Der Wille des JaHuWaH und mein freier Wille? Teil 10

Glaubensimpuls 461

So schreibt ein Leser: “Was versteht man eigentlich unter dem ‘freien Willen’ des Pharao, der als Gottmensch einem kollosalen Zwang ausgesetzt gewesen sein musste? Es gibt keinen freien Willen: Veranlagung, Umwelt prägt uns, formt uns. Du bist lieb, du gehörst zu uns. Der Mensch nimmt sich Entscheidungen heraus.”
Ja, es ist in Tat und Wahrheit so, dass wir alle innerhalb einer bereits bestehenden gegebenen Ordnung hineingeboren und erzogen werden. Selbst wenn die bestehende “Ordnung” alles andere sein kann als eine gute, d. h. den Menschen wohlgesonnene Ordnung. Was die Formulierung “freier Wille” beinhaltet, wird von den Menschen ganz unterschiedlich und sogar widersprüchlich verstanden. Der Wille der Staatsoberhäupter entspricht nicht immer jener Ordnung, die ein freies und geschütztes Zusammenleben erlaubt und garantiert. Darum schränken sie den Willen des Einzelnen ein und können ihn im Laufe der Zeit entsprechend umformen.

Freiheitliche Ordnungen müssen immer neu angestrebt und wahrgenommen werden. Dafür müssen sich Menschen immer wieder neu einsetzen. Wo Menschen leben wird es immer menscheln. Etwas anderes bleibt eine Illusion. Wir bezeichnen unsere erreichten demokratischen Ordnungen als Lebensformen, in denen die Menschen weitgehend ihren freien Willen ausleben können. Sie kommen der Bibel, den Weisungen und Ordnungen JaHuWaHs, am nächsten. Die meisten Pharisäer, und natürlich auch Jahushua von Nazareth, waren bestrebt, ihr Leben danach auszurichten. Was war der Leitfaden? JaHuWaH hat das israelitisch-jüdische Volk zum Licht der Völker gesetzt, dazu bestimmt. An erster Stelle sind nicht die Erfolge in der Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Medizin usw. gemeint. Hier waren und sind sie immer schon Spitzenreiter, d. h. Licht für die Völker gewesen, obwohl die Christen, zu jeder Zeit, mit allen Mitteln versuchten, sie daran zu hindern. Diesem Erfolg aber geht das Wesentlichste voraus, auf dem alle Erfolge aufbauen. Es sind die Lebensweisungen JaHuWaHs, das Gebot, den Nächsten zu achten (lieben), wie sich selbst, d. h. er hat die gleichen Grundbedürfnisse wie ich. “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin JaHuWaH” (3Mo 19,18). Diese Grundbedürfnisse soll und muss ich jedem Menschen zugänglich machen, damit er seinen freien Willen entsprechend bilden und ausleben kann. Woran aber soll er seinen Willen bilden und formen? Selbstverständlich wissen viele Menschen mit den Möglichkeiten der Freiheit, soweit sie vorhanden ist, nicht umzugehen und geraten auf schwere Abwege. Das Umfeld verführt sie, bringt sie auf Abwege, macht sie unglücklich. Wir sollten uns hier nichts vormachen. Nicht alles ist gut und fördernd, was uns als Frucht der Freiheit, des freien Willens, angepriesen oder aufgezwungen werden soll.
Viele mächtige und einflussreiche Menschen missbrauchen die Unwissenheit und Naivität der Masse für ihre abwegigen Zwecke und bezeichnen sie als Frucht der Freiheit und des freien Willens. **Genau deshalb brauchen wir schon in den frühen Kinderjahren die gesunde biblische Unterweisung des Shmah Jisrael (Höre Israel) (5Mo 6,4-15) und des Zehn-Wortes (Zehn Gebote) (2Mo 20,1-17). Darin wird in uns ein gesundes Selbst-Verantwortungs-Bewusstsein JaHuWaH gegenüber, aber auch sich selbst und den Mitmenschen gegenüber geweckt. Unser Wille bedarf der Unterweisung, was den Umgang mit dem Leben angeht – und zwar in jeder Situation.

Die Gründer des Christentums haben ganz bewusst Jahushua von JaHuWaH getrennt, herausgelöst. Sie machten aus ihm den Feind der Pharisäer, der Juden. Sie wollten die Juden verdrängen und ersetzen. Dazu schufen sie später ein antisemitisches “Neues Testament”, legten Jahushua viele und äusserst beschämende antisemitische Aussprüche in den Mund, die er als Jude nie gesagt hätte. Er war kein Heide und hätte sich darum nie zu einer Gottheit machen lassen und Anbetung für sich gefordert. Die Geschichte bestätigt uns heute die grausamen Folgen dieses Missbrauchs. Nur so konnten die Christen nach ihrem Anspruch greifen und zu jener Macht gelangen, die besagt, dass JaHuWaH durch ein menschliches Blutopfer versöhnt werden musste, und dass nur darin das Heil eines jeden Menschen begründet ist. Das ist pures heidnisches Denken. Es gab auch zur Zeit des Jahushua von Nazareth viele innerjüdische Auseinandersetzungen. Sie waren sich aber alle einig, was das Shma Israel und das Zehn-Wort, mit dem Gebot der Liebe zum Nächsten und zum Fremden betrifft, selbst wenn bei manchen eine überspitzte Kulttreue über Hand nahm und dadurch die Liebe zum Nächsten aus der Mitte des Lebens verdrängte. Selbst wenn sich das moderne Israel und viele moderne Juden wenig um das Shmah Jisrael und das Zehn-Wort kümmern, sollte uns das niemals ein Grund sein, unseren Willen nicht innerhalb dieser gesunden Ordnungen zu bilden.

