Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust vom 27. Januar 2017 und die internationale Front gegen Israel in Paris. Teil 2

Glaubensimpuls 279

Lasst uns mit viel Dankbarkeit unsere Betrachtungen und Forschungen zu den geschichtlichen Ereignissen des auserwählten Volkes im Lichte der biblischen Zusammenhänge und Verheissungen fortsetzen. Jede Art von Leid, die dem auserwählten Volk widerfährt, führt letztlich zum Segen, sowohl für den Überrest des auserwählten Volkes als auch für die gesamte Menschheit. Aber auch für jene, die ihre Seele nicht am Leben erhalten konnten. Das ist eine der Grundbotschaften des prophetischen Wortes. Darum spricht und verheisst JaHuWaH: “Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht im Silberschmelzofen; ich habe dich geprüft im Schmelzofen des Elends. Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es tun (d.h. werde ich dich aus dem Tode erlösen, wiederherstellen) - denn wie würde mein Name entweiht werden! -, und meine Ehre gebe ich keinem andern. Höre auf mich, Jakob, und Israel, mein Berufener! Ich bin, der da ist, ich der Erste, ich auch der Letzte” (Jes 48,10-12).

Ja, würde alles Elend, das die Juden im Laufe ihrer Geschichte durchlitten, das schliesslich durch die Ersatztheologie der christlichen Länder in die Fassungslosigkeit des Holocaust führte, keine Bedeutung haben und keine Konsequenzen nach sich ziehen, dann gäbe JaHuWaH seine Ehre tatsächlich den Verbrechern, den JaHuWaHlosen. Alle seine Verheissungen wären nichts anderes als Lügenworte gewesen. Wir könnten die Bibel beiseite legen. Aber gerade die bereits erfüllten Prophetien, die auf einer Linie mit den noch ausstehenden Prophetien stehen, wie z.B. Jes 45,21-24 (im letzten Gim zitiert), zeigen uns, dass JaHuWaH alle Völker und Menschen zur Rechenschaft zog, zieht und ziehen wird – zu seiner Zeit. Er wird sie entsprechend durch-richten, bis jedes Menschenleben, ob schon verstorben oder noch lebend, voller Ergriffenheit und voller Dankbarkeit seine Knie beugen und schwören wird: “Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke” (Jes 45,24). Ebenso: “Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Erlöser (Gott) neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet!” (5Mo 32,39).

Auch Ps 22,29-30, wie oben hingewiesen: “Denn JaHuWaH (dem HERRN) gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. Nur ihm werden huldigen alle in der Erde Schlafenden. Vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinabfuhren, und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte” (wie jene, die im Holocaust und anderswo ermordet worden sind und werden). Die Begriffe Knie beugen, huldigen und schwören, drücken das Wissen und die Freude darüber aus, dass JaHuWaH Gerechtigkeit übt, und Recht spricht! Das ist die Botschaft JaHuWaHs. Der Weg dahin ist von der Geschichte bis hierher zur Genüge bestätigt worden. Das auserwählte Volk ist kein Volk wie jedes andere: “Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. Das sind die Worte, die du zu den Söhnen Israel reden sollst” (2Mo 19,6). Diese Stellung ist für Israel kein Freipass für irgendetwas Verkehrtes, im Gegenteil.

Das heisst Verantwortung wahrnehmen, vor allen Völkern – und für alle Völker. Laufend erinnerten die Propheten Könige und Volk an diese Verantwortung. Wir haben soeben gesagt: Das auserwählte Volk ist kein Volk, wie jedes andere (vgl. 5Mo 7,6ff). Was heisst das auch? Genauso war das verbrecherische Ausmass, rund um den Holocaust, kein Leid wie jedes andere. Es war ein Geschehen, das in unseren Tagen – in dieser Weise – überhaupt nicht vorstellbar war und uns bis zu dieser Stunde fassungslos macht. Solche Leiden, in dieser Art und in diesem Ausmass, werden auch keinem anderen Volke jemals widerfahren. Wie gesagt: die Shoa macht uns bis heute fassungslos. Jeder Mensch, der ein menschliches Empfinden hat, und verantwortlich handeln will, jeder, der sich als Christ bezeichnet, muss sich in seinem Leben mit dem Geschehen der Shoa auseinandersetzen und seine Konsequenzen daraus ziehen. Das wird sein bisheriges Glaubensleben auf den Kopf stellen, auch seine Glaubenszugehörigkeit! Davor drücken sich aber die grossen christlichen Massen, weil sich ihre Führer davor drücken!

