"und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben" (Matthäus 6,12)

Glaubensimpuls 34

Zur Bitte um die tägliche Nahrung, gehört auch die Bitte um Vergebung unserer Schulden. Auch hier liegt Jahushuas Lehre eingebettet im Kontext des israelitisch-jüdischen Offenbarungsgutes. Auch in dieser Bitte steht die Beziehung des auserwählten Volkes zu dem einzig einen Erlöser JaHuWaH im Vordergrund. Die israelitischen zwölf Stämme und ihre Nachkommen erkannten sich gegenseitig als Brüder an. Warum? Sie waren alle von JaHuWaH, von demselben Vater, bzw. demselben Geist, geistig gezeugt und geboren worden (vgl. 5Mo 32,18). Sie empfanden sich untereinander, gemäss Offenbarung JaHuWaHs, als der erstgeboren Sohn JaHuWaHs: „So spricht JaHuWaH: Mein erstgeborener Sohn ist Israel, – und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient!“ (2Mo 4,22-23).

Ist das nicht ergreifend? Der Sohn gehört zum Vater, zur Mutter, darum muss er freigelassen werden, frei sein und frei bleiben. Er darf keines Menschen und keiner Religion Sklave sein! Das gilt auch für uns, die wir uns vom Abba JaHuWaH geistig haben zeugen lassen und aus derselben Mutter geboren worden sind. Wunderbare Metaphern, die aber den Nagel auf den Kopf treffen. Vielleicht sind wir zu unserem ursprünglichen Sohnesstand zurückgeführt worden, den unsere (israelitisch-jüdischen) Vorfahren aus irgendeinem Grund vor langer Zeit verlassen haben. Gemäss prophetischen Zusammenhängen scheint das so zu sein. Ein spannendes Thema!

Der Umgang und das Schuldempfinden unter Brüdern, die innerhalb derselben Hausordnung (Erwählung, Berufung, Ordnungen JaHuWaHs) leben, unterscheidet sich von „wild“ lebenden Menschen, d.h. von Menschen (Heiden) die ohne die Ordnungen JaHuWaHs leben, bis hin zu den „verlorenen“ zehn Stämmen aus dem Nordreich, die nach Assyrien deportiert worden sind. Viele von ihnen haben sich im Laufe der Zeit assimiliert, aber ebenso viele sind vermutlich – bei Nacht und Nebel – auf Schleichwegen zurück gekommen und haben sich Juda angeschlossen. Jahushua bestätigt diese Andersartigkeit der israelitisch-jüdischen Bruderschaft im Unterschied zu den Ordnungen aller anderen Völkern. Er sagt: „Ihr aber lasst euch nicht Lehrer nennen; denn einer ist euer Lehrer (JaHUWaH, der TaNaCH “AT”), ihr alle aber seid Brüder. Ihr sollt auch nicht jemanden auf der Erde euren Vater nennen (geistig abhängig machen), den einer ist euer Vater, nämlich der im Himmel (JaHuWaH)“ (Mt 22,8-9). Brüder, die untereinander nach den Ordnungen JaHuWaHs leben, haben – wenn sie sich ihren Brüdern gegenüber schuldig – einen anderen Umgang miteinander und ein anderes Schuldbewusstsein als die übrigen Menschen dieser Welt.

Die übrigen Völker waren innerhalb ihrer strengen Verbände, durch ihre streng getrennten Kasten- und Kultsysteme untereinander und voneinander getrennt. Die Ordnungen, die die Völker sich selbst gaben, schufen nach Rang und Namen unterschiedlichste Trennungen innerhalb eines gleichen Volkes. Hier herrschten äusserst brutale Trennungen. Hingegen besassen im auserwählten Volk die zehn Worte (zehn Gebote) und Ordnungen JaHuWaHs für alle Israeliten die gleiche Gültigkeit und Anwendung. Das forderte JaHuWaH unbedingt in seinen Ordnungen für sein Volk.

Die Beziehung und der Umgang mit dem Nächsten, mit den Brüdern und Schwestern, galt und gilt darum immer als Spiegel der persönlichen JaHuWaH-beziehung. Die Bitte um die Vergebungsbereitschaft nimmt – oder sollte – innerhalb der israelitisch-jüdischen Gemeinschaft deswegen einen zentralen Platz einnehmen. Die grösste Versuchung unter Brüdern bleibt die Versuchung der Unver-söhn-lichkeit. Im Wort Ver-söhn-lichkeit oder Unver-söhn-lichkeit ist das Wort Sohn enthalten. Das heisst wiederum, dass alle, die sich zum himmlischen Vater JaHuWaH bekennen, zur gleichen Sohnschaft gehören, zur gleichen Familie, zur gleichen Gemeinde. Einem Mit-Sohn JaHuWaHs – gemeint sind damit auch die Mit-Schwestern – die Bruderschaft oder die Liebe verweigern, heisst die Vaterschaft JaHuWaHs verleugnen und sein damit verbundenes Geschenk der Gnade abweisen.

