Sukkot (Laubhüttenfest) und Jahushua. Teil 2

Glaubensimpuls 212

Das biblische Fest der Freude, Sukkot, ist vorbei, dennoch lebt die Freude, die innere Ruhe und der Frieden in unseren Herzen. Im letzten Gim schrieb ich: Ein Jude der diese Erlösung (die Beziehung zu JaHuWaH, wie Abraham sie pflegte) aus irgend einem Grund “vergass”, die lebendige Beziehung zu JaHuWaH zerbröckeln liess, götzendienerische Einflüsse nicht abwehrte usw. galt also als verlorenes Schaf. Der Jude bleibt zwar Schaf, aber eben ein verlorenes Schaf, es sei denn er kehrt zu JaHuWaH zurück. Das auserwählte Volk galt und gilt als Herde (Schafe) seiner Weide: “Und ihr, meine Herde, ihr Menschen seid die Herde meiner Weide; ich aber bin euer Erlöser (Gott), spricht der Herr, JaHuWaH” (Hes 34,31).

Bei dieser Aussage fällt uns die so wichtige grundlegende Aussage Jahushuas auf, die seine Sendung und seinen Dienst kennzeichnet: “Er (Jahushua) aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 15,24). Wir werden nicht müde immer und immer wieder auf dieses Grundsatzwort Jahushuas hinzuweisen! Es ist eine Aussage, welche die Sendung und den Dienst aller Propheten kennzeichnet. Sie ist in der Bibel so oft bestätigt und bleibt darum unantastbar geltend. Wer sich von JaHuWaH löst bleibt zwar Schaf, gehört zur Herde JaHuWaHs, lebt aber in einem andern Hof, nicht mehr im Hof JaHuWaHs. Solche Schafe sollen zum Hof JaHuWaHs, zur einen Herde zurückgebracht werden.

Jahushua sagte darum – wie alle Propheten dies glaubten und lebten – “Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe (wie das jeder Hirte im Ernstfall tat). Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein (Joh 10,14-17; Hes Kap. 34 u.a.m. entnommen). Einfach, verständlich und wunderbar!

Was sagt Jahushua zu jenen, die sich in irgendeiner Weise von JaHuWaH gelöst hatten und sich nun von ihm überführen liessen, die zu JaHuWaH und zu seinen Ordnungen umkehrten, wie es der Gelähmte und seine Helfer taten? “..Und als Jahushua ihren Glauben (Vertrauen auf JaHuWaH, Einsicht und Umkehr) sah, spricht er zu dem Gelähmten: Kind, deine Sünden sind vergeben” (Mk 2,5). “Dein Glaube (Vertrauen auf JaHuWaH) hat dich gerettet” (Lk 7,50). In den folgenden Versen wird uns berichtet, dass sich die umstehenden Schriftgelehrten über den Ausspruch Jahushuas ärgerten. Das glaube ich allerdings nicht, denn die Schriftgelehrten kannten die Thora und die Schriften sehr gut. Sie kannten das Leben Davids. Ihnen war seine Sünde, seine Einsicht, seine Reue und Umkehr (vgl. 2Sam 12,13) nicht unbekannt. Aufgrund dieser Tatsache sprach ihm der Prophet Nathan Vergebung zu. Wie Jahushua, so hatte auch Nathan zu David gesagt: “JaHuWaH hat dir deine Sünde vergeben” (2Sam 12,13). Weiter unten komme ich darauf zurück.

Die Behauptung im “NT”-Bericht dass sich die umstehenden Schriftgelehrten über den Ausspruch Jahushuas ärgerten ist eine boshafte Unterstellung und beabsichtigte Umdeutung. Es handelt sich auch hier um eine Verzerrung biblischer Tatsachen. Mutwillig wird hier der zusammenhängende biblische Sinn von Sünde Umkehr und Vergebung umgedeutet. Nicht mehr JaHuWaH ist der Vergebende, der Frieden und Freude schaffende, sondern der entjudaisierte Jahushua von Nazareth soll hier als die alles übertrumpfende neue Gottheit Jesus Christus, glaubhaft gemacht werden, ohne die niemand Vergebung der Sünden erfährt und auch niemand eine Beziehung zu JaHuWaH haben kann. Die Juden, als die Herde des JaHuWaH, sollen hier in ein schlechtes Licht gestellt und entmündigt werden, weil sie den Jahushua von Nazareth – absolut und in berechtigterweise Weise – nicht als Gottheit akzeptieren und annehmen.

Ebenso sagte Jahushua zu seinem Gastgeber über eine Sünderin aus der Stadt, die zu JaHuWaH umkehrte: “Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Er aber sprach zu ihr: Deine Sünden sind vergeben. Und die mit zu Tisch lagen, fingen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt? Er sprach aber zu der Frau: Dein Glaube (Vertrauen auf JaHuWaH, Einsicht und Umkehr) hat dich gerettet. Geh hin in Frieden!” (Lk 7,47-50). Auch hier wieder dasselbe Muster der Umdeutung und Entmündigung der Juden. Die Juden, die mit zu Tisch lagen, verstanden diesen Zusammenhang offenbar nicht. Das will uns der Schreibende vermitteln. Aber diese boshafte Unterstellung den Juden gegenüber gehört zum Repertoire der christlichen “NT”-Schreiber. Das sollte uns nicht mehr erstaunen!

Die meisten Propheten liessen buchstäblich ihr Leben für die Schafe. Sie litten unsäglich, wenn sich jemand oder ganze Gruppen, Städte und Dörfer, von ihrem Hirten JaHuWaH und von dessen Ordnungen lösten und sich dadurch eines gesegneten Lebens beraubten, vor allem wenn Könige Wege des Abfalls beschritten. Für diese Hingabe an den Schöpfer des Lebens wurden einige von ihnen von den eigenen Herrschern gequält, eingesperrt, sogar ermordet (vgl. Jes 53).
Jahushua sandte seine Bibelschüler in diesem Geist hinaus, wie das viele Propheten taten: “Diese zwölf sandte Jahushua aus und befahl ihnen und sprach: Geht nicht auf einen Weg der Heiden, und geht nicht in eine Stadt der Shomroner (Samariter); geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 10,5-6). Nun, Jahushua und seine Schüler – alles Juden – riefen und trugen die verlorenen Schafe zurück zum Vater. Wohin denn sonst? Wer also zum Vater zurückkommt, der gehört zu der vereinten Herde, zum Hof des JaHuWaH. JaHuWaH selbst nimmt sich seiner Schafe an (vgl. Hes 34; Jer 33; Sach 9,16). Anders war offenbar das Verhalten vieler Priester, die oft als schlechte Hirten hingestellt werden (vgl. Hes 34,1-10).

Wie schon erwähnt, hatte sich David in schockierender Weise gegen die Ordnungen JaHuWaHs versündigt (Ehebruch, Tod Urijahus, vgl. 2Sam 11) und sich damit von der Herde, dem Hof JaHuWaHs, getrennt. Nathan, der Prophet, brachte ihn zurück zum Hof JaHuWaHs (vgl. 2Sam 12). Er tat nämlich Busse und kehrte öffentlich zu JaHuWaH und zu seinen Ordnungen zurück. “Da sagte David zu Nathan: Ich habe gegen JaHuWaH gesündigt. Und Nathan sagte zu David: So hat auch JaHuWaH deine Sünde hinweggetan” (2Sam 12,13), m.a.W.: “deine Sünden sind dir vergeben”, d.h. du gehörst wieder zum Hof JaHuWaHs. Trotzdem hatte David an den Konsequenzen dieser Schuld sein Leben lang zu leiden. Diese gerechte “Last” trug er geduldig und tapfer. Wichtig war ihm die Erlösung, d.h. die Versöhnung mit JaHuWaH (vgl. Ps 23).

Gehöre ich zum Hof des Abba JaHuWaH? Bin ich zu der Herde des Vaters zurückgekehrt, habe ich mich zurückführen, zurücktragen lassen? Ist das so? Dann gehöre ich im wahrsten Sinn zu den Wiedergeborenen im Hause des JaHuWaH, dann gehöre ich dazu, zu den im Glauben Abrahams Gerechtfertigten, Versöhnten und Erlösten. Ich muss mich nicht mehr hinterfragen: gehöre ich jetzt dazu oder nicht? Solche Fragen sind dann überflüssig. Das bestätigt übrigens das geweckte Verlangen in mir, mich mehr und mehr nach den biblischen Zusammenhängen, nach den Ordnungen und Segnungen im Hause meines Vaters JaHuWaH umzusehen und auszustrecken. Die Freude im Hause meines Vaters ist unaussprechlich gross. Sie kann nicht mehr in Grenzen gehalten werden (vgl. Lk 15, 18-24). Diese Sehnsucht erfüllte die Propheten JaHuWaHs, alle gerechtfertigten Israeliten und Juden, auch Jahushua. Darum sagt er: “Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe” (Joh 4,34). Das ist jene Speise nach der es einen Zurückgekehrten, mit JaHuWaH Versöhnten, immer mehr gelüstet, nach der es ihn dürstet – nämlich sein Werk, seinen Willen zu suchen und zu vollbringen. Ich gehöre nun zur Herde JaHuWaHs und esse die gleiche Speise, die in diesem Hof allen andern auch angeboten und aufgetragen wird – damit vollbringen wir seinen Willen. Wir sind nämlich am Aufbau seines Reiches mitbeteiligt!

Lasst uns frohen Herzens dem Beispiel der Propheten folgen, auch dem Zeugnis Jahushuas und dem der treuen Juden. Ein Herzensgebet: “Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist der Retter meines Heils; auf dich harre ich den ganzen Tag. Gedenke an deine Erbarmungen, JaHuWaH, und an deine Gnadenerweise; denn sie sind von Ewigkeit her” (Ps 25,5-6).

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat und ein herzliches Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein, am 18. Juli 2021 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, 032 396 34 03, info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof).
Samstag, 24. und Sonntag, 25. Juli. Themen: “Eine neue Schöpfung” und Melchisedek. Beginn: Samstag/Sonntag 11.00, anschliessend jeweils Austausch und Mittagessen. Nachmittag Fortsetzung mit anschliessendem Austausch. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.

In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).