“In den Tagen deiner Jugendzeit” (Pred 12,1). Teil 10

Glaubensimpuls 293

Unser Ältester fand “seine” Freundin, ebenfalls aus einer Familie in unserer Gegend. Die Eltern seiner Freundin waren früher katholisch, wechselten später zu der evangelikalen Gemeinschaft über. Ihre Tochter ist gleichsam in die evangelikale Gemeinschaft hineingeboren worden und darin gross geworden. Bei einem Angebot für Jugendliche im Zentrum dieser Gemeinschaft machte unser Sohn mit. Über diesen Weg kam er in Kontakt mit diesem Mädchen. Es entwickelte sich daraus eine tiefe Liebe. Diese Gemeinde organisiert viel für junge Menschen, auch sportlicher Art. Mit der Zeit engagierte sich unser Sohn bei solchen Anlässen mit Herzblut. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein herzliches Verhältnis zwischen beiden Familien.

Was trieb einen Keil zwischen die jungen Liebenden? Zu jener Zeit waren wir vom prophetisch-biblischen Bekenntnis bereits überzeugt, dass es keine Drei-Gott-Personen geben kann, also keine Dreieinigkeit. Der Glaube an mindestens drei Gott-Personen, an eine Dreieinigkeit, finden wir bei fast allen antiken heidnischen Völkern in irgendeiner Weise, nicht aber im biblischen Glaubensbekenntnis (vgl. 2Mo 20,2-7; 5Mo 6,4ff u.v.m.). Diese widersinnigen Theologien brachten in allen ihren Erscheinungsformen unsägliches Leid über die Menschen. Darum verbot JaHuWaH diese Lehren und ihre Kulte strengstens. Wir finden sie in der Bibel, dem TaNaCH, nicht. Im Gegenteil, die Bibel wird nicht müde ständig an die ersten drei Weisungen (Gebote) zu erinnern. Dies zum Schutz und zur Entfaltung jedes einzelnen Menschen.

Es war uns bereits bewusst dass die Kirchenväter diese Lehre neben der Blutopfertheologie aus dem Heidentum übernommen hatten und sie zur zentralen christlichen Lehre machten. Perfekt hatten sie diese Lehren mit den biblischen Zeugnissen vermischt, aus denen schliesslich das sogenannte “Neue Testament” entstanden war (vgl. Mt 28, 18-20). Wir dachten, unser Sohn würde wohl in die evangelikale Gemeinschaft übertreten, sich taufen lassen und sich der heidnischen Lehre dieser Dreieinigkeit unterwerfen. Unser Sohn ist nicht getauft. Folgendes ist dazu festzuhalten: Das Christentum praktiziert in jeder Weise heidnische Taufrituale, denn die Bibel, das prophetische Wort, kennt kein Rituale des Heils, bei dem jemand getauft werden muss.

Das auserwählte Volk kannte und kennt verschiedene rituelle Waschungen,Taufen, aber keine Taufe zur Erlangung des Heils, wie im heidnischen oder heidnisch-christlichen Verständnis. Die meisten rituellen Waschungen/Taufen der Bibel sind hygienisch und medizinisch begründet, sie sind als vorbeugende Massnahmen zu verstehen. Hingegen spricht die Bibel von der Taufe des Herzens (vgl. 5Mo 6,4-7). JaHuWaH schaut auf das Herz des Menschen, auf seinen Umgang mit dem Mitmenschen. Es geht JaHuWaH und seinen Propheten um die innere Reinigung (Taufe): “Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun! Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht! Schafft Recht der Waise, führt den Rechtsstreit der Witwe!” (Jes 1,16-17). “Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen” (Hes 36,25).

Anders sind heidnische Taufrituale, die vom Christentum übernommen worden sind. Vollzieht jemand eine Taufe an einem anderen, wird damit Folgendes zum Ausdruck gebracht: die Beziehung zu den Göttern wird dir durch eine Person gespendet. Sie vermittelt dir das Heil. Sie ist dazu befähigt, weil sie selbst getauft ist oder dazu ordiniert worden ist. Ohne diese Vermittlung hast du kein Heil. Das ist das heidnisch-christliche, das sakramentale (vermittelnde), Verständnis. Die Freikirchen haben dieses katholische Denkmuster der Kirchenväter beibehalten, selbst wenn sie das bestreiten. Das unterscheidet die heidnische, bzw. christliche Taufe, von der biblisch-prophetischen “Taufe”.

