Der Shomer – der Wächter und Xi Jinping. Teil 8

Glaubensimpuls 476

Europäische Politiker prangern China wegen seiner Verletzungen der Menschenrechte immer wieder an. Kürzlich kam es zu einem virtuellen Gipfeltreffen zwischen Xi Jinping und europäischen Staats- und Regierungschefs. Zentrales Thema: Menschenrechte und Gleichberechtigung. Nun geschah etwas Seltsames, etwas, das es so noch nie gegeben hat. Der chinesische Präsident Xi Jinping brachte die europäischen Staats- und Regierungschefs in arge Verlegenheit. Er sagte: „Korrigieren Sie erst einmal den Antisemitismus und die Behandlung von Immigranten und Flüchtlingen, bevor Sie China in Menschenrechtsfragen belehren.“ Quelle.

Es ist kein Geheimnis, dass China laufend und gezielt die Menschenrechte verletzt. So die massive und brutale Unterdrückung der Uiguren in der Provinz Xinjiang, von denen mehr als eine Million Menschen in Umerziehungslagern gesteckt worden sind, der Umgang mit den Oppositionellen in Hongkong, die Entmündigung und Unterdrückung des Tibet, der rücksichtslose Umgang mit Taiwan, usw. usf. Jedenfalls belasten alle diese Menschenrechtsverletzungen die Beziehungen zwischen EU und China massiv. Dass der chinesische Präsident als Reaktion auf diese Vorwürfe auf die zunehmende Unterdrückung und Ächtung der Juden (Antisemitismus) in Europa hinwies, hat seine volle Berechtigung. Er legte den Finger auf einen sehr wunden Punkt der europäischen Machthaber, der nicht von der Hand zu weisen ist.

Seit Jahrzehnten ist das Verhalten der meisten Staats- und Regierungschefs Europas gegenüber den Juden nicht nur zwiespältig, es ist heimtückisch, boshaft und total inkonsequent. Seit Jahrzehnten fliessen z. B. unzählige Summen europäischer Steuergelder unkontrolliert in die finsteren antijüdischen Kanäle radikal islamischer Machthaber, in die Kassen palästinensisch-muslimischer Propagandisten, die sich selbst bereichern und sich offen der Vernichtung der Juden verschrieben haben, wie etwa das herrschende klerikale Regime des Iran, die Terrorgruppen der Hamas in Gaza und der Hizbullah (Hisbollah oder Hizb-Allah) im Libanon. Angefangen von den Inhalten in den Schulbüchern bis hin zum weltweiten offenen Boykott jüdischer Waren (BDS) – ohne dass die Staatschefs Europas bisher etwas Wirksames – etwas mit globaler Wirkung – dagegen unternommen hätten, obwohl das in ihrer Möglichkeit stünde.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatten an der Diskussion teilgenommen. Wie die beiden anerkanntesten und einflussreichsten Frauen Europas sagten, könnten sie das antisemitische Problem in Europa zwar nicht leugnen, würden aber alles in ihrer Macht Stehende dagegen tun. Das aber stimmt in keinem Fall, das ist eine widerwärtige und abscheuliche Lüge. Was die beiden Frauen dem chinesischen Präsidenten entgegenhielten, lässt sie – in Anbetracht der nicht zu vertuschenden Wirklichkeiten in den vergangenen Jahrzehnten in Europa – ganz blöd dastehen.

Die Interessen der europäischen Machthaber galten seit jeher den wirtschaftlichen Interessen, auf Kosten der überlebenden Juden. Europa liess sich seit jeher von den islamisch-arabischen Öllieferanten, von den Arabern, gegen die Juden erpressen. Auf das schändliche Verhalten des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier haben wir im Gim 437 hingewiesen. Die Welt im Nahen Osten und in Europa sähe heute friedlicher aus, wäre Europa nach dem Holocaust ehrlich, aufrichtig und gezielt gegen den Antisemitismus vorgegangen uns zwar bis in seine tiefsten Wurzeln. Das aber war nie die entschiedene Absicht der führenden Staats- und Regierungschefs Europas, weder der führenden Kleriker noch der Politiker, die in den religiösen Fangnetzen der Kirche verstrickt sind und es wohl bleiben. Mögen sie die Welt mit der berauschendsten liberalen Schminke täuschen wollen, der durchtriebene Xi Jinping kann auch hinter Masken schauen. Da nützt keine Zurschaustellung. Dass ausgerechnet die chinesische Führung die europäischen Staats- und Regierungschefs an dieses folgenschwere Versagen erinnern muss, das müsste die führenden Menschen Europas bis ins Mark treffen. Sie werden aber wohl kaum einen Finger rühren, dem eine konsequente Wirkung folgen würde. Den wirtschaftlichen Interessen wird weiterhin jede Menschlichkeit gegenüber den Juden geopfert werden.

Wie ist das mit uns, den kleinen Leuten? Schöpfen wir aus, was in unseren Möglichkeiten liegt. Tun wir es mit Freude, bleiben wir dran. “Preist, ihr Völker, unseren Erlöser, und lasst hören den Klang seines Lobes; der unsere Seele zum Leben bringt und nicht zugelassen hat, dass unsere Füsse wankten! Denn du hast uns geprüft (begleitet), JaHuWaH, du hast uns geläutert, wie man Silber läutert. Du hast uns ins Netz gehen lassen, hast eine drückende Last auf unsere Hüften gelegt. Du hast Menschen über unseren Kopf reiten lassen; wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen, aber du hast uns herausgeführt zum Überfluss” (Psalm 66,8-12). ER, JaHuWaH, hat die Juden, trotz der grausamsten Ungeheuerlichkeiten, durch die Jahrtausende hindurch begleitet. ER hat sie nicht untergehen lassen. Sie sind da, stärker als je zuvor. Lasst uns dieser Tatsache auf den Grund gehen. Das ist spannend.

In dieser Freude grüsse ich alle herzlich und wünsche alle einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard

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