"In Laubhütten (Sukka) sollt ihr wohnen sieben Tage" (3Mo 23,42). Sukkot, Teil 2

Glaubensimpuls 56

Im letzten Gim 55 habe ich versucht die alles übersteigende Freude auf den Leuchter zu stellen, die uns mit dem tiefsten prophetischen Inhalt von Sukkot (Laubhüttenfest) offenbart und geschenkt ist. In diesem Gim 56 möchte ich einen weiteren wichtigen Offenbarungsinhalt, der uns mit dem Fest Sukkot geschenkt ist, auf den Leuchter stellen. Doch zuerst ein paar Gedanken vorweg.

Während des Auszugs aus Ägypten und in den Anfängen der israelitisch-jüdischen Staatenbildung bildete die Sukka eine Notwendigkeit, denn es gab in der Steppe sozusagen keine festen Wohneinrichtungen zu finden. Heute leben während des Sukkotfestes Millionen gläubiger Juden sieben Tage lang in einer Sukka (Laubhütte), sogar säkulare Juden. Vielen JaHuWaH-Gläubigen ist es von ihrer Wohnqualität her nicht möglich eine konforme Sukka zu gestalten, weil sie in einem Block wohnen, ohne Balkon, ohne Garten oder Wiese. So stellen sie symbolisch einen Zweig in ihrer Wohnung auf. Andere bauen sich symbolisch eine kleine Sukka innerhalb des Wohnzimmers oder sonst eines Raumes auf. Manche errichten ein einfaches Zelt. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist das jährliche Gestalten einer Sukka und das Wohnen darin von viel Freude begleitet. An den Sukkot-Tagen werden Texte über die Glaubenszeugen aus der Bibel gelesen. Der letzte Tag von Sukkot ist jeweils ein besonderer Freudentag, der Tag der Simchat Thora, d. h. “Freude der Lehre”. In diesem letzten Sukkot-Tag, der ein besonderer Freudentag ist wird die lebendige Beziehung zur Thora und dem prophetischen Wort gefeiert. Lange vorher freut man sich darauf und fängt mit der Planung an.

Nachdem die Stämme jahrhundertelang im ägyptisch-heidnischen Umfeld lebten, mussten sie von Moshe und den Propheten erst wieder schrittweise in die ungeteilte Beziehung mit JaHuWaH hineingeführt werden und darin auch wieder hineinwachsen lernen. Immer wieder gaben und geben Juden ihre Beziehung zu JaHuWaH auf. Meistens setzt der Prozess der Entfremdung mit der Vernachlässigung der von JaHuWaH verordneten Festzeiten ein und mit einer schleichenden Assimilierung (Anpassung) an die Ordnungen des Welt- und Kirchengeistes. Eins folgt dann aufs andere. Die Gründe für eine Vernachlässigung oder Verneinung der von JaHuWaH gegebenen Ordnungen, die schliesslich zum Bruch mit JaHuWaH führen können, sind sehr unterschiedlicher Art.

Wie auch immer, um als ein ausgesondertes (heiliges) JaHuWaH-wohlgefälliges Volk leben zu können, das sich vom Geist der JaHuWaH-losen Welt unterscheidet, bedurfte und bedarf das JaHuWaH-gläubige Volk dieser starken äusseren Festzeichen und  -zeiten, gleichsam als Brückenschlag, um sich immer wieder an die tiefsten Heils- und Wiederherstellungswege JaHuWaHs zu erinnern. Diese äusseren Zeichen gab JaHuWaH, unser Schöpfer, aber nicht einfach so nebenbei. Sie weisen gleichzeitig immer auch auf eine tiefe heilsgeschichtliche Absicht hin. Er weiss um unsere Geschöpflichkeit, unsere Veranlagung, Anfälligkeit und Vergesslichkeit. Wir sind in dieser Welt und wir sind eben keine Geistwesen! Wir leben in einer Zeit der grossen Umbrüche. Hetze, Schnelllebigkeit, unverbindliches Denken und Handeln, extreme Vergötterung von Menschen und ihrer Leistungen, gehen einher mit extremen Formen der menschlichen Entwürdigung und der Beseitigung von Leben. Hier werden die symbolisch prallvollen Festzeiten JaHuWaHs zu felsenfesten Zeichen und Ereignissen für unsere Zukunft. Sie sind wie Felsen unerschütterlich verankert, vermitteln eine unerlässliche Sicherheit und Hilfe im Alltagsleben. Auf die Auszeiten, die JaHuWaH uns bietet, ist einfach ein besonderer Segen gelegt. Dazu gehört wesentlich auch der Shabbat. Mit diesen Zeichen und Festen JaHuWaHs wird eine gesunde Abgrenzung zu einer JaHuWaH-losen Welt sichtbar, wie das JaHuWaH von uns erwartet. Zudem geht es auch um Gehorsam und Treue zu JaHuWaH und zu seinen Lebensweisungen, wie sie die Propheten und Jahushua uns vorgelebt haben – bis in ihren Tod.

