„Eiferer für die Thora“ (Apg 21,20). „Ich sagte: Ihr seid Erlöser (Götter), Söhne des Höchsten seid ihr alle!“ (Ps 82,6).

Glaubensimpuls 176

Im letzten Gim haben wir gehört, dass das auserwählte Volk Salz und Licht der Welt ist, m.a.W.: „Ihr seid die Thora und die Propheten“. Nun hören wir aus dem Mund JaHuWaHs die Worte: „Ich sagte: Ihr seid Erlöser (Götter), Söhne des Höchsten seid ihr alle!“ (Ps 82,6). Diese gewaltige Aussage spricht der himmlische Vater zu seinem auserwählten Volk.

Wie wir wissen musste sich Jahushua als Rabbi mit einer kleinen radikalen aber einflussreichen Gruppe von Rabbinern ständig auseinandersetzen (vgl. Gim 37, 128 und 129). Wie wir ebenfalls bereits zur Genüge wissen bestand ihr Problem in der Überbewertung gewisser Auslegungen, was einige von ihnen zu extremen Handlungen gegenüber den „Eiferern für die Thora“ (Apg 21,20) verleitete. Das bezeugt Shaul von Tarsus im Brief an Timotheus: „..der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war“ (1Tim 1,13). Shaul gehörte als junger Rabbi zu jener radikalen Sekte, zu der „strengsten Sekte unserer Religion“ (Apg 26,5), wie er selbst sagte, die die „Eiferer für die Thora“ (Apg 21,20) verfolgten.

Als Student, bei der Ausbildung zum Rabbiner in Jerushalajim, war er wohl kaum so radikal und brutal. Sein Lehrer war nämlich Gamaliel, ein Enkel Hillels, der als „Eiferer für die Thora“ ein gemässigter Jude war. Hillel hatte eine Schule zur Auslegung der Thora gegründet und ist im Jahre 7 n.u.Z. gestorben. Gamaliel leitete später die Schule und verhinderte unter anderem den Tod von Kepha (Petrus) und der andern Apostel (Rabbiner), die alle „Eiferer für die Thora“ (Apg 21,20) waren. Die von der Thora abgedrifteten Juden belasteten das tägliche Leben der übrigen Juden die eifrig nach der Wahrheit suchten und forschten (Apg 21,20). Einige brachten sie um.

Die Menschen waren immer schon auf die Auslegungshilfen jener, die sich ständig mit dem Wort JaHuWaHs beschäftigten angewiesen. Das ist heute noch so. In allen Religionen gibt es führende Persönlichkeiten, die je nach Religion, unterschiedlich stark, Einfluss auf jene ausüben, die nach dem Gipfel, nach dem Ziel, ihrer Religion suchen.

Nun bezeichnet der Schöpfer und Erlöser (Gott) des Lebens das israelitisch-jüdische Volk als Erlöser (Götter): „Ich sagte: Ihr seid Erlöser (Götter), Söhne des Höchsten seid ihr alle!“ (Ps 82,6).Gott heisst ja nichts anderes als Erlöser, was wir nur schwer annehmen und verstehen können, weil wir völlig daneben geprägt worden sind.

Warum nennt JaHuWaH sein auserwähltes Volk Erlöser (Götter)? Die Antwort lässt sich relativ schnell finden. Das israelitisch-jüdische Volk ist das von JaHuWaH zu einem ganz besonderen und aussergewöhnlichen Dienst in dieser Welt erwählt und berufen: “Und ich gab ihnen meine Ordnungen, und meine Rechtsbestimmungen liess ich sie wissen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt. Und auch meine Shabbate (Festzeiten) gab ich ihnen, dass sie zum Bundes-Zeichen seien zwischen mir und ihnen, damit man erkenne, dass ich, JaHuWaH, es bin, der sie heiligt (aussondert)” (Hes 20,11-12).

Ihnen wurden die Schätze aus dem Munde JaHuWaHs, die Schätze des Lebens, anvertraut: „Sondern von allem, was aus dem Mund JaHuWaHs hervorgeht, lebt der Mensch“ (5Mo 8,5); Mt 4,4). Wie wir im letzten Gim 175 darlegten, werden diese Schätze des Lebens über die Juden zu allen Menschen gelangen. Das israelitisch-jüdische Volk wurde also aus diesem Grund vom Vater in die Welt gesandt. Sie bringen im Auftrag des Abba JaHuWaH die Erlösung, das wahre Leben. Dazu sind sie in die Welt gesandt.

Diese Erlöser (Götter) tragen eine enorme Verantwortung gegenüber demjenigen von dem jede Erlösung ausgeht, von demjenigen der der eigentliche Erlöser ist: „Ich, ich helfe dir, spricht JaHuWaH, und dein Erlöser ist der Heilige Israels“ (Jes 41,14). „Ich bin JaHuWaH, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern (Jes 42,8). „Denn ich bin JaHuWaH dein Erlöser, der Heilige Israels, dein Retter“ (Jes 43,3).

Jede Person, die JaHuWaH liebt und ihm vertraut, die glaubt und weiss, dass sie von ihm gezeugt und geboren ist (vgl. 5Mo 32,18), eben weil sie ihm und seinem Wort vertraut und folgt, die wird auch die Thora und das Wort der Propheten lieben und gerne über das Wort aus dem Munde JaHuWaHs nachsinnen. Ein solcher Mensch baut am Haus (Erlösung) JaHuWaHs in der Welt mit. Im Gim 142 vom

  1. Juni 2014 haben wir uns darüber ausgetauscht. Wir haben uns diese Thematik zu Herzen geführt. Denn jedes Haus (Erlösung) wird von jemand erbaut; der aber alles erbaut (alles erlöst) hat, ist JaHuWaH“ (Hebr 3,4). Einfach fantastisch, dass wir alle am wahren Haus des Lebens mitbauen dürfen! Deswegen wurden wir geboren, d.h. vom Vater in die Welt gesandt.

Die Worte des Abba JaHuWaH in Psalm 82,6 nahm Jahushua in den Mund um jene Pharisäer, jene Rabbiner, jene Sekte, die von der Thora abgewichen war und ihre eigene Satzungen zum Massstab aller Dinge machte, an ihre hohe Verantwortung zu erinnern: „Jahushua antwortete ihnen: Steht nicht in eurer Thora geschrieben: `Ich habe gesagt: Ihr seid Erlöser (Götter)? Wenn er jene Erlöser (Götter) nannte, an die das Wort JaHuWaHs erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden -, sagt ihr von dem, den der Vater ausgesondert (als Rabbi, Prophet, geheiligt) und in die Welt gesandt hat (mit einer bestimmten Sendung in dieser Welt betraut hat): Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Sohn JaHuWaHs (Gottes)?“ (Joh 10,34-36).

Die ultraextremen Juden konnten sich an der wunderbaren Aussage in Psalm 82,6b nicht mehr freuen: „Söhne des Höchsten seid ihr alle“. Mit Recht konnte jeder Jude sagen: „Ich bin Sohn des Höchsten“, in unserer Umgangssprache: „Ich bin Sohn Gottes“. Daran ist nichts Falsches, sagt es uns doch der Vater selbst! Wunderbar! Aber wir müssen auch hier das Vertrauen zu JaHuWaH finden um diesen Zuspruch mit Freude annehmen zu können. Wir waren bis vor kurzem nämlich völlig falsch gelehrt worden. Wir meinten und glaubten nur der Jesus der Christen sei als Gott der Sohn Gottes, der einzige Sohn Gottes. Jahushua von Nazareth aber erinnert alle an das Wort JaHuwaHs: alle die an JaHuWaH glauben sind Söhne JaHuWaHs (Gottes), des Höchsten!

Wenn nun der Abba JaHuWaH jene, die von ihm erwählt und ständig nach seinem Willen forschen als Erlöser und jeden einzelnen von ihnen als Sohn JaHuWahs (Sohn Gottes) bezeichnet, dann ist das wahrlich etwas Aussergewöhnliches. Davon sind die gläubigen Juden bis heute tief betroffen. Sie nehmen ihre Berufung, Stellung und Sendung sehr ernst. Darum gibt es immer noch Juden, die nicht von JaHuWaH und seiner Thora abgefallen sind, so wie damals auch Jahushua von Nazareth und seine zwölf Jünger, die er zu Rabbinern (Apostel) ausbildete, nicht von der Thora abgefallen sind, sondern „Eiferer für die Thora“ (Apg 21,20) wurden. Sie wurden von dem geoffenbarten Schatz JaHuWaHs in der Thora so richtig neu erfasst und durchglüht.

Die Aufforderung „Eiferer für die Thora“ zu sein, durchzieht die ganze Bibel. So offenbarte sich JaHuWaH Josua: „Dieses Buch der Thora soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben. Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn mit dir ist JaHuWaH, dein Erlöser, wo immer du gehst“ (Jos 1,8-9).

Dasselbe ist über den jeweiligen König gesagt: „Und es soll geschehen, wenn er auf dem Thron seines Königreiches sitzt, dann soll er sich eine Abschrift der Thora in ein Buch schreiben, aus dem Buch, das den Priestern, den Leviten, vorliegt. Und sie soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, damit er JaHuWaH, seinem Erlöser gehorchen (Ehr-fürchten) lernt, um alle Worte der Thora und diese Ordnungen zu bewahren, sie zu tun, damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebt und er von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweicht, damit er die Tage in seiner Königsherrschaft verlängert, er und seine Söhne, in der Mitte Israels“ (5Mo 17,18-20).

Im nächsten Gim wollen wir zu verstehen suchen, wie sich diese genannten Aufforderungen JaHuWaHs konkret im Leben darstellen. Mit dem Psalmisten aus Psalm 119, Verse 97-98 und 105 wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat und eine anhaltende Geborgenheit im Herzen des Abba JaHuWaH – trotz mancher Querschläge!

„Wie liebe ich deine Thora! Sie ist mein Nachdenken den ganzen Tag. Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde“ (Vers 97-98). „Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad“ (Vers 105).

Gregor Dalliard