"Denn JaHuWaH ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen" (Philipper 2,13)

Glaubensimpuls 15

Wie so oft reisst Paulus auch hier eine biblisch bezeugte Lebensgrundlage aus dem Zusammenhang heraus und bringt sie in die Abhängigkeit von der angeblichen Bluterlösung durch ein Menschenopfer. Aber davon lassen wir uns nicht mehr täuschen. Wir schauen in den reichen Schatz des TaNaCH hinein. Der TaNaCH ist die Bibel an sich Er war die Bibel des Jahushua von Nazareth. Jahushua von Nazareth hat nie im “Neuen Testament” gelesen. Das “NT” ist in seiner Art, so wie es die Christen heute lesen, erst im 4. Jh. von Papst Damasus I. und dem Kirchenlehrer Hieronymus zusammengestellt worden, also ca. 350 Jahre nach dem Tod des Jahushua von Nazareth. Dessen sollten sich die Christen endlich bewusst werden. Das wäre höchste Zeit.
Vom König David werden uns seine letzten Worte überliefert. Wir lesen unter anderem: “Und dies sind die letzten Worte Davids: Ausspruch Davids, des Sohnes Isais, Ausspruch des Mannes, der hochgestellt ist, des Gesalbten des Erlösers (Gottes) Jakobs und des Lieblings in den Gesängen Israels: Der Geist JaHuWaHs hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge. Es hat gesprochen der Erlöser Israels, der Fels Israels hat zu mir geredet: Wer gerecht herrscht über die Menschen, wer im Wohlgefallen JaHuWaHs herrscht, der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufstrahlt, eines Morgens ohne Wolken; von ihrem Glanz nach dem Regen sprosst das Grün aus der Erde. Ja, ist nicht so mein Haus bei JaHuWaH? Hat er mir doch einen ewigen Bund gesetzt, in allem geordnet und bewahrt! Denn all mein Heil und all mein Wohlgefallen, lässt er es denn nicht spriessen? (2Sam 23,1-5).

Wir können hier nur dankbar und ergriffen beipflichten. Umso mehr, da uns die israelitisch-jüdischen Propheten immer wieder an die Zusammenhänge des Lebens erinnern: “..damit man erkennt vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her, dass es ausser mir gar keinen gibt. Ich bin der Erlöser - und sonst keiner -, der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Frieden wirkt und das Unheil schafft. Ich, JaHuWaH, bin es, der das alles wirkt” (Jes 45,6-7). Alles das geschieht zu seinem Wohlgefallen. Wie sollten wir diese Tatsache nachvollziehen können? Hier werden wir nur über den Weg der Ergebenheit und des Vertrauens Antwort und inneren Frieden finden. Im Psalm 23 besingt David das Wohlgefallen, das JaHuWaH in denen bewirkt, die IHM treu sind und treu bleiben wollen, die IHM vertrauen. Das ist ein Zeugnis von David, das uns durch Mark und Bein geht: “JaHuWaH ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele. Er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen. Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fliesst über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des JaHuWaH lebenslang”.

