Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten..“ (Mk 12.38-40).

Glaubensimpuls 217

Mit viel Freude und Dankbarkeit lasst uns auch in diesem Gim versuchen gemeinsam Irrtümern, die von den Kirchenvätern in die hebräischen Bekenntnisschriften (BeS = NT) eingefügt worden sind, auf den Zahn fühlen. Unser aufrichtiges Anliegen ist es sie ins rechte Lot zu rücken. Sehr gerne tun wir das zur Ehre JaHuWaHs, unseres Schöpfers, zu unserem eigenen Segen und zum Segen der aufrichtigen Bibelleser. Diesen eingeschlagenen Weg beschreiten wir auch um der Liebe und Gerechtigkeit willen, die wir Jahushua, seinen Jüngern und den gerechten Juden schulden. Der nicht fassbare Missbrauch ihrer Bibel, die grässlichen Verbrechen und der Rufmord, den unsere Väter und wir an Jahushua, seinen Jüngern und an den wiedergeborenen Juden, den Gerechten, begangen haben, lässt etwas anderes gar nicht zu. Ein treuer Bibelleser will um keinen Preis von den heilsgeschichtlichen Prinzipien des himmlischen Vaters wegschauen – er sucht nach ihnen. Dieser Herausforderung stellen wir uns mit viel Dankbarkeit! So schreibt der Psalmist: „Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil des JaHuWaH sehen lassen“ (Ps 50,23). Was sollte uns daran hindern?

Nach dem katholischen Lesejahr wird in diesen Tagen weltweit in allen Kirchen Mt 12,38-40 gelesen: „Und er sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und die Begrüssungen auf den Märkten und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern lieben; die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten. Sie werden ein schwereres Gericht empfangen“ (Mk 12,38-40). Für den christlichen Zuhörer sind damit prinzipiell alle Juden gemeint. Solche antijüdischen eingefleischten Traditionen haben sich seit der Wirkungszeit der Kirchenväter von Jahrhundert zu Jahrhundert vertieft. Die Juden haben ihre Erlösergottheit Jesus, der Himmel und Erde erlöst hat, getötet und begehen alle möglichen Verbrechen. Was erwartet sie: „Sie werden ein schwereres Gericht empfangen“. Da sie sich widerspenstig weigern diese griechisch-römische Gottheit „Jesus“ der christlichen Kirchen anzubeten sind sie sowieso vom Heil ausgeschlossen.

Die Schriftgelehrten waren vorwiegend Pharisäer. Zur Zeit Jahushuas waren die Priester aus der Nachkommenschaft Aarons, die Sadduzäer, für den Opferkult im Tempel verantwortlich. Sie waren für den Tempel und die ordentliche Schlachtung der Tiere zuständig. Für den eigenen täglichen Unterhalt und für die Versorgung der vielen Pilger bedurfte es täglich einer Menge von Opferfleisch. Zum Schutze der Opfertiere und zur Vermeidung von Epidemien liefen diese Schlachtungen nach sehr strengen Regeln der Zubereitung ab. Die Thora gibt uns Einblick darüber. Die Zeit der Zubereitung des Opferfleisches für das anschliessende Gemeinschaftsmahl war eine Zeit der Besinnung, der Umkehr, der Sühne, der Vergebung und der Wiederherstellung der Beziehung mit JaHuWaH und den Mitmenschen. Die aaronitischen Priester am Tempel waren Metzger, Koch in einem. Zudem waren sie Ordnungshüter bei der Einnahme des Festopferfleisches.

Der Dienst der Pharisäer, der Schriftgelehrten und Rabbis hingegen unterschied sich vom Dienst der Sadduzäer. Sie waren jene die sich Zuhause mit dem Studium der Thora und der Propheten befassten und das Volk entsprechend lehrten. Sie waren volksnah und mit den alltäglichen Fragen und Sorgen der Menschen beschäftigt. War das israelitisch-jüdische Volk nicht gerade unterwegs zu einer Wallfahrt nach Jerushalajim, wurde es regelmässig in den Häusern oder in der Beth HaKnesset (Synagoge) unterwiesen. Die meisten Pharisäer, Schriftgelehrten und Pharisäer erfüllten diesen Dienst mit Herzblut, vor allem nach der Zerstörung des ersten und des zweiten Tempels. Ohne sie gäbe es unter den Juden wohl keine Gerechten mehr! Sie wären später wohl alle Christen geworden.

Doch die Pharisäer, wie Jahushua von Nazareth einer war, führten sie hinein in die Tiefen der Beziehung zu JaHuWaH, seiner Lebensordnungen und seiner Anbetung, was später viele vom Abfall zum Christentum bewahrte. JaHuWaH verheisst nicht umsonst, dass es vor ihm immer ein Überrest an Gerechten, d.h. an gerechtfertigten Juden, geben wird. Ist das nicht wunderbar wie sich diese Verheissung bis zu diesem Augenblick bestätigt? Dies trotz aller Grausamkeiten die den Gerechten angetan worden sind – und angetan werden! Wie gesagt: Jahushua von Nazareth war ein Pharisäer, Schriftgelehrter und Rabbi (Rabbuni).

Der Überarbeiter des Evangeliums nach Matthäus nimmt Jahushua von Nazareth aus seinem israelitisch-jüdischen Kontext heraus. Für ihn ist er nicht mehr Pharisäer unter Pharisäern, nicht mehr Rabbi unter Rabbinern, nicht mehr Schriftgelehrter unter Schriftgelehrten. Für ihn ist er eine Mensch gewordene Gottheit, von denen es zu jener Zeit unter den Heiden viele gab. Die in JaHuWaH gerechtfertigten Juden, die Gerechten, wollten aber nie etwas mit einer heidnischen Gottheit zu tun haben und sich unter keinen Umständen einer solchen unterwerfen. Es geht schliesslich um den Bund mit Abraham und die Verheissungen, die durch die Gerechten zur Erfüllung gebracht werden sollen.

Für den Kirchenvater ist er aber der umgepolte Jude, die Mensch gewordene Gottheit die alle Juden samt und sonders zusammenstaucht. Wie wir wissen rissen die Kirchenväter die wunderbaren und gewaltigen Verheissungen an die Juden einfach an sich. Sie verwarfen den Jahushua von Nazareth, indem sie aus ihm eine neue Gottheit machten, den sie Jesus nannten, wahrer Gott und wahrer Mensch. Darum lehrten sie, was wir immer wieder betonen sollten: „..wenn wir Christus auch nach dem Fleisch (als Jude) gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so (nicht mehr als Jude) (2Kor 5,16b). Diese Verkehrung der Tatsachen und Verdrehung der Wahrheit lehnten die Juden in aller Schärfe ab. Darum verwarfen die Kirchenväter die Juden und bezeichneten sich als das neue Volk Gottes, das neue Israel, dem nun alle biblischen Verheissungen gelten und das nun das Heil wirkt. Die Juden bleiben von diesem Heil ausgeschlossen, wenn sie sich nicht zu dem traditionellen Verständnis der heidnischen Erlöserkulte bekehren.

Achten wir auf die Formulierung seiner Aussagen in Mk 12,38-40 . Seit rund 2000 Jahren vermittelt er den Lesern, dass man sich vor den Vorstehern der Juden sehr in Acht nehmen muss. Sie sind äusserst gefährliche Menschen. Es gibt rund zwei Milliarden Christen auf der Welt. Versuchen wir uns das Ausmass dieser Gehirnwäsche zu realisieren.

Es ist keine Frage, in jeder religiösen Organisation gibt es Menschen die verkehrt handeln, ihren Status missbrauchen. Ein solches Verhalten muss aufgedeckt und korrigiert werden. Aber eine ganze Berufsgattung, ein bestimmtes Volk, samt und sonders auf diese Weise – von Generation zu Generation – zu dämonisieren, überschreitet jedes Mass an Verantwortungsbewusstsein. Es ist ein religiöser Wahn. Hütet euch vor den Schriftgelehrten, denn sie verschlingen die Häuser der Witwen. Damit haftet nicht nur den jüdischen Auslegern der Thora und Propheten der Ruf des Betruges und der Makel des unrechtmässig erworbenen Besitzes an, sondern allen Juden. Wie kann es dann sein, dass Jahushua von Nazareth das predigt, worauf ich schon im letzten Gim hinwies?

„Ich bin nicht gekommen, Gerechte (gerechtfertigte Juden) zu rufen, sondern Sünder (von JaHuWaH Entfernte) zur Busse“ (Lk 5,32). „Ich sage euch: So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder (wiedergefundenen Juden), der Busse tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte (gerechte Juden), die die Busse nicht nötig haben“(Lk 15,7). Gerechte, d.h. gläubige, gerechte Juden, brauchen keinen „Jesus-Gott“ als Erlöser, sie sind gerecht-fertigt im Glauben Abrahams. Ebenso wir, wenn wir in diesem Vertrauen (Glauben) leben.

Jahushua gibt damit genau das Wesen jener Zeugen wieder, die vor ihm lebten, der Propheten, der vorbildlichen Schriftgelehrten, der Pharisäer und Rabbis. Wie schon hingewiesen, gaben sie dem israelitisch-jüdischen Volk, neben der strengen Korrektur, auch sehr viel Trost. Vor allem aber bestätigten sie immer wieder die Verheissungen die durch das jüdische Volk zur Erfüllung kommen werden. Doch der Jesus der Kirchenväter nimmt dem auserwählten Volk alles weg und verdammt sie in die Hölle hinab, die es, laut Bibel, so nicht gibt!

Der Knecht JaHuWaHs, das sind die gerechten Propheten, Pharisäer, Schriftgelehrten und israelitisch-jüdischen Menschen, sein auserwähltes Volk. Das ist der gerechte Überrest von Generation zu Generation. Dieser Knecht gab und gibt in jeder Generation das Leben für die Brüder. Blicken wir auf Jes 52,13-15 und Kapitel 53. Hier wird uns der Weg des Knechtes JaHuWaHs, des gerechten Überrestes jeder Generation, eindrücklich dargestellt. Sie halfen und werden den Vielen zur Gerechtigkeit helfen, damit sie wieder Gerechte vor JaHuWaH werden. Sich selbst nicht schonend gaben und geben sie ihr Leben für die andern, damit sie umkehren, von ihren verkehrten Wegen lassen. Fand einer durch ihren kräfteraubenden Dienst zu JaHuWaH zurück, war es so als hätten sie dessen Sünden auf sich genommen, sich selbst aufgeladen, hinweggenommen. Sie trugen die Schuld des Betreffenden hinweg. Sie führten ihn zur Gerechtigkeit zurück. Das ist doch wunderbar, etwas Grösseres kann es nicht geben. Sie verhalfen – und werden den Vielen – zur Gerechtigkeit verhelfen.

Mit dem erbauenden Vers aus Jeshajahu 55,3 wünsche ich allen reichen Segen aus der Lebensfülle, die uns in der Bibel angeboten wird, einen erholsamen Shabbat und ein herzliches Shalom! „Neigt euer Ohr und kommt zu mir! Hört, und eure Seele wird leben!“ (Jes 55,3).

Gregor Dalliard