„Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt… und eure Frucht bleibe“ (Johannes 15,8.16b)

Glaubensimpuls 19

Beziehungen sind lebensnotwendig und wollen gepflegt sein. Ihre Auswirkungen sind immer und überall sichtbar. Sie bleiben nicht verborgen. Unser Leben wird von Beziehungen genährt und bestimmt. Kein Menschenleben ist davon ausgenommen. Im Laufe des Lebens können sich Beziehungen verändern, manchmal hören sie abrupt auf, schlummern ein. Beziehungen können auch enttäuschend enden. Neue Beziehungen werden geknüpft. Mit dem Tod eines Menschen können sich die Beziehungen der Zurückgebliebenen verändern.

Die Rede im Volksmund ist uns wohlbekannt: „Sage mir mit wem du umgehst und ich sage dir wer du bist!“ Diese Aussage trifft den Nagel wohl nicht immer auf den Kopf, aber meistens ist etwas daran. Shaul schreibt den Korinthern: „Irret euch nicht: Böser Verkehr verdirbt gute Sitten“ (1. Kor 15,33). Diese Aussage entspricht wohl der Realität!

Im Johannesevangelium Kapitel 15,1-17 redet Jahshua von Beziehungen. Dabei geht er vom Vater als Weingärtner aus und von dessen Beziehung zu ihm und zu uns. Er spricht von seiner Beziehung zum himmlischen Vater. Er redet auch von unserer Beziehung zu ihm und zu seinem und unserem Vater und Gott (vgl. Joh 20,17). In der gesamten Bibel geht es letztlich um unsere Beziehung zum himmlischen Vater. Dabei nahmen die Propheten die Stellung als Mittler ein. Jahshua sagt zu den verlorenen Schafen Israels: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater ausser durch mich“ (Joh 14,6). Shaul schreibt: „Denn EINER ist Jahweh, und EINER ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch HaMashiach Jahshua (Christus Jesus)“ (1. Tim 2,5).

Das Ziel ist es aus der Beziehung zum himmlischen Vater bleibende Frucht zu wirken, die den Vater verherrlicht und uns zur Ruhe kommen lässt. Darum fordert Jahshua seine Jünger laufend auf in ihm zu bleiben, damit der Vater verherrlicht werde. Wie können wir in jemandem bleiben? Was ist damit gemeint? Wie lebt sich das?

Wir wollen ja diese bedeutungsvolle Aussage im Gleichnis vom Weinstock nicht mit abstrakten und theoretischen Erklärungen entkräften. Sie muss und will uns Trost und Hilfe im Alltag sein. Darum darf diese Aussage weder theologisch noch philosophisch gedeutet werden, sondern sehr real. Sie will auf unser praktisches Leben bezogen sein, d.h. wir sollen jemandes Beziehung, hier die Beziehung Jahshuas zum himmlischen Vater, zu unserer eingefleischten, d.h. zu unserer eigenen Beziehung werden lassen. Das meint Shaul mit der Aussage: „Wir aber haben den Sinn des Mashiach“ (1. Kor 2,16). Auch: „Nicht mehr lebe ich, sondern der Mashiach lebt in mir“ (Gal 2,20). Jahshua ist ausnahmslos immer in der tiefsten Beziehung zu Gott Jahweh zu sehen und nie getrennt oder losgelöst von ihm.

Wie können wir in diese Beziehung hineinwachsen? Shaul schreibt den Messiasgläubigen von Rom: „Denn alles, was zuvor (Thora, Propheten und Schriften) geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung (Tröstung) der Schriften die Hoffnung haben. Der Gott des Ausharrens und der Ermunterung aber gebe euch gleichgesinnt zu sein untereinander, gemäss dem Mashiach Jahshua (so wie der Sohn die Gesinnung des Vaters in sich hatte), damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jahshua HaMashiach verherrlicht“ (Röm 15,4-6). Das ist der Grund weswegen das Leben der Jünger durch Jahshua in der Beziehung zum Vater auferbaut wurde: „…und sie glaubten der Schrift, und dem Wort, das Jahshua gesprochen hatte“ (Joh 2,22).

