"In ihm seid ihr in allem reich gemacht worden" (1. Korinther 1,5)

Glaubensimpuls 21

Wer den Geist des Jahushua von Nazareth in sich wirken lässt, der will und versucht das zu leben, was dem Menschen im Leben zum Besten dient. Ich sage, er versucht es, er will es, und ein solcher Mensch wird in seinem Leben nie aufgeben. Was Jahushua von Nazareth lebte, war das, was er von Kindesbeinen an innerhalb des Judentums erfahren und für sein Leben aufnehmen durfte. Was er da erfahren und lernen durfte, waren Weisheiten zum Leben. Er setzte sie im Leben um, lehrte sie weiter. Das alles geschah einzig und allein aus der persönlichen Beziehung mit JaHuWaH, im Umgang mit JaHuWaH: “Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10). Aus dieser Quelle des Lebens, von diesem Licht her, führte er die Menschen zu einem weisen, menschenfreundlichen, gesegneten Leben. Ausgangspunkt war die Beziehung Abrahams zu JaHuWaH. Dazu gehört das Shma Israel (Höre Israel) (5Mo 6,41ff). Seine jüdischen Eltern führten den kleinen Jahushua in diese Beziehung hinein. Das fing mit der Beschneidung an. Dann war es der regelmässige Schulbesuch in der Beth HaKnesseth, wohl in Nazareth, die Bar Mitzwa, usw. Zu allen Zeiten wurden die Juden in diese Beziehung mit JaHuWaH, dem himmlischen Vater, hinein-erzogen.

Selbst wenn der Weg der Glaubenserziehung, durch die äusseren Umstände bedingt, oft unterschiedlich verlief, das Ziel blieb für alle gläubigen Juden immer dasselbe. Alle Propheten, Schriftgelehrten, Pharisäer, Gerechten, Frauen, Männer, junge Menschen und Kinder sind auf diesem Weg in die Beziehung mit JaHuWaH hinein-erzogen worden und dadurch in ihrem Leben reich gesegnet worden: “Alle meine Quellen sind in dir!” (Ps 87,7).
Kein Volk dieser Erde hat bis heute einen solchen Glaubensweg hinter sich gebracht, wie diese Volk. Die Juden gehören in jeder Beziehung, in allen Lebensbereichen, zu den Spitzenleuten dieser Erde, wir können sagen, zu den reichst gemachten Menschen der Welt. Bedenken wir, und dies trotz der grausamsten Schändungen, Entbehrungen und Leiden, denen ein Volk jemals ausgesetzt war, über Jahrhunderte hindurch ununterbrochen – vor allem von Seiten der Getauften.

Wer die Bibel, den TaNaCH, tiefer kennenlernt, wer sich länger mit dem Wort JaHuWaHs, mit seinen Segnungen und Verheissungen auseinandersetzt, kommt unweigerlich zum Schluss: Reicher als JaHuWaH ist nichts und niemand. Ich habe mir nebenbei schon mal die Frage gestellt: Welcher Mensch ist wohl der reichste auf dieser Welt? Es muss ja jemanden geben. Ich weiss es jedenfalls nicht. Ich muss es auch nicht wissen. Fehlt mir etwas dabei? Nein, überhaupt nichts, selbst wenn ich das wüsste, brächte mir dieses Wissen rein gar nichts ein.
Was mein Leben bis heute reich gemacht hat, ist die persönliche Begegnung mit JaHuWaH und die vertiefte Gemeinschaft mit IHM, die ich über alles stelle. JaHuWaH gehört alles, von A – Z, basta! Das möchte ich allezeit beherzigen, das macht mich reich in IHM.

