Ihr seid das Salz, ..das Licht der Welt, m.a.W.: Ihr seid die Thora und die Propheten!

Glaubensimpuls 175

Wir wollen für einmal das Thema „Schockierende Inhalte der Bibel“ kurz verlassen und später wieder darauf zurückzukommen. Der Titel dieses Gim scheint auf den ersten Augenblick eine ungewöhnliche Kombination zu sein und könnte manchen Leser irritieren. Was haben diese Bild-Aussagen Jahushuas (Jesu) von Nazareth mit der Thora und den Propheten zu tun? Was haben die Jünger Jahushuas mit der Thora zu tun?

Im Zusammenhang dessen was die Propheten über das Ende dieses Zeitalters aussagen spricht Jahushua mit der Bildrede von Salz und Licht Juden an.

Bisher meinten wir, dass Jahushua hier Menschen anspricht, die er aus dem Judentum und aus der Thora herausgeholt und zu Christen gemacht hätte. Das aber ist die kirchliche Sicht, die den biblischen Zusammenhängen prinzipiell in allem widerspricht. Diese heidnisch-hellenistische Sicht müssen wir aber heute – nach einem tieferen biblischen Studium – als Ersatztheologie der Kirchenväter ablehnen und verwerfen. Wir wollen es tun und damit an der Wiederherstellung der Ehre JaHuWaHs und seiner Gerechtigkeit beitragen.

Der Abba JaHuWaH sprach durch seine Propheten. Jahushua, seine Apostel und Jünger haben nichts Neues zu seinem Wort hinzugefügt oder etwas anders gelehrt als was uns von seinen Propheten übermittelt worden ist. Wie wir alle wissen bestätigten gerade Jahushua (Jesus), seine Apostel und Jünger, die er zu Rabbis (auch Rabbinen oder Rabbiner genannt) ausbildete, diesen tiefsten Schatz der Thora (vgl. Mk 12,28-33; Mt 4,4 aus 5Mo 8,3; Mt 5,17-19; Mk 3,34-35 u.a.m.).

Wollen wir diese Aussage in ihrem ganzen Zusammenhang verstehen, dann müssen wir einen gewaltigen Sprung auf die Geschehnisse des Endes dieses Zeitalters werfen. Erst wenn wir von diesen Geschehnissen her den Blick zurück zur Zeit Jahushuas und zu seinen Aussagen werfen, werden wir sie korrekt einordnen können.

Am Ende dieses Zeitalters werden nämlich alle Menschen über seine Heiligen, das ist sein auserwähltes Volk, zu JaHuWaH geführt werden. Das heisst unausweichlich zu seinen Ordnungen, Rechtsbestimmungen und Shabbaten in der Thora (vgl. Jes 66,23; Sach 8,22; 14,16). Mit Shabbaten sind die von JaHuWaH gegebenen Festfeiern gemeint, in denen der Heilsweg und das Ziel der Menschheit prophetisch und heilsgeschichtlich dargestellt ist. Einfach fantastisch! Diese Ordnungen sind im Himmel aktuell. Dort werden sie gelebt und gefeiert. Das ist die durchgehende Botschaft der Bibel.

Es wird eine Erweckung unter den Juden geben und mit ihnen eine Erweckung und Umkehr zu JaHuWaH unter allen Menschen dieser Erde: „So spricht JaHuWaH der Heerscharen: Noch werden Völker und Bewohner vieler Städte kommen; und die Bewohner der einen werden zur anderen gehen und sagen: Lasst uns doch hingehen, JaHuWaH um Gnade anzuflehen und JaHuWaH der Heerscharen zu suchen! Auch ich will gehen! Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um JaHuWaH der Heerscharen in Jerushalajim zu suchen und JaHuWaH anzuflehen. So spricht JaHuWaH der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Zizit (die Quaste des jüdischen Gebetsmantels) eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass der Erlöser (Gott) mit euch ist“ (Sach 8,21-23). Im Himmel wird Freude herrschen, denn der gelebte Wille des Vaters, wie er im Himmel gelebt wird, wird zusehends auf Erden gelebt werden!

Dem israelitisch-jüdischen Volk hat der Abba JaHuWaH seine Herzens- und Heilswege mitgeteilt, damit sie diese allen Menschen kundtun sollen. Am Ende dieses Zeitalters wird er sie ganz speziell dazu befähigen, wenn die Völker der Welt sich gegen es versammeln und einen schrecklichen Krieg entfachen werden (vgl. Sach 12,2ff; 14,2ff). Über das Haus David (die Juden) und die Bewohnerschaft Jerushalajims wird er den Geist der Gnade und des Flehens ausgiessen. Sie werden erkennen wie viele von ihnen im Laufe der Geschichte durch Untreue, Verleugnung und Anpassung an das Christentum und die anderen Religionen das Herz JaHuWaHs durchstochen, durchbohrt haben (vgl. Sach 12,10). Sie werden von der Erkenntnis JaHuWaHs neu erfasst werden. Sie werden von der Sehnsucht und dem Verlangen, dass sein Wille auf Erden nun geschehen möge, wie er im Himmel beschlossene Sache ist und geschieht, schier zerrissen werden (vgl. Sach 12,10). Umwerfend diese Prophetie, nicht wahr? Hier wird nicht nur ein kleines Häufchen von Juden ihrem Auftrag gerecht werden, sondern eine Masse von Juden, überall auf der Welt. Sie werden Salz und Licht sein für alle Menschen.

