Der Shomer – der Wächter. Teil 6

Glaubensimpuls 474

Eines ist gewiss, die Juden lehnen nie den Rabbi, den Schriftgelehrten und Pharisäer Jahushua von Nazareth ab. Das würden sie nie tun, denn er vertraute JaHuWaH bedingungslos, betete ihn allein an, nannte ihn seinen Vater, glaubte nie an eine griechische Gottheit, deren Blut die ganze Menschheit erlösen würde usw. usf. Wie wir schon öfters sagten, ging es innerhalb der jüdischen Gelehrten bei den Diskussionen um das Verständnis und die praktische Anwendung gewisser Lehren der Thora, manchmal äusserst lebendig zu und her. Bei Aussenstehenden erweckte dieser Umgang unter den Juden den Eindruck, als würden sie sich dabei als absolut feindlich gesinnte Menschen gegenüberstehen, die sich nie und nimmermehr verstehen und ertragen würden. Dem war aber nicht so. Griechische Philosophen, die von Jahushua von Nazareth begeistert waren, verstanden diese innerjüdischen heftigen Diskussionen des Rabbi Jahushua von Nazareth und seiner Schule, als Bruch mit dem Judentum. Philosophen aus den stoischen Kreisen prägten das Christentum von seinen Anfängen an. Es ist aus dieser Denk- und Lebensweise heraus entstanden. Darauf bauten sie weiter und entwickelten das Christentum im Laufe der ersten drei Jahrhunderten als Bollwerk zur Abgrenzung vom Judentum. Damit und darin war das Christentum für alle Zeiten geboren und geprägt – bis zu dieser Stunde. Als Folge davon wurde den Juden die Lebensberechtigung abgesprochen. Dieser schwere Irrweg griechischer Philosophen brachte im Laufe der letzten bald 2000 Jahre die schlimmsten Verbrechen auf unserem Planeten hervor.
Für die Juden aber waren die heftigen innerjüdischen Debatten der gesunde Weg im Ringen um eine lebensnahe und lebensbejahende Auslegung der biblischen Inhalte. Natürlich gab es immer wieder auch Ausnahmen, fundamentalistische Auswüchse. Die kamen und verschwanden ebenso schnell wieder, wie sie gekommen waren. Die gelehrten Juden – innerhalb ihresgleichen – kannten und wollten keinen Papst, wie das später im Christentum der Fall war, der solche Auseinandersetzungen im Keime erstickte und willkürlich Normen erliess, die den Menschen den Lebensatem raubten. Stellte sich im Christentum jemand gegen die Meinung des Papstes, verschwand er einfach bei Nacht und Nebel. Über viele Jahrhunderte hindurch lief das innerhalb des Christentums so. Denken wir nur an die Katholiken, die sich als Protestanten lehrmässig gegen den Papst formierten. Die grausamen Verfolgungen und Verbrechen an vielen dieser Menschen, durch die päpstliche Inquisition, machen uns heute noch fassungslos.

Der Rabbi Jahushua von Nazareth hielt sich streng an das von JaHuWaH gegebene Recht und die Gerechtigkeit. Er hielt sich an das Prinzip der Barmherzigkeit und des Neubeginns. Er lehnte jeden Missbrauch und jede Ausbeutung von Menschen radikal ab. Was die Juden konsequent und richtigerweise bis heute ablehnen ist der schändliche Missbrauch des jüdischen Rabbi, Pharisäers und Schriftgelehrten Jahushua von Nazareth durch griechische Philosophen, allen voran der stoischen Philosophen, zu denen, wie gesagt, auch Paulus gehörte. Sie hatten aus Jahushua die Gottheit Jesus Christus gemacht. Diesen Jesus Christus lehnen sie ab, seine Entwürdigung. Wie gesagt, vor allem stoische Philosophen waren von dem Wundertäter, dem weisen Rabbi, dem Schriftgelehrten und Pharisäer Jahushua von Nazareth so sehr angetan, dass sie aus ihm kurzerhand eine griechische Gottheit, namens Jesus Christus, machten. Alle antiken Völker machten aus Menschen, die sich durch besondere Qualitäten im öffentlichen Leben hervortaten, zu Göttern, zu Gottheiten, denen sie mit Anbetung und Kult begegneten. Das war in der Antike nichts Neues. Menschen, die im griechischen Gedankengut beheimatet waren, waren hier besonders anfällig. Wir denken an einen im “Neuen Testament” überlieferten Hinweis dazu. In Athen gab es viele Altäre, die für die noch unbekannten Gottheiten bereitstanden. Paulus erweckte mit seinen täglichen Auftritten auf dem Areopag, auf dem Markt, das Interesse einiger epikureischen und stoischen Philosophen. Sie erkannten schnell: “Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein.. Alle Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten ihre Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues (von neuen Gottheiten) zu sagen und zu hören..” (Apg 17,18.21). Mit Paulus war im Leben dieser Menschen auf dem Areopag wieder so ein spannender Höhepunkt gekommen. Sie hörten Paulus zu. “Denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: Einem unbekannten Gott. Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das verkündige ich euch.” (Apg 17, 18, 23). Bei dieser Aussage in Apostelgeschichte 17 wird die Tatsache, dass es in Athen viele Altäre für noch unbekannte Gottheiten gab, einfach unterschlagen. Der hier überlieferte Bericht verschweigt diese Tatsache. Den Christen wird mit diesem Bericht suggeriert, dass es in Athen offenbar nur diesen einen Altar gab und JHWH hätte ihn extra, im voraus, für den Juden Jahushua von Nazareth als Gottheit Jesus Christus vorgesehen. So war es aber keinesfalls.

Die jüdischen Shomrim (Wächter), machten auf diese verheerenden Manipulationen der griechisch-christlichen Führer aufmerksam. Damit konnten sie vielen Juden, auch Christen – anhand des prophetischen Wortes – die Augen öffnen und sie vor dem Sturz in eine chaotisch-religiöse Welt bewahren. Und wer von den Wellen einer solchen Religion mitgerissen worden war, wie manche von uns, der darf sich täglich mit viel Dankbarkeit freuen, dass er daraus errettet und zu neuem Leben geboren worden ist. Aber nicht nur wir freuen uns, JaHuWaH freut sich mit uns: “JaHuWaH, dein Erlöser, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er freut sich über dich in Fröhlichkeit, er schweigt in seiner Liebe, er jauchzt über dich mit Jubel.” (Zeph 3,17).

In dieser Freude grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen Shabbat der Geborgenheit. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unseren nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen ein: 25. Okt. 2020; 15. Nov. 2020, jeweils um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!