachsen und darum voller Widersprüche, obwohl es biblische Wahrheiten in seine religiöse Ideologie eingebaut hatte.

Luther, ein Kind der Kirche, lebte in der naiven Vorstellung, dass die Juden, wenn sie einmal vom Vatikan und von vieler seiner heidnischen Traditionen losgelöst sein würden, scharenweise zum neuen Christentum übertreten würden. Nachdem sich die Reformation etabliert hatte, hielten die Juden aber immer noch treu zu JaHuWaH. Sie hielten am prophetischen Wort JaHuWaHs fest wie auch Jahushua von Nazareth. Sie erkannten aus der Schrift (dem verbindlichen prophetischen Wort im Tanach), dass JaHuWaH kein Menschenopfer, kein Menschenblut fordert um von seiner angeblichen Rache gegen die Menschheit abzulassen und dass nirgendwo im prophetischen Wort von dem Blut eines menschgewordenen Gottes die Rede ist, das die ganze Welt mit JaHuWaH versöhnen soll oder kann. Sie lehnten die Anbetung dieser heidnischen Zwitter-Gottheit, die Jesus genannt wurde, in aller Deutlichkeit ab. Luther wurde darüber so wütend. Voller Bitterkeit verfiel er wieder dem alten antijüdischen Hass des Christentums. Er verfasste die Schrift: “Von den Juden und ihren Lügen”. Darin rief er zur Vernichtung der Juden auf – zum Abbrennen ihrer Synagogen und was nicht verbrennen will soll man mit Erde aufschütten. Darin hatte er seine frühen Vorbilder. Kirchenväter taten dasselbe, z.B. der heilige Kirchenvater Ambrosius von Mailand im 4. Jh.

In seinem urchristlichen Hass entstand ”die Judensau”, ein Relief aus Sandstein, dargestellt an der Schlosskirche zu Wittenberg. Die Lehre von der Judensau erreichte bis dahin ihren Höhepunkt im 13. Jh. Luther knüpfte hier an. Die Judensau zeigt einen Rabbi, der am Hintern einer Sau gierig nach deren Ausscheidung schleckt. An den Zitzen der Sau ernähren sich weitere Rabbiner. Darüber steht geschrieben “Rabini Schem Hamphores”, eine Umschreibung des Namen JaHuWaH, den die gläubigen Juden seit der Zerstörung des ersten Tempels und der Wegführung nach Babylon, nicht mehr aussprechen. Diese Darstellung finden wir in weiteren Kirchen, so auch in Regensburg. Damit soll den Menschen veranschaulicht werden, dass der Gott der Juden, JaHuWaH, der Schöpfer Himmels und der Erde, nichts anderes als eine Sau ist. Alles was die Juden von ihm lernen und lehren, saugen sie aus dieser Sau, vor allem aus dem Hinterteil. Es ist nur Schmutz und Ekelerregendes, was der Gott der Juden, JaHuWaH, ihnen anvertraut hat.

Darum ist der Jesus-Gott, einer der drei Gott-Personen, wahrer Gott und wahrer Mensch, der einzig wahre Gott, er allein erlöst und schenkt das ewige Leben, kein Mensch kommt an ihm vorbei. Nur wer an ihn glaubt wird errettet, denn er ist Mensch geworden um alle Menschen zu erlösen, die an ihn glauben. Es braucht also JaHuWaH, der Gott der Juden, nicht mehr! Da die Juden diesen wahren Gott ablehnen, ja ihn sogar umgebracht haben, und sich nicht zum Christentum bekehren wollen, dürfen sie verfolgt und vernichtet werden, ihre Synagogen sollen abgebrannt werden. Nun, das sind erschreckende geschichtliche Fakten, auf die hinzuweisen wir nicht müde werden dürfen, denn wir haben eine Verantwortung, der wir so gut wie möglich gerecht werden wollen. Ist es nicht ein Segen, dass wir diese perverse und gräuliche religiöse Ideologie, die im Laufe der letzten 2000 Jahre Millionen und Abermillionen von Menschen – auf bestiale Weise – das Leben kostete, schrittweise durchschauen dürfen?

”Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert JaHuWaH von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit JaHuWaH, deinem Erlöser?” (Mi 6,8). Das möchten wir mit grosser Freude tun, so gut wir das können und vermögen! Allen wünsche ich einen gesegneten Schabbat. Shalom! Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard