"Und frühmorgens...stand er auf...und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort" (Markus 1,35)

Glaubensimpuls 24

Im letzten Glaubensimpuls habe ich von Beziehungen geschrieben. Wir werfen einen Blick zurück in unsere bisherigen Lebensbeziehungen. Was ist daraus geworden? Manchmal können uns vergangene Beziehungen belasten, aus welchen Gründen auch immer. Manchmal denken wir mit grosser Freude und Dankbarkeit an gewisse Beziehungen zurück. Vielleicht würden wir gerne manches ändern, aber so manches liegt nicht mehr in unserer „Macht“. Durch irgendwelche Umstände ist so manche Beziehung anders verlaufen, als wir es – rückblickend – gerne hätten.

Wie steht es mit unseren gegenwärtigen Beziehungen? Wir dürfen aus dem Vergangenen lernen. In der Bibel werden wir darum immer wieder auf den Umgang des auserwählten Volkes mit JaHuWaH erinnert. Je nach Beziehung und Umgang mit JaHuWaH, fiel auch der Umgang und die Beziehung untereinander und mit den um sie herum lebenden Menschen aus. Die Art und Weise wie Beziehungen zu JaHuWaH in Brüche gingen und die tragischen Folgen, die für das auserwählte Volk und die Völker ringsum daraus erwachsenen sind, stechen uns ins Auge.

Darum haben solche, die unter diesen Beziehungsbrüchen mit JaHuWaH litten und als Folge auch in den Beziehungen mit den Mitmenschen, uns das daraus Gelernte als bleibende Mahnung mit auf den Weg gegeben. Es sind historische Ereignisse in der biblischen Heilsgeschichte. So schreibt der Psalmist: „Dies sei aufgeschrieben für das künftige Geschlecht, und ein neu geschaffenes Volk soll Jah loben“ (Ps 102,19). M.a.W. sagt der Psalmist, die Beziehung zu JaHuWaH soll ein künftiges Geschlecht wachhalten, damit es nicht die gleichen Fehler macht wie die Väter und die gleichen Gerichte über sich ergehen lassen muss.

Wie sehr Jahushua von Nazareth alles was uns in der Schrift als Mahnung gegeben ist, zu Herzen nahm, können wir im “Neuen Testament” nachlesen. Jahushua suchte dauernd die Verbindung, die Beziehung zum Vater. Erstens nahm Jahushua alle Schrift sehr ernst, gemeint ist selbstverständlich den TaNaCH. Für Christen ist der TaNaCH das “Alte Testament”, nicht aber für Jahushua von Nazareth. Für ihn ist der TaNaCH die Bibel, eine andere Bibel kannte er nicht. Das sollte auch für uns so sein, wenn wir behaupten im Glauben des Jahushua zu leben, mit ihm eins zu sein. Er wusste, dass in aller Schrift das weise, verantwortungsvolle und freie Leben mit JaHuWaH geoffenbart und angeboten ist, das selbst im Angesicht des Todes als Kraft zum Tragen kommt. Wir schauen auf Daniel und seine Freunde, die als Juden in dieser Freiheit JaHuWaHs zu sterben bereit waren (Dan 3,12-18). Die Bibel wimmelt nur so von israelitisch–jüdischen Zeugen, die aus der tiefen Beziehung zum himmlischen Vater JaHuWaH, die Kraft besassen, lieber in den Tod zu gehen, als sich dem Joch einer religiösen Ideologie zu unterwerfen. Dank ihrem Zeugnis dürfen auch wir heute aus dieser Beziehung zu JaHuWaH in Freiheit leben.

Zweitens wusste er aus den Propheten, dass alle Schrift, wenn sie nur traditionsmässig, als kulturelles religiöses Gut, buchstabengemäss gelebt wird, JaHuWaH verunehrt und verlästert. Sie macht Menschen, die so mit aller Schrift umgehen, zu religiösen Fanatikern oder gar zu bitteren Frommen, die ihre Mitmenschen mit der Bibel terrorisieren und meinen damit JaHuWaH noch einen Gefallen zu tun.
Darum suchte er drittens, gemäss dem Vorbild aller Propheten, die laufende herzliche Beziehung zum himmlischen Vater, aller Schrift gemäss, und zwar in jeder Lebenslage. Er tat das so, wie er das von Jugend auf gelernt hatte.

Selbst die Schriftensammlung im Markusevangelium bestätigt uns das: „Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort“ (Mk 1,35). „Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um zu beten“ (Mk 6,46). Ausserhalb des gemeinschaftlichen Gebetes im Tempel und in der Beth HaKnesseth (griechisch: Synagoge; deutsch: Haus des Gebetes) suchte er die ganz persönliche Beziehung zu seinem Erlöser und Vater. Aus dieser sehr herzlichen und persönlichen Beziehung schöpfte er alle Kraft um in allen Lebenslagen den Willen seines und unsers Vaters – und Erlösers JaHuWaH – heilbringend auszuleben.

Auch wir brauchen ausserhalb aller Bibelstunden und Gebetsversammlungen diese private, sehr persönliche und herzliche Beziehung zu JaHuWaH, damit unsere Beziehung im Umgang mit den Mitmenschen nicht entartet und wir als Frömmler und Bibelfundamentalisten, d.h. als seelenlose, herzlose Buchstabenreiter entlarvt werden. Die Buchstaben, Wörter und Sätze in der Bibel sind wohl wichtig, wenden wir sie aber ohne lebendige Beziehung zum himmlischen Vater JaHuWaH an, dann entarten wir zu irgendwelchen religiösen Ideologen, die weder dem himmlischen Vater Ehre bereiten noch den Menschen helfen. Wenn wir uns auch nicht, wie Jahushua, regelmässig auf Berge zurückziehen können, so gibt es ganz bestimmt auch für uns Möglichkeiten uns zurückzuziehen, damit unsere Beziehung zu unserem JaHuWaH und Vater von neuem genährt und befruchtet wird.

Ich wünsche allen ein herzliches Shalom und einen tiefsinnigen, segensreichen Shabbat, selbst jenen, die arbeiten müssen.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unseren nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein: 20. Sept. 2020; 25. Okt. 2020; 15. Nov. 2020, jeweils um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag 26. und Sonntag 27. September 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und David. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.