Die Auferstehung – heidnische Wurzeln des Christentums. Teil 1

Glaubensimpuls 393

Alles lebt im Prozess der Digitalisierung. Der Grossteil der Menschheit ist rund um die Uhr beschäftigt mit dem “Ding” in der Hand. Der Blick ist Tag und Nacht darauf gerichtet – es läuft was in der Welt, alle sind gleich über alles informiert. Und da kommst du, Gregor, mit deinen Glaubensthemen, die kaum noch jemanden interessieren. Den Leuten ist es doch total Wurst ob die Auferstehung, die Umwandlung des Juden Jahushua in eine griechische Gottheit, namens Jesus Christus, tatsächlich stattgefunden hat oder nicht. Was ist denn Ostern? Das ist das Fest der heidnischen Frühjahrsfeste zu Ehren aller möglichen Gottheiten. Seit Menschengedenken werden die Auferstehungsfeste Ostern genannt. In allen Religionen auf der ganzen Welt wird in irgendeiner Weise Ostern gefeiert. Schon in seinen Anfängen übernahm das Christentum die heidnische Auferstehungstradition, unter dem Namen Ostern. Wir müssen korrekterweise sagen: Das Christentum kommt aus dieser heidnischen Tradition. Im nächsten Glaubensimpuls möchte ich darauf zurückkommen. 394.

Beinahe in allen Religionen der Antike wurde mit dem Frühling die alljährliche Auferstehung der Schöpfung gefeiert. Mit spektakulären Feierlichkeiten, mit Feuerzeremonien, Vertreibung der Wintergeister, mit gegenseitigem sich Beschenken, mit Tanz, Musik und viel Freude wurde – und wird – der Anbruch des neuen Lebens gefeiert. Die neu aufgehende, immer höher aufsteigende Sonne, das neue Erwachen der Natur, die neue Fruchtbarkeit der Erde, der Frühling, bringt alles in Bewegung – auch in uns! Die Sonne das Licht, die “Erzeugerin” des Lebens, das Symbol aller Fruchtbarkeit, ist einfach nicht aus dem Leben der Menschen wegzudenken.
Ein natürlicher Prozess der die Menschen seit jeher sehr bewegt. Dieses alljährliche Auferstehungsgeschehen wurde immer in Verbindung mit irgendwelchen Gottheiten gefeiert. Im Mittelpunkt standen Naturgottheiten die vom Tode zum Leben auferstanden. Im 4. Jh. wurde das Christentum zur Staatsreligion im römischen Reich. Die uralten traditionellen Göttersöhne, ihre Auferstehungsrituale und -feste wurden schrittweise von den Christen übernommen und auf die neue Gottheit des Paulus übertragen, auf Christus Jesus, als den Auferstandenen.

Die Kirchengründer übernahmen sukzessive die meisten Rituale aus dem Heidentum. Dazu gehören die notwendige Versöhnung mit der Gottheit durch Menschenblut am Kreuz, die Erlösung durch ein menschliches Blutopfer, die Auferstehung eines von einer Gottheit gezeugten Sohnes, die Anbetung von drei Gott-Personen, die Anbetung einer Gottesmutter, die Schwängerung einer Jungfrau durch eine Gottheit und der damit verbundene Zölibat, die Sakramente und ihre Abläufe, die Formen und Bedeutung von Weihen und Segnungen, der Heiligen- und Totenkult und sehr viel mehr. Paulus lehrte die Menschen, der Christus sei von JaHuWaH, kraft seiner Auferstehung zu einer Gottheit gemacht geworden. Dadurch war er kein Jude mehr sondern einer der vielen Göttersöhne innerhalb einer Dreiheit von Göttern. Diese Lehre war im antiken Heidentum nicht neu. Die Kirchengründer waren sehr schlau und der römische Kaiser Konstantin bedrängte sie zu etwas völlig Neuem. Was war das völlig Neue an dieser Lehre, die im 4. Jh. alles verändern sollte?
An der Spitze fast aller grossen heidnischen Religionen der Antike standen drei Gott-Personen. Die Menschen waren darin religiös verwurzelt und versessen. Der Jude Jahushua von Nazareth wurde, als Auferstandener Jesus Christus (entjudaisiert), als neue Gottheit, in diese alten Traditionen eingefügt. Die Heiden waren dadurch viel schneller für Jesus Christus, und damit für die neue heidnische und einheitliche Staatsreligion zu gewinnen.
Diese Lehre wurde dem “Neuen Testament” hinzugefügt. Sie lautet: “Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, an den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden” (Mt 28.16-18).
Der Sohn Gottes des Paulus unterschied sich nun von allen anderen Söhnen der Götter dadurch, dass ihm, als dem Auferstandenen, alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben war. Die anderen Söhne Gottes herrschten nur über bestimmte Völker oder Menschen bestimmter Regionen. Jedes Volk und jede Region behauptete ihr Sohn Gottes sei stärker und mächtiger als der des anderen Volkes. Durch unsägliche Beweisführungen, wie Abstammung der Göttersöhne, Kriegserfolge etc. sollte die besondere Grösse des jeweiligen Sohnes Gottes in ein noch grösseres Licht gestellt werden. Durch diese unseligen Auseinandersetzungen war die Einheit im römischen Reich dauernd gefährdet. Dem wollte Konstantin ein für allemal ein Ende setzen.

