der du bist im Himmel" (Matthäus 6,9b)

Glaubensimpuls 28

Jahushua vertiefte mit seinen jüdischen Zuhörern die israelitisch-jüdischen Schätze von Glauben und Gebet, so wie das die die Propheten – zur Ehre des JaHuWaH – immer schon getan haben. Darum gehört zu der zweiten Aussage im zweiten Lehrteil Jahushuas über das Gebet die Aussage: ”der du bist im Himmel” (Mt 6,9b).

Was heisst das: ”der du bist im Himmel” (Mt 6,9b)? Das ist eine wunderbare Metapher mit der uns die Propheten und Schriftgelehrten sagen wollen: JaHuWaH ist unantastbar. Bei der Tempelweihe betete Shlomo (Salamo): “..dann höre du es im Himmel, der Stätte, wo du thronst” (1Kö 8,39.43.49). Der Psalmist betet: “JaHuWaH ist in seinem heiligen Palast, JaHuWaH - in den Himmeln ist dein Thron” (Ps 11,4). Das sind wunderbare Metaphern mit denen uns klar und unzweideutig gesagt wird, was in der Thora gesagt ist: Seine Gedanken und seine Allwissenheit übersteigen die Gedanken und das Wissen aller Menschen bei weitem. Das zu allen Zeiten.

Über Jeshajahu (Jesaja) spricht JaHuWaH zu uns: “Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JaHuWaH. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege, und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie spriessen lässt, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe” (Jes 55,8-11).

Die unantastbaren himmlischen Gedanken JaHuWaHs würden unser Denken und unser Verstehen hoffnungslos überfordern, wenn er sie uns nicht über seine Propheten zugänglich machen würde (vgl. Ps 86,8; 92,5.6 u.a.m.). Was ist bei allem Bibellesen und allem Vertrauen festzuhalten? JaHuWaH hat immer nur Gedanken des Heils über uns, selbst in den tiefsten Nöten unseres Lebens (vgl. Jer 29,10-11; 24,4-8; 33,6ff; Jes 27,6; 38,17; Sach 8,14-15).
Das unantastbare Wort JaHuWaHs kommt in seinem Sprechen, Handeln und Werden zum Ausdruck. Wie schuf JaHuWaH, “der du bist im Himmel”, die Himmel und die Erde? Indem er (sein Wort) sprach: “Und JaHuWaH sprach.. und es wurde.. Und JaHuWaH machte..” (1Mo 1,3.6.9.11.14.20.24.26.29). “Und es geschah so. Und JaHuWaH sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut” (1Mo 1,31). “Denn er gebot, und sie waren geschaffen” (Ps 148,5; vgl. Jes 55,8-11).

Ein Missbrauch seines Wesens und seines Wortes ist unter Menschen nie ausgeschlossen. Darum warnte JaHuWaH über Moshe, nichts zu seinem Wort hinzuzufügen oder davon wegzunehmen (vgl. 5Mo 4,2), was alle Propheten und Schriftgelehrten, so auch Jahushua, ernsthaft beachteten (vgl. Mt 5,17-19; Mk 12,29-33). Damit sind wir allezeit eingeladen und aufgefordert uns auf die biblisch-prophetischen Zusammenhänge des himmlischen Wortes (Manna vom Himmel) einzulassen. Das wollen wir in tiefer Demut, in aller Ernsthaftigkeit, aber auch mit kindlicher Freude tun.

Wir halten weiter fest: JaHuWaH, der in den Himmeln ist, ist Geist. JaHuWaH sprach zu Moshe: “Du kannst es nicht ertragen, mein Angesicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.. Aber mein Angesicht darf nicht gesehen werden” (2Mo 33,20.23). In 4Mo 12,8 steht geschrieben: “…mit ihm (Moshe) rede ich von Mund zu Mund, im Sehen und nicht in Rätselworten, und die Gestalt JaHuWaHs schaut er”. Was ist damit ausgedrückt? Damit soll erstens die innige Beziehung des Moshe zu JaHuWaH ausgedrückt werden. Zweitens ist damit die Übereinstimmung der Worte JaHuWaHs mit dem Tun des Moshe gemeint. Moshe tut was JaHuWaH Moshe zu tun gebietet. Das zeigt sich im Umgang mit dem Pharao. Zuerst erfolgt die Ansage durch JaHuWaH, Moshe redet und handelt, die Worte treffen Schlag auf Schlag ein (vgl. die zehn Plagen in Ägypten).
JaHuWaH ist als der Schöpfer der Himmel und der Erde sichtbar. In allen seinen Werken und Handlungen, im Kosmos und auf Erden, ist er allgegenwärtig: “Gross und wunderbar sind deine Werke JaHuWaH, Allmächtiger (El Shaddai)” (Hiob 12,9; Ps 19,2; Jes 40,26). Sein Segen ist überall und allezeit wirksam: “Ihr seid gesegnet von JaHuWaH, der Himmel und Erde gemacht hat” (Ps 115,15).

