„Ich bin die Tür der Schafe“ (Johannes 10,9)

Glaubensimpuls 6

Eine ähnliche Aussage finden wir auch in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg.. niemand kommt zum Vater, als durch mich“. Der Vergleich mit der Tür führt uns das Verlassen eines alten Zustandes, eines alten Ortes, eines früheren Lebens, hin zu einem neuen Sein, zu einem neuen Ort, einem neuen Leben, vor Augen. Dieser Text zeigt ganz klar auf, dass Jahshua die Tür zum Vater ist. Er (Jahshua) allein ist hier gemeint. Nur er ist die Tür.

Bedenken wir, was eine Tür ist! Täglich öffnen und schliessen wir Türen. Täglich gehen wir durch Türöffnungen hindurch. Warum sollen Menschen durch diese Tür, die Jahshua heisst und ist, gehen? Und wohin gehen jene, die durch die Tür, die Jahshua ist, gehen? Sie treten durch diese Tür hindurch – zum Vater. Sind wir schon durch diese Tür gegangen, oder stehen wir noch draussen?

Manche Menschen, die sich als gläubig bezeichnen, stehen weder draussen, noch sind sie drinnen anzutreffen. Warum wohl? Sie bleiben unter der Tür stehen, d.h. sie lassen sich von Jahshua nicht zum Vater führen. Sie weigern sich durch die Tür, die Jahshua ist, hindurch zum Vater zu gehen und wie Jahshua dem Vater ungeteilt Anbetung und Ehre zu geben. Sie bleiben in der Tür stecken. Sie bleiben gleichsam als erwachsene gläubige Menschen am Rockzipfel ihrer Mutter, hier Jahshua, hängen. Sie werden nicht mündig. Überprüfen wir hier unsere Glaubenshaltung.Gehen wir mit freudigem Herzen durch Jahshua hindurch, hin zum himmlischen Vater, zum Thron der Gnade (Hebräer 4,16). Das Ziel Jahshuas war und ist es, uns dahin zu bringen. Diese Freimütigkeit ist uns nun durch Jahshua erwirkt: „Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jahshuas Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum…“ (Hebräer 10,19).

Wir haben nämlich den Erstlingsgeist empfangen, wie Jahshua (Römer 8,23), weil wir eine Auswahl des Vaters sind (Römer 11,25; Apostelgeschichte 15,14) und zwar aus dem Erstling Israel (Jeremia 2,3; Offenbarung 14,4). Wir sind gemäss Verheissung aus dem Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs, sowohl solche aus den Juden, als auch aus den zehn „verlorenen“ Israel-Nationen (Römer 4,16; 9,4.26;

  1. Petrus 2,10.25; Hosea 2,1.25). Nach dem Willen Jahshua sollte darum niemand in der Tür stehen bleiben, stecken bleiben. Für Jahshua wäre das beschämend und für den himmlischen Vater eine Unehre.

Das Bild des Schafhirten war den damaligen Zuhörern wohl bekannt. Nirgendwo wurden mehr Schafe gehütet und geopfert als in Israel. Es bedurfte darum vieler Schafhirten. Im Gleichnis vom guten Hirten in Johannes 10,1-30 ist die Rede von dem Hirten, den Schafen, dem Schafstall und der Tür. Jahshua will uns in dieser Bildrede von dem wunderbaren Heilsplan des himmlischen Vaters Jahweh etwas äusserst Wichtiges vermitteln. Es geht in diesem Text um die Beziehung des Hirten zu seinen Schafen. Der Evangelist weist uns mit seiner Aussage in Johannes 10,26-27 auf die Auswahl, auf das Auswahlprinzip des himmlischen Vaters Jahweh, hin. Seine Zuhörer sind alle von den Schafen, d.h. sie gehören alle zum auserwählten Volk Jahwehs, denen die Heilsverheissungen gegeben sind. Als Leibesglieder für Jahshua kommt aber nur eine Auswahl aus dem ganzen 12-Stämmevolk in Frage (Römer 11,5). Es sind also nicht nur jene aus den Stämmen Juda, Benjamin und Leviten gemeint, die uns als Juden bekannt sind, da sind noch die „verlorenen“ zehn Stämme, die verlorenen Schafe. Also nicht nur aus den Juden „aus diesem Hof“(Johannes 10,16), auch aus den anderen zehn Stämmen, die ebenso die Verheissung in sich tragen, muss Jahshua welche bringen, „auch diese muss ich bringen“ (Johannes 10,16). Shaul weist wie Jahshua auf diese Tatsache hin, denn sowohl solche aus dem Gesetz, aus diesem Hof, aus den Juden, als auch solche aus dem Glauben, aus dem anderen Schafstall, muss Jahshua bringen (vgl. Römer 4, 16; 9,24). Sie alle kommen aus dem Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Sie alle tragen die unaufhebbaren Verheissungen, die Gott Jahweh den Vätern gab, in sich. Sie alle kommen aus der Begnadigung des himmlischen Vaters durch seinen Sohn: „Wenn ihr aber des Mashiachs seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft (Same) und nach Verheissung Erben“ (Galater 3,29; 4,6). Was ist eines ihrer ausserordentlichen Kennzeichen? „Und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein“ (Johannes 10,16). Shaul schreibt: „..dort werden sie Söhne des lebendigen Gottes Jahweh genannt werden“ (Römer 9,26; Hosea 2,1.25). Damit erfüllt sich an den erwählten Erstlingen, was Jahweh vielfältig durch die Propheten geredet hat, wie etwa in Jeremia 31,31-34; 33,8; Hebräer 8,8-13.

Shaul schreibt darum jenen aus den Israel-Nationen, zu denen auch wir gehören: „Deshalb denkt daran, dass ihr, einst aus den Nationen, dem Fleische nach –‚Unbeschnittene‘ genannt…in jener Zeit ohne Gott Jahweh wart, entfremdet dem Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheissung; und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott Jahweh in der Welt. Jetzt aber in dem Mashiach Jashua seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Mashiachs nahe geworden. Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung abgebrochen, um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die Beiden in einem Leib mit Gott Jahweh zu versöhnen, durch das Holz, durch das er die Feindschaft getötet hat. Und er kam und hat Frieden verkündigt euch, den Fernen (Entfremdeten) und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide im Geist (Odem Jahwehs) den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen (Ausgesonderten) und Jahwehs Hausgenossen“ (Epheser 2,11-20).

Im Brief an die Römer schreibt er: „Denn wie ihr einst Jahweh nicht gehorcht habt, jetzt aber unter die Begnadigung gekommen seid, durch ihren Ungehorsam…“ (Römer 11,30). Auch Kephas meint uns, wenn er über die Israel-Nationen schreibt: „Denn ihr gingt in der Irre, wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen“ (1. Petrus 2,25).

Die übrigen der Juden, die übrigen der Israel-Nationen aus den „verlorenen“ zehn Stämmen und alle Heiden sind nicht etwa ausgeschlossen. Lies dazu Apostelgeschichte 15,13-17; Römer Kapitel 11; 1. Korinther 15,20-28 u.a.m. Welch eine zusammenhängende Botschaft der Hoffnung und der Freude ist uns hier geschenkt.

Gregor Dalliard