"Lasst los, und ihr werdet losgelassen werden." (Lukas 6,37)

Glaubensimpuls 38

Eine Betrachtung über einen tiefen Wesenszug des himmlischen Vaters JaHuWaH, des Erlösers der Juden und auch unseres Erlösers. Der Pharisäer und Schriftgelehrte Jahushua spricht eine tiefe Wahrheit aus, die den meisten Menschen verhüllt bleibt. So mancher weiss mit diesem Gebot und dieser Aufforderung Jahushuas nichts anzufangen. Wer kann Demütigungen, Enttäuschungen, Missverständnisse, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Neid, Zornausbrüche, Zwistigkeiten, Intrigen und Parteiungen so leicht wegstecken, loslassen? Im Leben geraten wir immer wieder zwischen die Fronten. Meinungsverschiedenheiten sind unvermeidlich und nicht immer enden die Diskussionen friedlich. Wir sind manchmal enttäuscht und wenden uns von Menschen ab, gehen ihnen aus dem Weg. Manchmal aber müssen wir mit Menschen zusammenbleiben, auf dem Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der Familie usw.

Wie alle gläubigen Propheten und Schriftgelehrten mit Leib und Seele an JaHuWaH hingen, so hing auch Jahushua an IHN. Was alle diese Zeugen JaHuWaHs – in der langen Heilsgeschichte – über ihren Dienst aussagten, das sagt Jahushua ebenso. Solche Aussagen finden wir im Gemisch von Wahrheit und Lüge, innerhalb des sogenannten “Neuen Testamentes”. Sprach Jahushua Sätze aus, die sich mit denen aus der langen Kette von JaHuWaH-Zeugen decken, dann sind sie echt. Eines aber dürfen wir dabei nicht vergessen. Jahushua sprach sie aber nie in jenem Zusammenhang aus, in den sie später die Gründer des Christentums und die Kirchenväter setzten. Beim lesen solcher Aussagen des Jahushua müssen wir unbedingt diese äusserst wichtige Unterscheidung machen. Dann werden wir schrittweise verstehen lernen, wieviele Aussagen des Jahushua aus dem Zusammenhang herausgenommen worden sind um sie in einen völlig anderen Zusammenhang zu setzen. Das taten die Schreiber und Überarbeiter der ursprünglichen Schriften über Jahushua – und jene, die diese zahllosen Schriften zuletzt zu einem relativ kleinen Buch, dem “NT”, verfasst hatten, weil sie nicht mehr den Pharisäer, den Lehrer und den Schriftgelehrten Jahushua vor Augen hatten, sondern den von Paulus entjudaisierten Jahushua, d. h. eine selbstgeschaffene Gottheit vor Augen hatten, nämlich Jesus Christus.

Das, was Jahushua von sich sagt, das sagt er darum auch von allen Propheten und Schriftgelehrten: „Der, den JaHuWaH gesandt hat, redet die Worte JaHuWaHs“ (Jo 3,34). Was ich von ihm (vom Vater) gehört habe, das rede ich zur Welt“ (Jo 8,26). „Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Jo 5,30). Wir könnten und sollten diese Verse auch so übersetzen: “Diejenigen, die JaHuWaH gesandt hatte, redeten die Worte des JaHuWaH. Was sie von ihm (dem Vater) gehört hatten, das redeten sie. Sie suchten nicht ihren Willen, sondern den Willen dessen, der sie gesandt hatte”.

Also sind die Worte die Jahushua über das Loslassen an seine Glaubensfamilie gerichtet hatte, Worte des lebendigen Erlösers, des Abba JaHuWaH. Die Situation unter den Römern war für die Juden schier unerträglich. Wieviele seelische Verletzungen fügten die Römer den Juden bei. Die vielen Feindschaften, Demütigungen, Enttäuschungen, Missverständnisse, Zwistigkeiten, Intrigen und Parteiungen lösten bei den Juden unsägliche Gedanken und Gefühle der Rache aus. Das ist selbstverständlich! Unter diesen römischen Lebensbedingungen waren viele Juden äusserst heftig gereizt. Darum brachen auch innerhalb der Juden Feindseligkeiten aus. Sie hinterliessen schlimmen Folgen.

Jahushua will alle diese “Verletzten” in den Schoss des Abba JaHuWaH zurückbringen, zu dem einen Hirten. Hier werden sie getröstet, von ihren Verletzungen, von ihren Gedanken und Taten der Rache und der Unversöhnlichkeit befreit und geheilt werden. David konnte und durfte genau das erleben. Das wusste Jahushua. Auch aus diesem Zeugnis schöpften und lebten alle Schriftgelehrten und Propheten – so auch Jahushua. Das Zeugnis des David ist brennend aktuell. Es beeindruckt uns alle immer wieder neu: “JaHuWaH ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele. Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen. Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich” (Ps 23,1-4). David konnte aus diesem Vertrauen auf JaHuWaH heraus, aus dieser innigen Beziehung mit JaHuWaH heraus, seine Rachegedanken gegenüber dem König Shaul, der ihm über länger Zeit hindurch unerträglich Böses angetan hatte, loslassen.

Von Herzen wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat – mit viel Shalom!

Gregor Dalliard

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