"Shma (Höre) Israel: JaHuWaH ist unser Gott (d.h. Erlöser). JaHuWaH ist einzig EINER" (5Mo 6,4; Mk 12, 29-30). Fragen zur Dreieinigkeit!"

Glaubensimpuls 110

In den letzten Wochen sind die Diskussionen um die Dreieinigkeitslehre im deutschsprachigen Raum neu entfacht. Noch nie sind so viele Anfragen und “Hilferufe” bei mir eingegangen, was ich nicht etwa als Belastung empfinde, im Gegenteil, ich freue mich sehr darüber! JaHuWaH öffnet in dieser Zeit immer mehr Herzen für sein biblisches Zeugnis. Immer mehr Bibelleser merken, dass so manche Lehren der Kirchen, der Freikirchen und der meisten christlichen Gemeinschaften nicht mit dem Willen JaHuWaHs übereinstimmen.

Wie ich schon öfters erwähnte, sind die Freikirchen und christlichen Gemeinschaften auf dem Fundament der katholischen Denkweise aufgebaut und in den wesentlichen Punkten immer noch darin gefangen, obwohl sie unterschiedlich stark manche dieser Lehren im Laufe der Zeit über Bord geworfen haben. Von unserer liberalen Zeit profitierend, möchten doch hier und dort Menschen die angebliche kirchliche Bibeltreue hinterfragen und eine neue persönliche und bibeltreue (Bibel, d.h. des TaNaCH (“AT”) Beziehung zu JaHuWaH aufbauen. Vor allem die jüdische Religionswissenschaftlerin Ruth Lapide, die regelmässig im “bibel TV” Stellung zu biblischen Themen bezieht und verschiedene Zusammenhänge aufzeigt, hat eine Lawine von Fragen ins Rollen gebracht. Sie kennt das sogenannte “NT” wie wohl kaum ein Kirchenmensch. Obwohl ich auf bereits vorhandene Literatur hinweisen könnte, möchte ich auf die persönlich eingegangen Fragen in den nächsten Glaubensimpulsen (Gim) eingehen, weil sie sich meistens deckungsgleich sind.

Die angebliche Lehre über eine Dreieinigkeit in der Bibel ist anhand der Bibel leicht zu widerlegen. Als erstes Prinzip gilt es Folgendes zu beachten: JaHuWaH gebietet uns in der Thora nichts zu seinem Wort, zu seinen Weisungen in der Thora, hinzuzufügen oder wegzunehmen (vgl. 5Mo 4,2; 13,1 u.a.m.). Wenn wir also in Mt 4,4 Worte Jahushuas lesen, dann zitiert er aus 5Mo 3,8. Alles, was wir lehren und glauben muss also in diesen Schriften enthalten sein.

Jahushua (Jesus) erinnert uns in seinem Leben, im Umgang mit JaHuWaH und seinem Wort, an das zweite Prinzip auf das wir bei der Bibelauslegung achten müssen. Es ist das gleiche Prinzip, das auch allen Propheten zu eigen war: “Es steht geschrieben: Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund JaHuWaHs ausgeht” (Mt 4,4). Jahushua zitiert hier allgemein gültige Worte aus der Thora (5Mo 3,8). Diese Worte sind fundamentale Worte aus der Thora. Darum sind Thora und Propheten der Massstab, die Richtschnur, nach der sich alle Bibelauslegung richten muss. In dieser Grundhaltung legen wir die Bibel, dem Willen JaHuWaHs gemäss, also ihm entsprechend, aus. Nur so werden wir seiner gerecht. Darin liegt auch der Segen und der Trost JaHuWaHs verborgen, den wir in allen Dingen des Lebens so notwendig brauchen.

Worauf ich immer wieder gerne hinweisen möchte, ohne dabei müde zu werden, das ist das dritte Prinzip: Jahushua ist nicht gekommen die Thora (Weisungen zum Leben) und die Propheten aufzulösen. Hätte er das gemacht, dann hätte er Eigenes gelehrt. Er hätte sich selbst widersprochen und uns dadurch vom Leben aus und mit JaHuWaH, unserem Schöpfer, getrennt. Im Gegenteil: Jahushua hat Menschen zum wahren Leben, zur Thora und zu den Weisungen der Propheten, zurückgeführt. In seinen Aussagen, die im “NT” zu finden sind, beharrt er darauf, dass er nichts Neues und nichts Eigenes lehrt: “Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen (der in der Thora und in den Propheten offenbart ist) tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus JaHuWaH ist oder ob ich aus mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet (nicht im Lichte der Thora), sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der mich gesandt hat, der ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm. Hat nicht Moshe euch die Thora gegeben?” (Jo 716-19).

