Noch vieles habe ich euch zu sagen.. wird er euch in die ganze Wahrheit leiten..“ (Joh 16,12-13). Teil 2

Glaubensimpuls 249

Im letzten Gim 248 wies ich auf die Begriffe „Kleriker“ und „Laie“ hin. Aufgrund dieser Denkweise wurde in den christlichen Kirchen ein Zweiklassensystem entwickelt. Auf der einen Seite stehen die Auserwählten. Sie sind jene, die einen besonderen Draht zum „Heiligen Geist“ haben. Den erhalten sie über die Ordination, Einweihung, Priesterweihe und vor allem durch das Studium der Lehren ihrer Kirche. Wie auch immer dieses Ritual vollzogen sein mag, es macht den Betreffenden zum Eingeweihten des „Heiligen Geistes“, der dritten Gott-Person der Christen. Das Ritual oder die entsprechende Zeremonie, hebt den Betreffenden ab von allen andern. Er zählt von diesem Augenblick an zu den Wissenden seiner Kirche oder Gemeinschaft.

Sie haben vieles zu sagen. Betrachten wir aber das was sie sagen, all die Lehren die sie nach der Trennung vom Glauben Jahushuas schufen, wie die Lehre von den drei Gott-Personen, die Gier des himmlischen Vaters auf ein Menschenopfer und Menschenblut, ohne das er sich nicht mit den Menschen versöhnen lassen will. Die Erlösung der Welt durch ein Menschenopfer und die vielen Kulte Kathedralen, Basiliken und Gebetshäuser die aus diesem Geist (Heiligem Geist) entstanden sind, dann stehen uns die Haare zu Berge, dann hätten sie besser geschwiegen. Nun beanspruchen sie das Recht, dass die grosse Masse der Mitglieder, ihre Unterworfenen, die sogenannten Laien, bedingungslos auf sie hören müssen um errettet zu werden. Die Laien dürfen glaubensmässig nichts überprüfen.

Sie dürfen nur das festhalten, was ihnen von ihren „Wissenden“ aus dem „Heiligen Geist“ vorgekaut wird. Tun sie das nicht fallen sie in Ungnade und enden in den ewigen Höllenqualen. Das bleibt in den immer noch gültigen Canones und Glaubensregeln der Kirchen und christlichen Gemeinschaften verbindlich – bis zu dieser Stunde! Da die Laien nichts überprüfen und keine Nachforschungen betreiben dürfen und nie dazu angehalten werden, **sind sie unfähig gemacht sich persönlich diesbezüglich zu engagieren**. Immer mehr Menschen lehnen darum die Religionen ab, wollen nichts mehr von ihnen wissen. In ihrer vergewaltigten, manipulierten religiösen Denkweise erscheint es anderen bis heute absurd über religiöse Dinge nachzudenken. Das machen die Kleriker, die Eingeweihten, schon recht. Sie sind ja von Gott eingesetzt, meinen sie.

Auf Nummer sicher hält sich der Laie, der Unwissende, an die Vorgaben der Wissenden, selbst wenn diese Vorgaben sehr lebensfeindlich, d.h. nicht biblisch sind. Jahushua von Nazareth stellt den geistlichen Führern seiner Zeit, was die Lehre angeht, ein sehr gutes Zeugnis aus: „Alles nun, was sie euch sagen, tut und haltet..“ (Mt 23,3). Immerhin lehrten die Pharisäer biblisch korrekt, das bestätigt ihnen Jahushua von Nazareth. Die zweite Hälfte seines Ausspruchs lautet allerdings: „..aber handelt nicht nach ihren Werken, denn sie sagen es und tun es nicht“ (Mt 23,3). Es soll in diesem Zusammenhang wieder einmal daran erinnert werden: Nicht alle Menschen des auserwählten Volkes waren und sind in ihrem Leben ein Licht, ein Vorbild. Keineswegs! Aber alle Schriftgelehrten, das sind die Pharisäer, samt und sonder als schlechte Menschen hinzustellen, wie das die heidnisch-christlichen überarbeiteten Berichte, das „Neue Testament“, vermittelt, zeugt von einem abgrundtiefen Hass gegen JaHuWaH und die Bestimmung seines Volkes. Wenn wir die Grundlehren des Christentums, die fundamentalen Dogmen betrachten, dann würde Jahushua heute sagen: „Alles nun, was sie euch als Heilslehre sagen, tut nicht und haltet nicht, glaubt ihnen nicht„!