Wie konnte es zum Holocaust kommen? Die grauenvolle Zielsetzung, nämlich die vollkommene Ausrottung der Juden, ist in den Köpfen der frühen Kirchenväter, der Kirchengründer, geboren worden. Sie wurde laufend weiterentwickelt und theologisch unter den Völkern so sehr vertieft, bis sie im Holocaust ein schreckliches, unvorstellbares Ausmass annehmen konnte, das fast zur Realität geworden wäre, hätten Menschen nicht im letzten Augenblick diesem Entsetzen ein Ende bereitet. Diese Zielsetzung, – die Auslöschung der Juden –, lag nie in der Absicht JaHuWaHs.

Darum wird es auch nie eine Rechtfertigung für dieses Handeln an den Juden geben. Manche Theologen, vor allem im freikirchlichen Raum, versuchen zu erklären, dass der Holocaust von JaHuWaH gewollt gewesen wäre. Erstens übersieht der so Urteilende die prophetischen Aussagen, die JaHuWaH über sein Volk macht. Zweitens entzieht sich hier der Mensch schlichtweg seiner Verantwortung. Er verleugnet seine Fähigkeit, sich der Verantwortung stellen zu können, Verantwortung zu übernehmen und danach zu handeln. JaHuWaH hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen. Was heisst das? JaHuWaH gab dem Menschen die Fähigkeit zur Mitgestaltung und Bewahrung des Lebens. Diese Fähigkeit verleugnet der Mensch dann, wenn er sich einerseits an die Stelle JaHuWaHs setzt und anderseits die Menschheit von seiner Theologie blind und besessen macht. Dabei missbrauchen die religiösen Verantwortungsträger den Namen und das Wesen JaHuWaHs für ihre schändlichen Absichten. Das kann der religiös Unwissende nicht oder nur äusserst schwer durchschauen.

Die Endlösung der Juden als ein Akt von JaHuWaH hinzustellen, als Wille JaHuWaHs, entbehrt damit jeder biblischen Grundlage. Manche lehren unverfroren: Das war die Quittung von JaHuWaH, weil die Juden Gott ermordet hatten! Das ist ein absoluter Unsinn, den die christlichen Führer in ihren Liturgien unaufhaltsam zitieren und feiern. Das ist der verdeckte oder offene Weg auf dem sie den Antijudaismus bei ihren Anhängern vor der Vergessenheit bewahren. Die christlichen Völker hindern damit das auserwählte Volk an der Ausübung seines priesterlichen Dienstes.

Am vergangenen Montag, den 15. Januar, versammelten sich 70 Nationen zu einer Nah-Ostkonferenz in Paris. Die Konferenz wurde Friedenskonferenz genannt! Das Thema der 70 Staaten war im vornherein klar. Was sie erreichen wollen ist die Teilung der Ewigen Stadt Jerushalajim und die Teilung Israels, hinter den Grenzen von 1967, was der Vernichtung Israels gleichkommen würde. Mit ihrem Vorhaben der Zwei-Staaten-Lösung liefern sie den Staat Israel direkt in die Hände der Islamisten. Gerade die arabischen Staaten haben damals die “Grenzen” von 1967 abgelehnt und mit einem Krieg reagiert, den sie allerdings kläglich verloren hatten, was damals die ganze Welt überraschte. Hinter ihrer Ablehnung steht das religiöse Prinzip: Boden auf dem Muslime einmal wohnen und die Herrschaft übernommen haben, darf nie wieder von nichtmuslimischen Menschen (Nichtgläubigen) regiert werden. Mit solchen Konferenzen wird den Führern des palästinensischen Terrors signalisiert, dass die Welt ihren Terrorakten Verständnis entgegenbringt, was soviel heisst wie: macht mal weiter!

