"Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden" (Markus 1,11)

Glaubensimpuls 13

Zwischen dem 2. und 4. Jh. entstanden zahllose Kindheits-Evangelien über die Gottheit Jesu Christi. Was ging diesen Kindheits-Evangelien voraus? Paulus hatte Jahushua als Rabbi, als jüdischer Schriftgelehrter, als Lehrer, entjudaisiert und die Männer aufgefordert ab sofort keine sexuellen Beziehungen mit ihren Frauen zu pflegen. (vgl. 1Kor 7). Was war der Grund dazu? Paulus hatte offenbar verschiedene Erscheinungen und Visionen über Jahushua von Nazareth. Schliesslich machte er Jahushua zu einer Gottheit. Das fing vor Damaskus an und hörte nicht mehr auf. Er begegnete dem Jahushua als dem auferstandenen “Messias”, dem Jesus Christus, der ihm mitteilte, dass er gleich wiederkomme. Mit seiner Wiederkunft wäre – nach seiner Lehre – gleich das Endgericht über die Ungläubigen gekommen, gemeint sind die Juden, und darauf wäre die Entrückung seiner Gläubigen erfolgt: “..danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen (den bereits Verstorbenen) entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein” (1Thess 4,17).
In Anbetracht der gleich bevorstehenden Wiederkunft seiner Gottheit Christus, sollten sich die Männer jeder sexuellen Beziehung mit ihren Frauen ab sofort enthalten, und es wäre für alle besser nicht mehr zu heiraten. Viele folgten seinem Ruf. Wer sich seiner Lehre widersetzte galt als ungläubig, und das hiess verflucht sein (vgl. Gal 1,8-9), verdammt sein (Mk 16,16). Die Lehre steht zwar immer noch im “Neuen Testament”, aber wohl kaum ein Christ hält sich daran! Diese schreckliche Verführung, gepaart mit Einschüchterungen und Drohungen über eine ewige Höllenqual, schlug bei den Menschen ein. Die Angst war gross.
Nach seiner Lehre war Jahushua von Nazareth auferstanden, oder von JaHuWaH auferweckt worden. Das hatte ihn zum Messias gemacht, denn ein Messias kann – nach dem biblisch-prophetischen Zeugnis – unmöglich gestorben und tot sein. Das aber war Jahushua, er war gestorben und war tot. Also musste er ihn irgendwie wieder lebendig machen, damit er für ihn und seine Anhänger der verheissene Messias sein konnte. Damit konnte er sein Gesicht vor seinen Anhängern wahren. Das machte er kurzerhand mit der Lehre über die Auferstehung, bzw. Auferweckung des Jahushua. Er musste einfach leben. Damit war er für ihn nicht mehr der Jude Jahushua von Nazareth, der verstorben und tot war. Er war mit der Auferstehung – angeblich durch JaHuWaH – zur Gottheit Jesu Christi gemacht worden, zum Messias Israels (vgl. Röm 1,1-7). In Wirklichkeit aber hatte er damit eine Erlöser-Gottheit nach griechischem Muster hergezaubert.
Doch sein neuer Christus-Gott liess sich nie blicken, trotz seiner Lehre. Er wird sich auch in Zukunft nie blicken lassen, weil er nicht auferstehen konnte, denn es gab ihn nie und es wird ihn auch nie geben. Wäre er auferstanden, dann wäre er zur angegebenen Zeit auch wiedergekommen. Er hätte dann auch definitiv wiederkommen sollen, er aber kam zur angegebenen verheissenen Zeit nicht mehr zurück! Es tat sich nichts! Offenbar konnte nur Paulus ihn sehen und jene die ihn in verzerrender Weise gesehen haben sollen. Aus Angst vor dem gleich anbrechenden Endgericht warteten dennoch viele auf seine Wiederkunft. Dementsprechend blieben sie unverheiratet und warteten. Mit vielen Ausreden wurde aus der gleich bevorstehenden Wiederkunft eine Zeit gemacht von der keiner weiss, wann sie eintreffen wird. “So wacht nun! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde” (Mt 25,13). Eine raffinierte Methode. Daraus entstand das christliche Mönchsideal und der Zölibat in der katholischen Kirche. Im ganzen römischen Reich blieben die ersten Jahrhunderte hindurch Massen junger Menschen unverheiratet, weil sie seine Wiederkunft immer noch erwarteten.
Zudem nahmen in der damaligen heidnischen Vorstellungswelt Könige, Helden und Heroen, im Denken und Glauben der Menschen, in Literatur und Tradition, eine zentrale Stelle ein. Sie galten als von Göttern gezeugte Söhne, in Jungfrauen gezeugt und geboren. Der Beweis ihrer göttlichen Herkunft, ihrer besonderen Zeugung durch Götter, war erbracht, wenn sie im öffentlichen Leben eine besondere Stellung einnahmen, oder wenn sie sich durch ausserordentliche Leistungen unter dem Volke auszeichneten, die sie zu Helden und Heroen machten.