Also lassen die Kirchengründer im 4. Jh., nachdem sie die Dreieinigkeit definiert hatten, ihren Auferstandenen als zweite Gott-Person, als den wahren Menschen und den wahren Gott, sprechen: “Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters” (Mt 28,19-20). Auf diese schändliche Weise sollten alle Menschen der Kirche unterworfen werden. Damit hatten die Kirchenväter, bzw. die Päpste, das erreicht, was sie wollten. Um ihre unheilvolle Macht und ihre antijüdischen Lehren durchsetzen zu können, mussten sie die Menschen zuerst ihres Denkens berauben. Die Menschen mussten willenlos und gefügig gemacht werden.
Bei allen Irrtümern die sie nun verbreiteten, konnten sie sich auf eine himmlische Autorität, auf den Auferstandenen Jesus Christus berufen. Ihm nun, ihrem Auferstandenen Christus, konnten sie ihre Lehren in den Mund legen. Das ist bis heute so geblieben. Die Theologen versetzten ihren Auferstandenen Christus zur Rechten des Vaters. Dort musste er sich hinsetzen. Durch ihn aber liessen sie die dritte Gott-Person, den Heiligen Geist, senden: “Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe” (Joh 14,26; 16,13; 1Kor 2,10-12; 1Jo 2,20). Perfider, gemeiner und niederträchtiger kann es nicht mehr gehen! Jede Irrlehre der Kirche, im Christentum, wird seither als wunderbare Offenbarung dieser dritten Gott-Person gelehrt, die der Vater im Namen und in der Vollmacht des Auferstandenen Christus offenbaren musste und muss (vgl. Jo 14,26). Welch ein schändlicher Missbrauch des Namen JaHuWaH und des Namen Jahushua!

Noch einmal: Das sind Zusätze und Einfügungen die eine dritte Gott-Person, als den Heiligen Geist, voraussetzen. Diese dritte Gott-Person, der Heilige Geist, ist aber erst im 4. Jh. als Gottheit definiert worden! Vorher gab es im christlichen Glauben keine drei Gott-Personen. Damit ist recht leicht zu erkennen, wie sehr die Menschen mit der Lehre an die Auferstehung des Jahushua von Nazareth – als Christus Jesus – und mit der Lehre seiner Vollmacht über alles im Himmel und auf der Erde, betrogen und irregeführt sind. Diese Lehre aber garantierte die einheitliche Lehre, den einheitlichen Glauben, das einheitliche Denken aller Christen und damit die Einheit im ganzen römischen Reich.

Katholiken feiern die Weihe des Feuers, des Osterfeuers, vom Karsamstag auf den Ostersonntag. Damit verbunden ist das Feuerritual mit der Osterkerze. Das sind Rituale die auf den griechischen Sohn Gottes Hephaistos zurückgehen. Er war der Sohn des Gottes Zeus (theos) und der Göttin Hera (Gottesmutter). Im römischen Reich wurde er als Gott Vulcan, der Gott des Feuers, verehrt. Was hat Befreiung von Schuld und Sünde, was hat Umkehr, mit einem Feuerritual zu tun? Was hat Jahushua von Nazareth, der Jude, Rabbi, Pharisäer und Schriftgelehrte mit Ostern, Feuer, Hephaistos oder Vulcanus jemals zu tun gehabt? Was hat Jahushua mit der griechischen Dreieinigkeit von Zeus, Hera und Hephaistos zu tun?

“Es mögen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; es mögen stets sagen: Gross ist JaHuWaH!, die dein Heil lieben” (Ps 40,17). In dieser Freude des Heils grüsse ich alle herzlich und wünsche allen eine Zeit zum Auftanken. Shalom!

Gregor Dalliard

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