Der Wille des JaHuWaH und mein freier Wille? Teil 7

Glaubensimpuls 458

Darum beachten wir folgende Tatsachen. Erstens begegnen wir alle im Leben einer unabänderlichen Tatsache, ob gläubig oder nicht. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Es gibt Lebensbereiche auf die wir Einfluss nehmen können, wenn wir wollen, auf andere können wir keinen Einfluss nehmen, ob wir wollen oder nicht. Unser Einfluss bleibt, auf das Ganze gesehen, immer begrenzt. Dort wo wir aber Einfluss nehmen können, kann unser Einfluss enorme Auswirkungen haben, auf gute oder böse Weise und entsprechende Folgen haben. Das zeigt uns die Menschheitsgeschichte zur Genüge, im Grossen wie im Kleinen, so auch im Leben eines Pharao.

Zweitens wollen wir Folgendes festhalten: Wir sind begrenzte Wesen, ausnahmslos alle Menschen. Das ist eine unleugbare Tatsache. Darum ist Folgendes in aller Demut festzuhalten: Es gibt Dinge und Ereignisse im Leben, die wir wahrlich nicht zu ergründen oder zu verstehen vermögen. Das zu akzeptieren fällt uns im Leben oft sehr schwer. Wir möchten alles verstehen und für alles und jedes eine Erklärung haben und abgeben. Wenn wir gelegentlich sagen, Wissenschaftler seien vor allem davon betroffen, so müssen wir doch in aller Demut und Redlichkeit eingestehen, dass vor allem tiefreligiöse Menschen davon betroffen sind. Sie werden oft als religiös fanatisch wahrgenommen, als stur und nicht offen für einen redlichen und aufrichtigen Austausch auf der Grundlage des biblisch-prophetischen Wortes, was auch immer ihre Motivation oder ihr Beweggrund sein mag. Sie haben für alles und jedes eine Antwort bereit. Mag das noch so gut gemeint sein, aber überhaupt nicht den geschichtlichen Tatsachen oder dem Denken und der Absicht der damaligen Schreiber entsprechen. Wir wollen alles ergründen und in allem gleich vollkommene Klarheit haben. Das gehört zu unserem Menschsein, das vermittelt Sicherheit. Das aber funktioniert so nicht, vor allem nicht im Umgang mit der Bibel.

JaHuWaH vermittelt dem Menschen nicht umsonst, dass niemand ihn sehen und am Leben bleiben kann. Ebenso verbietet er den Menschen – zu ihrem eigenen Schutz – sich von IHM ein Bild zu machen, ihn in irgendeiner Weise darzustellen oder in ein theologisches Dogma pressen zu wollen. Sein Name ist JaHuWaH, so offenbart ER sich Moshe. Das heisst: ICH bin der mit euch Seiende: gestern, heute und morgen. Und das ist er immer, allezeit, und das als der Loslöser, der Erlöser, der Helfer, der Befreier: “Da sprach JaHuWaH zu Moshe: ‘Ich bin, der ich bin.’ Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ‘Ich BIN’ hat mich zu euch gesandt. Und JaHuWaH sprach weiter zu Moshe: ‘So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: JaHuWaH, der Erlöser (Gott) eurer Väter, der Erlöser Abrahams, der Erlöser Yishaq (Isaaks) und der Erlöser Jakovs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation” (2 Mo 3,14-15).
Also, halten wir doch fest: die Tatsache und das Wissen, dass JaHuWaH allezeit und immer bei mir ist, geht weit über das Verstehen aller biblischen Aussagen hinaus. Das ist das EINE sehr Wichtige. Das andere sehr Wichtige, lasst es uns wieder und wieder sagen, das Mit-Wesentlichste, Jahushua von Nazareth fasst es so zusammen, wie das übrigens die gläubigen Pharisäer vor ihm auch taten: “Jahushua antwortete ihm: Das erste ist: ’Höre, Israel: JaHuWaH, unser Erlöser (Gott), ist der EINZIG EINE, und du sollst JaHuWaH, deinen Erlöser, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!’ Das zweite ist dies: ‘Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du (lieben wie dich selbst)! Grösser als diese ist kein anderes Gebot". Du meine Güte, ist das etwa nicht das Grösste in meinen Erdentagen?

Drittens fällt uns die oben genannte Aussage über Pharao in der Bibel wirklich als Widerspruch auf. Doch das nur dann, wenn wir die vorangehenden geschichtlichen Ereignisse ausser Acht lassen und an dem umfassenden biblisch-prophetischen Wort hinwegschauen. Unsere christliche Erziehung und Prägung hat uns, was das biblische Verständnis angeht, an eine völlig verkehrte Denk- und Glaubensweise im Umgang mit der Bibel gebunden. Das war die Absicht der Gründer des Christentums. Ihre verkehrte Bibelauslegung ist im “Neuen Testament” als die unantastbare Lehre festgelegt und allen Anhängern als die zu glaubende Wahrheit auferlegt worden. Diese Aussage mag sich für manchen aufrichtigen und ernsthaft praktizierenden Christen entsetzlich und schockierend anhören.
Erst die innere Bereitschaft, das prophetische Wort im TaNaCH (“Alten Testament”) in seiner gegebenen Absicht und in seinem ganzen geschichtlichen Zusammenhang, unvoreingenommen, lesen und annehmen zu wollen und sich von jeder frommen Verbiegung und Verzerrung zu verabschieden, wird jedem die wunderbaren Schätze der Bibel zugänglich machen.
Der Pharao hatte aus freiem Willen, aus den Umständen heraus (Profit- und Machtgier), freiwillig den Grund des Widerstandes gegen JaHuWaH gelegt. Die Ägypter, die Pharaonen, hatten mehrere Jahrhunderte lang die Möglichkeit gehabt, sich JaHuWaH gegenüber zu öffnen und sich sowohl vom Götzendienst als auch von ihren Götzenpriestern zu befreien. Den Ägyptern war der Monotheismus der Nachkommen Abrahams keineswegs fremd. Sie wurden in der Geschichte hin und her laufend damit konfrontiert. Ein Pharao bildete im Laufe der Geschichte einen einmaligen und einzigartigen Einschnitt. Es war der Pharao Echnaton. Er befreite sich von den alles durchdringenden Menschen- und Tiergöttern, ihren Priestern, Kulten und Tempeln und führte systematisch die Anbetung und den Kult einer einzigen Gottheit durch. Die Forschung beschäftigt sich bis heute intensiv damit, ob und wie weit Moshe auf den Pharao Echnaton Einfluss hatte. Ja, wie weit wirkte sich das gesegnete Leben des Joseph auf die Pharaonen aus? Hatte er die Ägypter nicht vor der grössten Hungersnot in ihrer Geschichte bewahrt? Ein äusserst interessantes Thema. Eines ist sicher, die Ägypter waren mit den Israeliten immer wieder konfrontiert und umgekehrt – und damit auch mit JaHuWaH. Schon die Vorfahren, bevor Jakov und seine Söhne wegen der Hungersnot von Kanaan nach Ägypten zogen, gab es diese Konfrontationen.
JaHuWaH gab den ägyptischen Priestern und Pharaonen viele Chancen. Sie sollten JaHuWaH kennenlernen und ihren verderblichen und z.T. grausamen Götzendienst, der sich im täglichen Leben endlos negativ und qualvoll demonstrierte, beenden. Die Priester-Zauberer aber verhinderten mit allen Mitteln die Hinwendung zu JaHuWaH und die Pharaonen waren letztlich nicht bereit ihre Position als Götter. bzw. Göttersöhne, gezeugt von einer Gottheit in eine Jungfrau, aufzugeben. Die Priesterklasse, mit ihren luxuriösen Tempeln, lebte schliesslich im grenzenlosen Wohlstand. Die fromme Verdummung der Masse und das daraus entstandene geistige Sklaventum der Masse, machte aus den Menschen willenlose, entwürdigte Geschöpfe. Die Parallele dazu finden wir in der Geschichte des Christentums. Der immense Vatikanpalast, mit all seinen Palästen und die prunkvollen Kathedralen, Basiliken, Kirchen und Wallfahrtszentren auf der ganzen Welt, zeugen von diesem Götzenkult. Jedenfalls hatte der Pharao Echnaton einen Versuch gemacht. Doch nach seinem Tod wurde von den Priestern alles zunichte gemacht. Der alte Menschen- und Tierkult wurde wieder eingeführt. Die Menschen wurden wieder in die fromme Finsternis gesperrt.

Moshe hatte nicht mit den ägyptischen Priestern und ihren Göttern verhandelt, sondern direkt mit dem Pharao. Es war die Chance für den Pharao und das ägyptische Volk. Obwohl der Pharao – und die Priester – die gewaltigen Zeichen JaHuWaHs sehen und erfahren durften, ebenso die wunderbaren menschlichen Rechtsordnungen, die JaHuWaH Israel für alle Völker der Erde gegeben hatte, verschloss der Pharao sein Herz, indem er sich zu den ägyptischen Zauber-Priestern hielt. Damit hatte er sein Herz definitiv gegen JaHuWaH verhärtet. Das geht der Aussage in 2Mo 7,3-4 voraus. Das Mass war damit voll. Denn jetzt hatte JaHuWaH die Verstockung des Pharao “endgültig” versiegelt. Moshe sollte sich keinen weiteren Hoffnungen und Erwartungen mehr hingeben. “Ich aber will das Herz des Pharao verhärten und meine Zeichen und Wunder im Land Ägypten zahlreich machen”. Der Pharao hatte sein Herz bereits im voraus definitiv verhärtet. JaHuWaH bestätigt nur, was bereits geschehen ist.
Dennoch wollte JaHuWaH den Auftrag des Volkes Israel vor den Augen aller Ägypter und für alle Menschen der Zukunft in dieser Welt sichtbar werden lassen. Darum führte Moshe alles getreu zu Ende. Wie viele Chancen hatte JaHuWaH den Pharaonen gegeben, sie aber krebsten immer wieder zurück, weil ihnen die Furcht vor den Götzenpriestern und den angeblichen himmlischen Kräften der Götter mehr Eindruck machten als ein in JaHuWaH befreites Volk. Sie hatten mehr als genug Chancen gehabt. JaHuWaH ist barmherzig, aber auch gerecht. Daran sollten wir grundsätzlich nie zweifeln. Wir können nicht immer alle Zusammenhänge gleich erkennen. Hätten die Bibelschreiber alles bis in die Details erklären wollen, dann hätten wir wohl eine Bibel die mindestens 1 Kilometer lang wäre!! Aber da ist noch der von JaHuWaH geführte Verstand. “..und aus deinem ganzen Verstand”.

Also, bleiben wir zuversichtlich und mit viel Freude ganz einfach daran, denn: “Der Fels; vollkommen ist sein Tun, denn alle seine Wege sind recht. Ein Erlöser (Befreier, Helfer, Tröster) ist ER, der Treue hält und ohne Trug, gerecht und gerade ist er!” (5Mo 32,4). Einfach wunderbar! Herzliche Grüsse, mit einen freudigen Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard

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