"..er (JaHuWaH), der Erkenntnis lehrt den Menschen" (Psalm 94,10b)

Glaubensimpuls 5

Das Wort JaHuWaHs ist unerschöpflich. Wer gleichsam in die Bibel hineingeht, begibt sich auf eine weite Reise. Sie ist voller Überraschungen, voller Entdeckungen, voller Herausforderungen. Sie weckt unser Staunen und fordert von uns Entscheidungen. Die Reise verändert den Betreffenden laufend. Sie bringt ihn näher zum Ziel, näher zu seiner irdischen Bestimmung. Die Freude wächst, der innere Frieden breitet sich aus: “Er erquickt meine Seele” (Ps 23,3). Von oben gezeugt, indem wir unser Vertrauen auf JaHuWaH setzen, wie Abraham, Sara, David und ein Meer von Gläubigen, wachsen wir immer tiefer hinein in die Gedanken und in den Willen unseres himmlischen Vaters JaHuWaH. Sie lassen uns ein Ziel sichten, das alle menschlichen Vorstellungen bei weitem übersteigt. Dabei begegnen wir auf dieser Reise, im Wort JaHuWaHs, den beiden grossen übereinstimmenden Linien von Vorhersage und Erfüllung, innerhalb der Menschheitsgeschichte. Das ist aber noch nicht alles! Da ist die Menschheitsgeschichte als Ganzes. Auch sie ist in ihrer Gesamtheit im Wachstum begriffen.

Wir können dieses Wachstum auch mit einem Samenkorn vergleichen, das in die Erde hineingelegt wird. Es verändert sich laufend. Es verharrt nicht in seinem anfänglichen Zustand. Es wächst und wächst. Es würde sofort verfaulen, stinken und zerfressen werden, verharrte es immer im gleichen Zustand. Das Samenkorn will wachsen, zu einer Pflanze heranwachsen und jene Frucht bringen, die der Schöpfer in das Korn hineingelegt hat, die dem Schöpfer gefällt und die Pflanze glücklich macht. Wir sind davon überzeugt, dass das Samenkorn die Bestimmung des Schöpfers in sich trägt: es soll sich in diesem Leben entfalten und glücklich werden können. Es soll den sinnvollen Umgang mit allem in diesem Leben erkennen und verstehen lernen. Das ist jene Reife, die JaHuWaH als Frucht in unserem Leben sucht.

Nimmt JaHuWaH uns in sein Wort hinein, dann verändert uns sein Wort. Unser Denken, unser Wissen, unser Umgang mit den Mitmenschen, ja überhaupt unser ganzes Leben lässt sich von ihm unaufhaltsam verändern. Darum gleicht nicht nur unser Leben, sondern auch das der ganzen Menschheitsgeschichte, einem Samenkorn. Unaufhörlich verändert sie sich – ihrem Ziel entgegen. Sie wächst auf ihre Bestimmung hin, bis die vollkommene Frucht erbracht ist. So lesen wir in Jes 25,7-8: “Dann wird er auf diesem Berg die Hülle verschlingen, die das Gesicht aller Völker verhüllt, und die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist. Den Tod verschlingt er auf ewig, und der Herr, JaHuWaH, wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht, und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegtun. Denn JaHuWaH hat geredet”. Schade, dass sich Menschen diesem Wachstum verweigern. Von ihnen heisst es: „Sie haben keine Erkenntnis und keine Einsicht“ (Jes 44,18).
Das war bei mir früher auch so. Ich war unerschütterlich der Überzeugung, dass ein Mensch nur dann Gott gefallen und in den Himmel kommen kann, wenn er absolut strikt nach den Lehren der katholischen Sakramente und Dogmatik glaubt und lebt. Darin muss ich unbeweglich verharren. Das muss immer so bleiben, denn das allein garantiert die Einheit unter den wahren Gläubigen und das ewige Leben. Jede Veränderung, jede Abweichung davon, kommt in diesen religiösen, erstarrten Systemen, dem Abfall des wahren Glaubens gleich, dem Abfall von Gott. Das Ende wird in der Hölle sein. So wurden wir gelehrt, erzogen. In Wirklichkeit aber wurde uns laufend jenes fromme Gift injiziert, das die Fäulnis des Samenkorns vorantrieb, indem es uns an unserem Glaubenswachstum hinderte, uns lähmte. Wir versanken im Chaos des frommen Irrtums. Ahnungslos vertrauten wir den frommen Führern. Wir wären darin verfault, hätten wir den Zugang zum Leben, zum Lebenssinn, nicht rechtzeitig gefunden.

Wie oft provozierten Teile des auserwählte Volkes JaHuWaH, seinen Vater, den Schöpfer des Lebens. Als einziges Volk der Erde besitzt dieses Volk die einzigartige Erkenntnis über das Wesen des himmlischen Vater. Vernachlässigte, vergass oder verleugnete es die Heilswege JaHuWaHs, die ihm geoffenbart worden sind, wozu dieses Volk ja berufen worden ist, brachte es schwere Gerichte über sich. Durch den Propheten Jirmejahu sagt JaHuWaH: „Dumm steht da jeder Mensch, ohne Erkenntnis (über Gott JaHuWaH)“ (Jer 10,14). “Die Weisung des Weisen ist eine Quelle des Lebens, um zu entgehen den Fallen des Todes” (Spr 13,14). Das Gericht schmerzt JaHuWaH. Was sagt ER von seinem erwählten Volk, dem er seine Heilsgedanken mitteilte: „Mein Volk kommt um an Mangel an Erkenntnis“ (Hos 4,6). JaHuWaH ist derjenige, der Erkenntnis über seine Heilswege lehrt: „..er, der Erkenntnis lehrt den Menschen“ (Ps 94,10b).

Darum dürfen wir mit viel freudiger Spannung und tiefer Danksagung aus der Bibel, der Fülle des Wortes JaHuWaHs schöpfen. Darin wachsen wir als Söhne, wachsen zur Erkenntnis seiner selbst heran und werden ihn darin bezeugen. Die Zeit wird anbrechen, da auch die übrigen aus dem Haus Israel und dem Haus Juda (Sohn, Zwölfstämmevolk, 2.Mo 4,22-23), die von JaHuWaH abgefallen sind, die aber zu jenen gehören, denen die Erstlingsgabe der Wiederherstellung geschenkt worden ist, in der Fülle der Erkenntnis über JaHuWaH und sein Heilswirken ausgestattet sein werden. Noch ist es eine Auswahl, ein Überrest (Jes 10,22). “Siehe, Tage kommen, spricht JaHuWaH, da schliesse ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund (qualitativ). Ich werde meine Weisungen in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Erlöser (Gott) sein und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt JaHuWaH! Denn sie alle werden mich erkennen, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Grössten, spricht JaHuWaH. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken“ (Jer 31,31.33-34). Als Erstlinge lasst uns JaHuWaH bezeugen, wie es die israelitisch-jüdischen Propheten und Jahushua von Nazareth auch getan haben.

Wir beherzigen dabei die Worte des himmlischen Vaters, die er über den Propheten Jirmejahu an sein Volk richtete: „So spricht JaHuWaH, der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich JaHuWaH bin, der Gnade, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich gefallen“ (Jer 9,22-23). Das wünschen wir uns gegenseitig von Herzen.

Gregor Dalliard

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