"Denn JaHuWaH ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen" (Philipper 2,13)

Glaubensimpuls 15

Paulus zitiert hier eine Grundhaltung des israelitisch-jüdischen Glaubensschatzes. Dieser Glaubensschatz gehört zum Wesen des TaNaCH. Der TaNaCH ist die Bibel der Juden. Er war ja die Bibel des Jahushua von Nazareth. Wie so oft reisst Paulus auch hier eine biblisch bezeugte Lebensgrundlage aus dem Zusammenhang heraus und bringt sie in die Abhängigkeit von der angeblichen Bluterlösung durch ein Menschenopfer. Aber davon lassen wir uns nicht mehr täuschen. Wir schauen in diesen reichen Schatz des TaNaCH hinein. Vom König David werden uns seine letzten Worte überliefert. Wir lesen unter anderem: “Und dies sind die letzten Worte Davids: Ausspruch Davids, des Sohnes Isais, Ausspruch des Mannes, der hochgestellt ist, des Gesalbten des Erlösers (Gottes) Jakobs und des Lieblings in den Gesängen Israels: Der Geist JaHuWaHs hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge. Es hat gesprochen der Erlöser Israels, der Fels Israels hat zu mir geredet: Wer gerecht herrscht über die Menschen, wer im Wohlgefallen JaHuWaHs herrscht, der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufstrahlt, eines Morgens ohne Wolken; von ihrem Glanz nach dem Regen sprosst das Grün aus der Erde. Ja, ist nicht so mein Haus bei JaHuWaH? Hat er mir doch einen ewigen Bund gesetzt, in allem geordnet und bewahrt! Denn all mein Heil und all mein Wohlgefallen, lässt er es denn nicht spriessen? (2Sam 23,1-5).

Wir können hier nur dankbar und ergriffen beipflichten. Umso mehr, da uns die israelitisch-jüdischen Propheten immer wieder an die Zusammenhänge des Lebens erinnern: “..damit man erkennt vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her, dass es ausser mir gar keinen gibt. Ich bin der Erlöser - und sonst keiner -, der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Frieden wirkt und das Unheil schafft. Ich, JaHuWaH, bin es, der das alles wirkt” (Jes 45,6-7). Alles das geschieht zu seinem Wohlgefallen. Wie sollten wir diese Tatsache nachvollziehen können? Hier werden wir nur über den Weg der Ergebenheit und des Vertrauens Antwort und inneren Frieden finden. Im Psalm 23 besingt David das Wohlgefallen, das JaHuWaH in denen bewirkt, die IHM treu sind und treu bleiben wollen, die IHM vertrauen. Das ist ein Zeugnis von David, das uns durch Mark und Bein geht: “JaHuWaH ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele. Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen. Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fliesst über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des JaHuWaH lebenslang”.

Sein Wohlgefallen, das was ihm Wohlgefallen bedeutet, ist uns jederzeit zugänglich. JaHuWaH hat dieses Verlangen in uns gelegt, in uns wachgerufen. Er will uns teilhaben lassen an seinem Wohlgefallen. Sein Wohlgefallen ist wie die Luft, die wir täglich atmen. Ist das etwa nicht wunderbar? Jedes Leben lebt davon. Jedes! Darin sollen wir eintauchen, jeden Tag, in jeder Situation und zu jeder Zeit. Darin dürfen wir mit unserem Schöpfer im Lichte leben.
Was JaHuWaH wohlgefällig ist, was unter seinen Fittichen geschieht, das kann für uns nur das Allerbeste sein. Er hat in allem den Durchblick. Wer von uns hier Durchblick erlangen will, der lässt sich auf JaHuWaH ein – in guten wie in schlechten Tagen! Das geht über die Weisungen und Anleitungen der Bibel, den TaNaCH. Keine Angst, der TanaCH ist kein Sektenbuch. Es ist die Bibel. Sie war Jahushua von Nazareth heilig. Aus ihren Inhalten schöpfte, betete und lebte er in seinem kurzen Erdenleben, bevor ihn die Römer umbrachten. Nach ihren Weisungen und Verheissungen richtete er sein kurzes Leben aus. Er forschte und suchte, wie alle seine Zeitgenossen, nach dem richtigen Verständnis, nach der richtigen Anwendung im Alltag. All sein Wollen und Wirken wurde JaHuWaH zum Wohlgefallen. Lassen wir uns in die Bibel des Jahushua von Nazareth hineinnehmen. Wer das tut, tut sehr gut daran. Das wird spannend, das ist wunderbar. Das ist Leben!
Gehen wir zurück, in die Anfänge des Glaubens, zurück zu Abraham. Es ist ergreifend wie sich Abraham JaHuWaH öffnete. Schrittweise liess er sich verändern. Nehmen wir die Begebenheit mit den Menschenopfern. Menschen opfern war in der Welt Abrahams nichts Ungewöhnliches. Menschenopfer hatten im Heidentum einen höheren Wert als Tieropfer. Die Götter und ihre Priester schauten auf Menschenopfer. Ihre Augen warfen sie vor allem auf die erstgeborenen pubertierenden Söhne – und die pubertierenden Mädchen. Die Erstgeborenen Söhne galten damals als die Stammhalter, sie waren die Söhne der Verheissung. Die Priester warfen in geheimnissvollen Ritualen das Los, das Opferlos. Wie reagierten Eltern, deren Kinder vom Los getroffen wurden? Das hing von der jeweiligen religiösen Tradition ab, von den Kultabläufen, den Abläufen der liturgischen Opferfeiern. Die ganze Angelegenheit war sehr zwiespältig, nervenaufreibend. Die erstgeborenen Jungen zählten mehr als die Mädchen. Jeder Vater, jede Mutter, die ihre erstgeborenen Söhne oder Töchter, vor allem den Sohn der Verheissung, zur Opferung geben mussten, waren einerseits betroffen, anderseits wussten sie sich von ihren Göttern in besonderer Weise geehrt. Die Gottheit hatte ihre Familie auserwählt, das aber konnte Segen oder Gericht, bzw. Fluch, bedeuten. Die Ereignisse oder Unsicherheiten konnten die betroffenen Familien krank machen und sogar zum Tode führen. Es war der Wille der Gottheit und sollte zu ihrem Wohlgefallen und zu ihrer Besänftigung dienen, zur Abwehr von Epidemien, Kriegen und sonstigen Katastrophen. Diesem Willen durfte und wollte sich keiner widersetzen. Die Folge wäre Unglück gewesen.

Nun erlebt Abraham im Umgang mit JaHuWaH eine einschneidende Zäsur in seinem religiösen Leben, die sich ebenso einschneidend auf sein weiteres Leben und das er ganzen Menschheit segensreich auswirken sollte. JaHuWaH prüft Abraham, wie weit er sich von seinen angestammten Göttern, ihren Priestern und ihren unmenschlichen und angstvollen Forderungen losgesagt hatte und wie sehr er IHM, JaHuWaH allein, vertrauen würde. JaHuWaH, der Menschenopfer radikal ablehnte und dagegen vorging. Damit hatte JaHuWaH den Protest der ganzen damaligen Menschheit heraufbeschwört. Wird Abraham dem Protest der fromm verführten gläubigen Masse entgegenhalten. Lässt Abraham sich von IHM, JaHuWaH, schrittweise aus der religiösen Finsternis ins Licht des Lebens führen? Ist er dazu bereit? JaHuWaH hat ihm den Start in sein neues Glaubensleben eröffnet. Was macht er damit? Lässt er es zu? Macht er auch die nächsten Schritte zusammen mit JaHuWaH? Wir können dieses grundlegende Ereignis des Vertrauens, des Wachstums und der Veränderung im Glauben, in 1. Mo 22 nachlesen. Dann dürfen wir im TaNaCH seinen Glaubensspuren folgen, die Weiterentwicklung in seinen Nachkommen – die bis heute nicht zu Ende gekommen ist. Davon sind wir ergriffen, dafür sind wir dankbar. Wir bleiben dran!

In Bezug auf den heilsgeschichtlichen Weg sind wir noch lange unterwegs. Die Beziehung und das Vertrauen zu JaHuWaH wird in allen Menschen aufgebaut werden. Das zum Wohle aller Menschen und damit zum Wohlgefallen JaHuWaHs. Dann wird die Verheissung erfüllt werden: “Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren. In JaHuWaH werden gerecht sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels.” (Jes 45,22-25).
JaHuWaH hat dann sein Wollen und sein Vollbringen als umfassendes Heilswerk mit den Menschen erreicht: “Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig” (Sach 14,9). “Denn das Königtum gehört JaHuWaH, er herrscht über die Nationen” (Ps 22,29), zu seinem Wohlgefallen und zum Wohlgefallen der Menschen.
In dieser frohen Gewissheit mögen wir alle immerfort vorausschauen und gestärkt unseren Weg des Vertrauens mit JaHuWaH gehen.

Gregor Dalliard

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