Von seiner Erwählung, Berufung, Bestimmung und Sendung her ist das israelitisch-jüdische Volk Salz und Licht für die Welt. Mit Abraham ist diese Bestimmung von JaHuWaH beschlossene Tatsache des Heilsweges. Kein Mensch der Welt kann sie aufheben. Auch das bezeugt uns die Geschichte bis zu dieser Stunde.

Das Reich der Himmel, der Wille des Abba JaHuWaH, soll Schritt für Schritt Menschen in aller Welt durchdringen. Hier auf Erden begann diese Entwicklung mit dem Glauben Abrahams. Über Abraham, Itzak (Isaak), Jakob und die zwölf Stämme nahm das Reich der Himmel – trotz aller Gräuel – mehr und mehr Gestalt an.

Es geht immer um die Beziehung zu dem EINZIG EINEN Erlöser (Gott) JaHuWah und zu seinen Ordnungen und die damit verbundene Loslösung von jeder Art von Götzendienst: „..um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund JaHuWaHs hervorgeht, lebt der Mensch“ (5Mo 8,3; Mt 4,4).

Wenn also Jahushua den Juden, seinen Jüngern, sagt: „Ihr seid das Salz der Erde.. Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,13-14), erinnert er sie daran, dass sie als Juden diejenigen sind denen JaHuWaH die Thora und das Wort der Propheten anvertraut hat und zwar für die ganze Welt. Sie tragen eine hohe Verantwortung für die Verbreitung dieses Schatzes in der Welt. Trotz der gräulichen Ausbeutung und kaum zu ertragenden Demütigungen unter den Römern fordert Jahushua die Juden auf ihre Erwählung, Berufung und Bestimmung nicht zu vergessen, zu verraten. Sie sollen nicht verzweifeln unter den unmenschlichen Schikanen der Römer. Sie sollen das grosse Ziel vor Augen halten, es zur Ehre JaHuWaHs und zum Segen der Menschen bewahren.

Jahusua, als Rabbi, machte darum aus seinen Aposteln und Jüngern Rabbiner, niemals aber Christen, christliche Päpste, Kardinäle, Patriarchen, Bischöfe, Pfarrer, Pastoren oder sonst irgend etwas. Das wäre ihm nicht einmal im Traum in den Sinn gekommen. Der Anspruch der Kirchen und christlichen Gemeinschaften auf Jahushua als Gründer ihrer Organisationen, Strukturen und Ideologien wie die Dreieinigkeitslehre, die in Form des sich Bekreuzigen, des Kreuztragens und -aufstellens vor aller Welt als die Wahrheit der Bibel demonstriert werden soll, die Lehre von den Drei-Personen-Gottheiten, der Anbetung Jahushuas (Jesu) als wahrer Gott und wahrer Mensch, als der Erlöser (der Gott), Sakramente etc. ist absurd und widerspricht jeder biblischen Grundlage. Das ist Ersatztheologie, Schwindel und Betrug im höchsten Masse. Das ist reine Hetze gegen die Träger des „Salzes“ und des „Lichtes“!

Wichtig für das Verständnis ist auch die Tatsache, dass Jahushua sagte „ihr seid das Salz der Welt, das Licht der Welt. Als Juden sind sie es ganz einfach. Sie tragen diese Verantwortung, ob sie nun wollen oder nicht. Wie uns die Geschichte bis heute lehrt ist damit unsägliches Leid verbunden! Wer will dem Leid nicht aus dem Wege gehen? Wir haben Verständnis, wenn immer nur ein Überrest diesen einsamen Leidensweg zu gehen vermag.

Darum erinnerte Jahushua seine Jünger daran allezeit zu beten, dass der Wille des Vaters, so wie er im Himmel gelebt wird, geschieht, auch auf Erden gelebt werden möge: „Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden (Mt 6,9-10). Es ist das Geschenk des Himmels für uns!

Erst in den Ordnungen JaHuWaHs kann ein Mensch das Gebot der Nächstenliebe gemäss der Thora leben, das uns als zweites Gebot bekannt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du“ (3Mo 19,18). Dieses Gebot hängt ja zusammen mit dem grössten Gebot, das uns ebenfalls in der Thora genannt ist: „Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Erlöser (Gott), JaHuWaH allein! Und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser (Gott), lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein“ (5Mo 6,4-5).

Frohen Mutes und voller Dankbarkeit bemühen wir uns immer wieder neu Salz und Licht der Welt zu sein. In dieser Welt werden wir nie vollkommen in seinem Willen leben können. Das soll nicht als Entmutigung verstanden werden oder uns mit einem Gefühl des ewigen Versagens in die Enge treiben. Nein, es bleibt unsere bleibende Richtlinie, das Mass woran wir alles immer wieder gerne messen möchten, der freudige Antrieb, die Ermutigung, nie am Boden liegen zu bleiben – solange wir hier auf Erden leben.

Was JaHuWaH zu Jeshajahu (Jesaja) sagte, gilt für jeden der Juden, aber auch für uns: „Ich, JaHuWaH, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Völker“ (Jes 42,6).

Von Herzen Shalom! In dieser Freude und Zuversicht wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat!

Gregor Dalliard