So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Ausgesonderten (Heiligen) und Jahwehs Hausgenossen (Eph 2,19)

Glaubensimpuls 75

Jashua wird sowohl bei den grossen traditionellen Kirchen als auch bei Freikirchen eine leicht abweichende bis total unterschiedliche Stellung beigemessen. Ganz wenige kleine versprengte syrisch-orthodoxe kirchliche Gemeinschaften, die auf die Apostel zurückgehen und deren Väter dem prophetischen Wort einigermassen treu geblieben waren, weil sie sich den kaiserlichen Konzilien und den führenden abweichenden Bischöfen widersetzten, haben mit der Erkenntnis überlebt, dass Jahshua nicht Gott ist, sondern der Gesalbte (Mashiach) Jahwehs aus den Brüdern (vgl. 5Mo 18,15.18 u.a.m.) Dies entspricht der Lehre Jahshuas selbst. Er selbst bezeichnete sich als Prophet (vgl. Lk 4,24; Mk 6,1-6; Mt 13,57-58 u.a.m.), ebenso die Apostel (vgl. Apg 3,22-23). Er war der Gesalbte (Mashiach, lat. Christus) Jahwehs aus den Brüdern (Jes 11,1ff; 41,1ff; 61,1ff; Apg 2,36; 4,26-28; 10,38 u.a.m.)

Als Mitbürger der Ausgesonderten, als Jahwehs Hausgenossen (Eph 2,19, als Erben Jahwehs und Miterben Jahshuas (vgl. Röm 8,17; Gal 4,7) und als Brüder (auch die Schwestern sind gemeint) Jahshuas (vgl. Röm 8,29; Hebr 2,11-18) wollen wir über Jahshua ein klares Bild vermitteln, das sind wir Jahweh, den Propheten, Jahshua, den gerechten Juden und den Aposteln schuldig. Aber das machen wir von Herzen gerne, weil wir Jahweh und sein prophetisch zusammenhängendes Wort von Herzen lieben.

Wie ich schon öfters darauf hingewiesen habe, stellten sich die Streitereien und Unterschiede über Jahshua erst ein als sich nach der Zeit der Apostel einzelne einflussreiche Kirchenväter schrittweise vom israelitisch-jüdischen prophetischen Wort lösten und damit schliesslich eine umfassende Zerstörung des prophetisch-heilsgeschichtlichen Offenbarungsgutes bewirkten, aus dem schliesslich die vielen Kirchen hervorgegangen sind. Sie haben aber mit dem prophetisch-heilsgeschichtlichen Wort sehr wenig bis nichts zu tun, obwohl sich die Kirchen – allesamt – auf die Bibel berufen. Jede Gruppe von Führern aber riss damals für sich das aus dem biblischen Zusammenhang heraus, was zu ihrer Philosophie und ihrer heidnischen Herkunft passte und baute damit ein theologisches und kirchlich-dogmatisch „unerschütterliches“ System auf, das bis heute, kraft seiner langen Tradition nicht angetastet und hinterfragt werden darf, wie eine Heilige Kuh in Indien. Ihre Denkweise wurde dann zum Teil in die wenigen damals noch auffindbaren Bekenntnisschriften (BeS=NT) eingefügt. Darum gibt es auch so viele unterschiedliche „Urtexte“ von den vorhandenen Bekenntnisschriften (BeS=NT).  Zudem wurden im 4. Jh. die Bekenntnisschriften (BeS=NT) von den Bundesschriften (BuS=AT) weitgehend abgekoppelt und mit der verhängnisvollen Bezeichnung Neues Tetament zu einer unabhängigen Bibel erklärt. Darum sollen wir alle Zitate aus den Bundesschriften (BuS= AT), die wir in den Bekenntnisschriften (BeS =NT) finden, prüfen, ob sie nicht etwa aus dem Zusammenhang gerissen worden sind. Warum sollen wir das tun? Manche Aussagen, die in den BuS (AT) Jahweh betreffen, sich also einzig und allein auf den Abba Jahweh beziehen, wurden nach der Entstehung der verschiedenen Trinitätslehren und der Schaffung eines NT-Kanons durch Kirchenväter und Papst in den BeS (NT) auf Jahshua umgedeutet, also bewusst falsch zitiert, was natürlich ein sehr verwerfliches Vorgehen der katholischen Kirchenväter darstellt, denn bis heute sorgen solche falsch zitierten Stellen in den Bekenntnisschriften (BeS=NT), in Bezug auf den Abba Vater und die Stellung Jahshuas, für unnötigen Streit und Chaos.

Was allgemein vergessen wird und höchst selten gelehrt wird ist die Tatsache, dass die ersten Gemeinden, vor allem die in Jerusalem, nur aus Juden bestanden die den Jeshua von Nazareth für den Jahshua (Jahweh rettet, Jahweh erlöst) hielten. Auch an und nach Shawuoth (Pfingsten) gab es in Jerusalem keine Kirche oder Freikirche nach unserem traditionellen kirchlichen Verständnis und Praxis. Diese Tatsache schockiert manchen traditionellen Kirchenmenschen, vor allem Mitglieder der Freikirchen, wenn sie sich dessen erst einmal so recht bewusst werden.

