Abraham, Israel, Obama und der Iran!

Glaubensimpuls 202

Wie wunderbar! Die Bibel zeigt uns mit der Berufung Abrahams schlicht und einfach den Beginn einer neuen Weltgeschichte auf. JaHuWaH sprach zu Abraham: „Und ich will dich zu einer grossen Nation machen und will dich segnen, und ich will deinen Namen gross machen, und du sollst ein Segen sein! Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht (dich bekämpft), den werde ich verfluchen (richten); und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ (1Mo 12,2-3). Die Geschichte hat diese Worte bestätigt: Wo die Juden hinkamen, ging es den Menschen auf allen Ebenen des Lebens besser, bis sie aus Neid und Missgunst die Juden verunglimpften, ausbeuteten, vertrieben oder umbrachten.

Mit Abraham wurden die Strukturen und Ordnungen für das segensreiche geschwisterliche Zusammenleben der Menschen untereinander (das soziale, gemeinschaftliche Leben unter der Führung JaHuWaHs) in Gang gesetzt. Diese Entwicklung nahm ihren Weg über die Thora und die Propheten. Die treuen Juden und Jahushua von Nazareth konnten sich darum noch 4000 Jahre danach auf den sozialen Geist und Segen ihres Glaubensvaters aus Abraham berufen. Aus der Basis dieser Geisteshaltung heraus erinnerte Jahushua von Nazareth als Rabbi, wie das jeder andere treue Rabbi auch tat, seine Schüler an die Prinzipien des monotheistischen Lebens (Rabbi heisst „mein Lehrer“ oder „mein Meister“. Wir erinnern uns, dass Jahushua ein Rabbi war, vgl. Mk 9,5; Joh 1,38.):

„..ihr alle aber seid Brüder. Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen (als geistliches Oberhaupt bezeichnen); denn einer ist euer Vater (das geistliches Oberhaupt), nämlich der im Himmel“ (Mt 23,8b-9). Jahushua knüpfte hier an die Ereignisse zur Zeit des Propheten Shmuel (Samuel) an, als die Israeliten ein Oberhaupt über sich setzen wollten und damit JaHuWaH als ihr vollkommenes Oberhaupt beiseite schoben (vgl. 1Sam 8). Jahushua führte das Volk zurück zu den Fundamenten der Thora, zurück in die Tiefen, die eine segensreiche Beziehung mit JaHuWaH ausmachen und zu einem sozialen Lebensgefüge gehören.

Der Geist Abrahams und damit der Geist des geschwisterlichen sozialen Zusammenlebens ist in der Thora niedergeschrieben. Es ist die bedingungslose Liebe und Gemeinschaft mit dem Vater, d.h. die Liebe zum Vater und zu seinen Lebenshilfen, aber auch die Liebe zum Nächsten (vgl. 5Mo 6,4-5; 10,12-13; 11,1.13; Jos 22,5; 2Kö 23,25; 2Chr 15,12; 34,31; 3Mo 19,18 und die vielen Satzungen im Umgang mit dem sozial Schwachen).

Seitdem dreht sich die Welt um Israel, um die Juden. Das ist die Geschichte der Welt. Wir sind uns dessen oft zu wenig bewusst. Was geschieht gerade in diesen Tagen? Ein grosses Kapitel der Geschichte wird abgeschlossen, ein neues aufgeschlagen. Am 14. Juli 2015 kapitulierte die demokratische Welt unter der Führung des amerikanischen Präsidenten Barak Obama vor den Ayatollahs, den Geistlichen des Irans, und damit vor dem Weltislamismus. Es wurde ein Nuklearabkommen mit dem Iran unterzeichnet. Es ist eine aller Erfahrung und Vernunft hohnsprechende Entscheidung.

Juden gehorchten JaHuWaH und setzten seine Weisungen, die in der Thora als Segen Abrahams aufgezeichnet sind, um. Sie sind von den Juden über Jahrhunderte in aller Welt mühsam aufgebaut worden, trotz der mächtigsten Widerstände und Pogrome in vielen Ländern der Welt. Diese Werte sind in der Welt manchmal bewusst, manchmal unbewusst, unter den Schlagwörtern Kirche, Demokratie, Sozialismus, Kommunismus und den anderen Formen der Politik und der Religion missbraucht und pervertiert worden. Obama hat mit dem iranischen Atomabkommen Israel und den Aufbau eines gesegneten Zusammenleben auf Erden verraten. Mag es kosten was es will, er will sein aussenpolitisches Desaster in Osteuropa und im ganzen Nahen Osten kaschieren. Um jeden Preis will er als Friedensstifter in die Geschichte eingehen. Er hatte nämlich am 10. Dezember 2009 in Oslo voreilig den Friedensnobelpreis erhalten.

Die Politiker Europas, Russlands und Chinas pflichten Obama bei, weil ihnen die wirtschaftlichen Interessen im Iran grosse Vorteile versprechen. Die verlierende Wirtschaft macht ihnen allen zu schaffen. In ihrer blinden Berechnung verdrängen sie die Unberechenbarkeit der religiös-fanatischen schiitisch-islamischen Mullahs, die nach der Atombombe greifen. Das Atomprogramm Irans wurde nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Das ist mit Fug und Recht äussert beängstigend. Die Ayatollahs bekunden weiterhin uneingeschränkt zwei Absichten: den Bau der Atombombe und die Vernichtung Israels.

