"Ich bin die Tür der Schafe" (Johannes 10,9)

Glaubensimpuls 6

Eine ähnliche Aussage finden wir auch in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg.. niemand kommt zum Vater, als durch mich“. Der Vergleich mit der Tür will uns etwas Tiefsinniges und für unser Leben fundamental Wichtiges sagen. Wir verlassen einen alten Ort, den alten Zustand eines früheren Lebens, und wir gehen an einen neuen Ort, zu einem neuen Leben, zu einem neuen Sein. Jahushua von Nazareth bezeichnet sich als die Tür zum Vater. Damit sagt er nichts Falsches. Er gehört zum auserwählten Volk, das der Vater als Tür, als Zugang zu IHM und zu seinem Segen erwählt hat. JaHuWaH hat dieses Volk in Abraham erwählt. Ihm hat er seine Absichten, seinen Willen, die Ordnungen eines gesegneten Lebens kundgetan. Wer durch diese Tür geht, darf sich, im Laufe des Lebens, sogar der Vermehrung des Segens erfreuen.

Im Vertrauen Abrahams auf JaHuWaH geschieht Wiedergeburt, Durchgang durch die Tür, Segen: “Er tat seine Wege kund dem Moshe” (Ps 103,7). “Er verkündete Jakob sein Wort, Israel seine Ordnungen und seine Rechtsbestimmungen. So handelte er an keiner Nation” (Ps 147,19). Dieses Volk ist im Vertrauen (Glauben) Abrahams auf JaHuWaH, die Tür, der Weg zum Vater JaHuWaH geworden. Jahushua von Nazareth bestätigt diese Tatsache im Gespräch mit der Frau aus Shomron, (der Samaritanin) am Jakobsbunnen: “Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist bei (aus) den Juden” (Joh 4,22). Das ist wunderbar!

Bedenken wir, was eine Tür ist! Täglich öffnen und schliessen wir Türen. Täglich gehen wir durch Türöffnungen hindurch. Warum sollen wir Menschen im Glauben, im Vertrauen Abrahams, durch diese Tür gehen? Sie ist die Tür, die im Glauben Abrahams aufgegangen ist? Und wohin gehen jene, die durch diese Tür gehen? Sie treten durch diese Tür hindurch – zum Vater, zum Schöpfer des Lebens, d.h. zum Segen des Lebens. Sind wir schon durch diese Tür gegangen, oder stehen wir noch draussen?
Manche Menschen, die sich als gläubig bezeichnen, stehen draussen. Warum wohl? Sie lassen sich von den israelitisch-jüdischen Propheten und Schriftgelehrten nichts sagen – nicht zum Vater, zum Segen, führen. Sie wollen nicht durch diese Tür gehen. Sie weigern sich. Warum wohl? Sie tun es vorwiegend aus Unwissenheit, und als Folge der frommen christlichen Verführung gegen die Juden. Schon als Kinder sind sie in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften mit einem völlig verzerrten, verkehrten Bild von JaHuWaH und seinen Segnungen, und vom Glauben des Jahushua von Nazareth, indoktriniert und missbraucht worden – antijüdisch. Dieser Glaube hat ihnen nur Angst gebracht, die christliche Hölle heiss gehalten, in Gang gehalten. Auf jeden Fall keinen Segen, wie dem David: “JaHuWaH ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele” (Ps 23,1-2).

Unbewusst berauben sie sich selbst eines unermesslichen Segens, eines Segens, der von unserem Schöpfer dem Abraham und seinen Nachkommen verheissen worden ist. Irregeleitet weigern sie sich dem Abba Vater ihre ungeteilte Anbetung und Ehre zu geben, so wie das die Propheten, das israelitisch-jüdische Volk, die Pharisäer, wie Jahushua von Nazareth einer war, taten.
Überprüfen wir hier unsere Glaubenshaltung. Sind wir mit freudigem Herzen durch diese Tür gegangen? Zögern wir noch? Der himmlische Vater JaHuWaH beschenkt uns allezeit mit seiner Gnade: “Preist JaHuWaH! Denn er ist gut, denn seine Gnade währt ewig” (1Chr 16,34). “Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus JaHuWaHs lebenslang (Ps 23,6). Das ist Leben!

Das Bild des Schafhirten war den damaligen Zuhörern wohl bekannt. Nirgendwo wurden mehr Schafe gehütet als in Israel. Es bedurfte darum vieler Schafhirten. In Johannes 10 ist vom Gleichnis des guten Hirten die Rede, von dem Hirten, den Schafen, dem Schafstall und der Tür. Der hebräische Urtext ist später von den christlichen Redaktoren überarbeitet und entsprechend antijüdisch umgearbeitet und erweitert worden. Was mir aber wichtig scheint, ist die Grundbotschaft des Jahushua von Nazareth. Er lag damit in der Tradition der Propheten, z.B. jener des Hesekiel (vgl. Hes 34,6+ff). Die Schafhirten, das waren die Propheten, Schriftgelehrten und Pharisäer. Sie verteidigten das von JaHuWaH auserwählte Volk und den Verheissenen Segen, der für alle Welt bestimmt ist, so, wie damals ein Hirt seine Herde gegenüber den vielen wilden Tieren verteidigte, die brutal in die Herde eindrangen und sie in alle Richtungen zerstreuen wollten.
Mit dem ganzen Einsatz ihres Lebens kämpften sie gegen die Eindringliche. Der verheissene Segen über Abraham durfte unter keinen Umständen unterbrochen oder gar verloren gehen. Darum waren die Propheten, Schriftgelehrten und Pharisäer bereit ihr Leben zu lassen. Wie sie, so hielt es auch auch Jahushua von Nazareth: “Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe” (Joh 10,11). Dabei nahmen diese Zeugen des Segens Spott, Verachtung und Ausgrenzung von den Besatzern auf sich. Manchmal mussten sie ihren brennenden Eifer sogar mit dem Tode bezahlen. Manchmal sogar innerhalb des eigenen Volkes. Darum lesen wir: “Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber JaHuWaH liess ihn (den betreffenden Propheten, Schriftgelehrten oder Pharisäer) treffen unser aller Schuld” (Jes 33,6).

Wir sind diesen Zeugen unendlich dankbar. Sie haben uns diesen Segen zufliessen lassen. Was könnte uns von diesem Segen abhalten? Wir wollen diesen Segen ausleben. Was könnte uns daran hindern?

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Das nächste Bibeltreffen in Finsterhennen, am 13. April 2020, wird wegen der Coronavirus–Bestimmungen verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Donnerstag, 9. und Freitag, 10. April 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und Pessach. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.