Wen bezeichnet die Bibel als den kommenden Mashiach (Gesalbten, lateinisch: Christus, griechisch: Christos)? Teil 2

Glaubensimpuls 143

Die Diskussionen um den kommenden Mashiach scheiden die Geister, wie so vieles aus der Schrift. Doch auch hier gilt der Grundsatz: Zurück zu den Wurzeln dieses Themas. Zurück zum TaNaCH, zur Thora, Propheten und Schriften. Zurück zum Heils-Plan unseres himmlischen Vaters. Er selbst entwarf ihn. Alle, von dem Vater Gerechtfertigten und Treuen aus dem Volk der zwölf Stämme, arbeiteten nach diesem Plan. Bis zum Ende dieses Zeitalters werden sie daran arbeiten müssen. Nach diesem Plan war, ist und wird Heil und Segen für jeden Menschen wirksam, nicht erst im Messianischen Reich, bereits jetzt, in meinem Leben, im Hier und Heute. Bei diesem Thema muss ich recht weit ausholen.

Ich kann mich nicht auf die Bibel, den TaNaCH, berufen, d.h. auf die Thora, die Propheten und Schriften, aber dann den Vorgaben, dem Plan, eines anderen Lehrers folgen. Berufen wir uns auf die Bibel, haben wir keinen anderen Plan, als denjenigen des TaNaCH. Wir haben damit auch kein anderes Fundament, als das des TaNaCH. Darin finden wir den Heilsplan JaHuWaHs. Darin finden wir das Fundament. Nur auf diesem Fundament ist der Heilsplan aufgebaut, von den Grundpfeilern bis hinauf in den Dachstock. Ohne diesen Plan ist alles vergebliche Mühe, mag ich noch so voller Hingabe sein. Ohne diesen Plan bauen wir am Haus der Widersprüche mit, am Turmbau zu Babel.

Ich möchte gerne noch einmal daran erinnern, dass das deutsche Wort “Gesalbter”, im Hebräischen “Mashiach” heisst, in derlateinischen Sprache “Christus” und in der griechischen Sprache “Christos”. Wie schon oft bemerkt, bezeichnet das “Neue Testament” den Jesus Christus des Paulus als den einzigen Christus. Ausser ihm gibt es im “NT” keinen Christus. Wir wissen alle, was für eine immense Stellung dieser Mashiach (dieser Gesalbte, dieser Christus) im Christentum einnimmt. Diese Lehre ist völlig falsch. Sie widerspricht in allem dem Glauben und dem Zeugnis des TaNaCH, der Bibel. Die allerwenigsten Christen sind sich der folgenden Tatsache bewusst: Die Bibel spricht von einer ganzen Reihe verschiedener Gesalbter. Im Hebräischen, im TaNaCH, ist die Rede von mehrere Gesalbten (mehreren Christi oder Christusse) Im Hebräischen werden sie Meshichim genannt.

Nocheinmal: die Bibel, der TaNaCH, spricht von einer ganzen Reihe von Christi, von mehreren Christussen. So wird auch der König Shaul Mashiach (Gesalbter,Christus) genannt (1Sam 24,7.11; 26,23), ebenso wird der Prophet Shmuel (Samuel) Mashiach (Gesalbter, Christus) genannt (1Sam 12,3). Sogar der heidnische König Kyrus wird als Mashiach (Christus, Gesalbter) bezeichnet. Wie ist das möglich? Was ist denn ein Mashiach, (ein Gesalbter, ein Christus)? Das ist jemand, der den Willen des Vaters JaHuWaH im Wirken seines Heilsplanes erkennt und diesen Willen tut. Manche Menschen tun den Willen des Vaters, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Ein solcher Mensch ist im biblischen Sinne ein Mashiach (ein Gesalbter, ein Christus). **Weil Kyrus den Willen des Vaters erfüllte, wird er als einer, der von JaHuWaH gesalbt ist, bezeichnet, ein Gesalbter (ein Christus). Er beauftragte die Juden wieder in ihre Heimat zurückzukehren, in das ihnen von JaHuWaH zugesprochene Land.
Sie sollten Jerushalajim und den Tempel, zur Ehre ihres Erlösers JaHuWaH, des EINZIG EINEN, wieder aufbauen (Jes 45,1; 2Chron 36,22; Esr 1,1). Kyrus sah das Leid und den Schmerz seiner jüdischen Politiker im Land und seiner jüdischen Hofbeamten. Er war beeindruckt von ihrem Glauben, ihrer Treue zu JaHuWaH, von ihrer Aufrichtigkeit und Gewissenhaftigkeit – in jeder Beziehung. Ihre Lebensethik übertraf die aller Völker in seinem Riesenreich.