Nur noch der Bischof von Rom, der Papst, durfte den Bischöfen und Priestern sagen wie man was zu verstehen und zu verkündigen hat. Die Auslegung musste sich immer nach den neuen päpstlichen Lehren richten, die zu den bereits bestehenden hinzu kamen. Was ein früherer Papst als vom „Heiligen Geist“ Gesagtes dogmatisch festhielt, darf nie aufgehoben werden, weil der „Heilige Geist“ sich nicht widersprechen kann. Wer die biblischen Zusammenhänge lehrte, dem wurde die Freiheit entzogen. Ein solcher Mensch endete in den Folterhäusern der Kirche, in den kirchlichen Folterkammern und Gefängnissen, die die Fürst–Bischöfe extra dafür einrichten liessen. Durch harte Zwangsarbeit auf den Galeeren, in den Bergminen oder in Ghetos wurden Unzählige ihrer Würde beraubt und kamen grausam zu Tode. Später wurde die christliche Welt von den Schreien der Gemarterten aus den brennenden Scheiterhaufen durchdrungen. Bei diesen qualvollen Hinrichtungen musste das umliegende Volk anwesend sein – zur Abschreckung! Andere wurden vertrieben, verfolgt oder durch Meuchelmord beseitigt.

Neben dem Bibelverbot war es in den offiziellen Versammlungen untersagt in der Muttersprache zu lehren und zu beten, weil es offenbar Gott so gefiel! Die kirchlichen Versammlungen, Gottesdienste, die Sakramentenspendung, überhaupt alles was mit der Errettung des Menschen zu tun hatte, durfte nur noch in der lateinischen Fremdsprache abgehalten und vollzogen werden. Eine Sprache, die nur den Klerikern, den auserwählten Kirchenfürsten, zugänglich war. Den Menschenmassen war diese Sprache unbekannt. Damit nahm die christliche Führung sie noch mehr in ihre finstere Abhängigkeit. Sie führte sie tiefer und tiefer in die Laienschaft. Ein unfassbares Trauerspiel mit verheerenden Folgen für die ganze Menschheit, vor allem für das auserwählte biblische Volk und seine Sendung, die ihm JaHuWaH auferlegte. All das wurde mit jener Geisteshaltung gerechtfertigt, wie wir sie – unter anderem – aus dem Zitat von Johannes 16,12-13 kennen: „Noch vieles habe ich euch zu sagen.. wird er euch in die ganze Wahrheit leiten..“.

Die Angst davor, die „Laien“ könnten die Wahrheit entdecken und das Machtgefüge des „Klerus“ durchschauen und verwerfen, war allgegenwärtig. Grausam, nicht wahr? Über Jahrhunderte lief das so ab! Wenn uns diese dunklen grausamen Jahrhunderte der Christenherrschaft vor Augen geführt werden, dann wollen wir dem Islam gegenüber barmherziger begegnen. Wenn das Handeln des IS, des Islamischen Staates, in jeder Weise verwerflich und abzulehnen ist, wird er dennoch nie das an Bosheit erreichen können was das Christentum unter der Führung des Vatikans – im Namen des Kreuzes – erreicht hat. Wie schnell vergessen wir unsere eigene grauenvolle Vergangenheit und zeigen als Christen grossmundig, als Mitglieder der angeblichen Religion der Liebe, mit dem Finger auf den Islam!

Ich erinnere mich an meine Kinder- und Jugendjahre. Wir mussten als Ministranten eine ganze Reihe lateinischer Gebete auswendig lernen. Die Liturgiefeiern, vor allem die Messe, lief in einem Rede- und Antwortgeplapper zwischen Priester und Ministranten, bzw. den Versammelten, ab. Weder die Ministranten noch die anwesenden Volksmassen wusste was sie da plapperten. Gerade vor diesem Geplapper der Heiden warnten die biblischen Propheten, so auch Jahushua von Nazareth:

„Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich; denn euer Vater weiss, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet. Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben; und führe uns in der Versuchung, errette uns von dem Bösen (Mt 6,7-13). Jahushua geht auch hier klar die Grundrichtung der Thora, Propheten und Schriften, den Weg den die meisten lehrenden Pharisäer anstrebten, die jede religiöse Manipulation radikal ablehnen: „Denn JaHuWaH sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber JaHuWaH sieht auf das Herz“ (1Sam 16,7). Es zählt bei JaHuWaH die Haltung des Herzens die immer darauf bedacht bleiben muss, vom obersten Prinzip der Thora, der JaHuWaH- und Nächstenliebe, auszugehen (vgl. 5Mo6,4-5, 3Mo 19,18; Mt 4,4). Ausgehend von diesen Grundprinzipien des Lebens sollte jeder bestrebt sein alle seine Kräfte dafür einzusetzen. Das ist alles andere, als sich vom Laienzustand dahintreiben zu lassen. Dazu sind wir eingeladen, doch im praktischen Alltag ist das gar nicht immer so einfach.

Das „Shma Israel“ fordert jedes einzelne Geschöpf auf mündig zu werden, Verantwortung im Glauben Abrahams wahrzunehmen. Wer darin gerechtfertigt ist, wiedergeboren ist, wird das mit grosser Freude sehr gerne tun! Es ist eine unvorstellbare Freiheit in Verantwortung, die wir hier und heute wahrnehmen dürfen. Das gab es über bald zwei Jahrtausende der christlichen Gewaltherrschaft nicht. Als Kinder litten wir noch unter dieser Herrschaft. Das wird die gegenwärtige junge Generation wohl schwer verstehen können. Das System schläft nicht, darum gilt es wachsam zu sein! Im „Shma Israel“ werden die Eltern aufgefordert ihre Kinder für die Lebenskräfte JaHuWaHs zu sensibilisieren: „Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Erlöser, der JaHuWaH allein! Und du sollst JaHuwaH, deinen Erlöser, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben“ (5Mo 6,4-9.25; Mk 12,29-33).

Ich möchte widerholen was ich im letzten Gim 248 sagte: Was zu einem gesegneten Leben in der Beziehung mit JaHuWaH gehört, das ist in der Thora, Propheten und Schriften alles gesagt. Alles steht in der Bibel, d.h. im TaNaCH. Das bestätigt niemand anders als Jahushua, auf den sich die Christen berufen. Siehe Mt 4,4; 5,17-19 u.a.m.! Was heisst das? Nochmals: Es ist alles gesagt! Es braucht keine neue Gottheit unter dem Namen „Heiliger Geist“, die in die ganze Wahrheit führen soll und kann. Jahushua von Nazarteth sagt damit klar und unmissverständlich: Es braucht kein „Neues Testament“! Wohin das führte zeigt uns die Geschichte im Übermass auf, das genügt! Darum sollten die Christen unbedingt auf Jahushua von Nazareth hören und nicht auf den Kirchenvater Paulus und seine Sekte. Dann bräuchten sie kein christliches Pfingsten, über das irgendwelche Geister reden und wirken, die in der Welt schon soviel Schreckliches angerichtet haben. Jeder der will kann diese Tatsache nachprüfen!

Allen wünsche ich viel Freude im Ringen um das Verständnis der israelitisch-jüdischen Botschaft in der Bibel. „Auf JaHuWaH – sein Wort rühme ich – auf JaHuWaH – sein Wort rühme ich – auf JaHuWaH vertraue ich, ich werde mich nicht fürchten; was kann ein Mensch mir tun?“ (Ps 56,11). Mit herzlichen Grüssen. Shalom!

Gregor Dalliard