„Glaubt an JaHuWaH, und glaubt an mich“ (Joh 14,1).

Glaubensimpuls 227

Um es vorweg zu nehmen: Wer JaHuWaH glaubt, glaubt den biblischen Propheten. Wer den biblischen Propheten glaubt, glaubt JaHuWaH! Der zitierte Vers aus Joh 14,1 heisst: „Ihr vertraut JaHuWaH, wenn ihr mir (seinen Propheten) vertraut.“ Da sagt mir jemand: „Stell dir vor, wir hätten keine Bibel, wo kämen wir hin?“ Eine andere Person kontert gleich und sagt: „Wir brauchen heute doch keine Bibel. Wir können ohne Bibel sehr gut leben!“ Nun ja, die zweite Person ist sich tatsächlich einer wesentlichen Tatsache nicht bewusst. Das Leben, das wir gegenwärtig in Freiheit und Wohlergehen, in Wohlstand und ohne Krieg führen dürfen, verdanken wir den treuen und gerechten Juden. Das ist dieser Person völlig fremd, weil sie sich für die tieferen Zusammenhänge der Menschheitsgeschichte nicht interessiert. Darum ist diese Aussage für sie auch völlig absurd. Die Juden sollen uns unser Wohlergehen ermöglicht haben? Diese Aussage löst bei vielen Menschen Empörung und Entsetzen aus. Warum?

Die Juden werden von ihren christlichen „Freunden“ als das von JaHuWaH verdammte Volk gepredigt, das sich weigert zum Jesus-Gott der Christen umzukehren. Darum sind sie „das Übel der Welt!“ Seit dem 2. Jh. wird diese Lehre, wider aller Vernunft, in der christlichen Welt lautstark gepredigt. Diese Hetze wird bei den tiefsinnigen kirchlichen Liturgien und Feiern in die Herzen der Kinder gesät, bei Erwachsenen wachgehalten und wie ein Mantra täglich neu geschürt. Seit einigen Jahrzehnten wurde diese Gesinnung von den radikalen Moslems übernommen.

Die christliche Welt hat damit eine folgenschwere Behauptung in die Welt gesetzt: „Die Juden sind das Übel der Welt.“ Die „grossen“ heiligen Kirchenväter, die als erste diese schreckliche und äusserst verheerende christliche Ideologie in die Welt setzten, waren vor allem Justin aus Sichem, der Philosoph (ca. 100 bis 165 n.u.Z.). Er stammte aus einem griechisch-heidnischen Elternhaus und war von der griechisch-religiösen Philosophie geprägt. Als Platoniker, Stoiker, Peripatetiker und Pythagoreer verstand er von der Bibel (Tanach), den Offenbarungen und ihren prophetischen Zusammenhängen, überhaupt nichts. Die griechischen Philosophen versuchten jede Geistesrichtung in ihr philosophisches Denksystem einzubauen und unterzuordnen. Dagegen wehrte sich das auserwählte Volk. Seine Anmassung und Arroganz war unbeschreiblich, denn er gab sich als bester Bibelkenner aus und bezeichnete als erster die Juden als Gottesmörder. Darum sind sie das Übel der Welt!

Fast gleichzeitig wirkte Melito (Meliton), Bischof von Sardes (ca. 120 bis 190 n.u.Z). Vom griechisch-heidnischen philosophischen Geist geprägt, bezeichnete er hasserfüllt die Juden als das Übel der Welt (Gottesmörder), das es auszurotten gilt, falls sich die Gottesmörder nicht zu der griechischen Jesus-Gottheit bekehren lassen. Diese griechisch durchsäuerten Kirchenväter sind die Begründer der Christenheit und damit des christlichen Denkens, das auf Hass gegen das auserwählte Volk aufgebaut worden ist. Eigenmächtig schufen sie das Fundament für eine neue griechische „Bibel“, die später, im

  1. Jh., als das verbindliche „Neue Testament“ von Rom sanktioniert worden war. Sie schufen das Fundament der verwerflichen Ersatztheologie. Ihnen folgte eine immer grösser werdende Schar von Bischöfen die dieses schreckliche Übel über das Papsttum in aller Welt verbreiteten. Die Folgen sind bis heute unermesslich. Doch die Juden brachten uns die Werte und Rechte, die JaHuWaH ihnen für die Welt geoffenbart hatte.