Einen Tag vor der Konferenz in Paris empfing Papst Franziskus den Palästinenser Mahmud Abbas, als Präsident des Staates Palästinas im Vatikan. Mahmud Abbas eröffnete eine Botschaft im Vatikan, nachdem der Vatikan im vergangenen Jahr Palästina offiziell als Staat anerkannt hatte. Das Signal an die palästinensischen Terrororganisationen ist auch hier eindeutig. Die islamischen Terrororganisationen lehnen das Existenzrecht Israels, innerhalb bestimmter Gebiete seiner ursprünglichen Grenzen, radikal ab. Sie lehnen die Existenz der Juden in Israel ebenso radikal ab. Doch das interessiert die 70 Staaten keinen Deut.

Forderungen werden im Prinzip nur an Israel gestellt. Die Frage ist berechtigt: was steckt hinter solchen Machenschaften? Gibt es kein Staatsoberhaupt, das sich die Frage stellt, wie denn der Staat Israel überhaupt eine Überlebenschance haben soll, wenn er einerseits von dem palästinensischen Teilstaat Judäa und andererseits von dem Teilstaat Gaza umgeben ist, die ihm jedes Existenzrecht kategorisch absprechen und ihm in aller Öffentlichkeit – vor aller Welt, lautstark – die Vernichtung androhen? Zudem beliefert der Iran die Terroristen in Gaza und die Hizbullah im Süden Libanons, laufend mit Waffen aller Art. Gaza ist ein Zwillingsbruder der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). Unter Obama und der Aussenministerin Hillary Clinton haben die USA und die EU im vergangenen Jahr die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufgehoben, obwohl der iranische Klerus die Vernichtung Israels propagiert.

Israel ist der einzige Staat im Nahen Osten und in der moslemischen Welt, der den Christen freie Religionsausübung gewährt, während in allen arabischen Staaten der radikalisierte Islam den Christen das tägliche Leben immer schwerer und unerträglicher macht oder sie sogar vertreibt, so wie in Bethlehem. In der letzten Zeit ist in der christlichen Presse in Europa immer wieder der Satz zu lesen: Steht die Geschichte der Christen im Orient vor dem Ende? Das Christentum ist im Orient entstanden. Die ganze arabische Welt war einmal weitgehend christlich. Doch die Verfolgung der Juden durch die Christen, im Geiste der Ersatztheologie, legte in allen diesen Ländern dem Islam den roten Teppich aus.

Unter den Moslems ging es den Juden im Allgemeinen besser, bis die Moslems vom Geist der christlichen Ersatztheologie instrumentalisiert wurden. Mit ihrem irrationalen Verhalten unterstützten Vatikan, EU und die abtretende Regierung Obamas seit Jahren den radikalen Islam. die Forderungen in Paris und die Eröffnung einer palästinensischen Botschaft im Vatikan, bestätigen das kontraproduktive Handeln dieser Politik und Organisationen. Der Vatikan und die EU holten in den vergangenen Jahrzehnten den radikalen Islam nach Europa, nun ist er in Europa angekommen er ist da und sehr aktiv. Aber so viele ermutigende Aktionen von Seiten der Regierung Obamas, der UNO, der EU und anderen Organisationen, zugunsten des palästinensischen Terrors, verschlägt jedem geschichtskundigen und nüchtern denkenden Menschen die Sprache.