Grundkennzeichen einer bibeltreuen Bruderschaft in JaHuWaH sind: erstens der Glaube an den einzig einen Erlöser JaHuWaH, so wie uns das der TaNaCH (“AT”) über die Propheten und Schriftgelehrten – und auch über Jahushua lehren, bezeugten und vorlebten. Dies im Gegensatz zu den Trinitariern, d. h. die an der philosophisch-heidnischen Formel einer Dreigötter-Lehre, an Drei-Gott-Personen glauben und verbissen daran festhalten. Zweitens die Sohnschaft als unverdientes Geschenk, verbunden mit der Erwählung und Berufung zu einer ungeteilten Nachfolge des JaHuWaH. Es ist das Geschenk ohne unser Hinzutun. Aus und durch die Gnade JaHuWaHs allein, sind wir – als “verlorene” Schafe – über die Erkenntnis seines Wortes zu ihm umgekehrt und sind zurückgebracht worden, zurück zu seiner Herde. Wie immer das in der Realität stümperhaft aussehen mag, das spielt m. E. zuerst einmal keine Rolle. Damit aber ist – so glaube ich – eine uralte Schuld unserer Vorväter von uns genommen worden.

Jahushua reagierte auf die Ablehnung und das Nichtvergeben irgendeiner real existierenden Schuld einem Bruder gegenüber in aller Schärfe. Halten wir fest: einem Bruder gegenüber. Nachdem er seine Schüler diesbezüglich im israelitisch-jüdischen prophetischen Kontext gelehrt hatte (damit auch uns), sprach er die für uns manchmal nicht leicht zu ertragenden Worte aus, weil wir sie nicht in ihrem ursprünglichen Kontext verstehen.: „Denn wenn ihr den Brüdern (nicht Menschen) ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Brüdern (nicht Menschen) ihre Vergehungen nicht vergebt, so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben“ (Mt 6,14-15). Zusammen mit seinen Aussagen in Mt 5,22-24; 7,3-5; 18,21.35 sind das schwer zu fassende Worte. Damit das Reich JaHUWaHs auf Erden werden und bestehen bleiben kann braucht es diese aufrichtige Bruderschaft, die aber von uns zuerst einmal etwas abfordert.

Jahushua knüpft hier an den Psalmm 133 an: “Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfliesst auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfliesst auf den Halssaum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfliesst auf die Berge Zions. Denn dorthin hat JaHuWaH den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit”. Als Brüder in Eintracht beieinander wohnen funktioniert nur über die Vergebung. Wir wollen uns da nichts vormachen! Die Aussage “so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben“, muss in diesem Kontext verstanden werden.
Konkret heisst das, dort wo keine Vergebung unter Brüdern geschieht, kann der Segen JaHuWaHs nicht herabfliessen. Dort bleibt der Segen der Bruderschaft aus, weil wir ihn verhindern. Wir verhindern den Fluss des köstlichen Öles auf dem Haupt, das herabfliesst auf den Bart, auf den Bart Aarons, das herabfliesst auf den Halssaum seiner Kleider. Wir verhindern den Tau des Hermon, der herabfliesst auf die Berge Zions. Vergeben wir aber den Brüdern: dorthin hat JaHuWaH den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit." Dort fliesst der Segen. Wer will das verhindern?

Die Jobeljahre (Widderhornblasen), die sich alle fünfzig Jahre wiederholten, erinnerten die Bundesbrüder an JaHuWaHs Wertschätzung jedem einzelnen gegenüber und an ihre Zusammengehörigkeit, die sie untereinander in der Vergebung und Verantwortung JaHuWaH gegenüber wahrnehmen und ausleben sollten. Darum sollte auch alles vergeben werden und jeder wieder zu seinem Eigentum kommen. Lasst uns diese Zusammenhänge immer wieder neu im Herzen bewegen und dadurch neuen Ansporn zur Vergebung erfahren.

In dieser hoffnungsfrohen Haltung wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat. Shabbat Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 18. Juli 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof).
Samstag, 24. und Sonntag, 25. Juli. Themen: “Eine neue Schöpfung” und Melchisedek. Beginn: Samstag/Sonntag 11.00, anschliessend jeweils Austausch und Mittagessen. Nachmittag Fortsetzung mit anschliessendem Austausch. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).