Nun möchte ich auf eine seltsame Begebenheit hinweisen, die ich vor vielen Jahren erlebte, die mich aber nach vielen Jahren wieder einholte und weiterführte. Als junger Student und überzeugter Katholik schlug ich einmal im Internat in Brig, aus lauter Neugierde, das “Alten Testament” auf. Sagen wir es heute so: Ich schlug die Bibel des Jahushua von Nazareth auf, was mir damals noch nicht bewusst war. Ich schlug Jeshajahu (Jesaja) 46 auf. Hier schreibt der Prophet Jeshajahu (Jesaja) im Namen des JaHuWaH: “Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Gibt es einen, den ihr mit mir auf die gleiche Stufe stellen könnt? Ist einer mir auch nur ähnlich?” (Jes 46,5). Das konnte ich annehmen, für mich war in jenen Tagen Gott identisch mit Jesus Christus. Daran hatte ich keinen Zweifel, wie sollte ich auch? Diesen Glauben anzuzweifeln, so etwas wäre mir in jenen Tagen doch nicht einmal im Traum in den Sinn gekommen. Dafür hatten die Wächter des Glaubens, die Kleriker, gründlich vorgesorgt.
Was ich aber danach las, entsetzte mich, knickte meine Seele. Ich war empört. Hören wir uns an, was JaHuWaH durch den Propheten sagt: “Da schütten die Menschen ihr Gold und Silber aus dem Beutel und wiegen es ab. Anschliessend bringen sie es zu einem Goldschmied und lassen daraus eine Götterfigur herstellen. Kaum ist sie fertig, werfen sie sich zu Boden und beten sie an. Sie tragen ihren neuen Gott auf den Schultern durch die Strassen und stellen ihn an seinen vorbereiteten Platz. Dort steht er dann und rührt sich nicht vom Fleck. Und wenn jemand in äusserster Not zu diesem Gott um Hilfe schreit, bekommt er keine Antwort. Sein Gott kann ihm nicht helfen!..” (Jes 46, 6-10).
Was ich da bei diesem Juden las entsetzte mich, empörte mich. Was mich am meisten schockierte, was mir durch Mark und Bein ging, war die Tatsache, dass hier Gott redet. Wer aber ist dieser Gott, der so redet? Das kann doch nicht Jesus Christus sein, der doch mein Gott ist, der zweite innerhalb der drei Gott-Personen? Gott redet hier so böse über sein Volk, die Christen. Wie nur kann er jenen Glauben verspotten, den er selbst uns, seinen Gläubigen, uns Katholiken, gegeben hat? Genau so glauben und leben wir doch diesen Glauben? Die Kirchen, Kathedralen, Dome und der Vatikan, sind sie nicht voller kostbarster Statuen, voller Gold und Silber, alles doch ihm zu Ehren gemacht? Wie oft tragen wir diese kostbarsten Statuen und Hostien herum? Ich dachte z. B. an Fronleichnam, an die Wallfahrtsorte und vieles mehr. Wir verbeugen uns vor ihnen, vor jedem Gottesdienst. Wir feiern unsere Liturgie vor ihnen. Wir werfen uns vor ihnen auf die Knie nieder, beten sie an?
Das ist doch die Gottesverehrung und Liturgie, die Gott von uns fordert? Fassungslos war ich!

Diesen Angriff auf den Glauben der Katholiken, auf das katholische unfehlbare Lehramt, das uns alle diese Weisungen, im Namen Jesu Christi, allezeit zu glauben und zu feiern verordnet, dieser Angriff auf die einzig wahre Kirche, die allein alles bewahrt, was Jesus Christus jemals gelehrt hat, die Kirche, die alles strengstens praktiziert und hütet, was soll das? Das war für mich nicht entschuldbar und auch nicht hinnehmbar. Das war ein Angriff auf Jesus Christus, meinen Gott, dem Gott der Christenheit, dem zu Ehren wir doch das alles machen. Für mich war klar, der Gott der Juden kann kein Christ sein. Der Gott der Juden kann unmöglich mit dem Gott der Christen etwas zu tun haben. Er würde nie so über die Christen reden können, wie das der Gott der Juden tut. Meine Abneigung gegen die Juden bekam noch einiges an Radikalität oben drauf.
Nun ja, wie viel Energie, Herzsblut, Geld und Zeit haben wir an Kathedralen, Basiliken, Kirchen und Kapellen vergeudet, damit diese Statuen in Prachtsbauten, Prachtspalästen ihr blödes Dasein haben? Wie ist die Kirche, der Vatikan, dadurch reich geworden, unermesslich reich. Doch sein Reichtum hat ihn und seine Anhänger schon längst verdorben, zugrunde gerichtet. In diesem Glauben sind die Menschen nicht reich, sondern arm, missbraucht, ausgebeutet und ihrer Menschenwürde beraubt worden. Die Vergangenheit spricht eine unzweideutige Sprache! Geistig und materiell wurden wir arm gehalten!

Damit möchte ich wieder einmal auf die Wurzel dieses unermesslichen Übels kommen. Das wird vielen nicht gefallen. Ich habe über diesen Glaubensimpuls den Titel gesetzt: “In ihm seid ihr in allem reich gemacht worden, in allem Wort und aller Erkenntnis..” (1Kor 1,5). Paulus meint hier mit der Formulierung “in ihm” nicht etwa JaHuWaH, sondern Jesus Christus. Tatsächlich haben wir es hier mit einer falschen Gottheit zu tun, mit einem heimtückischen Missbrauch. Paulus und seine Gründer des Christentums missbrauchen den Namen JaHuWaH, indem sie ihn durch den Namen Jesus Christus ersetzen. Doch ihr Jesus Christus hat nichts mit JaHuWaH zu tun. Paulus schiebt uns seine Gottheit Jesus Christus als den früheren Jahushua von Nazareth vor, der kraft der Auferstehung nun zu einem Gott gemacht worden sei und uns in allem reich mache, doch das ist er nicht und das kann er auch nicht. Nochmals: Das Christentum hat uns mit seiner Gottheit Jesus Christus in allem arm gemacht!
Wir durften diesem Kult entfliehen. Welch ein Wunder der Gnade! Wir haben die Quelle des Lebens, JaHuWaH, gefunden, jenen Reichtum, der uns nichts und niemand nehmen kann. Wunderbar!: “Preist, ihr Völker, unseren Erlöser, JaHuWaH, und lasst hören den Klang seines Lobes; der unsere Seele zum Leben bringt und nicht zugelassen hat, dass unsere Füsse wankten!” (Ps 66,9-10).

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zum nächste Bibeltreffen in Finsterhennen ein: am 19. Juli und am 16. August 2020 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag 26. und Sonntag 27. September 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und David. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.