Unser Sohn wurde immer wieder eingeladen oder aufgefordert Mitglied der evangelikalen Gemeinschaft zu werden, was ja von der Warte jener Gemeinschaft aus nur verständlich ist. Wir gaben ihm immer wieder zu verstehen, dass die Entscheidung allein bei ihm liege, in der Verantwortung JaHuWaH gegenüber, und wir ihn nicht beeinflussen wollten, denn schliesslich sei er im entscheidungsfähigen Alter. Wir würden aber seine Entscheidung respektieren. Offen legte er seine Überzeugung in Bezug auf die Dreieinigkeitslehre und die Taufe dar. Als die Verbindung mit seiner Freundin immer inniger wurde vertiefte sich die Frage einer Heirat und die damit verbundene Frage der Kindererziehung. Unser Sohn versuchte anhand biblisch-prophetischer Zeugnisse dazulegen, dass in einer Familie den Eltern die Glaubensvermittlung aufgetragen ist – in erster Linie (vgl. 5Mo 6,4ff). Sie sind von JaHuWaH beauftragt den Kindern das tragende Glaubensfundament zu vermitteln.

Seine Freundin geriet in arge Bedrängnisse und unterlag schliesslich dem traditionellen religiösen Druck der Freikirche, was nachvollziehbar ist. Von ihrer Prägung her, auf Druck der Eltern und der Gemeindevorsteher konnte sie sich einen andersartigen Glaubensweg dann doch nicht vorstellen. Eine Kindererziehung ausserhalb ihrer Gemeinschaft schien ihr, nach langem Hin und Her, doch undenkbar. Die Erziehung ihrer Kinder, ohne ihre freikirchliche Gemeinschaft und deren theologische Glaubensinhalte, war für sie nicht mehr vorstellbar. Äusserst schweren Herzens und unter vielen Tränen lösten sie ihre Beziehung auf.

Als wir mit unserem Sohn über diese Entscheidung diskutierten, zeigte sich wie wirksam das biblisch-prophetische Wort ist. Hätte er nicht Mitglied dieser evangelikalen Gemeinschaft werden können? Er war von allen sehr geliebt und er fühlte sich dort Zuhause. Seine Mitgliedschaft hätte ihm die Erfüllung seiner Liebe gebracht. Doch in der Wahrnehmung seiner Verantwortung JaHuWaH und den Mitmenschen gegenüber wäre dieser Schritt für ihn ein enormer Rückschritt, bzw. Rückfall, in eine heidnische Welt gewesen, die nicht vom Fleck kommt! Lange Zeit litten beide sehr unter dieser Trennung. Inzwischen sind die Wunden geheilt. Sie ist mit jemand aus ihrer Gemeinschaft verheiratet und er lebt, seit bald zwei Jahren, in einer ihm entsprechenden Beziehung. Beiden wünschen wir Segen auf ihrem Weg!

“Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit: Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreissen des Gepflanzten, Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen, Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen, Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen, Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen, Zeit fürs Steinewerfen und Zeit fürs Steinesammeln, Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs sich Fernhalten vom Umarmen, Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlieren, Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Wegwerfen, Zeit fürs Zerreissen und Zeit fürs Zusammennähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden, Zeit fürs Lieben und Zeit fürs Hassen, Zeit für Krieg und Zeit für Frieden” (Pred 3,1-9).

So ist das im Leben! Und in diesem Hin und Her und Auf und Ab bewahren wir die Liebe JaHuWaHs zu uns. Wir freuen uns über seine Weisungen als den köstlichsten und sichersten Schatz in unserem Leben, der im Geist und im Sinne JaHuWaHs in die jeweilige Zeit und Umstände hineininterpretiert sein will. Das ist eine ständige gesunde Herausforderung, die unsere Zusammenkünfte lebendig erhält.

Einen gesegneten Shabbat wünsche ich allen von Herzen. Shalom!

Gregor Dalliard