Shoa/Holocaust. Aus der Gnade gefallen. Teil 25

Glaubensimpuls 437

Aus Anlass des 75. Jahrestags der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, strahlen die Medien in diesen Wochen und Tagen ununterbrochen erschütternde Berichte über die Shoa/Holocaust aus. Die Erlebnisberichte, aus dem Munde der letzten Zeitzeugen, über die unfassbaren Grausamkeiten, verschlagen uns die Sprache. Viele unfassbare Zusammenhänge aus jenen grauenvollen und entsetzlichen Jahren erschüttern uns neu – geschehen im christlichen Europa! Am 23. Januar 2020 sprach der deutsche Bundespräsident Steinmeier, als erster deutscher Bundespräsident, in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerushalajim. In seiner Rede erinnerte er die Deutschen an ihre Verantwortung zum Einschreiten gegen Antisemitismus und warnte vor einem Rückfall in autoritäre Denkmuster. „Ich wünschte, sagen zu können: Wir Deutsche haben für immer aus der Geschichte gelernt. Aber das kann ich nicht sagen, wenn Hass und Hetze sich ausbreiten“. Ich komme weiter unten auf ihn zurück.

Wohin das “Evangelium” des Paulus führte, was sein Fluch über die Juden und die Menschheit brachte, kann heute wohl keiner mehr leugnen. Wer aufrichtig und gewissenhaft der jüngeren Vergangenheit in die Augen schaut, kommt daran einfach nicht mehr vorbei. Wir erinnern uns, was Paulus lehrte: “Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: Er sei verflucht. Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: Er sei verflucht!” (Gal 1,7-8). Diese Verfluchung war ja in jenen Tagen einzig und allein gegen die Juden gerichtet, weil die Juden ihm aus berechtigten Gründen widerstanden. Wir müssen uns nämlich mit dem ganzen Kontext auseinandersetzen. Aus diesen Verfluchungen heraus erhielt das “Neue Testament”, im 4. Jahrhundert, seine letzte und endgültige Ausformung, eine hasserfüllte, antijüdische Ausformung, aus der schliesslich die christlichen Täter und Täterschaften geboren wurden, die ihr Werk stetig vorangetrieben haben, bis hin zur Shoa/Holocaust – und darüber hinaus!

Ich möchte wiederholen: Im Laufe des 4. und 5. Jahrhunderts wuchs dieses “Evangelium” des Paulus, das “Evangelium” der Verfluchung der Juden, zu einem entsetzlichen und schauereregenden geistlichen Monster heran, das im Holocaust, in der Shoa, sein hemmungsloses Wesen der Verfluchung offenbarte. Was Menschen, allen voran viele Millionen Juden, hier an Gräueln mit ansehen, miterleben und aushalten mussten, macht uns fassungslos und sprachlos: Ein nie dagewesenes Grauen. Eine Hölle öffnete sich hier, wie sie sich keiner jemals auszumalen vermochte oder sich jemals auszumalen vermag. Die Überlebenden vermochten Jahre lang nicht darüber zu sprechen. Vermögen wir zu erfassen, was der Shoa, dem Holocaust, in den Jahren davor, an unsäglichen Ängsten, Leiden und Verzweiflung vorausgegangen ist, wieviel Leid damit verflochten war?

Ab dem 4. Jh. beginnt für jene Juden, die dem “Evangelium” des Paulus widersprechen, ein qualvoller Leidensweg. Wollten sie sich nicht taufen lassen, wurden sie von den religiösen Führern des Christentums den schmachvollsten und entwürdigensten Leiden ausgesetzt, die sich ein Mensch nur ausdenken kann. Würde die Welt, mit den verankerten Menschenrechten, den christlichen Führern keine Grenzen setzen, sie täten es immer noch offen, jetzt aber tun sie es verschleiert. Was schon ab dem 5. Jh. als geltendes Dogma gelebt worden war, ist bis zu dieser Stunde nicht aufgehoben worden. Warum? Der Christus des Paulus, zur Rechten des Vaters im Himmel sitzend, erinnerte im 11. Jh. Papst Gregor VII. an seine Vollmachten und Ordnungen, die ihm Dank des blinden Gehorsams und der bedingungslosen Treue zum “Evangelium” des Paulus, überantwortet sind. Sie wurden ihm über die dritte Gott-Person, den hl. Geist, geoffenbart. Im Dokument “dictatus papae” sind sie enthalten und uns überliefert. Sie haben nichts vom Anspruch des paulinischen “Evangeliums” verloren. Bis zu dieser Stunde wurde keines dieser Dogmen annulliert! Sie sind im “Evangelium” des Paulus für immer verankert. Wir haben einige daraus schon früher einmal zitiert, dennoch möchte ich sie wiederholen: Art. 2: “Dass allein der römische Papst mit Recht universal genannt wird. Art. 9: Dass alle Fürsten nur des Papstes Füsse küssen. Art. 10: Dass in den Kirchen allein sein Name genannt wird. Art. 11: Dass dieser Name einzigartig ist auf der Welt. Art.12: Dass es ihm erlaubt ist, Kaiser abzusetzen. Art 19: Er darf von niemandem gerichtet werden. Der Papst wird heute noch von den Politikern und akkreditierten Diplomaten in Rom, im Vatikan, als Heiliger Vater angesprochen und entsprechend verehrt (m.a.W.: angebetet).

Der Papst wusste sich in diesem Geiste bestätigt. Er ist der einzige Träger der dritten christlichen Gottheit, des hl. Geistes. Er allein hat den direkten Kontakt mit den zwei ersten Gottheiten, mit der ersten und der zweiten Gott-Person, weil er allein Träger ihrer Offenbarungen ist – über die dritte Gott-Person, den heiligen Geist. Das ist so dogmatisch verankert – bis zu dieser Stunde. Er allein sagt was wahr und was falsch ist. Er allein, einzig und allein, er allein, konnte und kann der Menschheit sagen, wo es auf der Erde, im Himmel und in seiner Hölle lang geht. Jeder der sich seinem “Evangelium”, seinem Urteil, nicht unterwirft, ist vom Heil ausgeschlossen, endet in der Hölle: “Er sei verflucht” (Gal 1,8). Das ist immer noch gültiger Anspruch. Darin spiegelt sich die Geisteshaltung des Paulus, das “Evangelium” des Paulus, in seiner ganzen Verdorbenheit wieder. Das ist die konsequente Durchsetzung und Aufrechterhaltung des “Evangeliums” nach Paulus, durch alle Jahrhunderte hindurch – ohne Wenn und Aber. Alle Welt hatte sich, und hätte sich, ihm zu beugen, unterzuordnen, jeder Kaiser, jeder König. Dieses fromme Terrorsystem wurde mit lauter Zitaten aus dem TaNaCH, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden sind, “einsichtig” untermauert. Zahllose widersinnige kirchliche Lehrsätze mussten von Millionen und Abermillionen Getauften, wer kennt ihre Zahl?, geglaubt und bei jeder Gelegenheit repetiert werden. Mit äusserster Brutalität wurden alle Abweichler verfolgt. Wer sich diesem frommen Terror widersetzte, wer es wagte, sich mit der Bibel oder mit dem “Neuen Testament” auseinanderzusetzen, musste durch die Hölle dieser paulinischen Verfluchungen gehen. Erst dann, wenn ein solcher Mensch sein Leben auf dieser Erde ausgehaucht hatte, nahm der grausame fromme Spuk – für ihn – ein Ende. Nicht aber für die zurückgebliebenen Angehörigen.

JaHuWaH, und die damit untrennbar geoffenbarte Glaubensquelle, die alles zu einem gesegneten, verantwortungsvollen und ruhigen Leben in sich trägt, wird von Paulus verstopft, beseitigt, und ersetzt. Das Licht des Lebens wird ausgelöscht. Damit wird nicht nur JaHuWaH ersetzt, ebenso das Volk JaHuWaHs (allgemein: das Volk Gottes genannt). Das Volk, das von Paulus nun an die Stelle des auserwählten Volkes gesetzt worden ist, ist das Volk, das, gemäss paulinischem “Evangelium”, an die leibliche Auferstehung des Christus, an diese neue Gottheit, wahrer Mensch und wahrer Gott, glaubt. In seiner frommen Willkür warf dieses neue Volk Gottes, ein Netz an Verfluchungen aus, zuerst über die Juden, dann aber auch über die paulinischen Abweichler, innerhalb des Christentums. Wir sollten uns merken: Paulus ersetzt JaHuWaH durch seinen leiblich auferstandenen Christus. Das sind Glaubenslehren, die der antiken heidnisch-griechischen Völkerkultur entnommen sind. Kein Mensch, so lehrt Paulus, kann von nun an gerettet werden, wenn er so wie bisher, so wie Abraham, sein Vertrauen auf JaHuWaH setzt, wenn er seinen Glauben, seinen Verstand, allein auf JaHuWaH setzt, sein Leben darauf ausrichtet und gestaltet, und sich darin vor JaHuWaH gerechtfertigt und errettet weiss.

Das ist nun endgültig vorbei, damit ist nun Schluss. Dieser Segen darf nicht mehr gelehrt werden. Er steht dem hellenistischen “Evangelium”, das Paulus von Jesus, direkt aus dem Himmel empfangen hat, entgegen: “er sei verflucht” (Gal 1,8-9; 1Kor 16,22 u.a.m.). Jetzt gilt: **“So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln” (Röm 6,4). “Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst” (Röm 10,8-9). Wer anders lehrt: “er sei verflucht” (Gal 1,8-9; 1Kor 16,22 u.a.m.).

Das war die erste schändliche und verhängnisvolle Irreführung in seinem “Evangelium”. JaHuWaH, so lehrt Paulus, hat nun jene an die Stelle Israels gesetz, die allein seinem neuen “Evangelium” glauben. Sie sind nun sein auserwähltes Volk, das Volk Gottes, jene, die an den leiblich auferstandenen Gott, Jesus Christus, glauben. Sie müssen das Ritual der Taufe an sich vollziehen lassen. Nur durch das Ritual der Taufe wird der alte Mensch begraben (Röm 6,3-4) und auferweckt zu einem neuem Leben. Dadurch wird der Mensch eine neue Schöpfung, eine Neuschöpfung (Röm 6,4; 2Kor 5,17; Gal 6,15). Er bekommt Anteil an der leiblichen Auferstehung, Anteil am Leib der Gottheit Jesu Christi (Röm 6,5ff; Gal 2,20).
Christen werden dadurch zu besseren Menschen gemacht, besser als die Juden es sind und waren. Sie, die Christen, werden durch die Taufe zu einer besseren Rasse gemacht. Die Juden sind eine verabscheuungswürdigen Rasse. Sie sind die Gottesmörder. Das ist nicht nur Antijudaismus, das ist Antisemitismus, weil die Juden als gesamtes Volk, als Rasse, verdammt, verfolgt und ausgerottet werden sollen. Ihnen soll nicht nur ihr Land, auch ihr Leben muss ihnen abgesprochen werden. Sie müssen als Gottesmörder ausgerottet werden. Das nennen wir die christliche Ersatztheologie oder Enterbungstheologie.
Abermillionen Juden, und selbst Abermillionen Christen, sind von den Getauften in Christus, dem sogenannten neuen Volk Gottes, von jenen, die durch das Taufritual angeblich eine Neuschöpfung in Christus geworden sind, gequält, in arge unmenschliche Nöte getrieben, gejagt und grausam massakriert worden. Schreckliche Kriege haben die Getauften untereinander geführt, namenloses Leid über die Völker gebracht. Hitler war auch ein Getaufter, als junger Mensch ein überaus eifriger Katholik, der den christlichen Glauben in seiner Tiefe durchschaut und erfasst hatte, der die Passionsspiele in Oberammergau sehr gerne besuchte. Also nahm er sich der Sache an. Er setzte das konsequenter um, was ihm dieser Glaube in seinen Kinder- und Jugendjahren vermittelt hatte. Daran besteht heute kein Zweifel mehr. All das verschlägt uns heute die Sprache! Warum? ** Diese unsinnige Lehre des Paulus brachte ein undefinierbares Leid über ganz Europa und die Welt. So etwas hat die Welt nicht gesehen. Wo bleiben unsere Konsequenzen heute?

Was sich der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anmasste, kann an Niederträchtigkeit und Verhöhnung jener Menschen, die auf bestiale Weise von den Nazis gedemütigt, gequält, bittersten Ängsten ausgesetzt und ermordet worden sind (Shoa/Holocast), wohl nicht überboten werden. Das ist schlichtweg himmelschreiend. Zuerst überbringt er den Klerikern im Iran Glückwünsche zur islamischen Revolution vor 40 Jahren. Welch ein zusätzlicher Hohn auf das von den iranischen Mullahs terrorisierte iranische Volk. Wie ist das zu fassen? Einem Regim, das die eigenen Leute, unter der Ägide, des vor kurzem von den USA exekutierten Generals Soleimanis, reihenweise abschiesst, ein Regim, das seit Jahren offen die Vernichtung Israels – mächtig und vernetzt – vorantreibt und extra dazu im ganzen Nahen Osten Terrorzellen aufbaut. Und dann das: Aus Anlass des 75. Jahrestags der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz wagt es Steinmeier in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerushalajim aufzutreten – und dann klagt er die Deutschen wegen des neu erstarkenden Antisemitismus an: „Ich wünschte, sagen zu können: Wir Deutsche haben für immer aus der Geschichte gelernt, aber das kann ich nicht sagen, wenn Hass und Hetze sich ausbreiten“. Das wirft er als Bundespräsident den Deutschen vor! Schämt sich dieser Mensch nicht? Das muss ja jedem Denkenden die Sprache verschlagen. Seine durchtriebene fromme Verdorbenheit lässt alle Stricke reissen. Er klammert sich heimlich an der paulinischen Naziideologie fest, treibt Hass und Hetze gegen die Juden voran, und tut gerade so, als hätte das keiner bemerkt. Welch eine tiefsitzende, hinterhältige Gefühllosigkeit, muss in einem solchen Herzen wohnen, wenn sich ein Mensch in einer solchen Weise der Doppelmoral hingibt?

Steinmeier bezeichnet sich in der Öffentlichkeit als gläubiger, praktizierender Christ, also als Getaufter, als Mensch der eine Neuschöpfung geworden ist (Röm 6,4; 2Kor 5,17; Gal 6,15). Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, bezeichnet Steinmeier als einen überzeugten und überzeugenden Christ. Damit ist wohl wieder einmal alles gesagt! Quelle.

“Aber jetzt, so spricht JaHuWaH, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein” (Jes 43,1). Lasst uns das ganze Kapitel Jeshajahu 43 lesen.
Herzliche Grüsse, an alle die guten Willens sind, die Konsequenzen aus diesem frommen Schlamassel ziehen, weil sie nicht der religiösen Masse folgen, sondern der Quelle des Lebens, das den Menschen Leben und Frieden bringt. Einen gesegneten Shabbat – mit einem tief durchgeatmeten Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zum nächste Bibeltreffen in Finsterhennen ein: am 19. Juli und am 16. August 2020 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Samstag 26. und Sonntag 27. September 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und David. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.