So wie das “Neue Testament” das Verhältnis des Jahushua von Nazareth zu seinen Landsleuten am Ende seines Lebens beschreibt, so war es ganz und gar nicht. Aber die Gründer des Christentums setzten ihren Willen durch. Sie haben ihr Ziel bei Massen von Menschen erreicht – bis zu dieser Stunde. Damit verhindern sie bis heute den Willen JaHuWaHs, der will, dass alle Menschen ihr Gewissen, und damit ihren Willen, nach seinen Weisungen bilden und formen. Dann bleiben die guten und gesunden Früchte im Alltag nicht aus. Ganz anders ist die Situation innerhalb nicht demokratischer Lebensordnungen. Sie sind unterschiedlich einschränkend strukturiert. Anders in Nordkorea, China, wieder anders in vielen islamischen Ländern, wie im Iran oder in Saudi-Arabien, wieder anders in Russland oder Weissrussland.. Der Pharao lebte in einer Ordnung, die total von den heidnischen Priestern, dem Klerus, bestimmt und geprägt war. Als wahrer Gott, von einer Gottheit in eine Jungfrau gezeugt, und als wahrer Mensch, von einer Jungfrau geboren, hatte er zu funktionieren. Dieses ägyptische Dogma wurde später von Paulus und den Gründern des Christentums weitgehend übernommen. Gegen diese Lehre wehrten sich viele Menschen im römischen Reich. Unter den Christen brachen wegen dieser Lehre immer wieder erbitterte Konflikte aus. Der römische Kaiser Markian wollte dem ein Ende bereiten. Er berief ein Konzil in Chalcedon ein, das vom 8. Oktober bis zum 1. November 451 dauerte. Er stellte sich auf die Seite derer, die der von Paulus geschaffenen Gottheit Jesus Christus, als dem wahren Gott und dem wahren Menschen, glaubten. Dies entsprach den alten heidnischen Traditionen. **Nun wurde diese Lehre als Staatsgesetz (Dogma) allen Menschen im ganzen römischen Reich, als vom heiligen Geist (der dritten Gott-Person) geoffenbarte Wahrheit, zu glauben auferlegt. Wer sich diesem Dogma nicht unterwarf wurde verbannt, geächtet, des Einkommens und aller Ämter beraubt oder sogar ermordet.
Der Pharao hätte sich, trotz des kollosalen Zwanges, dem er ausgesetzt war, für die Wahrheit in JaHuWaH entscheiden können. Er hätte es tun können. Diese Entscheidung hätte ihn seinen Ruhm, sein Ansehen und seine Macht unter den Priestern gekostet. Er stand in der höchsten Position. Wären ihm da die vielen Ägypter nicht gefolgt? Ja, und wie steht es mit der Christenheit? Wer hört da Auf Moshe? Wer schaut und folgt da dem biblisch bezeugten israelitisch-jüdischen Glauben des Jahushua von Nazareth? Er vertrat ausgerechnet diesen Glauben, diese Beziehung zu JaHuWaH – mit Leib und Blut, mit Haut und Haaren, bis zu seinem letzten Blutstropfen am römischen Marterpfahl, den abertausende Juden mit ihm teilten. Welcher Christ auf der Welt würde heute diese heidnische Lehre, wahrer Gott und wahrer Mensch, aufgeben wollen: Als wahrer Gott, von einer Gottheit in eine Jungfrau gezeugt, und als wahrer Mensch, von einer Jungfrau geboren? Für die fromme Christenheit mag es sein wie beim Pharao. Das Mass ist wohl voll. Seit bald 2000 Jahren hören sie unablässig auf Paulus und die Mitbegründer der christlichen Dogmen. Über die Juden macht JaHuWaH den Christen seit bald 2000 Jahren ein Angebot, sich auf den Glauben, auf die Beziehung des Jahushua zu JaHuWaH einzulassen. Doch sie weigern sich. Hat JaHuWaH etwa nicht ihre Herzen verhärtet, damit sie gerichtsreif werden? Das schreckliche Leid, das als Folge dieser Ablehnung, seit bald 2000 Jahren diese Welt heimsucht, ist erschütternd und einfach zuviel.

“Vom JaHuWaH her werden eines Menschen Schritte gefestigt, und seinen Weg hat er gern; fällt er, so wird er doch nicht hingestreckt, denn JaHuWaH stützt seine Hand. Ich war jung und bin auch alt geworden, doch nie sah ich einen Gerechten verlassen, noch seine Nachkommen um Brot betteln; alle Tage ist er gütig und leiht, und seine Nachkommen werden zum Segen. Lass ab vom Bösen und tue Gutes, so wirst du für immer im Lande (d. h. gesegnet in JaHuWaH) wohnen! Denn JaHuWaH liebt Recht und wird seine Treuen nicht verlassen.. (Ps 37,23-28). Mit diesem ermutigenden Zuspruch wünsche ich allen einen Shabbat der Dankbarkeit – inmitten aller Dinge. Herzliche Grüsse und Wohlergehen, d. h. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).