Weltweit zählt das Christentum heute rund 2,2 Milliarden eingetragene Mitglieder. Wenn sich unter ihnen auch viele Millionen als Atheisten, Freidenker oder was auch immer bezeichnen, werden sie den antijüdischen Virus der Kirchenväter doch nicht einfach so los – er sitzt in der Gene der christlichen Völker. Er kann nur durch ein aufrichtiges tiefes biblisches Studium und eine entschiedene Wiedergeburt und Umkehr zu JaHuWaH ausgemerzt werden. Millionen Christen sind weltweit sehr einflussreich. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass sich im Laufe der Jahrhunderte eine Masse von Juden mit den übrigen Menschen der Welt vermischte und vermischt. Eine grosse Masse ist also im Laufe der Jahrhunderte – aus welchen Gründen auch immer – christlich (gemacht) geworden. Doch das ist heute kaum einem assimilierten Juden bewusst. Ausgesprochen viele der assimilierten Juden stehen innerhalb der Christenheit in führenden Positionen.

Es ist tatsächlich so, dass uns die Bibel das Menschliche vermittelt, d.h. den menschlichen Umgang untereinander. Jede andere Ideologie und Religion der Welt brachte niemals das hervor, was uns das auserwählte Volk aus seiner Beziehung mit JaHuWaH schenkte. Alle Kulturen der Welt haben bis heute enorm davon profitiert, vor allem das Christentum. Die menschlichen Werte, derer sich das Christentum so gerne rühmt, sind nichts anderes als die Werte, die das israelitisch-jüdische Volk – in der Beziehung mit JaHuWaH – hervorbrachte und an uns weiterleitete.

Nun ist uns klar, dass die Bibel in jeder Weise missbraucht werden kann, wie das die Kirchenväter aufs Schwerste taten, indem sie das Leben des Jahushua von Nazareth mit dem Anbruch des messianischen Reiches gleichsetzten. Wir kommen fast alle aus einem christlichen Hintergrund oder aus einem Volk, das christlich geprägt ist. Wir kennen fast alle nur den christlichen Umgang und die christliche Deutung der Bibel. Etwas anderes war nicht zulässig, nicht denkbar, hätte uns früher auch nicht interessiert. Die eigentliche Bibel, die Bibel der Juden, die Bibel des Jahushua von Nazareth, galt für uns als Buch, das nicht mehr relevant ist, weil es mit Jahushua von Nazareth offenbar seine Erfüllung fand.

Nun sehen wir heute, dass sich im Leben Jahushuas nur das erfüllte, was sich im Leben der meisten Propheten Israels erfüllte, sonst nichts. Die Propheten Israels sprechen von vielen klaren messianischen Zeichen, die sich in der messianischen Zeit erfüllen werden. Im Leben des Jahushua von Nazareth hat sich davon nichts erfüllt. Die Christen behaupten nämlich mit Jahushua von Nazareth sei der Messias gekommen, d.h. die messianische Zeit wäre also mit seinem Kommen angebrochen, doch die Zeichen und Ereignisse, die zur messianischen Zeit gehören, sind ausgeblieben. Jahushua ist gestorben, also konnte er nicht das messianische Reich einleiten, auch nicht Messias sein. Die Propheten lehren nämlich einstimmig, dass wenn die messianische Zeit angebrochen ist, sie nicht wieder aufhören wird, nicht sterben kann.