Gegenwärtig verbreiten sie in der ganzen arabischen Welt Terror und Verwüstung. Mit der Unterstützung der militanten Hisbollah haben sie den Libanon zerstört, instrumentalisieren die Hamas terroristisch und stürzen den Jemen ins Chaos, abgesehen davon was sie mit der Bewaffnung der Hisbollah in Syrien an Angst und Schrecken verbreiten – und das geht so weiter! Im eigenen Land treten sie die Menschenrechte mit Füssen und drohen Amerika und Israel offen mit der Vernichtung. Sie werden die Nuklearvereinbarungen umgehen – wie immer schon, und betrügen den Westen tapfer weiter. Das waren keine erwähnenswerte Themen bei der Nuklearvereinbarung!!

Das alles kümmert offenbar weder Obama noch Europa, noch die weniger demokratischen Regierungen Russlands und Chinas. Der Preis den Obama dafür bezahlt ist hoch. Obama lässt Israel im Stich, den Europäern mag es recht sein. Mit der Unterzeichnung der iranischen Nuklearvereinbarung stellen sich die Mächtigen der Welt gegen Israel, gegen den Glauben Abrahams, dem ein brüderliches Zusammenleben zugrunde liegt. Unfassbar was die Verbündeten der demokratischen und weniger demokratischen Welt gerade tun! Um sein Ansehen, sein Ego und das der amerikanischen Demokraten zu retten, setzt Obama alles aufs Spiel. Wieder einmal müssen wir an die populäre Weisheit erinnern: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber!“ Der Islamismus wird die Christen und die Juden von Jahr zu Jahr überzeugender zermürben und zerfetzen. Ein Gericht, das auch weniger hart verlaufen könnte, doch der Westen will es nicht anders! Aber auch die Zeit des Islamismus ist begrenzt.

In dieser bangen Zeit blicken wir auf JaHuWaH und seine Einladung an uns. Dabei achten wir auf die Einladung JaHuWaHs an Abraham. Sie ist der Weg und das Mass jeder Einladung JaHuWaHs an jedes seiner Geschöpfe. Er lädt jeden ein die Beziehung zu ihm aufzunehmen, ihm zu vertrauen, auf ihn und seine Weisungen zu hören (ge-horchen) und sein Leben danach auszurichten. Abraham wurde eingeladen jede Art von religiösem Menschenkult aufzugeben. Der Menschenkult, mehr noch der religiöse Menschenkult, ist ein Joch, eine Gefangenschaft, macht abhängig von fremden Erlösern und ihren belastenden religiösen Traditionen (fremdes Feuer).

Josua sagte zu dem Volk Israel, das gerade vom Götzendienst der Pharaonen befreit wurde: „So spricht JaHuWaH, der Erlöser Israels: Jenseits des Stroms haben eure Väter vorzeiten gewohnt, und zwar Terach, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten falschen Erlösern (fremden Göttern). Und ich nahm euren Vater Abraham von jenseits des Stroms..“ Jos 24,2-3). JaHuWaH nahm ihn und Abraham liess sich nehmen. Das war keine leichte Sache.

Nicht die guten Werke Abrahams sind Fundament dieser Beziehung und seiner Neuschöpfung geworden, sondern das Handeln JaHuWaHs. Umwerfend! Als religiöser Mensch in einem religiösen Umfeld war Abraham Opfer einer religiösen Tradition, die auch rituelle Menschenopfer darbrachte. Wie seine Familie lebte und vertraute er auf falsche Erlöser, erfüllte deren Anforderungen. Es waren Menschen, die wohl auch ihrerseits Opfer von Verführern, von Ausbeutern und Feinden des Lebens geworden waren. Das wurden sie, weil Menschen vor ihnen nichts mehr mit dem Schöpfer des Lebens zu tun haben wollten.

Abraham aber ging auf JaHuWaH ein. Seither läuft die Menschheitsgeschichte anders. Die Beziehung Abrahams zu JaHuWaH wird verbindlich und Vorbild für jeden. Verbindlich werden auch die Verheissungen. Weil die Verheissungen verbindlich sind, bleibt der Bund mit Abraham Vorbild und Ziel für alle Menschen.

Beziehung und Bund werden nie aufhören. Durch nichts und niemand können Bund und Verheissungen aufgehoben werden, wie etwa später der Bund am Sinai, der gebrochen werden konnte. Nicht aber dieser Bund, weil die Verheissungen buchstäblich an diesen Bund gebunden sind. So wollte und will es der Schöpfer des Lebens, JaHuWaH. JaHuWaH ist kein Mensch der wortbrüchig werden kann und will. „Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Erlöser (Gott) bin. Es gibt keinen sonst, keinen Erlöser (Gott) gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus“ (Jes 46,9-10).

Solche Aussagen gehen uns durch Mark und Bein, wenn wir die Geschichte der Menschheit bis hierher und die noch ausstehenden Verheissungen in der Bibel betrachten. Das ist die Menschheitsgeschichte – unvorstellbar. Jeder von uns ist Teil davon. Mit den Bundesworten aus Psalm 89,2-5 grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen friedvollen Shabbat. Shalom!

„Die Gnadenerweise JaHuWaHs will ich ewig besingen, von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkündigen. Denn ich sagte: Auf ewig wird die Gnade gebaut werden. In den Himmeln wirst du festgründen deine Treue. Einen Bund habe ich mit meinem Auserwählten geschlossen, habe David, meinem Knecht, geschworen: Bis in Ewigkeit will ich deiner Nachkommenschaft Bestand geben und für alle Geschlechter bauen deinen Thron“. Das letzte ist eine Metapher, die besagen will: In den treuen Juden – und in jenen von uns, die hinzukommen – bleibt der Thron Davids für immer bestehen, d.h. die Treue Davids zu JaHuWaH.

Gregor Dalliard