Die Meshichim (die Gesalbten, die Christusse oder die Christi), innerhalb Israels, mussten das auserwählte Volk immer und immer wieder an den Sinn und das Ziel ihrer Auserwählung erinnern. Sie mussten ermahnen, zurecht bringen, Gericht ankündigen, ermutigen, trösten, weiterführen, lehren, predigen usw. Ihr Auftrag am Auf–Bau des Hauses JaHuWaHs, am Auf-Bau des Heilsplanes, brachte ihnen viele Leiden ein (vgl. Jes 52,13-15; 53,1-12, siehe Moshe, Elijahu u.a.m.). Manchmal bezahlten sie ihren Einsatz mit ihrem Leben, obwohl der himmlische Vater sagte: “Tastet meine Meshichim, (Gesalbten, Christusse) nicht an, tut meinen Propheten nichts Übles” (1Chron 16,22). Im Kontext von Psalm 105 wird in Vers 15 das ganze auserwählte Volk als der Mashiach, der Gesalbte des himmlischen Vaters bezeichnet (vgl. Sach 2,12).

Unter dem auserwählten Volk war der Begriff Mashiach (Gesalbter,Christus) völlig selbstverständlich, so wie für uns das tägliche Essen und Trinken. Nie aber hätten sie den lateinischen Ausspruch “Christus” oder den griechischen “Christos” benutz. Erstens waren solche Bezeichnungen in Israel und Judäa völlig unbekannt und zweitens hätten die Juden nie einen solchen heidnischen Ausspruch wie “Jesus” oder “Christus” in den Mund genommen. Das auserwählte Volk mied in solchen Zusammenhängen heidnische Begriffe grundsätzlich. Sie stammten aus der Welt der Götter (d.h. der falschen Erlöser) und der Philosophien. Sie waren nicht der Rede wert.

Den Juden war klar: Heidnische Kulte und Begriffe verstümmeln den wunderbaren zusammenhängenden Reichtum der Offenbarung JaHuWaHs. Das Verständnis des Begriffes “Christus” im Kirchentum, vor allem im trinitarischen Christentum, entlarvt und bestätigt diese verworrene, ja abstruse Verkehrung des Wortes Mashiach in einen paulinischen Christus, nach dem üblichen Muster heidnischer Traditionen. Der Jahushua HaMashiach aus Nazareth wurde nach diesem Grundmuster aus dem geoffenbarten jüdischen Heilszusammenhang gerissen, entjudaisier und schliesslich in eine erlösende und anzubetende Christus-Gottheit der Antike umgemodelt. Der Begriff Mashiach (Gesalbter, Christus) ist damit im Christentum mit völlig anderen Inhalten gefüllt worden. Er bezeichnet hier die zweite Gott-Person der drei christlichen Gottheiten, eine Erlösergottheit, wie wir sie in heidnischen Traditionen kennen. Solche Entstellungen des biblisch-jüdischen Begriffes Mashiach durch Paulus, haben furchtbares Leid zur Folge gehabt.

Für manche Christen ist es eine sehr schmerzliche Erfahrung, ja ein Schock, wenn sie feststellen müssen, dass es unter den Israeliten nicht nur einen einzigen Mashiach (ein Gesalbter, ein Christus) gab, sondern viele. Dass mit dem Begriff Mashiach (Gesalbter, Christus) zusätzlich das auserwählte Volk, die Juden, bezeichnet sind, schockiert sie ebenso. Bisher glaubten sie, dass allein die christliche Gottheit Jesus der Christus (Gesalbte) ist. Von dieser Gottheit glauben sie, dass sie der Mensch gewordene Gott ist, (wahrer Gott und wahrer Mensch), zu der sie beten, die sie anrufen. Wir können diesen Schock wohl nachvollziehen, ging es den meisten von uns doch nicht anders. Nun, solange dieser Punkt nicht geklärt ist, werden wir auch nicht erkennen, wer der kommende Mashiach (Gesalbte) ist. Im nächsten Gim folgt die Fortsetzung.

Von Herzen wünsche ich den aufmerksamen und aufrichtigen Gim-Lesern gesegnete Zeiten mit einem umfassenden Shalom.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unseren nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein: 20. Sept. 2020; 25. Okt. 2020; 15. Nov. 2020, jeweils um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag 26. und Sonntag 27. September 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und David. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen.