"Denn dir habe ich meine Rechtssache anvertraut" (Jeremia 11,20)

Glaubensimpuls 7

Jeder von uns weiss, wie schwer es ist, denen zu vergeben, die in irgendeiner Weise an uns schuldig geworden sind, vor allem, wenn keine Wiedergutmachung in Aussicht steht. Jahushua lehrt einmal: “Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben“ (Mt 6,14-15). Manche empfinden diese Bedingung als Erpressung. Viele sind irritiert, wenn sie als solche, die in JaHuWaH gezeugt und geboren worden sind (vgl. 5Mo 32,18) feststellen müssen, dass sie im Alltagsleben gar nicht wirklich und in jedem Fall vergeben können, weil sie sich mit diesem Anspruch Jahushuas einfach überfordert fühlen. Diese Erfahrung irritiert viele Gläubige, so dass sich sehr viele über diese Forderung Jahushua hinwegsetzen und sich gar nicht mehr damit auseinandersetzen.
Die Vergehungen reichen ja von kleinen Bagatellen im Alltag bis hin zu grösstem Unrecht, das mein Leben auf den Kopf stellen kann. Die Folge kann sein: der Verlust des Arbeitsplatzes, der Verlust eines Erbes, gesundheitliche Einschränkungen, der Verlust der Gesundheit überhaupt, der Tod eines lieben Mitmenschen u.a.m. Es ist auch ein Unterschied, ob ein solcher Mensch, bzw. solche Menschen, in meiner direkten Nähe wohnen, oder irgendwo weit weg.

Wie kann ich denn diese Forderung in jedem Fall leben? Wir wissen nämlich aus eigener Erfahrung wie traurig und unglücklich wir uns als von JaHuWaH gezeugte und geborene Menschen (vgl. 5Mo 32,18) fühlen, wie belastet und gereizt wir sind, wenn wir es nicht schaffen zu vergeben. Sogar unsere Gesundheit kann dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Genau in diese Richtung geht die Aussage Jahushuas von Nazareth. Der Inhalt der Aussage: “so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben“, meint auf jeden Fall nicht das was wir von unserem griechisch geprägten Denken her darunter verstehen. Wir nehmen diese Aussage einfach so auf, wie wir sie hören, wie wir sie lesen. Das ist eine Aussage, die uns hoffnungslos überfordert, erschlägt. Diese Aussage muss im hebräischen Kontext verstanden werden. Was heisst das? Korrekt übersetzt heisst das: Wenn du diese leidvolle Angelegenheit nicht deinem Erlöser, dem Abba JaHuWaH, übergibst, ihn ausklammerst aus deinem Problem, aus deiner schlimmen Erfahrung, kann ER dir nicht helfen, weil du es nicht zulässt. Also ist von IHM keine Hilfe zu erwarten. Du lässt IHN ja gar nicht an dich heran. Es ist gerade so, als würdest du seine Hilfe verweigern. Du schadest in Wirklichkeit dir selbst. Du plagst dich dauernd mit dieser Sache, die nicht zu ändern ist, schleppst sie mit dir herum. Du beraubst dich deiner Kraft, deines Segens, der Freude und des inneren Friedens und zuletzt noch deiner Gesundheit. Übergibst du IHM – in einem bewussten Akt – diese leidvolle Angelegenheit, dann erlöst er dich von diesem Übel. Er lässt dich die ganze Angelegenheit von einer völlig anderen Sicht “sehen”. Du musst nicht unbedingt dein Recht bekommen. Du kannst in den Armen JaHuWaHs damit leben. Das versetzt uns selbst immer wieder in helles Erstaunen.

Der Umgang mit JaHuWaH sollte uns diesbezüglich keine Ruhe lassen. Er sensibilisiert uns immer wieder, vor allem dann, wenn wir uns mit seinem Wort auseinandersetzen. Sind wir im Geiste Abrahams aus JaHuWaH gezeugt und geboren (vgl. 5Mo 32,18), dann werden wir hierfür ein Empfinden entwickeln wollen. Wir wissen, dass jedes Unrecht, durch das wir uns schuldig gemacht haben, oder durch das sich jemand an uns schuldig gemacht hat, auch eine Sünde gegen den himmlischen Vater ist. Nicht nur das, wir berauben uns in einem solchen Zustand eines Teils des Segens, des inneren Friedens. Das muss aber nicht zum Dauerzustand werden. Welche Hilfen bietet er uns in seinem Wort an, damit wir loslassen können? Er gibt uns in seinem Wort wichtige Impulse, die für einen Menschen, der aus IHM gezeugt und geboren ist, Wirkung haben. Suchen wir nach diesem Schatz im TaNaCH.
Erkennen und verstehen wir aus seinem Wort, wie er selbst an uns gehandelt hat und handelt. Er hat uns als Eigentumsvolk angenommen, aus unentgeltlicher Liebe, als wir noch in die Irre gingen (5. Mose 7,6-8). Wir hätten diese Liebe nicht verdient, weil wir im Götzendienst lebten und JaHuWaH damit das grösste Unrecht zugefügt haben. Unwissend taten wir das, aber dennoch ist es geschehen. Diese Zusammenhänge lassen sich aus der Gesamtheit der Offenbarung JaHuWaHs erkennen und verstehen.

Weiter gilt die unumstrittene Tatsache, dass JaHuWaH uns niemals verlässt oder irgendwie im Stich lässt, trotz unserer Versagen, trotz der Versagen, die uns zugefügt wurden und werden. Wir denken hier an David! Nichts wird uns von der Liebe des himmlischen Vaters herausreissen oder trennen können (vgl. Ps 23). Seit wir im Vertrauen Abrahams darin eingepflanzt worden sind, ist uns dieser Segen, als der grösste Segen aller Segnungen zuteil geworden – und zwar bleibend: “Zion sagt: Verlassen hat mich JaHuWaH. JaHuWaH hat mich vergessen. Vergisst etwa eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen (verlassen). Siehe, in meine beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet.(Jes 49,14-16). “Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht JaHuWaH, dein Erbarmer” (Jes 54,10 u.a.m.). In einer solchen Fülle an Vertrauen und Liebesüberschuss lässt es sich leicht in die Arme JaHuWaHs werfen – und alles Unrecht davonschwimmen sehen (vgl. Lk 15,11-32).

Gregor Dalliard

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