Die führenden Gründer des Christentums kamen ausnahmslos aus der heidnischen Philosophenwelt. Epikureer und Stoiker fühlten sich durch die Predigt und Lehre des Paulus von der neuen Gottheit Jesu Christi angesprochen. Sie folgten Paulus mit viel Begeisterung. Das funktionierte umso leichter, da Paulus gegen die Juden – und damit gegen JaHuWaH – redete, obwohl er dauernd den Namen JaHuWaH in den Mund nahm.
Nun entstanden im römischen Reich viele Kindheitsgeschichten über die neue Gottheit Jesus Christus. Das aussergewöhnlich begabte und gesegnete jüdische Kind, Jahushua von Nazareth, wurde aus seinem bisherigen jüdischen Kontext heraus gerissen und in die griechische, heidnisch-mystische Gedanken- und Götterwelt, integriert. Aus dem jüdischen Kind entwickelten die Kirchengründer ein heidnisch-christliches Weihnachts-Kind, eine heidnische Erlöser-Gottheit, ein Retter nach heidnischem Muster. Paulus legte dazu den Grund, indem er lehrte: “auch wenn wir früher Christus dem Fleische nach (als Jude) gekannt haben, jetzt kennen wir ihn nicht mehr so” (2.Kor 5,16). Er, Jahushua von Nazareth, konnte, gemäss ihrer heidnischen Denkweise, kein Jude mehr sein. Wegen seiner aussergewöhnlichen Fähigkeiten in seinem Leben, musste er von einer Gottheit gezeugt worden sein – so wie alle Könige und Grossen dieser Welt. Er musste also eine griechisch-römische Gottheit sein. Paulus machte diese Gottheit Jesus Christus zu einer Gottheit, die über allen bisher gezeugten und existierenden Göttersöhnen dieser Welt stehen musste. .
Aus diesem Kontext heraus entstanden die Kindheitsevangelien wie wir sie in den “Evangelien” des Matthäus und des Lukas lesen. Ganz nach dem Muster hellenistischer Götter-Söhne. Das Ganze musste mit etwas jüdischer Tradition wie Beschneidung und geschichtlichen Fakten versehen werden. Das wirkte überzeugend – bis heute!

Als Jahushua zum auferstandenen Jesus Christus gemacht worden war, wurde er vom Judentum vollkommen abgeschnitten. Das bestätigen die danach folgenden Dogmen der Getauften, wie die Lehre über die Jungfrauengeburt, die Lehre über die Bewahrung des Jungfernhäutchens (Hymen) Marias. Das Fest der Bewahrung des Jungfernhäutchens (Hymen) Marias, wird jeweils am 8. Dezember, unter der verdeckenden Bezeichnung Unbefleckte Empfängnis, oder ganz einfach Empfängnis, gross gefeiert. Da ist die Lehre über drei Gott-Personen, Dreieinigkeit, die Lehre über die Muttergottes (Mutter von Gott), ihre Himmelfahrt, die Lehre über das Messopfer, die Sakramente, die Taufe usw. Während also Jahushua selbst, aber auch die Bibelschüler des Jahushua, von Jahushua noch als von dem Rabbi, Schriftgelehrten, Lehrer und Pharisäer sprechen, wird er von Paulus, den Kirchenvätern und von den Christen als der von den Propheten verheissene Messias gelehrt. Das ist der schändlichste und finsterste Missbrauch, den diese Welt jemals gesehen hat. Die Folgen waren und sind schrecklich. Unsägliches Leid brachte dieser religiöse Irrwahn über die Juden – bis hin zum Holocaust. Auch die übrige Menschheit wurde von diesem frommen Irrwahn allezeit gegeisselt und missbraucht.