“Meint nicht, dass ich gekommen sei, die Thora (die Weisungen zum Leben) oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu bestätigen (erfüllen, euch vorzuleben). Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von der Thora (den Weisungen zum Leben) vergehen, bis alles vollendet (geschehen) ist. Wer nun eine der geringsten Weisungen JaHuWaHs aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt wird der Elendeste  heissen in der Gegenwart JaHuWaHs” (Mt 5,17-19).

Dabei geht es vor allem um die Anbetung des einzig EINEN (vgl. 5Mo 6,1-9; Mk 12,29-33). Von IHM allein erfährt der Mensch Ordnung und Segen. Das vierte Prinzip, das wir beachten müssen: Jahushua selbst zitiert in allen Grundfragen des Glaubens und des Lebens die Thora und Propheten. Darum sagte Jahushua: “Denn es steht geschrieben: “Du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser (Gott), anbeten und ihm allein dienen” (Mt 4,10). Hier zitiert Jahushua die Thora, die Weisungen JaHuWaHs aus 5 Mo 6,13; 10,20 und der Propheten: 1Sam 7,3 u.v.m. Die Schreiber des “NT” haben uns solche Aussagen korrekt überliefert. Die Christen aber sollen sie im umgedeuteten Sinn verstehen und einordnen, nämlich im Sinne der Ersatztheologie, des Paulus. Was heisst das? Diese Aussagen Jahushuas im “NT"sollen beweisen, dass der ganze TaNaCH (“AT”) auf die Gottheit Jesu Christi und die Erlösung durch Jesus Christus hinweist, dass selbst Jahushua von Nazareth diese Überzeugung vertrat und lehrte, indem er sich auf den TaNaCH berief. Das ist ein absoluter Missbrauch.

Ein fünftes Prinzip, das es zu beachten gilt: Ein “NT”, das im 4. Jh von den Kirchenvätern und dem Bischof von Rom, dem Papst, zur Bibel erklärt worden ist, kannten weder Jahushua noch seine Bibelschüler (von den Christen fälschlicherweise Apostel genannt). Für Jahushua und seine Bibelschüler bestand die Bibel, das Wort JaHuWaHs, einzig und allein aus den 5 Büchern des Moshe, den Propheten und den übrigen Schriften, aus dem also was von den Kirchen fälschlicherweise als das “Alte Testament” bezeichnet wird. Eine andere Bibel oder irgendwelche Zusätze zu JaHuWaHs Wort, die man als eine neue Bibel, als “Neues Testament”, gleich der Thora und den Propheten, zu beachten hätte, wäre für sie unvorstellbar gewesen. Das hätte für sie Abfall von JaHuWaH bedeutet.

Im 4. Jh führten Kirchenväter und Papst eine umfassende Sammlung von allen möglichen Berichten und Schriften über Jahushua und seine Bibelschüler durch. Es gab unzählige Legenden und Berichte, eine zahllose Menge an “Evangelien”, deren Inhalte voller Widersprüche zueinander waren. Diese wurden gesammelt und nach längerer Zeit auf ein Buch reduziert, das der Papst dann bewusst als “Neues Testament”, als die Bibel der Christen, bezeichnete. Nach christlichem Verständnis hatten Thora und Propheten ihren Zweck erfüllt: Jesus Christus ist der in der Thora, von den Propheten und in den Schriften verheissene König. Das kann und muss nur der Jude Jahushua von Nazareth sein. Damit haben diese Schriften ihren Zweck erfüllt und sind zu nichts mehr tauglich. Worin aber sollen sie noch Beachtung finden? Sie gelten als Beweis dafür, dass sich die Messianischen Verheissungen aller Propheten in der neuen Gottheit Jesus Christus (der paulinischen Gottheit) erfüllt haben. Ein wahnsinnig frommer Irrwahn. Der Jude und Rabbi Jahushua von Nazareth soll der Mensch gewordene Gott auf Erden sein, der mit seinem Blut die Menschheit erlöst haben soll?. Doch davon spricht kein biblischer Prophet, aber damit wurde der TaNaCH für die Anhänger des Paulus ausser Kraft gesetzt (vgl. Dan 7,25). Das allerdings ist der Kirche - durch die schützende Hand JaHuWaHs - bis heute nicht gelungen!

