“....und JaHuWaH hatte Abraham in allem gesegnet” (1Mo 24,1). Teil 5

Glaubensimpuls 358

Im letzten Gim 357 sprachen wir über die Stärke, die Kraft des Durchhaltens und den stets neuen Lebensmut der aus dem Glauben Abrahams entspringt. Aus der Beziehung Abrahams zu JaHuWaH lebten die Familien der Patriarchen und später das ganze jüdische Volk, der Überrest, bis zu diesem Tag. Diese Beziehung war und ist nicht nur ein Windhauch, der gekommen war und wieder verschwand. Durch alle Zeiten hindurch verlieh sie dem auserwählten Volk eine Lebenskraft, eine Dynamik und Energie zu neuen Wegen, wie wir sie bis zum heutigen Tag in keinem anderen Glauben nachweisen können. Die Früchte dieser Beziehung prägen diese Welt mehr als den meisten Menschen bewusst ist.

Wir sollten uns über diese Unwissenheit in der Welt nicht zu sehr grämen, sollten aber persönlich selbst immer an der Beziehung zu JaHuWaH arbeiten – und das mit grosser Freude, denn die Menschheitsgeschichte spricht für JaHuWaH, für die Wahrheit des biblisch-prophetischen Wortes, etwas das nie jemand widerlegen kann,– und auch nicht mehr möchte, der sich seriös auf der Schatzsuche des Lebens macht. Wann immer das auserwählte Volk in Gefahr stand, diesen quellen- und lebensvollen Schatz zu verlassen, traten Propheten, Pharisäer, Männer und Frauen auf und führten sie zurück zu diesem Lebensschatz. Das lief allerdings nicht immer so einfach ab, manchmal mit folgenschweren Konsequenzen.

Darum gab es unter den Juden immer sehr lebhafte Gespräche und Auseinandersetzungen über die Alltagsdinge im Lichte der Thora, Propheten und Schriften (des TaNaCH). In ihnen wurde diesem Volk, aus dem Glauben Abrahams, neue Wege im Alltagsleben eröffnet. Das ist der Glaube Abrahams, er will und lässt solches zu. Das gibt es in keiner Religion. Alte ausgetretene Wege, d.h. Ordnungen JaHuWaHs, die zeitbedingt waren, konnten aufgegeben werden, damit JaHuWaHs Grundgesinnung in den neuen Zeit- und Lebensumständen Raum finden konnte und kann. Das ist etwas Wunderbares, weckt neue Lebenskräfte, animiert zum anhaltenden Meinungsaustausch, bewahrt vor dem toten Buchstaben!, vor einer geistigen und moralischen Verformung des Gewissens und vor einer dogmatisch verfassten Leblosigkeit und frommer Totenstille.

Aus dieser Beziehung lebte auch der Rabbi und überzeugte Pharisäer Jahushua von Nazareth. Die einen verehren ihn heute noch als einen reich gesegneten jüdischen Pharisäer und Rabbi, während ihn die anderen aus seinem tief verankerten jüdischen Umfeld rissen und aus ihm eine griechisch-römische Gottheit (s. die Dogmen der Kirchengründer) schufen. Heute noch halten ihre religiösen Führer hartnäckig und rebellisch an dieser Verfälschung fest und das trotz aller historischen Zugänge zu den nachweisbaren Quellen über die Ereignisse der damaligen Zeit. Das also seit rund 1‘600 Jahren, obwohl das prophetische Wort ihrer Theologie widerspricht. Jahushua von Nazareth führte in den Tagen der römischen Gräuel viele ausgebeutete und geschwächte Juden zum reichen Glaubensschatz Abrahams zurück, zurück zu den reichen Quellen des Lebens. Damit wurden sie zu neuem Leben erweckt (vgl. Lk 15,11-32 u.a.m.). Das erfüllt uns heute noch mit viel Dankbarkeit und Freude, denn wir sind heute ebenso Nutzniesser dieser wunderbaren Werte.

Sein Einsatz, der ihm und vielen anderen mit ihm den Martertod am römischen Folterpfahl einbrachte, animiert auch uns mit JaHuWaH zu gehen. Das war ja sein einziges Ziel, denn sie, die Juden, waren und sind doch berufen der ganzen Welt die frohmachende und befreiende Botschaft der Erlösung zu vermitteln, die Welt von Unwissenheit und von religiöser Versklavung zu befreien. Diese Botschaft macht das Leben lebenswert, richtet es immer wieder neu auf und macht erfinderisch, wird zum Segen. “Es werden dich loben, JaHuWaH, alle deine Werke” (Ps 145,10). Das ist ein umwerfendes Bekenntnis aus der Quelle des Lebens, von der sich Abraham täglich speiste, trotz seiner Schwächen, Versagen und Lebenskämpfe. Eine andere Berufung des jüdischen Volkes macht keinen Sinn. Wir erinnern uns an die Worte Jahushuas von Nazareth, die wir als echt bezeichnen müssen, denn sie passen in das prophetische Gesamtkonzept der Bibel(TaNaCH) hinein: “Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 15,24). Eine andere Berufung und Sendung hatte Jahushua von Nazaretheit in seiner Zeit nicht!

Dieser Sendung Jahushuas von Nazareth etwas anderes hinzufügen zu wollen, wie das im Christentum geschieht, bleibt hohles philosophisches Geschwätz, fromme Phantasie, Utopie und Philosophie. Fromm gemachte Leute gibt es massenhaft. Im biblisch-prophetischen Wort bewusst falsch gelehrt und unkundig gehalten, praktizieren sie seit bald 2’000 Jahren den Antijudaismus. Was diejenigen dachten, die aus Jahushua eine neue griechisch-römische Gottheit entwickelten, wie Paulus von Tarsus, Linus und Clemens von Rom, Melito von Sardes, Ignatius von Antiochien, der römische Bischof Zephyrinus u.v.a.m., hat heute keinen Einfluss mehr auf unseren Glauben. Wir kennen ihre Hintergründe, denn sie kannten das israelitisch-jüdische Wort, das prophetische Wort und seine Zusammenhänge, nicht. Sie urteilten, entschieden und schufen aus dem antijüdischen Gedankengut ihrer Zeit heraus eine Jesus-Gottheit, die nie existiert hat. Das zu erkennen ist erst über die Bibel (TaNaCH) möglich. Ein langer Weg den wir vermutlich alle gehen mussten! Wer diesen Weg geht findet schliesslich gebahnte Wege. Wunderbar!

Ich grüsse alle ganz herzlich mit den Worten des Psalmisten: “Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind!” (Ps 84,6). Shalom und einen gesegneten Shabbat.

Gregor Dalliard