Eines steht jedenfalls vom Zeugnis der Bibel her fest. Das Kind Jahushua entwickelte sich im jüdisch-israelitischen Lebenskontext, so wie die meisten gläubigen Judenkinder auch, von der Geburt, der Beschneidung bis zu dem Gebet am römischen Marterpfahl. Die folgenden Berichte sind Entstellungen. Sie gehören zu den später entstandenen Methoden der Entjudaisierung Jahushuas von Nazareth. Die Gründer des Christentums liessen nichts unversucht. Hier begegnen wir einem schändlichen Missbrauch des Wesens und des Namens JaHuWaHs und des gesegneten Rabbi Jahushua. Respektlos und schändend legten sie sogar JaHuWaH die widersprüchlichsten Aussagen in den Mund. Nichts konnte sie davon abhalten! Wären die Worte, die sie JaHuWaH in den Mund legten von IHM geoffenbart worden, dann hätte ER sich selbst in den absoluten Widerspruch zu allen seinen bisherigen Offenbarungen gesetzt. Nachdem Jahushua entjudaisiert und zur Christus-Gottheit definiert war, lassen sie JaHuWaH sprechen: “Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden” (Mk 1,11; Mt 3,17; Lk 3,22). Mit den Aussagen im “Evangelium” nach Johannes ist es ebenso: „Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabfahren, und er blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist“ (Jo 1,32-34). Weder kannte Jochanan (Johannes) noch Jahushua von Nazareth die christliche Taufe. Nie haben sie als Juden christlich getauft.

Johannes der Täufer war weder Johannes noch Täufer. Der levitische Priester/Kohen Jochanan (Bedeutung: JHWH ist gnädig) gab dem Rabbiner Jahushua (JHWH ist Heil, JHWH rettet) BarJosef von Nazareth eine T’vilah. Gemäss Thora ist das ein jüdisches rituelles Reinigungsbad ohne Wiedergeburt. Dass anlässlich dieser T’vilah eine Taube über Jahushua erscheint, die gleichzeitig die dritte Gott-Person der christlichen Gottheit sein soll, ist ausgeschlossen. JaHuWaH, der Götzendienst verbot, kann nicht Götzendienst bestätigen!

Um das Wohlgefallen JaHuWaHs (die Erwählung) brauchen wir uns nicht zu sorgen, das steht fest: „An den Heiligen .. auf Erden.. ist all mein Wohlgefallen“ (Ps 16,3; 149,4). Mit den Heiligen meint die Bibel (TaNaCH) auf keinen Fall die Heiliggesprochenen der katholischen Kirche, oder Menschen, die keine Fehler machen. Sie meint damit jene, die in jeder Lebenslage JaHuWaH vertrauen. Um die Treue zu ihm geht es, damit er uns weiter segnen kann: „Wer aber Treue übt, hat sein Wohlgefallen“ (Spr 12,22). Unter seinem Wohlgefallen wollen wir die Treue zu ihm vertiefen (2Mo 6,7; 5Mo 29,5; Ps 83,19; 100,3).

Ich wünsche allen von Herzen: „Gnade und Treue (JaHuWaHs) sollen dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf deines Herzens Tafel.. auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade“ (Sprüche 2,3.6).

Gregor Dalliard

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