Die meisten von uns sind in einem christlichen Land, in einer christlichen Umgebung und in einer christlichen Familie aufgewachsen und erzogen worden. Die Glaubenslehre die wir auf unserem Lebensweg mitbekamen fusst auf der Lehre der Kirchenväter, des Paulus und seiner nächsten Nachfolger. Sie formten in den ersten drei Jahrhunderten n.u.Z. das Christentum. Wie wir nun zur Genüge wissen, vermischten sie das bewährte biblische Zeugnis unter ihre bestehenden heidnischen Traditionen. Diese Vermischung wirkte sich auf die Entwicklung der Menschen im Laufe der letzten 1600 Jahre verheerend aus und zwar in allen Lebensbereichen. Das wollen viele nicht gelten lassen, weil sie die geschichtlichen Fakten ignorieren oder ihnen die Informationen dazu fehlen. Sie sehen nur das was nach dem 2. Weltkrieg in rasantem Tempo an Entwicklung und Wohlstand erreicht worden ist und vergessen, dass es 1600 Jahre lang fast keine Entwicklung gab, zumindest was das religiöse Leben der christlichen Menschen angeht. Wohingegen aber die Juden mit dem prophetisch-biblischen Wort und Lebensstil kamen, die im glauben Abrahams standen, da gedeihte das Leben zum Segen und Wohlstand der Christen, bis die Kirchenführer, vor Eifersucht gepackt, ihnen das Leben zur Hölle machten, sie missbrauchten und erpressten. Unter diesem unerträglichen Druck liessen sich manche zu bösen Taten verleiten oder traten zum Christentum über. Andere wurden vertrieben oder umgebracht. Damit brach der Segen zusammen und die christliche Knechtschaft nahm wieder ihren Lauf.
Wir haben inzwischen wohl verstanden was die kontinuierliche Aussage “Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!” (Ps 105,4), heisst. Es geht um die ungeteilte Liebe zu JaHuWaH, wie sie uns im “Shma Yisrael”, vor allem in 5Mo 6,4-5 bezeugt ist. Und diese Liebe zeigt sich erstens im Umgang mit den Mitmenschen (vgl. 3Mo 19,18 u.v.m) und zweitens im Streben nach einem Leben in den Rechtsbestimmungen, Ordnungen und Shabbaten JaHuWaHs. Jahushua von Nazareth bezeugte und bestätigte diese Fundamente des Lebens die uns JaHuWaH gab (vgl. Mt 5,17-19; Mk12, 29-31; 3,34-35 u.a.m.). Wäre das nicht einfach, verständlich und für jeden Menschen fassbar? Ein Mensch der aus diesen Fundamenten des Glaubens lebt, bezeugt damit seine Neuzeugung in und aus JaHuWaH und sein echtes Bestreben im Angesicht JaHuWaHs und zum Segen der Mitmenschen lrben zu wollen. Ein solcher Mensch gilt nach dem biblischen Zeugnis als weise. Er ist ein Segen! Wir haben eine Welt voller Theologen, voller religiöser Spezialisten, die unsere Welt völlig durcheinandergebracht haben. Die Köpfe der Menschen sind vollgestopft von religiösen Erkenntnissen, aber was brachten sie hervor? Wer das Angesicht JaHuWaHs nicht sucht, der verwirft die Weisheit JaHuWaHs. Ein solcher Mensch treibt die Mitmenschen von einem Kartenhaus zum nächsten.
Im letzten Gim sahen wir, was mit der Aussage “Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!” (Ps 105,4) gemeint ist. Wie uns die Bibel, der TaNaCH, durchgehend aufzeigt, heisst das in JaHuWaH stehen, mit ihm zusammen leben. Genau das tat Abraham. Er war ein frommer, tiefreligiöser Heide. Unwissend, ohne Kenntnis um das wahre Leben seines Schöpfers, lebte er in den tiefverwurzelten Festrhythmen seiner irrregeleiteten Väter. Jährlich wiederholten sich diese Feste zu Ehren irgendwelcher Gottheiten. Liturgien, Zeremonien, Heilsversprechen, die alle irgendwie mit menschlichem Opferblut in Verbindung standen. Die Grundvorstellungen dieser Götterkulte waren und sind immer verbunden mit Opferblut. Die Götter fordern Menschenblut.Diese heidnische Lehre hat das Christentum übernommen. Sie gehört zum zentralen Glaubensgut des Christentums, während Abraham davon frei wurde. Darin wurde er der Stammvater aller bibelgläubigen Menschen. Bibelgläubige Menschen gehen auf JaHuWaH ein wie Abraham, d.h. sie leben im Angesicht JaHuWaHs. Sie zeichnen sich wesentlich darin aus, dass sie Menschenblut als Zeichen und Mittel der Erlösung oder der Gemeinschaft mit JaHuWaH, konsequent ablehnen. Das zu erkennen ist wunderbar. Damit stehen wir auch im Glauben Jahushuas von Nazareth, der einigen seiner Zuhörer, die ihn missverstanden hatten, unzweideutig sagte: “Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch (damit ist das Menschenblut und auch das Blut von Tieren gemeint) nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben” (Joh 6,63). Wunderbar!
aktualisiert: 14. 09. 2023
“Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht?..” (Jes 43,19). Es sind Worte, die der Prophet Jeshajahu (Jesaja) in einer Zeit voller Hoffnungslosigkeit zum auserwählten Volke gesprochen hatte. Die damalige Grossmacht Assyrien brach zum Kampf gegen Israel und Juda auf. Die Gläubigen des auserwählten Volkes wurden durch diese Worte aufgerichtet. Der Prophet knüpfte an die Verheissung an, die JaHuWaH Abraham gegeben hatte: “…und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!” (1Mo 12,3b). Darum bekennt er: “Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4; 1,17). Der Psalmist fasst zusammen: “Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das diesen Jubelruf kennt!” (Ps 89,15).
Sie wussten, dass diese Verheissung noch nicht erfüllt sein konnte. Also vermittelte der Prophet inmitten der verzweifelten Lage neue Lebens- und Glaubenskraft. Die Propheten, die im Angesicht JaHuWaHs lebten, erinnerten das auserwählte Volk in eindrucksvollen Weisen und mit überraschenden, anschaulichen Mitteln an diese Verheissung, die zugleich auch Verpflichtung ist. Es ist bewundernswert wie sie durch diese Verheissung an Abraham immer wieder aus den verzweifelten Lebenslagen herausgefunden haben und herausfinden. Die Hoffnung und der Segen dieser Verheissung brachte und bringt das auserwählte Volk immer wieder neu zum Blühen, durch alle Generationen hindurch.
Wir stossen in der Bibel immer wieder auf die Aufforderung, das Angesicht JaHuWaHs zu suchen. “Fragt nach JaHuWaH und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!” (Ps 105,4). Vorweg möchte ich meine Freude mit dir teilen. Wir dürfen uns in unseren Tagen gemeinsam mit den biblischen Inhalten auseinandersetzen. Keiner verbietet uns das. Es ist einfach wunderbar. Das war nicht immer so. Eine umwerfende Tatsache, von der die Christen über 1500 Jahre keinen Gebrauch machen durften. Taten sie das dennoch, wurden sie von Seiten des Vatikans aus dem gesellschaftlichen Leben gemobbt. Folter, Verbannung und Tod waren allgegenwärtig. Abermillionen Menschen wurden deswegen vom Vatikan grausam beraubt, entwürdigt, öffentlich blossgestellt und endeten qualvoll im Tod. Ich kann die heutige Tatsache manchmal kaum fassen. Sie “raubt” mir vor Freude und Dankbarkeit immer wieder den Schlaf! Wie bin ich den Juden dankbar, dass es aus ihren Reihen immer wieder Menschen gab, die dem Vatikan widerstanden und uns damit das hohe Glaubens- und Lebensgut weitervermittelt haben.