Wir konnten uns als Christen im Geiste der Kirchenväter unseren Gott, den Jesus-Gott, irgendwie als Mensch vorstellen und ihn anbeten „anschauen“. Ob wir katholisch, orthodox, reformiert, freikirchlich oder was auch immer wir waren, wir stellten uns einen Menschen als Gott vor. Es gibt eine Vielfalt von Jesus-Darstellungen, die sich, ob gewollt oder ungewollt, in unser Gedächtnis einprägten. Das christlich geformte Gedächtnis lässt gar nichts anderes zu. Das muss wohl jeder Christ zugeben! Das wäre für einen Christen soweit auch gar nicht falsch. Das Dogma, das auf dem Konzil Chalzedon (451) als unfehlbar und für alle Christen als verbindlich definiert worden war besagt, dass Jahushua von Nazareth wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Einen wahren Menschen darf ich mir in diesem Dogma als Gott vorstellen. Nach dieser Lehre aber kann Jahushua gar kein wahrer Mensch sein, weil er angeblich nicht von einem Mann, sondern von Gott dem Vater gezeugt worden ist. Diese Widersprüche lösen viel Verwirrung aus. Die vielen christlichen Richtungen lehrten über Jahushua die unterschiedlichsten Philosophien. Nach einem erbittert geführten Streit entschied man sich auf diesem Konzil für diese Lehrvariante: „wahrer Gott und wahrer Mensch“. Papst Leo I. war Bischof von Rom. Nun durfte sich jeder Christ seinen Gott, den Jesus-Gott, als Mensch vorstellen und anbeten.

Die Bibel aber lehrt uns, dass JaHuWaH, der Schöpfer allen Lebens, Geist ist und nicht gesehen werden kann: „Dann sprach er: Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben“ (2Mo 33,20). Einige Verse davor steht aber: „Und JaHuWaH redete mit Moshe von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet..“ (2Mo 33,11), d.h. die Beziehung JaHuWaHs zu Moshe war sehr tief. Moshe lebte in einem vollkommenen Vertrauensverhältnis mit JaHuWaH. JaHuWaH besitzt aber keine Gestalt, weder die eines Menschen noch die sonst eines Wesens oder Gegenstandes: „Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist“ (2Mo 20,4).

Die Frage eines freikirchlichen Menschen, der gerade beginnt wie Jahushua von Nazareth die Bibel zu verstehen und zu glauben, können wir heute nur zu gut verstehen: „Was soll ich mir jetzt vorstellen, wenn mir die Menschengestalt meines Gottes, die ich mir immer beim Beten vorstellte, genommen ist? Ich muss mir Gott doch vorstellen können, sonst habe ich das Gefühl, dass ich ins Leere hinein bete? Nun lebte Jahushua nach seiner Bibel. Darum lehrte er die verlorenen Schafe, Juden wie Halbjuden von Shomron (Samaria), gemäss seiner Bibel. Wir erinnern uns an das was Jahushua der Frau aus Shomron, der götzendienerischen Halbjüdin, sagte:

„Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. JaHuWaH ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,22-24). Hier ist uns von Jahushua ein echtes Zeugnis aus der Thora und den Propheten übermittelt, weil diese Aussage mit dem Bekenntnis der Thora und der Propheten vollkommen übereinstimmt. Ist das nicht wunderbar und hilfreich? Jahushuas Aussagen widersprechen den christlichen Dogmen diametral.

JaHuWaH stellt sich in dieser Welt in zahllosen Weisen dar. Die tiefste Art und Weise seiner Darstellung geschah im Reden und Handeln seiner Propheten und der Gerechten und Treuen seines Volkes. Wer den Worten der Propheten glaubt und sie in das Hier und Heute zu übertragen versteht, lässt JaHuWaH zum wahren Menschen werden. JaHuWaH kann nicht gesehen werden, aber die Früchte dessen was er fordert, können gesehen werden. Darum sagte Jahushua von Nazareth: „Glaubt an JaHuWaH, und glaubt an mich“ (Joh 14,1). Wer dem Zeugen des JaHuWaH glaubt (vertraut), der glaubt (vertraut) JaHuWaH!

Lasst uns mit grosser Dankbarkeit und viel Freude das Wesen des JaHuWaH ausleben – so gut wie möglich! Allen wünsche ich einen erholsamen und erquickenden Shabbat. Mit einem herzliche Shalom

Gregor Dalliard