“....und JaHuWaH hatte Abraham in allem gesegnet” (1Mo 24,1). Teil 11

Glaubensimpuls 364

Das jüdische Neujahr, Rosh Hashana, steht vor der Tür. Wörtlich übersetzt heisst Rosh Hashana: Kopf des Jahres. Nach unserem gängigen Kalender beginnen diese freudigen Festtage mit dem Sonnenuntergang am Sonntag dem 9. September und enden mit dem Sonnenuntergang am Dienstag dem 11. September. Rosh Hashana ist ein Fest der Freude. Rosh Hashana ist auf Jom Kippur, den Versöhnungstag, ausgerichtet. Über allem steht die Gnade JaHuWaHs, etwa gemäss Ps 103,3: “Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten”.

Jom Kippur ist der höchste Feiertag des Jahres. Er beginnt am 18. September bei Sonnenuntergang und endet bei Sonnenuntergang am 19. September. Zwischen Rosh Hashana und Jom Kippur liegen sieben Tage. An diesen sieben Tagen reinigt der gläubige Jude gleichsam seine Ohren, denn an Jom Kippur wird Versöhnung (Gnade) mit JaHuWaH gefeiert. Da aber die Versöhnung mit JaHuWaH nicht möglich wird, nicht funktionieren kann, ohne mit den Menschen in Ordnung zu kommen, dienen vor allem diese sieben Tage dazwischen um nach Wegen der Versöhnung und der Vergebung zu suchen.

Die offenen Ohren Abrahams und Saras sind uns dabei Vorbild und Animation, denn sie setzten in die Tat um, was sie von JaHuWaH empfangen hatten. Versöhnung haben wir immer wieder nötig, denn das Leben bringt unsere Beziehungen zu den Mitmenschen manchmal ganz böse durcheinander, die aber wieder geregelt sein möchten. An diesem Tag wird das Verhältnis des einzelnen Menschen zu JaHuWaH und zu seinem Nächsten, bzw. Mitmenschen, erforscht. Das ist eine ernsthafte Angelegenheit, die uns allen sehr zu schaffen machen kann! Das kann ja unter Umständen äusserst abenteuerlich werden! Gibt es denn auf dieser Erde ein grösseres Wunder als den Frieden mit JaHuWaH und die Versöhnung unter Menschen?

Nochmals: Jom Kippur ist damit der wichtigste, feierlichste und heiligste Tag des jüdischen Jahres, er ist also der Tag der Versöhnung. Es geht um das Hören auf JaHuWaH. Dabei spielt das Shofar eine grosse Rolle. Das Shofar ist das Sinnbild des Weckrufes und geht auf den König David zurück. Es ist ein Sinnbild, das alle Juden zur teshuwa, zur Umkehr, auffordert und neu auf die Weisungen JaHuWaHs ausrichtet. Die Ernsthaftigkeit dieses Geschehens wird mit dem Verzicht auf Essen und Trinken, auf Baden, Körperpflege und sexuelle Beziehungen hervorgehoben, ebenso auf jegliche Vergnügungsanlässe und das Rauchen. Das Geschenk dieser Festtage, mit der Versöhnung unter Menschen, geht also wiederum auf den Glauben Abrahams und Saras zurück. Sie hörten auf JaHuWaH. Ihre Versöhnung (Wiedergeburt) mit JaHuWaH und ihr Leben mit JaHuWaH, war so inniglich und tiefgründig und so nachhaltig, dass sie seither nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist – und auf die Menschen übergegangen ist.

Durch die ganze Bibel hindurch erklingt die frohe Botschaft: “Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! (Ps 89,16). Im Hebräischen heisst es wörtlich: “Ashrei ha am jodea truah”, “glücklich ist das Volk, das den schluchzenden Ton des Shofars kennt”. Das Shofar ist also das Sinnbild von Rosh HaShana und Jom Kippur. Bei den vielen Versammlungen in den Beth haKnesseth auf der ganzen Welt, werden um die hundert Töne geblasen. Es sind drei unterschiedliche aber eindringliche Töne, die durch Mark und Bein gehen. Das müssen sie, denn nichts geht bei JaHuWaH über Versöhnung hinaus. Also lasst uns diese Feste in aller Dankbarkeit und Freude aber auch mit aller Hingabe und Ernsthaftigkeit feiern, dann werden wir reichlich Segen ernten! JaHuWaH freut sich mit uns.

Allen wünsche ich Chag sameach (ein frohes Fest) und Shana towah (ein gutes neues Jahr). Shalom! Mit herzlichen Grüssen

Gregor Dalliard