Die biblischen Berichte über David sind den meisten von uns sehr eingehend bekannt. Das Grundvertrauen Davids auf JaHuWaH war ausserordentlich tief. Es ist wie das Vertrauen Abrahams auf JaHuWaH, das von Rebekka, von Lea, von Jahushua von Nazareth, um nur einige zu nennen, und das vieler Zeugen von denen die Bibel uns berichtet. Diese Zeugnisse sind einfach wunderbar und total animierend. David besass ein besonderes Temperament. Es konnte ihm auch zum Verhängnis werden. Doch dank seiner tiefen Beziehung zu JaHuWaH, war er bereit Busse zu tun über seine Vergehen – und zwar öffentlich. Das ist ein ausserordentliches Verhalten eines Menschen, der an der Spitze eines Volkes steht und dem alle Macht gegeben war. In seiner Machtfülle hätte er anders handeln können. Gerade dieses Verhalten beweist uns seine tiefe Beziehung zu JaHuWaH.
Leser der wöchentlichen Glaubensimpulse (Gim) haben ihre Fragen. Ich versuche immer wieder Antworten in die “Gims” einfliessen zu lassen. Im sogenannten “Neuen Testament” finden wir zwischen chaotischen, widersprüchlichen und der Bibel, dem TaNaCH, widersprechenden Aussagen immer wieder wunderbare ursprüngliche, typisch israelitisch-jüdische, Aussagen. Eine davon wäre Röm 5,1-5. “Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben (Vertrauen), so haben wir Frieden mit JaHuWaH”. Bis hierher entspricht der Text aus dem Brief an die Römer dem biblischen Zeugnis. Aber dann folgt gleich der folgenschwere tödliche Widerspruch in der Lehre des Paulus: “..durch unseren Herrn Jahushua HaMashiach (Christus, Gesalbter) durch den wir mittels des Glaubens auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit JaHuWaHs (Gottes). Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch in den Trübsalen, da wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe JaHuWaHs (Gottes) ist ausgegossen in unsere Herzen durch seinen Geist (Heiligen Geist), der uns gegeben worden ist” (Röm 5,1-5).
JaHuWaH an meiner Seite – wie unter einem gemeinsamen Joch? Im ersten Augenblick finden wir an diesem Vergleich überhaupt nichts Erfreuliches. Ein Joch ist doch etwas Schweres, Unbequemes. Wir denken an Hitze und Schweiss. Was ein Joch ist wissen wir in unseren Breitengraden aus der fernen Welt oder aus Erzählungen und Museen. Das Joch ist ein Holzbalken der zwei Zugtiere miteinander verbindet, z.B. ein Ochsen- Kuh- oder Pferdegespann. Die Tiere werden vor den Pflug gespannt. Für die Tiere steht eine harte gemeinsame Arbeit bevor.
Im letzten Gim wies ich auf die Begriffe “Kleriker” und “Laie” hin. Aufgrund dieser Denkweise wurde in den christlichen Kirchen ein Zweiklassensystem entwickelt. Auf der einen Seite stehen die Auserwählten. Sie sind jene, die einen besonderen Draht zum “Heiligen Geist” haben. Den erhalten sie über die Ordination, Einweihung, Priesterweihe und vor allem durch das Studium der Lehren ihrer Kirche. Wie auch immer dieses Ritual vollzogen sein mag, es macht den Betreffenden zum Eingeweihten des “Heiligen Geistes”, der dritten Gott-Person der Christen. Das Ritual oder die entsprechende Zeremonie, hebt den Betreffenden ab von allen andern Getauften. Er zählt von diesem Augenblick an zu den Wissenden seiner Kirche oder Gemeinschaft.
“Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, dass er von dem Meinen nimmt und euch verkündigen wird” (Joh 16, 12-15).