"Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden" (Markus 1,11)

Glaubensimpuls 13

Im Glaubensimpuls 9 habe ich obigen Vers zitiert im Zusammenhang mit der Aussage in Lukas 2,52: „..und Jahushua nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei JaHuWaH..“.

Zwischen dem 2. und 4. Jh. entstanden Dutzende von Kindheits-Evangelien über Jahushua (Jesus). Was geht diesen Kindheits-Evangelien voraus? Paulus hatte die Ehelosigkeit als Ideal der besonderen Nähe zu Gott gepredigt (vgl. 1Kor 7). Der auferstandene Jesus hätte ja gleich wiederkommen sollen, das Endgericht und die Entrückung, so lehrte er, würden gleich bevorstehen. Darum sollte besser niemand mehr heiraten. Viele folgten seinem Ruf. Seinem Evangelium nicht glauben, hiess verflucht (vgl. Gal 1,8-9, verdammt sein (Mk 16,16). Die Einschüchterung funktionierte. Doch der Jesus Christus liess sich nicht mehr blicken. Er kam zur angegebenen Zeit nicht zurück, wie verheissen. Aus Angst warteten dennoch viele auf seine Wiederkunft. Dementsprechend blieben sie unverheiratet und warteten. Daraus entstand das christliche Mönchsideal. In Rom blieben die ersten Jahrhunderte hindurch Massen unverheiratet.
Zudem nahmen in der damaligen heidnischen Vorstellungswelt Könige, Helden und Heroen, im Denken und Glauben der Menschen, in Literatur und Tradition, eine zentrale Stelle ein. Sie galten als von Göttern gezeugte Söhne, in Jungfrauen gezeugt. Mit der besondere Stellung, die sie im öffentlichen Leben einnahmen, oder in den ausserordentlichen Leistungen, die sie als Helden und Heroen auszeichneten, war der Beweis ihrer göttlichen Herkunft, ihrer besonderen Zeugung durch Götter, erbracht.

Achten wir gut darauf! Bei den Gründern des Christentums vermischte sich dieses Denken mit dem Zölibatsideal des Paulus. Die führenden Gründer des Christentums kamen vorwiegend aus der heidnischen Philosophenwelt. Sie waren durch die Predigt und Lehre des Paulus von der neuen Gottheit Jesus Christus überzeugt und dafür gewonnen worden, ums leichter, da Paulus gegen die Juden redete. Das aussergewöhnlich begabte und gesegnete jüdische Kind, Jahushua von Nazareth, wurde aus seinem bisherigen jüdischen Kontext heraus genommen und in ihre heidnisch-mystische Gedanken- und Götterwelt übertragen. Aus dem Jüdischen Kind wurde später ein heidnisch-christliches Kind entwickelt. Paulus legte dazu den Grund, indem er lehrte: “auch wenn wir früher Christus dem Fleische nach (als Jude) gekannt haben, jetzt kennen wir ihn nicht mehr so” (2.Kor 5,16). Er ist jetzt, wegen seiner aussergewöhnlichen Fähigkeiten in seinem Leben, kein Jude mehr, sondern eine griechisch-römische Gottheit. Diese Gottheit aber steht über allen bisher gezeugten und existierenden Göttersöhnen. Aus diesem Kontext heraus entstanden die Kindheitsevangelien wie wir sie in den “Evangelien” des Matthäus und des Lukas lesen. Eine Mischung aus biblischer Wahrheit und hellenistischem Göttertraditionen.

Jahushua wurde dadurch vom Judentum abgeschnitten. Das bestätigen die darauf folgenden Dogmen der Getauften, wie die Lehre über die Jungfrauengeburt, die Lehre über die Bewahrung des Jungfernhäutchens (Hymen) Marias (Fest: Unbefleckte Empfängnis, am 8. Dezember), die Lehre über drei Gott-Personen, Dreieinigkeit, die Lehre über die Muttergottes an sich, und ihrer Himmelfahrt, die Lehre über das Messopfer, die Sakramente, die Taufe usw. Während also Jahushua selbst, aber auch die Bibelschüler des Jahushua (Apostel), von Jahushua noch als von dem Rabbi, Schriftgelehrten und Pharisäer sprechen, wird er von Paulus und den Kirchenvätern zur messianische Gottheit gemacht.

Eines steht jedenfalls vom Zeugnis der Bibel her fest. Das Kind Jahushua entwickelte sich im jüdisch-israelitischen Lebenskontext, wie die meisten gläubigen Judenkinder auch, von der Geburt, der Beschneidung bis zu dem Gebet am römischen Marterpfahl. Folgende Berichte sind Ausschmückungen. Sie gehören zu den später entstandenen Methoden der Entjudaisierung Jahushuas von Nazareth. Die Gründer des Christentums liessen nichts unversucht. Hier begegnen wir einem schändlichen Missbrauch des Wesens und des Namens JaHuWaHs und des gesegneten Rabbi Jahushua. Sie legen JaHuWaH die widersprüchlichsten Aussagen in den Mund. Wären sie von IHM geoffenbart worden, hätte er sich selbst in den absoluten Widerspruch zu allen seinen bisherigen Offenbarungen gesetzt: „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,11; Mt 3,17; Lk 3,22). Ebenso mit den Aussagen im “Evangelium” nach Johannes: „Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabfahren, und er blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist“ (Johannes 1,32-34).

Unsere Geburt, unsere Kinderjahre, sind uns letztlich, ohne dass wir uns dessen jemals bewusst waren, eine einzige Vorbereitung auf unsere Beziehung und Stellung zu JaHuWaH hin geworden. Ist das nicht wunderbar und Grund zu unendlicher Freude, Anlass zu ebenso unendlicher Dankbarkeit, nachdem wir solange missbraucht worden sind? In unserem Glaubensleben dürfen wir, trotz aller Schwächen und der laufend wiederkehrenden Niederlagen, in der Beziehung zu JaHuWaH wachsen und heranreifen, genauso wie Jahushua von Nazareth. Um das Wohlgefallen JaHuWaHs (die Erwählung) brauchen wir uns nicht zu sorgen, das steht fest: „An den Heiligen .. auf Erden.. ist all mein Wohlgefallen“ (Psalm 16,3; 149,4). (Mit den Heiligen meint die Bibel (TaNaCH) in keinem Fall die Heiliggesprochenen der katholischen Kirche, sondern die vom Leben Begeisterten). Um die Treue zu ihm geht es, damit er uns weiter segnen kann: „Wer aber Treue übt, hat sein Wohlgefallen“ (Spr 12,22). Unter seinem Wohlgefallen wollen wir die Treue zu ihm vertiefen (2. Mo 6,7; 5. Mo 29,5; Ps 83,19; 100,3).

Ich wünsche allen von Herzen: „Gnade und Treue (JaHuWaHs) sollen (werden) dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf deines Herzens Tafel… auf all deinen Wegen erkenne nur ihn, dann ebnet er selbst deine Pfade“ (Sprüche 2,3.6).

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein, sofern die Situation um den Coronavirus es zulassen wird: Montag, 13. April 2020, um 10.00 Uhr. Wir werden, dich kurz vorher auf diesem Weg informieren. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben. Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Donnerstag, 9. und Freitag, 10. April 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und Pessach. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben.