Der Shomer – der Wächter und COVID–19. Teil 7

Glaubensimpuls 475

Was immer kommen und sein wird, der israelitisch-jüdische Shomer (Wächter) lehrt uns wachsam sein. Er sagt uns gleichsam: Erforsche mit ganzer Hingabe die zentralen Aussagen der Thora, ja des ganzen TaNaCH. Das heisst, wachse stetig hinein in die Inhalte und Zusammenhänge der Bibel (von den Christen fälschlicherweise und in pervertierter Weise “Altes Testament” genannt). Suche nach den Zusammenhängen. Ihre Zusammenhänge sind umfassend, betreffen das ganze menschliche Leben. Sie machen dich in deinem Leben froh: “Deine Gerechtigkeit ist den Bergen JaHuWaHs gleich, deine Rechtssprüche dem gewaltigen Urmeer; Menschen und Vieh hilfst du, JHWH. Wie köstlich ist deine Gnade, JHWH! und Menschenkinder bergen sich in deiner Flügel Schatten; sie laben sich am Fett (dem nährenden Reichtum) deines Hauses, und mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie. Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,7-9).
Der Shomer (Wächter) nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er sieht wie sich das Volk, das sich JaHuWaH als Segen für die Völker erwählt hat, vom Quell des Lebens abweicht. Der Prophet Jirmejahu (Jeremia), ein empfindsamer Mensch, muss in einer der schwersten Krisen, innerhalb des Volkes, laut bekennen: “Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten” (Jer 2,13). Er sieht die bevorstehende Katastrophe über Juda und Jerushalajim hereinbrechen, zugleich aber auch die Wiederherstellung. Jirmejahu wird unter seinem Volk buchstäblich zum Leidensknecht, wie bereits rund 100 Jahre vorher in Jes 52, 13 und Kapitel 53 beschrieben.

Gegenwärtig erleben wir eine saisonale Grippewelle – wie jedes Jahr. Einer dieser Viren, ein Ableger, soll sich, als COVID-19, unter die Viren vermischt haben. Keiner weiss so genau wer was ist, und das Schlimme an allem ist offenbar der Tod etlicher Menschen, die nicht an COVID-19 erkrankt waren, sondern an Grippeviren, die alljährlich von Herbst bis Frühjahr auftreten. Wie wir seit Jahrzehnten wissen, verläuft eine Grippe nicht immer harmlos. Sie kann zu schweren Komplikationen führen. Betroffen sind vor allem Menschen ab 65. Also nichts Neues unter der Sonne. Seit Jahrzehnten wissen wir das und konnten bisher damit umgehen – ohne Shutdown!! Viele Menschen geraten in Panik, weil ihnen über die chaotischen Massnahmen zusehends die Existenzgrundlage entzogen wird.
Für Abermillionen Christen sind das allerdings die eindeutigen Zeichen des Antichristen, der vor der Tür steht. Sie machen sich und viele Menschen in ihrer Umwelt damit zusätzlich verrückt. Sie haben offenbar noch nie daran gedacht – oder vergessen – dass diese Welt schlimmere Zustände überstanden hat als die gegenwärtigen – und dass die Sache mit dem Chip (Zeichen) nichts neues unter der Sonne ist. Denken wir nur an die grausamen Jahrhunderte des finsteren Mittelalters! Wie viele “Antichristen” sind da schon aufgetreten. Wie viele Menschen hatten das Malzeichen nicht an sich, trugen den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens nicht, wie oft konnten Menschen weder kaufen noch verkaufen. Doch für Christen ist klar: Das gegenwärtige Durcheinander, das durch die Shutdowns hervorgerufen worden ist und wird, weiss offenbar jenem Tier, das sie erwarten, Tür und Tor:

“Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Grossen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, dass man ihnen ein Malzeichen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens” (Offb 13,16-17). Es würde den Platz hier bei weitem sprengen, wollten wir auf diese und ähnliche Aussagen in der sogenannten “Offenbarung” des Johannes tiefer eingehen. Eines sei uns gewiss. Damals, als diese Texte geschrieben wurden, glaubten die Christen an die gleich bevorstehende Wiederkunft ihres Jesus Christus, als König und Herrscher. Darum beginnt die “Offenbarung” des “Johannes” auch so: “Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss.." (Offb 1,1). Sie schliesst entsprechend: “Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme schnell (gleich). Amen; komm, Herr Jesus!” (Offb 22,20). Nun, er, der wiederkehrende König und Messias der Christen, ist zur angegebenen Zeit nicht gekommen, aber, so glaubten sie damals, er müsste jeden Augenblick kommen, da der Antichrist, die römische Macht, offenbar geworden sei. Er würde dem mächtigen römischen Kaiser und seinem Reich (dem Antichristen) ein schnelles Ende bereiten. Massen von Sklaven – nicht nur sie – liessen sich daraufhin taufen, wurden Christen, weil ihnen gesagt wurde, sie würden bald mit dem neuen König Jesus Christus herrschen. Das kam bei den breiten Massen im ganzen römischen Reich besonders gut an. Unter diesen Vorzeichen breitete sich das Christentum rasant aus. Die Römer reagierten auf diesen “Aufstand” mit fürchterlichen Verfolgungen und Tod. Das wiederum machte aus den Märtyrern herrschende Mitgenossen des gleich wiederkommenden Jesus Christus im Himmel. Dadurch wurden die Christen ermutigt den grausamen Märtyrertod auf sich zu nehmen, ja, ihn sogar zu suchen.
Ein immer perfider werdendes Überwachungssystem und das brutale Vorgehen im ganzen römischen Reich sollte diesem “Aufstand” ein Ende setzen. In den folgenden drei Jahrhunderten wandten die Römer gegen die Christen das an, was in Offb 13,16-17 gesagt ist. Wer sich nun nicht ganz in die römischen Herrschafts- und Lebensstrukturen einordnete, d. h. wer das römische Malzeichen an seiner rechten Hand (Alltagsleben und Arbeit) oder an seiner Stirn (denken wie es das römische Gesetz forderte), verlor sein Existenzrecht, konnte weder kaufen noch verkaufen – gemäss “Offenbarung” 13,16-17. Alle Bewohner des damals bekannten Erdkreises mussten sich hier einordnen, wollten sie nicht ausgegrenzt, fürchterlichsten Verfolgungen und dem Tod ausgesetzt werden.

Nach dem ersten christlichen Konzil, 325 in Nizäa, das von Kaiser Konstantin einberufen worden war (seine Mutter Helena hatte sich taufen lassen), drehten die Christen den Spiess um. Da ihr Jesus Christus nicht wieder gekommen war, wie von Paulus, Johannes und vielen anderen Kirchengründern angekündigt, nahmen sie – enttäuscht und schlauerweise – die Sache selbst in die Hand. Schrittweise übernahmen die Kleriker die Herrschaft im römischen Reich. Über zahllose Intrigen und Verbrechen erreichten sie schliesslich die volle Macht im Reich. Wer sich nicht taufen liess (das Zeichen) und sich vom Kleriker mit seiner rechten Hand nicht das Zeichen (Kreuzzeichen) der drei Gottheiten auf die Stirn chipen liess und wer sich weigerte mit seiner rechten Hand das Chipzeichen (Kreuzzeichen) immer und überall zu machen, zu demonstrieren, konnte weder kaufen noch verkaufen. Ein solcher Mensch wurde aus den Familien, den Dörfern und dem gesamten sozialen Gefüge hinausgestossen, entwürdigt, verfolgt und sogar getötet. Das zog sich in vielen Gegenden bis in die 1960er Jahre hin. Also: Nichts Neues unter der Sonne.
Bleiben wir wachsam! Das alles sollten wir auf keinen Fall übersehen, dann darf und kann sich unser Herz zu jeder Zeit freuen. Es mag in der Welt für viele gerade so sein wie zur Zeit des Propheten Habakuk, dennoch bleiben wir dran: “Denn der Feigenbaum grünt nicht, und es ist kein Gewächs an den Weinstöcken. Der Ertrag des Ölbaums bleibt aus, und die Äcker bringen keine Nahrung; Schafe sind aus den Hürden gerissen, und in den Ställen sind keine Rinder. Aber ich will mich freuen des JaHuWaH und fröhlich sein in JaHuWaH , meinem Heil” (Habakuk 3:17-18). Herzliche Grüsse und einen Schabbat des inneren Friedens wünsche ich allen – ebenso von Herzen. Shalom!

Gregor Dalliard

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