Die Liebe des Vaters zum Sohn, diese Beziehung, ist dem Sohn nicht zum Eigenvergnügen gegeben. Er würde daran zerbrechen, daran scheitern und zugrunde gehen. Diese Liebe kann und will er nicht für sich behalten. Das ist für den Sohn unmöglich. Diese Liebe ist vollkommen beziehungsbedürftig, genauso wie das Samenkorn auf Frucht angelegt ist. Ein Samenkorn das nicht auf Wachstum und Frucht ausgerichtet ist und sich diesbezüglich nicht entfalten kann, zerfällt und stirbt. Bei allen worttreuen geistgehauchten Propheten war das genauso. Sie mussten die Beziehung zum himmlischen Vater weitergeben, ausleben, in Worten und in Taten, bis in den Tod, mochte es kosten was es wollte. So verherrlichten sie in aller Treue und Hingabe den himmlischen Vater. So war es auch im Leben Jahshuas.

Darum sagt der Sohn: „Wie der Vater mich geliebt hat, habe ich euch geliebt“ (Joh 15,9). So sehr liebte er den Vater und dessen Willen und damit auch uns – bis in den Tod! Darin brachte er viele und bleibende Frucht zur Ehre des Vaters. Seine Jünger waren von seiner tiefen Beziehung und von seinem unerschütterlichen Vertrauen zu seinem Vater und unserem Vater, zu seinem Gott und zu unserem Gott (vgl. Joh 20,17) betroffen und bewegt.

Er sagte ihnen wie sich diese Beziehung lebt, wie sie wächst und reift: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben…wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe“ (Joh 15,7.10). Hier wird von Jahshua unmissverständlich das unumstössliche Wesen der Beziehung zum himmlischen Vater geoffenbart. Der erwählte und begnadigte Mensch kann nur im Halten der geoffenbarten Gedanken, Weisungen und Gebote Jahwehs in dessen Beziehung bleiben und damit bleibende Frucht bringen. Dieses Kriterium dürfen wir nicht antasten oder irgendwie ersetzen. Das Halten der Gebote heisst ja nichts anderes, als die Gedanken und Weisungen Jahwehs unter der Kraft der Gnade und des Gehorsams im Alltag ausleben. Auch der Apostel Shaul (der Erbetene) hat uns zeitlebens in allen seinen Briefen aufgefordert, die göttlichen Ordnungen, Weisungen und Worte Jahwehs auszuleben, vor allem in seinen letzten Schriften (vgl. Eph 4,17ff). Was ist mit Halten der Gebote Jahwehs gemeint? Wie gehen wir damit um, vor allem inmitten eines in heidnischen Geboten und Traditionen festgefahrenen Christentums, das selbst in Freikirchen und vielen unabhängigen Gemeinschaften sichtbar ist, indem es mit seiner Dreigötterlehre (Trinität), Sonnen-Tag (Sonntag), Weihnachten, Ostern u.a.m. am Rockzipfel des konstantinischen Papsttums hängen bleibt?

Inmitten der endzeitlichen und chaotischen katastrophalen Ereignisse des Anti-Mashiach (Antichrist) – und wir leben darin – ergeht der Ruf der Offenbarung: „Hier ist das Ausharren der Ausgesonderten (Heiligen), welche die Gebote Jahwehs und die Gottesbeziehung (Glauben) die Jahshua hatte, bewahren“ (Offb 14,12), „…und sie werden herrschen in die Zeitalter der Zeitalter hinein“ (Offb 22,5b; vgl. Dan 7,18.22). Es wird ein Reich in die Zeitalter der Zeitalter sein, d.h. die Herrschaft Jahwehs unter der Führung Jahshuas ist zur Wiederherstellung durch alle Zeitalter hindurch wirksam. Es wird wirksam sein als Reich in den himmlischen Örtern, als Reich der Erde und als Reich unter der Erde, d.h. in den Örtern des Sheols (vgl. Phil 2,10). Wie muss sich Jahshua, zur Rechten des Vaters, über unsere Vertiefung der Vaterbeziehung und seiner Heilspläne freuen! In diesem Sinne wünsche ich allen ein herzliches Shalom Uvracha

Gregor Dalliard