Sein Wohlgefallen, das was ihm Wohlgefallen bedeutet, ist uns jederzeit zugänglich. JaHuWaH hat dieses Verlangen in uns gelegt, in uns wachgerufen. Er will uns teilhaben lassen an seinem Wohlgefallen. Sein Wohlgefallen ist wie die Luft, die wir täglich atmen. Ist das etwa nicht wunderbar? Jedes Leben lebt davon. Jedes! Darin sollen wir eintauchen, jeden Tag, in jeder Situation und zu jeder Zeit. Darin dürfen wir mit unserem Schöpfer im Lichte leben.
Was JaHuWaH wohlgefällig ist, was unter seinen Fittichen geschieht, das kann für uns nur das Allerbeste sein. Er hat in allem den Durchblick. Wer von uns hier Durchblick erlangen will, der lässt sich auf JaHuWaH ein – in guten wie in schlechten Tagen! Das geht über die Weisungen und Anleitungen der Bibel, den TaNaCH. Keine Angst, der TaNaCH ist kein Sektenbuch. Es ist – wie wir schon sagten – die Bibel des Jahushua von Nazareth. Sie war Jahushua von Nazareth heilig. Aus ihren Inhalten schöpfte, betete und lebte er in seinem kurzen Erdendasein, bevor ihn die Römer umbrachten. Nach ihren Weisungen und Verheissungen richtete er sein kurzes Leben aus. Er forschte und suchte, wie alle seine Zeitgenossen, nach dem richtigen Verständnis, nach der richtigen Anwendung im Alltag. Alles Wollen und Wirken Jahushuas wurde JaHuWaH zum Wohlgefallen. Lassen wir uns in die Bibel des Jahushua von Nazareth hineinnehmen. Wer das tut, tut sehr gut daran. Das wird spannend, das ist wunderbar. Das ist Leben!
Gehen wir zurück in die Anfänge des Glaubens, den Abraham hatte. Es ist ergreifend wie sich Abraham von JaHuWaH schrittweise verändern liess. Nehmen wir die Begebenheit mit den Menschenopfern. Menschen opfern war in der Welt Abrahams nichts Ungewöhnliches. Menschenopfer nahmen im Heidentum einen höheren Stellenwert ein als Tieropfer. Die Götter und ihre Priester schauten auf Menschenopfer. Ihre Augen warfen sie vor allem auf die erstgeborenen pubertierenden Söhne – und die pubertierenden Mädchen. Die Erstgeborenen Söhne galten damals als die Stammhalter, sie waren die Söhne der Verheissung. Die Priester warfen in geheimnisvollen Ritualen das Los, das Opferlos. Wie reagierten Eltern, deren Kinder vom Los getroffen wurden? Das hing von der jeweiligen religiösen Tradition ab, von den Abläufen der liturgischen Opferzeremonien. Die ganze Angelegenheit war sehr zwiespältig und nervenaufreibend. Die erstgeborenen Jungen zählten mehr als die Mädchen. Die Eltern, die ihre erstgeborenen Söhne oder Töchter, vor allem den Sohn der Verheissung, zur Opferung geben mussten, waren einerseits tief betroffen, anderseits wussten sie sich von ihren Göttern in besonderer Weise geehrt. Die Gottheit hatte ihre Familie auserwählt, das aber konnte Segen oder Gericht, bzw. Fluch, bedeuten. Die Ereignisse, und die sie begleitenden Unsicherheiten, konnten die betroffenen Familien krank machen und sogar zum Tode führen. Es war der Wille der Gottheit. Niemand durfte oder wagte dagegen anzugehen. Ein Menschenopfer diente zur Besänftigung der Gottheit, zur Abwehr von Epidemien, Kriegen und sonstigen Katastrophen. Diesem Willen durfte und wollte sich keiner widersetzen. Die Folge wäre Unglück gewesen.

JaHuWaH lehnte Menschenopfer radikal ab. Nun erlebte Abraham, im Umgang mit JaHuWaH, eine einschneidende Zäsur in seinem religiösen Leben, die sich ebenso einschneidend auf sein weiteres Leben und das der ganzen Menschheit segensreich auswirken sollte. JaHuWaH stärkte Abraham, gab ihm Sicherheit. Abraham hörte auf IHN und folgte IHM. Damit hatte JaHuWaH den Protest der ganzen damaligen Menschheit heraufbeschwört. Konnte Abraham dem Protest der fromm verführten gläubigen Masse bis zum Ende seines Lebens entgegenhalten? Liess Abraham sich von IHM, JaHuWaH, schrittweise aus der religiösen Finsternis ins Licht des Lebens führen? War er dazu bereit? JaHuWaH hatte ihm den Start in sein neues Glaubensleben eröffnet. Was machte er damit? Liess er diese tiefgreifende Veränderung zu? Machte er auch die nächsten Schritte zusammen mit JaHuWaH? Wir können dieses grundlegende Ereignis des Vertrauens, des Wachstums und der Veränderung im Glauben, in 1Mo 22 nachlesen. Wir dürfen im TaNaCH seinen Glaubensspuren folgen, die Weiterentwicklung in seinen Nachkommen – bis zu dieser Stunde. Schrittweise sagte sich Abraham von seinen angestammten Göttern, ihren Priestern und ihren unmenschlichen und angstvollen Forderungen los, trotz grösster Herausforderungen. Parallel wuchs sein Vertrauen in JaHuWaH allein. Davon sind wir ergriffen, dafür sind wir dankbar. Wir bleiben dran!

In Bezug auf den heilsgeschichtlichen Weg sind wir noch lange unterwegs. Die Beziehung und das Vertrauen zu JaHuWaH wird in allen Menschen aufgebaut werden. Das zum Wohle aller Menschen und damit zum Wohlgefallen JaHuWaHs. Dann wird die Verheissung erfüllt werden: “Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückkehrt: Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in JaHuWaH ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen ihn entbrannt waren. In JaHuWaH werden gerecht sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels.” JaHuWaH wird dann sein Wollen und sein Vollbringen als sein umfassendes Heilswerk mit den Menschen erreicht haben: “Und JaHuWaH wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird JaHuWaH einzig sein und sein Name einzig” (Sach 14,9). “Denn das Königtum gehört JaHuWaH, er herrscht über die Nationen” (Ps 22,29), zu seinem Wohlgefallen und zum Wohlgefallen der Menschen.
In dieser frohen Gewissheit mögen wir alle immerfort vorausschauen und gestärkt unseren Weg des Vertrauens mit JaHuWaH gehen.

Gregor Dalliard

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