Also erinnert uns das Sukkotfest an die Zeit zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Einzug in das Gelobte Land. Es ist die Zeit dazwischen! Die Zeit des Zurücklassens. Das Volk Israel lebte über Jahrhunderte unter der religiösen Herrschaft Ägyptens. Es war diesem religiösen Einfluss willkürlich ausgesetzt. Der religiöse Einfluss konnte nach so langer Zeit nicht einfach so abgestreift werden. Darum war es für Israel eine Zeit der besonderen Herausforderung. Ägypten ist hier Symbol des Bösen, Symbol der Unwissenheit über JaHuWaH, Symbol des JaHuWaH-losen Lebens, d.h. des Götzendienstes, des finsteren, tiefreligiösen Heidentums, das die JaHuWaH-gläubigen unterdrückt, missbraucht und ausbeutet. Vergessen wir nicht, die Ägypter waren ausgesprochen religiös, primitiv religiös, hingebungsvoll engagiert!

Als JaHuWaH Moshe berief, Israel aus Ägypten herauszuführen, sprach er zu ihm: “Darum sage zu den Söhnen Israel: Ich bin JaHuWaH; ich werde euch herausführen unter den Lastarbeiten der Ägypter hinweg, euch aus ihrer Arbeit erretten und euch erlösen mit ausgestrecktem Arm und durch grosse Gerichte. Und ich will euch mir zum Volk annehmen und will euer Erlöser sein. Und ihr sollt erkennen, dass ich JaHuWaH, euer Erlöser, bin, der euch herausführt unter den Lastarbeiten der Ägypter hinweg. Dann werde ich euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, dass ich es Abraham, Yitzhak (Isaak) und Jakob geben will, und ich werde es euch zum Besitz geben, ich, JaHuWaH” (2Mo 6, 6-8).
Das Sukkotfest erinnert also Israel - und auch uns - jedes Jahr neu an diesen spektakulären Eingriff, an die Herausführung, die Errettung, die Erlösung und die Annahme Israels als Volk JaHuWaHs. Er, JaHuWaH, hat Israel gezeugt und geboren (vgl. 5Mo 32,18). Nun aber will der himmlische Vater JaHuWaH das Volk in das verheissene Land führen. Der Weg dahin ist lange, gefährlich und beschwerlich. Überall lauern Gefahren, von innen und von aussen. Dabei fordert JaHuWaH auf diesem Weg bedingungsloses Vertrauen und Treue, gerade in Zeiten der schlimmsten Herausforderungen!