An Shawuoth (Pfingsten) wurde also keine Kirche geboren oder gegründet. Alles ging im israelitisch-jüdischen Fluss weiter, nur dass Jahshua als Hirte gekommen war und gleichsam den Startschuss gab die „verlorenen“ Schafe Israels zu suchen und zum Vater zurück zu bringen. Er selbst legte davon ein klares Zeugnis ab (vgl. Gim 44, 67, 6). Er selbst bezeichnete seinen Dienst auch als Anbruch des Reiches und der Herrschaft Jahwehs – immer im Bezug auf die „verlorenen“ Schafe.

Die allgemein verbreitete Lehre, dass an Shawuoth (Pfingsten) die vielen existierenden  Kirchen gegründet worden seien ist also ein purer ersatztheologischer und antimessianischer Unsinn. Diese Lehre entbehrt ebenso jeder biblisch-prophetischen Grundlage wie die Lehre, dass Jahweh (Gott) in Jahshua Mensch geworden und als solcher für uns am Holz gestorben sei. Jahweh kann nicht sterben (1Tim 6,16). Zu jener Zeit lehrte weder ein Apostel noch sonst ein Jude einen solchen heidnischen Unsinn.

Neben dem Auftrag, die „verlorenen“ Schafe Israels zu suchen und zum Vater zurück zu bringen galt seine Aufgabe vor allem der Zubereitung der Juden für diesen Dienst, wie etwa die Zubereitung der Apostel und vieler Frauen die ihm folgten und mit ihrer Habe dienten (vgl. Lk 8,3). Der himmlische Vater ordnete Jahshua für diesen Dienst eine bestimmte Zahl von Juden zu (vgl. Jo 17,2.6-12; Apg 15,14; Röm 11;25). Diese Zahl sollte  wachsen. Darum kamen später immer wieder Menschen aus den verheideten (Israel-)Nationen hinzu, bis heute. Nicht umsonst betete Jahshua: „Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben“ (Jo 17,20), d.h. solche, die wie ich zu einer Beziehung mit dem Vater berufen und erwählt sind – über die Isaaklinie. „Denn er nimmt sich doch wohl nicht der Engel an, sondern der Nachkommenschaft (des Samens) Abrahams nimmt er sich an“ (Hebr 2,16;  Röm 4,16; Gal 3,29). In seinen Reich-Jahweh (Reich-Gottes) Gleichnissen erklärte Jashsua seine Sendung sehr verständlich. Diese Zeit der Rückführung der „verlorenen“ Schafe Israels hat mit ihm in aussergewöhnlicher Weise begonnen. Sie wurde von den Aposteln aufgenommen und weitergeführt und hat bis heute kein Ende gefunden.

Du und ich, wir dürfen uns als solche Zurückgeführte verstehen. Wir dürfen nun unsererseits im Geiste und in der Gesinnung Jahshuas Menschen zum Vater und damit zur wahren Beziehung und Anbetung zurückführen, zurücktragen helfen, in die Familiengemeinschaft mit Jahweh (vgl. z.B. Eph Kap. 2 u. 3). Das wollen wir gerne tun, soweit uns dies überhaupt möglich ist und dies trotz scheinbar äusserlicher Erfolglosigkeit. Je nachdem wollen wollen wir es weniger mit Worten tun als vielmehr durch unser praktisches Leben. Und sollte jemand mit seiner Jahwehbeziehung und -erkenntnis irgendwo allein dastehen und keine Möglichkeit haben diesen Dienst andern Menschen gegenüber bekennend (evangelistisch)  zu leben, dann wollen wir im stillen Kämmerlein Jahweh lieben und verherrlichen wie uns das Jahshua, gemäss 5Mo 6,4-5, in Mk 12,29-30 und Mt 6,6-15 lehrt.

Es ist eine wahre Freude aus aller Welt zu hören wie sich durch unterschiedlichste Aufbrüche immer mehr Kirchenmenschen und andere aus dem Verheissungssamen Abrahams zurück zum Vater und damit zur Anbetung in Geist und Wahrheit führen lassen. Es sind wohl unterschiedlichste Aufbrüche mit unterschiedlichem Wachstum. Aber sie alle lernen die Worte Jahshuas an die Shomronin (Samariterin) in ihrem tiefsten Ausmass erfassen: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist bei (aus) den Juden“ (Jo 4,22).

Darum lasst uns weiterhin bemüht sein nach den Wurzeln und den Zusammenhängen unseres Glaubens zu fragen und zu suchen. Dadurch stellen wir die Ehre Jahwehs und die Beziehung zu ihm wieder her. Damit bewirken wir – wie von selbst –  die Wiedergutmachung an Jahshua, an den Propheten und an dem jüdischen Volk. Manchmal wollen uns Widerstände, unvermeidliche Hektik, Stress und viele Ablenkungen und Gegenargumente so sehr ermüden und ermatten, dass wir keine grosse Lust am Werk der Wiederherstellung Jahwehs und seines Wortes finden. Doch Jahweh freut sich an uns und hat mit uns allen noch einiges vor, darum: „Dient Jahweh mit Freuden“ (Ps 100,2) – wie Jahshua!

In dieser Freude wünsche ich allen einen frohen Shabbat. Mit einem herzlichen Shalom

Gregor Dalliard