"Gepriesen sei, der da kommt im Namen JaHuWaHs! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosianna in der Höhe! Und er (Jahushua) zog in Jerushalajim ein, in den Tempel" (Mk 11, 9b - 11b).

Glaubensimpuls 51

Jahushua, der Pharisäer und Schriftgelehrte, war ein äusserst gesegneter Rabbi, der bei den Juden eine Umkehrwelle zu JaHuWaH auslöste, ähnlich jener Umkehrwellen wie sie jeweils von grossen Propheten in der Vergangenheit ausgelöst worden waren. Er wurde zum Anführer einer innerjüdischen Erneuerungsbewegung grossen Ausmasses. Es ist unvorstellbar mit welcher Freude und mit welchem Jubel viele Juden Jahushua jeweils in Jerushalajim aufnahmen, als er hinauf in die Ewige Stadt ritt um die von JaHuWaH gebotenen Feste mitzufeiern. Das jüdische Volk wurde von den Römern grausam gedemütigt. Die Ausbeutung nahm unerträgliche Ausmasse an. Umso mehr hingen sie an den einflussreichen und JaHuWaH-treuen Jahushua aus Nazareth. Diese Begeisterung weckte den Unmut der Römer. Die Frage der römischen Herrscher war: Wie können wir die Juden von ihrem JaHuWaH und seinen Verheissungen trennen, sie assimilieren? Wenn wir sie uns gefügig machen könnten, wie alle anderen unterworfenen Völker auch, dann würden wir nicht länger mit soviel Widerstand konfrontiert sein. Die verlustreichen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Juden würden ein Ende haben.
Jahushua tat aber das genaue Gegenteil von dem was die römischen Herrscher beabsichtigten. Flächendeckend rief er die Menschen zu einer neuen Hingabe an JaHuWaH und sein heilsames Gesetz auf: “Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu tun. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist”. Das war Klartext, gerichtet an die Römer und jene Priester im Tempel (Sadduzäer) die aus unterschiedlichen Gründen mit den Römern zusammenarbeiteten.

Damit war allen klar: Der so hoch geachtete Schriftgelehrte und Wundertäter Jahushua von Nazareth war ein absoluter Verfechter des TaNaCH. (Was heisst TaNaCH? “T” steht für Thora, “N” für Neviim, d. h. Propheten und “CH” für Chetubim, d. h. für Schriften, kann auch mit “K” = Ketubim geschrieben werden). Genau das brauchten die Juden in jenen Tagen, angesichts ihrer verzweifelten Situation. Darum ist es verständlich, dass viele Juden – angesichts ihrer verzweifelten Situation – in Jahushua den Anbruch des Messianischen Reiches sahen, den Beginn der Herrschaft des Königs JaHuWaH (vgl. Sach 14,9.16; Ps 22,29 u.a.m.), der folgerichtig die Römer aus dem Land werfen würde. Das aber geschah nicht.

Mit Jahushua kam kein König, kam kein Anbruch des Messianischen Reiches, kein endzeitlicher Mashiach (Messias). Kein Prophet sprach jemals von solchen kommenden Ereignissen, von einer Person, namens Jesus Christus oder von etwas, das mit einer solchen Person zu tun haben würde. Was geschah stattdessen? Genau das Genteil dessen, was im Messianischen Reich geschehen wird! Etwas, dass beim Kommen des Messias, beim Anbruch des Messianischen Reiches, niemals geschehen dürfte. Was denn? Jahrzehnte nach dem Tod des Jahushua von Nazareth war Israel nicht wieder hergestellt. Im Gegenteil, im Jahre 70 wurden die Juden aus dem Land geworfen. Trotz dieser Geschehnisse wagten es die Gründer des Christentums die Fakten einfach umzukehren und in der Gottheit Jesus Christus den verheissenen Messias zu lehren. Damit lehrten sie den Beginn und die Darstellung des Messianischen Reiches. Das ist ein frommer Irrsinn, ein antijüdischer Wahnsinn!

Als Jahushua wieder einmal hinauf nach Jerushalajim zog, zur Feier des Pessach, breiteten viele Menschen ihre Kleider vor ihm aus, So zog er unter dem Jubel viel Volkes – wie üblich – hinauf zum Tempel: “Und viele breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere aber Zweige, die sie auf den Feldern abschnitten; und die Vorangehenden und die Nachfolgenden riefen: Hosianna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des JaHuWaH! Was machten die Gründer des Christentums? Sie missbrauchten prophetische Aussagen und wandten sie auf Jahushua an, nachdem ihn Paulus entjudaisiert und zu einer auferstandenen Messias-Gottheit gemacht hatte. So wird Jahushua König Israels genannt, obwohl er nie König war, noch sein wollte. Ein Missbrauch der prophetischen Aussage in Sach 9,9, auch von Mal 3,1: “Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Gesalbte (Mashiach), den ihr sucht, der Bote des Bundes, an den ihr Gefallen habt”. Nichts davon traf auf Jahushua von Nazareth zu.
Verschiedene Herrscher, die vor den Römern das Heilige Land besetzt hatten, versuchten dasselbe wie die Römer, aber keinem Herrscher und keinem Land der Welt ist es jemals gelungen, die Juden als ganzes Volk von ihrem Glauben und ihrer Beziehung zu JaHuWaH abzubringen, auch dem Vatikan und den Christen nicht. Das ist ein aussergewöhnliches Wunder! .