Zu allem Übel kommt noch die Tatsache hinzu, dass viele Kirchenmenschen sich nie so ganz im Klaren darüber waren und sind, zu welchem der drei Götter sie jeweils beten sollen. Manchen bereitet diese Tatsache eine echte Not. In ihrer Not diesbezüglich sagte mir eine Frau: Am Morgen betet ich Gott den Vater an, am Mittag Gott den Sohn und am Abend Gott den heiligen Geist, dann bin ich beruhigt, weil ich weiss, dass dadurch keine der drei Gottheiten eifersüchtig auf die andere sein muss! Manchmal praktiziert sie den Rhythmus der Anbetung in umgekehrter Reihenfolge!

Hier einige Bibelstellen die uns beweisen, dass die Bibel keine Drei-Gott-Personen (Trinität) kennt, und auch, dass der Jude Jahushua niemals ein Gott war! In 5Mo 18,18 offenbart JaHuWaH Moshe, dass er seinem Volk, nach seinem Tod aus der Mitte seiner Brüder wieder einen Propheten senden wird: “Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte (Thora, Propheten und Schriften) in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde..” In 5Mo 18,15 sagt Moshe: “Einen Propheten wie mich wird dir JaHuWaH, dein Erlöser, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören..”

In Jo 5,39-47 soll uns eine weitere Irrlehre eingebläut werden. Vergessen wir nicht, als das “Evangelium” nach Johannes geschrieben wurde, war Jahushua von Nazareth schon seit längerer Zeit von Paulus zur einer griechischen Gottheit gemacht worden. Die Schreiber des “Evangeliums” nach Johannes legen darum Jahushua folgende Worte in den Mund: “Denn wenn ihr Moshe glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?” Damit lösten die Kirchengründer eine grosse Verwirrung aus.   Die Kirchengründer wollen damit suggerieren, Moshe hätte nur von Jahushua gesprochen und zwar als Gottheit auf die alle hören sollen, wollen sie nicht dem immer währenden Gericht verfallen. Im Geiste JaHuWaHs und der Propheten hingegen bezeichnet Jahushua solche Lehrer als Menschenmörder, weil sie der Thora widersprechen und aus dem Eigenen lehren (vgl. Jo 8,44). Auch diese Aussage in Joh 8,44 versuchen die Kirchenväter den Christen so zu vermitteln, als würde Jahushua damit die Juden meinen, die sich am TaNaCH orientieren. Der Mensch lebt von jedem Wort, das vom Munde JaHuWaHs ausgeht. JaHuWaH gab die Weisungen und Segnungen der Thora, damit wir Leben haben, und ihm, unserem Schöpfer zur Ehre, ein gesegnetes Zusammenleben führen können.

Am zweiten grossen Wallfahrtsfest JaHuWaHs, am Fest Shawuoth (Pfingsten), war der Tempel zu Jerushalajim voller Juden aus aller Welt. Kepha (Petrus), der Jude, ging zum Tempel (vgl. Apg 3,8). Als überzeugter Jude durfte er in den Tempel gehen. Dort hielt er eine Predigt (Apg 3,12ff), bei der er - man höre und staune - 5Mo 18,15 zitiert um zu beweisen, dass Jahushua ein Prophet ist, nicht ein Mensch gewordener Gott”. Er bezeichnet ihn also als den Propheten, den der Vater aus der Mitte der Brüder (der Juden) erstehen liess!: “Moshe hat schon gesagt: Einen Propheten wird euch JaHuWaH, euer Erlöser, aus euren Brüdern (aus den Juden) erwecken, gleich mir; auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird. Es wird aber geschehen: jede Seele, die auf diesen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden” (Apg 3,22-23). Dann aber haben die Christen Pech gehabt. Sei Moshe gab es immer wieder Propheten. Moshe war nicht der einzige. Gleich nach seinem Tod folgte der nächste usw. usf. Jeder aus dem TaNaCH lebende Prophet, der nach Moshe kam, war der Prophet. Wer auf diesen Prophet nicht hörte, galt als verlorenes Schaf. Lassen wir uns von keiner Verdrehung der Worte durch die Gründer des Christentums irreleiten – ob sie angeblich von Jahushua oder einem seiner Bibelschüler kommen.

Die Predigt des Kepha löste eine umfassende Erweckung unter den Juden aus, denn in wenigen Tagen erkannten fünftausend Juden Sendung und Dienst des Jahushua und kehrten um (vgl. Apg 4,4), der von sich gesagt hatte: “Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel” (Mt 15,24). In kurzer Zeit kehrte ebenso eine grosse Menge der Priester (Sadduzäer) um – zurück zum Schafstall des einen Hirten JaHuWaH (vgl. Apg 6,7). Kepha bezeichnet Jahushua nicht als einen Gott, der einer von drei Gott-Personen ist, drei Personen die aus Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem heiligen Geist bestehen. Er bezeichnet Jahushua schlicht und einfach als einen Propheten, gemäss dem Zeugnis aller Propheten, die der Vater aus den jüdischen Brüdern, als Juden, erweckte, erstehen liess (vgl. Apg 10,38). Wäre Jahushua nach dem Zeugnis des Moshe in der Thora nicht ein Prophet gewesen, sondern die zweite Gottheit von drei Gottheiten, dann hätte Kepha vor den versammelten Juden im Tempel Jashua nicht als einen Propheten bezeichnet und hätte die Thora nicht zitiert. Er hätte offen von drei Gottheiten gesprochen. Er hätte kein Blatt vor den Mund genommen.

Wir können Kepha doch nicht vorwerfen, dass er bei seiner öffentlichen Rede im Tempel die Lehre von drei Gott-Personen unterschlagen hätte. Warum hätte er alle Zuhörer belügen sollen? Wir weigern uns auch deshalb zu glauben, dass die Gottheit JaHuWaH und die Gottheit Jesus Christus, unter der Führung der dritten Gottheit, dem hl Geist, erst auf den Konzilien, 325 in Nizäa, und 381 in Konstantinopel (Istanbul), eine Lehre von drei Gottheiten geoffenbart haben sollen, so wie uns das die Kirchen mit ihrer antimessianischen Lehre glauben machen wollen. Solches zu lehren widerspricht aller Redlichkeit und jeder seriösen Bibelauslegung.
Auf diesen Konzilien werden JaHuWaH, die Propheten, Jahushua und seine Bibelschüler in perfider Weise offiziell und definitiv geschändet und verleugnet. Der Grund dieser Lehre hat auch mit der Überheblichkeit und Eifersucht einiger radikaler fundamentalistischer Kirchenväter über das auserwählte Volk zu tun. Daneben natürlich mit der tief verwurzelten kulturellen Bindung an das heidnische Muster von drei Gott-Personen. Drei Gottheiten gehörten zum religiösen Muster der antiken Völker. Diese Männer schreckten nicht davor zurück ihr abtrünniges verkehrtes Denken gewaltsam durchzusetzen (vgl. die Gräuel unter den Päpsten in ihrer Frühzeit, die endlosen Pogrome, die spätere Inquisition und Kriege). Sie lehrten und lehren die Menschen bis heute aus dem Eigenen (vgl. Jo 8,44).

Zudem bezeichnete Jahushua sich selbst als einen Propheten, was wir als sechstes Prinzip bezeichnen könnten: “Und Jahushua sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, ausser in seiner Vaterstadt und unter seinen Verwandten und in seinem Haus” (Mk 6,4; Mt 13,57; Lk4,24). Und als siebtes Prinzip gilt: Auch die übrigen Jünger wiesen auf Moshe und die Propheten hin und verkündeten Jahushua als einen Propheten (vgl. Jo 1,45; Lk 24,19; Apg 7,37). Ebenso gilt als achtes Prinzip: Auch das jüdische Volk erkannte und bekannte Jahushua als einen Propheten (vgl. Lk 7,16; Mt 21,11.46; Jo 4,19; 7,40; 9,17).

Im nächsten Gim werde ich auf weitere Bibelstellen eingehen. Von Herzen wünsche ich allen eine ungeteilte Liebe und Freude zu JaHuWaH und damit auch eine verinnerlichte Shabbatfreude, auch allen, die arbeiten müssen.

Gregor Dalliard

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