Als Moshe vom himmlischen Vater den Auftrag bekam das Volk aus diesem Elend in die Erlösung zu führen, war ihm sehr bange! Darum bekam Moshe auf die Frage, wie er das alles im Angesicht der Grossmacht Ägypten bewerkstelligen sollte, die Antwort: “Ich werde ja mit dir sein.. Mose aber antwortete JaHuWaH: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Erlöser eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach JaHuWaH zu Moshe: Ich bin der mit euch Seiende (vgl. Vers 12a). Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: ‘Der bei euch Seiende’ hat mich zu euch gesandt. Und JaHuWaH sprach weiter zu Moshe: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: JaHuWaH, der Erlöser eurer Väter, der Erlöser Abrahams, der Erlöser Yitzhak, der Erlöser Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation.. Und sie werden auf deine Stimme hören. Und du sollst zum König von Ägypten hineingehen, du und die Ältesten Israels, und ihr sollt zu ihm sagen: JaHuWaH, der Erlöser der Hebräer, ist uns begegnet..” (2Mo 3,12a.13-15.18).
Auf dem Weg dazwischen offenbart JaHuWaH seinem Volk Israel den ganzen Heilsplan ganz neu, bis zur Vollendung und knüpft ihn symbolisch an die Festzeiten an. Dabei bezieht er seine ganze Schöpfung mit ein: Sonne, Mond und Sterne; Tag und Nacht; Frühling, Sommer, Herbst und Winter; Saat und Erntezeit u.a.m.

Nun hat dein und mein Glaubensleben genau mit dem Weg dazwischen zu tun. Was ich jetzt schreibe mag sich für manchen unbedachten aber aufrichtigen kirchlichen Menschen als schockierende und arrogante Anmassung anhören. Nach dem biblischen Zeugnis aber stellt die Kirche das Wesen des Anti-JaHuWaH dar. Ihr Wesen, anhand ihres Selbstverständnisses und ihrer Selbstdarstellung in ihren Dokumenten, Lehren, in der Dogmatik, in ihrer Lehre über die Erlösung und die klerikalen, zölibatären Einrichtungen lässt dies – im Lichte des biblisch-prophetischen Wortes – keinen Zweifel zu. M.a. W.: das kirchliche Wesen stellt das Wesen jenes Ägypten dar, wie es zur Zeit der Israeliten in Ägypten vorherrschte.

Der Anti-JaHuWaH-Geist ist keine atheistische, freidenkerische, nihilistische oder humanistische Erfindung. Er ist die Frucht eine religiöse Organisation, die sich auf die Bibel beruft, die den Namen JaHuWaH für sich beansprucht, ihn und sein erwähltes Volk aber – im Geiste der Ersatztheologie – völlig beiseite schiebt, erniedrigt und auslöschen will. Entsprechend betreibt sie Bibelauslegung, betreibt unentwegt JaHuWaH-lästerung. Das heisst, sie hat das ganze prophetische Wort auf den Kopf gestellt. Sie legt alles bewusst entgegengesetzt aus und ersetzt es mit entgegengesetzten Lehren. Als Beispiel sei hier nur auf die Lehre der Dreifaltigkeit hingewiesen, auf die Lehre der Auferstehung, auf das Halten der Sonntagsruhe usw. Dieses Wesen kleidet und ziert sich äusserlich mit der Bibel, verleugnet aber den Inhalt, d. h. die Kraft des israelitisch-jüdischen, prophetisch zusammenhängenden Wortes! Dieses Wesen kämpft mit allen ihm zur Verfügung stehendem Machteinfluss dagegen an – bis zu dieser Stunde!

Auch wir sind aus diesem kirchlichen Ägypten herausgeführt worden. Noch sind wir äusserlich nicht am Ziel angelangt. Wir leben dazwischen, zwischen Auszug und Ziel. Der Weg den wir gegenwärtig beschreiten birgt für uns manche Gefahr in sich. JaHuWaH fordert von uns aber völliges Vertrauen, völlige Gemeinschaft mit ihm, dann haben wir auch nichts zu befürchten. Der Name JaHuWaH, sein Name, bürgt für uns, genau so wie er für das Volk Israel bürgt, wie er für Jahushua und seine Schüler (fälschlicherweise Apostel genannt) bürgte: Ich bin der bei euch Seiende, der mit euch Lebende, der mit euch Gehende, der euch niemals allein Lassende, der euch zum Ziele führt. Das ist der Name JaHuWaH - unterwegs mit dir! In dieser Gemeinschaft, unterwegs zum Ziel, wünsche ich allen Lesern einen gesegneten und allzeit zielorientierten Lebensweg - mit JaHuWaH! Mit herzlichen Shabbatgrüssen.

Gregor Dalliard

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