Sicher riefen viele Juden in ihrer dramatischen Lage Jahushua als König aus, obwohl – wie wir sagten- er nie König war, noch sein wollte. Nach dem strengen römischen Gesetz, der Lex Julia Majestatis, musste ein nicht von Roms Gnaden ernannter König nach ein paar Formalitäten sofort gepfählt werden. Da gab es keine längere Gerichtsverhandlung mit dem Fehlbaren, schon gar nicht mit den Juden. Nach dem kaiserlichen Gesetz hatte sich Jahushua eigenmächtig zum König der Juden ausrufen und feiern lassen. Das galt als das allerschwerste Verbrechen gegen die römische Obrigkeit, gegen die Kaisergottheit, gegen die kaiserlichen Gesetze. Das war ein Staatsverbrechen, das sofort, in aller Härte, geahndet werden musste und zwar mit Folterung und dem grausamen Tod durch Pfählung. In diesem Fall war der ruchlose Prokurator Pontius Pilatus für die Pfählung zuständig. Wer zum Tod durch Pfählung verurteilt war, wusste um sein grausames und qualvolles Leiden und Sterben. Die Römer wandten bei allen Juden, die sich als Messias (Befreier) proklamierten und deren männlichen Anhängern, diese grausame Qual als Form der Abschreckung an. Die Liste der Juden, die aus Liebe zu JaHuWaH und um der Verheissungen willen, diesen grausamen Tod oder ähnliche Grausamkeiten, im Laufe der Geschichte auf sich nahmen, ist unvorstellbar lang. Sie nahmen wegen ihres Auftrages – um der Menschheit willen – dies alles auf sich!

Wie tief Hitler, als getauftes Mitglied der katholischen Kirche, in diesem Denken verwurzelt war, zeigt neben seinem Kreuzeswahn auch sein tiefes religiöses Interesse an der Bibel und dem Katechismus. Er wollte, wie er sich einmal einem katholischen Würdenträger gegenüber äusserte, die Sache mit den Juden im Geiste der Kirche tun, aber etwas gründlicher als die Kirche! Er liess nicht einfach Bibel und Katechismus verbieten, sondern gründete 1939 in Eisenach (D) das Entjudungsinstitut, das bis 1945 tätig war. Das “Neue Testament” (“NT”) und der Katechismus sollten noch gründlicher entjudaisiert werden, ebenso das christliche Glaubensbekenntis. Führende Kräfte an dieser frevelhaften Arbeit waren einflussreiche, kirchliche Führer, denen das Volk blind vertraute, die auch nach dem Krieg unschuldig und ohne mit den Wimpern zu zucken, führende Posten in der Kirche versahen.

Diesen JaHuWaH-losen verkehrten und pervertierenden religiösen Denkstrukturen müssen wir uns stellen. Erst dann vermögen wir die JaHuWaH-gefällige Bedeutung der Juden verstehen, ihre Stellung im heilsgeschichtlichen Plan JaHuWaHs. Helfen wir mit, den unsäglichen Missbrauch der biblischen Botschaft, der in der Verkündigung der meisten Kirchen unaufhaltsam fortgesetzt wird, entgegen zu wirken. Wie anders könnten wir behaupten die Bibel, der TaNaCH (“AT”) sei Fundament unseres Glaubens? Doch die Erkenntnis um diese Zusammenhänge und das Wachstum daraus verläuft bei jedem unterschiedlich. Hier braucht es Verständnis und Geduld.

Also lasst uns alle bisherige kirchliche Überheblichkeit und Trennung von den Juden durch konsequente Schritte ablegen. Wir schulden diese Umkehr sowohl unserem himmlischen Vater JaHuWaH als auch den Juden, die um unseretwillen soviel Leid erdulden mussten. Lasst uns konsequente Zeichen setzen. Legen wir alle Widersprüchlichkeit zum biblisch-prophetischen Wort ab. Unsere Beziehung zu JaHuWaH, unserem himmlischen Vater, wird von Segen und Danksagung begleitet sein.

Dieser Weg ist herausfordernd. Wenige christlich geprägte Menschen werden uns verstehen und diesen Weg der Wiederherstellung und Wiedergutmachung nachvollziehen können. Wir wollen diesen Menschen verständnisvoll begegnen, aber niemals wollen wir die erkannte Wahrheit zurückhalten. Wir wollen auch nicht vergessen, dass Millionen von Christen unwissend sind. Seit vielen Jahrhunderten sind sie diesem unseligen kirchlichen System verfallen. Könnten sie die Hintergründe dieses frommen Systems erfassen, wären sie nicht mehr dabei. Trotzdem gibt es eine Masse von redlichen und lieben Menschen in diesen christlich-religiösen Systemen, denen wir mit Achtung und Respekt begegnen.

In der Freude und Dankbarkeit wünsche ich allen, wenn möglich, einen besinnlichen und geruhsamen Shabbat. Shabbat Shalom

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).