"Lehre uns den Glauben (die Beziehung zu JaHuWaH)" (Lukas 17,5)

Glaubensimpuls 11

Gemäss Lukas 17,5-6 könnten die Bibelschüler Jahushuas (Apostel) über ihren Glauben frustriert gewesen sein: “Und die Bibelschüler (Apostel) sprachen zu Jahushua: Mehre uns den Glauben (die Beziehung zu JaHuWaH)! Jahushua aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen” (Lk 17,5-6). Lesen wir den Paralleltext in Matthäus 17,14-21 dazu, der von einer misslungenen Heilung seiner Schüler spricht, dann waren sie tatsächlich frustriert: „Wegen eures Kleinglaubens (Unglaubens)“. In beiden Texten wird ihnen klar gemacht, dass sie zu wenig Glauben haben: „wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn..“ (Lk 17,6; Mt 17,20b). M.a.W. heisst das: Sie haben überhaupt keinen Glauben, nicht einmal den kleinsten Funken. Da ist rein gar nichts vorhanden. Unter diesen Umständen gibt es keine Wunder. Wo denkt ihr denn hin? In diesem Zustand wollten sie kranke heilen! Jahushua rastet offenbar aus und schimpft ärgerlich: „O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen?“ (Mt 17,17).

Im Vornherein sei gesagt, so hat nie ein weiser Rabbi, ein Schriftgelehrter, ein Pharisäer, seinen fragenden Schülern gegenüber reagiert. Hier be Jesus kommt keine Ermutigung, keine Anweisung, wie dieser tödliche Zustand verändert werden könnte. Jahushua ist genervt, macht ihnen Vorwürfe, über ihren Un- bzw. Kleinglauben. Ihr Glaube hat nicht einmal die Grösse eines Senfkorns, des kleinsten aller Samenkörner. Wäre ihr Glaube nur so klein wie ein Senfkorn, könnten sie jedes wunder tun. Sie könnten einen Baum ins Meer verpflanzen und einen Berg wegheben.

Was soll denn dieses unbeherrschte, völlig irrationale Verhalten von Jahushua, als Antwort auf die demütige Bitte seiner Bibelschüler: „mehre unseren Glauben (unsere Beziehung zu JaHuWaH)“? Hat jemand von uns schon einmal von Menschen gehört, die Dank ihrer Glaubensstärke bzw. -fülle, Berge oder Bäume versetzen konnten, eben darum, weil sie genug Glauben vorweisen konnten? Wenn dem so wäre, stünde das Matterhorn schon längst nicht mehr in Zermatt und gar mancher wäre am Morgen erstaunt, weil der Nachbar seine Bäume über Nacht verpflanzt hatte. Jahushua von Nazareth hat als Jude, Schriftgelehrter und Rabbi solches nie gefordert und auch nie getan. Das lag den Propheten, den Schriftgelehrten, den Rabbinern und Pharisäern, überhaupt den Juden, fern. Warum geht hier in diesem Bericht Jahushua auf die Frage seiner Schüler gar nicht ein? Im Gegenteil, mit diesem Vergleich verschärft er ihr Problem.

Was stellen wir hier unmissverständlich fest? Hier haben verschiedene spätere Redaktoren die ursprünglich berichteten Geschehnisse und Ereignisse um Jahushua herum, völlig aus den Zusammenhängen gerissen, durcheinandergebracht und etwas völlig widersinniges vermittelt. Sie haben damit den eigentlichen Sinn der Botschaft verkehrt und verloren. Nochmals: Was hier vermittelt wird, entspricht nicht der Haltung eines gläubigen, weisen Juden, schon gar nicht der Haltung des Jahushua von Nazareth, der ein überzeugter demütiger Pharisäer und Rabbi war. Er lebte aus einer tief innigen Beziehung mit JaHuWaH und seinem Volke. Solche frommen Konstruktionen, wie sie uns hier überliefert werden, sind das Werk der ersten Gründer des Christentums, der Kirchenväter, wie des Paulus und seiner Nachfolger. Sie haben das ursprünglich, hebräisch überlieferte Zeugnis, später überarbeitet. Dabei haben sie dieses innerjüdische Zeugnis weitgehend aus seinem jüdischen Kontext herausgerissen, umgedeutet und ihren aktuellen Vorstellungen angepasst. In jenen Tagen glaubten die Christen euphorisch an die gleich bevorstehende Wiederkunft ihrer Christus-Gottheit, von ihrem Gericht und seiner anbrechenden Herrschaft. Von grossen Wundern und Zeichen war in jenen Tagen die Rede. Wer sich als Apostel nicht durch grosse Wunder und Zeichen ins Rampenlicht der frommen Massen stellen konnte, stand ausserhalb jenes Glaubens, dessen zentrale Botschaft die gleich bevorstehende Wiederkunft Jesu und das gnadenlose Gericht an allen Ungläubigen beinhaltete. Wer nicht so glaubte sollte verdammt werden (vgl. Mk 16,16). Er hatte keinen Glauben. Die Gründer des Christentums legten ihren frommen Wahnsinn dem Juden Jahushua von Nazareth ganz einfach in den Mund. Ein perfekter frommer Missbrauch! Das ist mit ein Grund, warum immer mehr Menschen Abschied vom Christentum nehmen

Denselben Widersinn und Missbrauch finden wir auch in Mk 16,16-18 wieder: “Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden”. Die getaufte christliche Welt müsste jeden Sonntag voll von solchen und ähnlichen Zeichen und Berichten sein. Doch da ist tote Hose. Wo in Zungen geredet ist, bleiben meistens Irritationen, tiefe Verletzungen, Chaos und Frust zurück. Ich weiss wovon ich rede! Hier haben wir es mit einer tiefgründigen antijüdischen Überlieferung der Kirchengründer zu tun.