Wer darf Gerichte an Israel vollziehen? Niemand darf sich das Recht herausnehmen, sich an die Stelle JaHuWaHs zu setzen und in sehr einseitger und arroganter Weise Entscheidungen über Israel treffen zu wollen. Das massen sich die 70 Nationen an. Sagt JaHuWaH nicht: “..wenn sie (das auserwählte Volk) meine Ordnungen entweihen und meine Gebote nicht halten, so werde ich ihr Vergehen mit der Rute und ihre Ungerechtigkeit mit Schlägen heimsuchen. Aber meine Gnade werde ich nicht von ihm weichen lassen und nicht verleugnen meine Treue (also keine Ersatztheologie). Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen. Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit - wie könnte ich David täuschen! -. `Seine Nachkommenschaft soll ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir. Wie der Mond wird er ewig feststehen. Der Zeuge in den Wolken ist treu” (Ps 89,32-38).

Mit der Aussage: “Seine Nachkommenschaft soll ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir,” ist der treue Überrest des auserwählten Volkes gemeint, der sich – wie David – ungeteilt nach den Ordnungen JaHuWaHs ausstreckt. Das Königtum Davids ging ja mit König Zedekijahu (597-587 v.u.Z.) ein für alle Mal zu Ende. Jerushalajim wurde im Sommer 587 v.u.Z. zerstört. Damit ist klar dargestellt, dass JaHuWaH immer schon der König des auserwählten Volkes war (vgl. 1Sam 8) und es auch immer bleiben wird und dass das irdische Königtum nur eine beiläufige Erscheinung war. Denn nach dem bevorstehenden gewaltigen Weltkrieg wird JaHuWaH von allen Völkern als König und Herrscher anerkannt werden: Und JaHuWaH (der HERR) wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH (der HERR) einzig sein und sein Name einzig” (Sach 14,9). “Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen JaHuWaHs (des HERRN) anruft, wird errettet werden. Denn auf dem Berg Zion und in Jerushalajim (von Jerushalajim aus) wird Errettung sein, wie JaHuWaH (der HERR) gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen, die JaHuWaH (der HERR) berufen wird” (Joe.3,5; vgl. Jes 2,2-5).

Der Holocaust ist eine konsequente Folge der anhaltenden ununterbrochenen antijüdischen Indoktrinierung der Menschenmassen in Kindergärten, Schulen und Kirchen, in Erziehungs- und Ausbildungszentren, in Haus und Hof. Selbstverständlich sind sich die wenigsten Christen bewusst wie sehr ihr religiös-kulturelles Leben, das Erbe ihrer Väter, aus diesem tödlichen Gift der christlichen Indoktrinierung gemischt worden ist. Indem sie diese Ersatztheologie aufrechterhalten und an ihre Kinder weitergeben, meinen sie ihrem Gott einen Dienst zu erweisen. Sie fühlen sich, wie durch eine unsichtbare Macht gezwungen, das religiöse Erbe ihrer Väter weiterzugeben. Wie oben bereits gesagt, sorgen die christlichen Führer dafür, dass die Ersatztheologie ihrer Kirchengründer unter ihren Massen aufrechterhalten bleibt – religiös besoffen gemacht! Tun sie das nicht in irgendeiner Weise innerhalb dieser Tradition und Kultur (des Todes), verlieren sie den Boden unter ihren Füssen.

Aufklärung, aus den biblisch-prophetischen Zusammenhängen heraus, tut not. Ich persönlich bin unendlich dankbar für die Bibel (den TaNaCH). Sie hat mir die Augen geöffnet über den religiös finsteren Weg des Christentums und das im Lichte der prophetischen Offenbarung. Mit den folgenden Worten aus dem Psalm 25 grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat: “Deine Wege, JaHuWaH, tue mir kund, deine Pfade lehre mich! Leite mich in deiner Treue (Wahrheit) und lehre mich, denn du bist der Fels (Gott) meines Heils; auf dich harre ich den ganzen Tag.. Gütig und gerade ist JaHuWaH; darum unterweist er die Sünder in dem Weg. Er leitet die Sanftmütigen im Recht und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg. Alle Pfade JaHuWaHs sind Gnade und Treue denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren” (Ps 25,4-5.8-10a).

Gregor Dalliard