Der Wille des JaHuWaH und mein freier Wille? Teil 3

Glaubensimpuls 454

Das verheerende fromme Wirrwarr über den Willen JaHuWaHs, in der christlichen Erlösungslehre, wird jedem gewissenhaften Bibelleser irgendwann unleugbar vor Augen geführt. Was hier an religiösen Schändlichkeiten im Umgang mit JaHuWaH und seinen Willen zutage tritt, und damit auch im Umgang mit den Mitmenschen, übersteigt jedes Mass an Respekt und Verantwortungsbewusstsein. Im letzten Gim 453 wies ich auf einen dieser schauerlichen Widersprüche hin. Wenn wir nun die Erlösungslehre durch das Blut eines Menschen dazunehmen, der gleichzeitig Gott war, wie Paulus und Johannes das lehren, und auf die vollkommene Wirkung dieses Blutopfers achten, das die Vergebung der Sünden der ganzen Welt bewirkt hat, dann erreicht das fromme Chaos ein grenzenloses Ausmass mit verheerenden Folgen: “Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt” (1Joh 2,2). U.a. wies ich im Gim 440 darauf hin: “..nämlich dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete” (2Kor 3,19).

Als sich die Gründer des Christentums schrittweise vom reichen Lebens- und Glaubensschatz des TaNaCH (des “Alten Testamentes”, der Bibel) lösten und schliesslich ganz verabschiedeten, brach innerhalb der ersten Christen das Chaos aus. Es sollte nie mehr ein Ende haben, bis zu dieser Stunde! Das fing mit Paulus an, was ja nicht anders zu erwarten war. Die Christen bekamen von Paulus und seinen Kirchengründern keine biblische Glaubens- und Lebensbasis. Was sie bekamen, war eine heidnische Erlösungslehre, mit völlig umgedeuteten biblischen Inhalten. Was konnte daraus werden? Aus dieser Orientierungslosigkeit entstanden verschiedene christliche Ideologien, die sich gegenseitig vernichten wollten. “Wenn ihr aber einander beisst und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet! (Gal 5,15). Wie konnte es soweit Kommen? Keine christliche Richtung war auf dem festen sicheren Grund des prophetischen Wortes aufgebaut. Für Paulus war das prophetische Wort nichts als Dreck (vgl. Phil 3,8). So hielten es auch jene, die auf seiner Erlösungslehre weiterbauten und sie in ihrem antijüdischen Eifer vertieften, wie etwa Johannes. Nun, entsprechend ging Paulus damit um. Er brachte das biblisch-prophetische Wort, den Willen JaHuWaHs, um seine Lebenskraft und -freude, indem er es für sein “Evangelium” missbrauchte. Die Wirkung blieb nicht aus. Die Auseinandersetzungen unter den verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen eskalierten. Sie führten schliesslich von regionalen brutalen Gewalttaten zu umfassenderen endlosen kriegerischen Auseinandersetzungen, fast bis in unsere Tage herein. Kriegerische Auseinandersetzungen, ausgelöst durch unterschiedliche christliche Meinungen, werden heute zwar nicht mehr geführt, aber auf theologisch-ideologischer Ebene wird tapfer weitergekämpft.

Im 2. und 3. Jh. hatten sich die Christen endlos darüber zerstritten, ob es drei Gott-Personen geben würde oder nur eine oder zwei, und ob Maria (die Jüdin Mirjam) nun zu einer Gottheit definiert werden müsste? Da Paulus aus dem Juden Jahushua einen Gott gemacht hatte (vgl. 2 Kor 5,16), müsste Maria doch die Mutter von Gott sein, d.h. die Gottesmutter. Der paulinische Gottessohn, die Gottheit Jesus Christus, war nicht wiedergekommen, wie Paulus angekündigt hatte. Das löste ein Chaos unter Christen aus. Was nun? Anfangs des 4. Jahrhunderts mussten sich die Gründer des Christentums, unter der Führung des römischen Kaisers, definitiv für eine der verschiedenen dogmatischen Glaubensrichtungen unter den Christen entscheiden. Es entstand ein endloses theologisch-ideologisches Gerangel unter den führenden Bischöfen, was die Frage nach der Zahl der Gott-Personen angeht. Wie stehen diese Gott-Personen zueinander? Was ist der Wille JaHuWaHs? Welche Funktion übt jede einzelne von ihnen aus? Wie bedeutend und einflussreich ist jede einzelne von ihnen? Wie steht jede einzelne von ihnen zum Menschen? Müssen alle angebetet werden oder darf nur eine, zwei, drei oder mehr, usw. usf. angebetet werden? Was ist der Wille Gottes? Dabei war der Wille JaHuWaHs längst schon in der Bibel, im TaNaCH (“Alten Testament”), geoffenbart! Aber ihm hatten die Gründer des Christentums den Rücken zugekehrt und damit sich und eine Masse von Menschen – bis heute – ins Elend geritten.
Unter den verschiedenen, sich widersprechenden christlichen Lehr-Formen, die sich unter den verschiedenen Völkern im römischen Reich herausgebildet hatten, entschied sich Kaiser Konstantin 325, auf dem Konzil von Nizäa, zusammen mit einigen führenden christlichen Bischöfen Roms und seinen beratenden führenden heidnischen Philosophen, für die heute noch, für die meisten Christen, fest verankerte christliche Lehrvariante (Dogma) von drei gleichwertigen christlichen Gott-Personen (Trinität). Warum entschied sich der Kaiser für diese Lehr-Form, die Trinität? Alle bestehenden heidnischen Religionen im ganzen römischen Reich waren damit, mehr oder weniger, miteinbezogen. Die Juden natürlich nicht, was sie auch nie gewollt hätten, denn ihre Väter, Abraham, Itzack und Jakov, hatten sich, zusammen mit ihren Frauen, schon längst aus der trinitarischen Finsternis der heidnischen Kulte verabschiedet. Im neuen christlichen (heidnischen) Glauben, der schliesslich allen im römischen Reich aufgezwungen wurde, erkannten sich alle trinitarischen Kulte unterschiedlich stark wieder, so dass sie die Rache ihrer Götter nicht zu fürchten brauchten. Damit fühlten sie sich auch schneller wieder Zuhause. Fast in allen heidnischen Religionen jener Zeit, bildete die Lehre von drei Gottheiten (Trinität), das Zentrum des Glaubens und der Glaubenspraxis. Im nächsten Gim geht’s weiter.

Zum Feste Shawuoth wünsche ich allen eine tiefe Freude in der Beschäftigung mit dem geoffenbarten Wort und Willen JaHuWaHs. Darin und daraus fliesst uns der an Abraham verheissene Segen zu, der uns eine reiche Ernte einbringt – allem voran, den inneren Frieden. Herzliche Grüsse und Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zum nächste Bibeltreffen in Finsterhennen ein: am 19. Juli und am 16. August 2020 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag 26. und Sonntag 27. September 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und David. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.