Als Jahushua vom Senfkorn sprach, vermittelte er eine glasklare Botschaft, die mit dem oben Gesagten rein gar nichts zu tun hat. Er will mit dem Gleichnis, wie das damals bei allen Rabbinern üblich war, etwas Wichtiges klar machen, ja seiner Bibelschüler auf das Wichtigste hinweisen, auf das es im Leben ankommt. Es geht um die Beziehung mit JaHuWaH. Sie ist das, was für jedes Glaubensleben und -wachstum, für allen Segen und Erfolg im Leben eines Menschen, von unerlässlicher Voraussetzung und Wichtigkeit ist. Mit der kleinsten Portion an Vertrauen (Beziehung zu JaHuWaH), gleich einem Senfkorn, gehen wir zu JaHuWaH, klopfen bei IHM an. Aus der Fülle seines Wortes dürfen wir bereitwillig und voll Dankbarkeit lernen, so wie das damals die Bibelschüler Jahushuas von Nazareth auch taten. Im Senfkornglauben ist das ganze Potential an Lebenskraft, an Wachstums und Entfaltung deiner Beziehung zu JaHuWaH enthalten, gleichsam genetisch enthalten.
An dir liegt es, ob du diesem “Senfkorn” in deinem Herzen, in deinem Leben, das Wachstum und die Entfaltung ermöglichen willst. Die Bibel des Jahushua von Nazareth ist unser Nährboden. Der TaNaCH (Thora, Propheten und Schriften) ist genau der passende mineralreiche gesunde Boden, auf dem wir entsprechend gedeihen, wachsen und segensreich leben können.

Jahushua nutzt dabei die Frage seiner Bibelschüler: „Lehre uns glauben (die Beziehung zu JaHuWaH)“. Die Bibelschüler waren von der tiefen Beziehung Jahushuas von Nazareth mit dem Abba JaHuWaH tief betroffen, sehr berührt. Ihnen aber fehlte diese Beziehung (dieser Glaube). Mit der Bildrede: Glauben haben wie ein Senfkorn, ermutigt Jahushua seine Schüler. Er weist auf den Willen des Vaters hin, der hier auf Erden geschehen soll, genau so wie er es im Himmel beschlossen hat: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel (wie du es im Himmel beschlossen und durch die Propheten geoffenbart hast), so geschehe er auch auf Erden” (Mt 6,10). In der tiefen Beziehung mit dir (im Glauben), werde dein Reich auf Erden Wirklichkeit. Bei allem hat JaHuWaH immer den Segen der Menschen vor Augen: “und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde! (1Mo 12,3).

Das Reich JaHuWaHs (der verheissene Segen an Abrahan) breitet sich unaufhaltsam in der Beziehung der Menschen mit JaHuWaH aus, ohne dass sich die Schüler oder auch wir, uns auf unseren Einsatz etwas einbilden müssten, könnten oder uns damit brüsten könnten. Wir sind aber mit einbezogen. Darum soll sich der Auserwählte nie in Szene setzen. Vor allem anderen, sollen wir immer die Ehre und das Ziel des himmlischen Vaters vor Augen behalten, wie die Propheten, Schriftgelehrten, Rabbinen und Pharisäer. Wir sollen den souveränen und uneingeschränkten Willen unseres Erlösers und Schöpfers JaHuWaH immer an die erste Stelle setzen. Tun wir das, wird unsere Beziehung zu JaHuWaH, beim kleinsten Ansatz an vorhandener Beziehung (an Glauben) (von unserem Senfkornglauben) wachsen, bis hin zur absoluten, völlig befreiten Gemeinschaft mit JaHuWaH. Eine Gemeinschaft, die durch nichts und niemand mehr in diesem Leben jemals zerstört werden kann. Das Wachstum des Senfkorns, hin zum grossen Baum, zum tiefsten Sinn des Lebens, dient als anschauliches und äusserst eindrückliches Gleichnis. Jeder konnte das verstehen, jeder war und ist ermutigt. JaHuWaH hat das Wollen und das Gelingen in jeden Menschen hineingelegt. An dir allein liegt es, ob du diesen Weg des Segens gehen willst!