Des weiteren will der Lehrausspruch Jahushuas “der du bist im Himmel” klar und unmissverständlich unseren Umgang mit JaHuWaH zum Ausdruck bringen. In der ganzen Bibel ist dieser Umgang aufgezeigt. JaHuWaH darf nicht vor den Karren unserer religiösen Vorstellungen gespannt werden. Dieses Anliegen muss uns heilig sein. Es war den Propheten und Jahushua unantastbar heilig. Wir dürfen also nicht mit unserem kirchlichen Vorverständnis an die Bibel herangehen. Was heisst das? Wir dürfen nicht mit unseren religiösen, hellenistisch geprägten Vorstellungen über die Bibel (TaNaCH, “AT”) machen und nach Versen suchen, die unsere bisherigen kirchlichen Vorstellungen über JaHuWaH und sein Heil bestätigen sollen. Das ist eine äusserst verwegene Einstellung. Das aber tut das Christentum. Wir sind aufgefordert demütig im Worte JaHuWaHs zu forschen. Lassen wir uns von ihm korrigieren. Lassen wir es zu. Er hat Gedanken des Heils über uns. Er wird uns von allem kirchlichen Götzendienst, allen religiösen Irrfahrten loslösen und zurück auf den guten Weg bringen. Die wenigsten Christennmenschen wollen das. Ihnen ist die Ehre bei den religiösen Menschen wichtiger als die Ehre JaHuWaHs. Der Preis scheint ihnen zu hoch! Jahushua verurteilt dieses Verhalten in aller Schärfe (vgl. Jo 5,44; 8,44-50; 9,24; 12,43; Mk 3,34-35; Mt 7,13-14; Lk 9,26), weil das eine Form von Götzendienst ist.

Wie uns die Kirchengeschichte zur Genüge betätigt, lastet ein unsäglicher Fluch auf die vielfältigen Darstellungen von Göttern, Heiligen u.a.m. Menschen setzen ihr Vertrauen auf diese dubiosen Gestalten und Wesen, d. h. sie beten sie an. Ebenso belasten wir uns mit frommer Finsternis, wenn wir zu solchen Gestalten und Wesen wallfahren und ihnen vertrauen, d. h. sie anbeten (vgl. 5. Mo 27,15; 2. Mo 20,2). Wir liefern uns ihnen aus, begeben uns in den Bereich der Schutzlosigkeit. JaHuWaH weiss, warum er uns davor warnt.

Dem Gebet “der du bist Himmel” kommt noch eine weitere Bedeutung zu. Als viele Juden nach Babylon verschleppt worden waren und der Tempel in seinen Trümmern darniederlag, wagten die führenden Überlebenden den Namen JaHuWaH nicht mehr auszusprechen. Der Schock dessen was geschehen war, sass tief. Das damit verbundene Schuldbewusstsein trieb die Führenden zu übertriebenen Vorkehrungen. Vielen wurde bewusst, wie sehr das Volk den Namen JaHuWaH mit grosser Leichtfertigkeit zu Nichtigem missbraucht hatte. Dadurch entehrten sie JaHuWaH in der Öffentlichkeit, gerade so als wäre nichts geschehen. “Du sollst den Namen JaHuWaH, deines Erlösers (Gottes), nicht zu Nichtigem aussprechen, denn JaHuWaH wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht” (2Mo 20,7). Eine solche Katastrophe wollten sie in Zukunft vermeiden, darum sprachen sie den Namen JaHuWaH fortan nicht mehr aus. Das ist äusserst tragisch, denn JaHuWaH hatte zu Moshe ausdrücklich gesagt: “So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: JaHuWaH, der Erlöser (Gott) eurer Väter, der Erlöser Abrahams, der Erlöser (Gott) Yitzchacks (Isaaks) und der Erlöser Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation. Seit jener Zeit benutzten die Juden Umschreibungen, bis zum heutigen Tag.
Das Wort Himmel ist eine Umschreibung des Namens JaHuWaH (vgl. Mk 11,30; Mt 23,22). So heisst die Formulierung “Reich der Himmel” oder das Reich der Himmel ist mitten unter euch, ganz einfach: JaHuWaH ist in eurer Mitte. Vers 9b kann also heissen: “Unser Vater, der du bist JaHuWaH”. Hier ist die persönliche und einzigartige Beziehung zum himmlischen Vater JaHuWaH gemeint. Jahushua nennt JaHuWaH meistens Vater.

Lasst uns JaHuWaH herzlich und ungeteilt anrufen und preisen. Wir haben allen Grund dazu, umso mehr, da uns das ganze prophetische Wort bestätigt, was der Seher Hananijahu dem wankenden und unsicher gewordenen König Asa sagte: “Denn JaHuWaHs Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen (um fest zu denen zu halten), deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist (2Chro 16,9).

In diesem Geist und Sinne wünsche ich allen einen frohen Shabbat und ein herzliches Shalom Uvracha (Frieden und Segen).

Gregor Dalliard

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