„Jahweh hat kein Gefallen an der Stärke des Rosses, noch Freude an den Schenkeln des Mannes“ (Ps 147,10).

Glaubensimpuls 37

In diesem Vers ist nichts gegen den Besitz eines Rosses und seine eindrucksvolle Stärke gesagt. Auch nichts gegen den athletisch gestählten Körper eines Mannes. Vielmehr weist uns der Psalmist auf das Allerwesentlichste im Leben eines Menschen hin. Er will uns vor der Gefahr des Sinnverlustes in unserem Leben aufmerksam machen. Das Wort Jahwehs, das Wissen um die Bedeutung seines Wortes und dessen Anwendung in unserem Leben, gehört genauso zu unserem Leben wie die Luft zum atmen.

Erstens ist das Wort Jahwehs schöpferisch. „Im Anfang schuf Jahweh die Himmel und die Erde “ (1.Mo 1,1). Wie schuf er sie? Indem er sein Wort benutzte. Wir würden sagen, indem er seinen Mund öffnete und es geschah. Die Bibel sagt: „Und Jahweh sprach.. Und es wurde..“ (vgl. 1.Mo 1,3). Er sprach oder redete seine Schöpfung aus sich heraus. Die Bibel bezeichnet uns darum als sein Bild  (vgl. 1.Mo 1,26). Damit ist klar und unmissverständlich ausgedrückt, dass wir nur in der vollen Gemeinschaft mit ihm, und damit mit seinem Wort, glücklich sein können. Allerdings müssen wir darauf achten, dass wir kirchliche oder sonstige religiöse Führer mit ihren angeblichen heilsnotwendigen Auslegungen und Lehren nicht mit Jahweh und seinem Wort identifizieren und so irregeleitet werden. Selbst wenn nicht alles verkehrt ist, was sie lehren, so sollte uns vor allem der heilsnotwendige Anspruch, den sie ihrer Lehre, bzw. Lehren, beimessen, aufhorchen lassen.

Zweitens macht uns der Psalmist auf die unbestreitbare Wirksamkeit der Absichten Jahwehs aufmerksam: „Er sendet seinen Spruch auf die Erde, sehr schnell läuft sein Wort“ (Ps 147,15). Gibt Jahweh eine Lehre,  Weisung oderProphetie, dann hält er sich daran. Handelt er, dann führt er auch alles so aus wie er es angekündigt hat. Die treibende Kraft des Schöpfers Jahweh ist dabei ausnahmslos seine Liebe zu seinen Geschöpfen. Alle seine Gerichte und Wiederherstellungswege, wie schwer sie für den Einzelnen auch sein mögen, führen letztlich in seine  Liebesarme (vgl. Jes 25, 7-8; Offb 21, 4-5; Röm 11,32-36; 1. Kor 15, 20-28. 54-57; Lk 15, 11-32 u.v.a.m.).

In der Gemeinschaft mit Jahweh, im Hören- und Verstehenlernen seiner Offenbarung, seiner Worte, ist uns ein zuversichtliches und orientierungsreiches Leben geschenkt. Es gibt keine heilsamere Lebensordnung, keine vollkommenere Ethik, die uns in diesen Tagen hilfreicher und angemessener sein könnte, als die unseres himmlischen Vaters, des Schöpfer unseres Lebens. Sie is eine wahre Speise für unseren Alltag. Darum möchte ich noch einmal auf die Worte Jahshuas hinweisen: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue,der mich gesandt hat..“ (Jo 4,34)

Drittens hat Jahweh durch seine aussergewöhnliche Erlösung und Befreiung Israels aus Ägypten und durch viele andere Erfahrungen, in  Vergangenheit und Gegenwart, Wort gehalten. Was er durch die Profeten über sein auserwähltes Volk und den Ablauf der Menschheitsgeschichte verheissen hat, ist bis heute auch so eingetroffen und erfüllt sich an Abrahams Samen und an der Menschheit, auch vor unseren Augen – wahrlich vor unsern Augen!

In der modernen Welt zählt das Äussere, „die Stärke des Rosses“, „die Schenkel des Mannes“. Es sind Bilder, die uns verständlich machen wollen, was letztendlich nicht von tragendem und bleibendem Wert ist. Fehlen die inneren Werte, dann weden die äusseren zum Massstab. Mit diesem Massstab wird falsch gemessen, falsch beurteilt, zum Nachteil aller.

Menschen, die heute global die Moral und das Ethikverständnis diktieren, wollen nichts mit dem Wort des himmlischen Vaters Jahweh zu tun haben. Zum grossen Teil ist das auch nicht verwunderlich. Die Führer der grossen Religionen, abgesehen von den thoratreuen Juden, vermittelten sich ihren Anhängern in Lehre und Praxis weitgehend als Stellvertreter des einen und einzigen Himmelswesens. Manche Religionsführer hielten und halten ihre Position auch heute noch mit staatlicher Hilfe aufrecht. Deren Verlogenheit wird heute gerade dadurch erst recht zur Schau gestellt. Diese religiöse Verlogenheit musste irgendwann zusammenbrechen. So steht es seit jeher im Wort Jahwehs  angekündigt. Nun ist es soweit! Damit sind aber viele religiöse Menschen, vo allem Eltern und Erzieher, überfordert und verunsichert. Ihre Jugendlichen schlagen kirchenferne Wege ein. In diesen Kreisen nimmt  die Zahl der verstörten und psychisch Kranken enorm zu.

Diese Menschen sind nie gelehrt worden glaubensmässig auf  ihren eigenen Füssen zu stehen. Sie wurden nie gelehrt wie jeder Einzelne eine ganz persönliche Beziehung zu Jahweh aufbauen und pflegen kann. Sie wurden unmündig gehalten.  Das Wort der Kirche war rund tausendsiebenhundert Jahre unangefochtener Massstab allen Heils. Ohne dieses Wort gab es (und gibt es, nach der heute noch gültigen Dogmatik) kein Heil. Die religiöse kirchliche Masse folgte wohl oder übel, als staatskirchliche Masse, dem Diktat einer diktatorischen Staatskirchenführung, in der jegliches Denken über Jahweh und sein Wort nur im Rahmen der kirchlichen Vorlagen erlaubt war. Jedes Glaubenswachstum, d.h. jede tiefere Beziehung zu Jahweh und seinem geoffenbarten Wort, war verunmöglicht. Darauf lag das Gericht einer immerwährenden Höllenstrafe. Damit ist es nun vorbei!

Wer nicht lernt im Glaubensleben mündig zu werden, geht im Denken der religiösen Masse auf, d.h. er läuft wie die religiöse Masse.  Es wird ihm jedes gesunde schöpferische Denk- und Urteilsvermögen, das ihm vom Schöpfer Jahweh mit auf den Weg gegeben worden ist, amputiert. Das Nazi-System ist ein typisches Beispiel dafür. Die kirchliche Führung hatte ein leichtes die christlichen Massen, die sie in der Hand hatte, für Hitler zu instrumentalisiern. Erstens war Hitler Mitglied der katholischen Kirche und tief religiös. Zweitens sollte er mit Hilfe der Kirche den Kommunismus, den der Vatikan als Konkurrenz und zweiten Erzfeind neben den Juden bekämpfte, aus der Welt schaffen. Und drittens  sprach man den Juden, die seit der Zeit der Kirchenväter ungerechtfertigterweise als Jahwehmörder (Gottesmörder) verfolgt werden, jegliches Existenzrecht ab.

Lasst uns darum mit grosser Dankbarkeit immer wieder neu zu den Rechtsbestimmungen unseres himmlischen Vaters umsinnen. Sie waren Jahshua, den Aposteln und den Mashiachgläubigen (Christusgläubigen) der ersten drei Jahrhunderten heilig. Durch das gemeinsame Forschen im Wort der Offenbarung, wie die Juden von Beröa (vgl. Apg 17,10ff) und andere, wollen wir uns, in gegenseitigem Respekt, auferbauen.  Jahshua unser Haupt ist uns darin, zusammen mit allen Profeten, das Bild, dem wir gleichförmig werden sollen (vgl. Röm 8,29).

In dieser Absicht wünsche ich allen ein herzliches Shalom und einen Shabbat der Danksagung für alle empfangenen Wohltaten, vor allem für das Wort unseres Schöpfers, des himmlischen Vaters.

Gregor Dalliard