Von Jahushua lesen wir: „Und Jahushua nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei JaHuWaH..“ (Lk 2,52). Das äussere und innere Leben Jahushuas wuchs zur Freude JaHuWaHs heran, damit aber auch zur Freude seiner Mitmenschen, und zu seinem eigenen Glück und Segen. Sein Bekenntnis lautete darum: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue (suche), der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe“ (Jo 4,34). Das tat Jahushua wie jeder andere Prophet, Schriftgelehrte, Rabbi und Pharisäer auch, oder es zumindest versucht hat, zu tun. Beziehung heisst hier: immer dran bleiben! Wer diese Haltung einnimmt, von dem kann gesagt werden: „und wird grösser als alle Kräuter, und es treibt grosse Zweige, so dass unter seinem Schatten, die Vögel des Himmels nisten können“ (Mk 4,32).

Das Problem das den Bibelschülern Jahushuas zu schaffen machte, war dasselbe, das auch uns heute gelegentlich in die Quere kommen kann. Sie waren zu oft beherrscht von Gefühlen der Minderwertigkeit und des Versagens, gegenüber JaHuWaH. Es waren die immer und immer sich wiederholenden Schwächen und Versagen im Alltagsleben, die sie als Hindernis zwischen sich und JaHuWaH sahen. Diese Gefühle blockierten sie am Wachstum der Beziehung zu JaHuWaH (im Glauben). Sie blieben daran haften, ihre Augen waren darauf fixiert. Das ist tödlich! Der Blick muss davon wegkommen. Die Beziehung zu JaHuWaH (Glaube) ist mehr, viel mehr, als alle unsere Versagen zusammen.

Ein weiteres Problem kann das Wachstum unserer Beziehung (den Glauben) zu JaHuWaH blockieren. Einige Bibelschüler wollten ohne stetes Wachstum, ohne Vertiefung der Beziehung zu JaHuWaH, gesegnet sein, Grosses wirken. Gerne setzt sich jemand mit seiner Stellung oder den Gaben JaHuWaHs ins Rampenlicht. Das ist eine tödliche Gefahr, die sich auch allezeit innerhalb des auserwählten Volkes breit machen wollte. Diese Gefahr besteh auch heute. Die Folgen sind Irreführung, Verblendung, Missbrauch und Ausbeutung. Das führt zu Frustrationen. Wunder und Zeichen können in der Gemeinschaft mit JaHuWaH nicht inszeniert werden. Hier ist absolute Bescheidenheit und Transparenz Voraussetzung. Das sind Eigenschaften die JaHuWaH gegenüber erforderlich sind, aber auch den Mitmenschen gegenüber. Hier geht es um Beziehung, um Mitmenschen, um Leben, um Segen, nicht um ein Geschäft, um mein Geschäft.

Als sich die Getauften ab dem 2. Jh. schleichend, und im 4. Jh. offiziell, von ihren israelitisch-jüdischen Wurzeln, d.h. von JaHuWaHs Wort, enthalten in der Thora und in den Propheten, definitiv lösten, schnitten sie sich von der Beziehung mit JaHuWaH definitiv ab. Sie schnitten sich von den Wurzeln des Lebens ab. Was daraus geworden ist zeigt uns die Geschichte in brutalster Offenheit. Die Päpste gaben sich unvorstellbarsten Machtkämpfen und schlimmsten Verbrechen hin. Seitdem behaupten die Päpste in Rom die Grössten zu sein, Gott in Person. In ihrer blinden Bosheit und in ihrem fanatischen Grössenwahn haben sie sich diese Macht in der Welt gesichert, sowohl in dogmatischer als auch in “völkerrechtlicher” (Staat Vatikan) Manier. In unverschämter Weise taten sie das unter dem Deckmantel des Namens JaHuWaH (Gottes), der israelitisch-jüdischen Propheten und des Rabbi und Schriftgelehrten Jahushua von Nazareth. Welch ein schändlicher Missbrauch! Davon ist heute alle Welt Zeuge. Von Umkehr auf die Worte JaHuWaHs, die Lehre der Propheten und Pharisäer, wie das bei Jahushua von Nazareth und seinen Bibelschülern (Apostel) der Fall war, ist keine Rede. Im Gegenteil, mit seinen frommen Verstellungen und Liebeleien weiss der Vatikan sein inneres Wesen perfekt mit seinem Schein von Frömmigkeit und Lauterkeit nachhaltig zu tarnen und zu betören. Damit missbraucht und beutet er eine Masse gutmütiger, unwissender und religiös blind gehaltener Menschen für seine Zecke aus.

In der bescheidenen und treuen Grundhaltung JaHuWaH gegenüber, wächst unsere Beziehung zu JaHuWaH (unser Glaube). Die religiösen Irrtümer werden auf diesem Weg von Mal zu Mal ans Licht gebracht. “Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Wege” (Ps 119,105). Diese wachsende Glaubensbeziehung schenkt uns Weitblick und Barmherzigkeit, jene grossen Zweige, unter deren Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein, sofern die Situation um den Coronavirus es zulassen wird: Montag, 13. April 2020, um 10.00 Uhr. Wir werden, dich kurz vorher auf diesem Weg informieren. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben. Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Donnerstag, 9. und Freitag, 10. April 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und Pessach. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben.