Aus der Gnade gefallen. Teil 22

Glaubensimpuls 434

Reaktionen auf ein solches Thema bleiben nicht aus – und wie immer: das ist gut so! Der Glaube der Perser (Parsen) geht auf Zarathustra (Zoroaster) zurück. Er war ein iranischer Priester und Philosoph. Er lebte etwa 600 vuZ. Sein Glaube ist geprägt von den zwei unabhängigen Lebensprinzipien: das Gute und das Böse. Beide bekämpfen sich, beide wollen den Sieg, die Macht über die Menschen, die Welt, den Kosmos. Später geschah etwas sehr Entscheidendes, das zum Wesen des christlichen Glaubens führte. Neben ihren vielen Göttervorstellungen und -kulten, übernahmen griechische Philosophen das Glaubensprinzip der Perser (Parsen). Sie vermischten diese Glaubenslehre mit ihren traditionellen Göttervorstellungen, -lehren und Philosophien. Dabei personifizierten sie das Gute und das Böse, machten aus diesen Prinzipien zwei Götter. Etwas sehr Zentrales, das wir nie ausser Acht lassen sollten: Die Gründer des Christentums kamen vorwiegend aus diesen griechischen Schulen, den stoischen und epikureischen.

Wie gesagt, Zarathustra lehrte das Prinzip des Guten und das Prinzip des Bösen, als zwei eigenmächtige Kräfte. Doch im Unterschied zu Zarathustra lehrten diese griechischen Philosophen das Gute und das Böse als als zwei Gottheiten, die sich gegenüberstehen und bekämpfen. Was wir zudem unbedingt im Kopf behalten müssen, ist folgende Tatsache: Wie wir wissen, hatte Paulus einen jüdischen Hintergrund. Er war aber als junger Mann in griechischen Philosophenschulen ausgebildet worden. Wie uns sein Verhalten und die Inhalte seiner Briefe verraten, konnte er sich von dem philosophischen Netzwerk der Stoiker und Epikureer, nicht mehr befreien. Er ist von diesen Lehren abgrundtief durchdrungen worden. Paulus machte nie halbe Sache.

Selbst dann, als er sich aus dem philosophischen Netzwerk zu befreien suchte, und eine Zeit lang als extrem eifriger Pharisäer gelebte hatte, gelang ihm das nicht. Sein religiöser Eifer als Jude war nur von kurzer Dauer. Er überschritt dabei alle vernünftigen Regeln eines gesunden gläubigen Pharisäers, setzte sich über alles hinweg. In seinem wahnsinnigen religiösen Eifer machte er sich zum Verfolger und Mörder. (vgl. Gim 418). Möglicherweise hatte ihn jemand unter Druck gesetzt und ihm gehörig die Leviten verlesen, als er in den griechischen Philosophien zu versinken drohte, was aber dann doch geschah. Sein phanatisches Judesein hielt nicht lange, bald wurde aus ihm ein ebenso entschiedener Judenhasser mit dem frommen Kampfruf: “..er sei verflucht” (Gal 1,8-9).

Sein neues “Evangelium”, das er nun allen Juden aufzwingen wollte, war die Lehre vom Kampf der zwei Gottheiten. Da ist die gute Gottheit, Jesus Christus. Sie ist durch die leibliche Auferstehung, zur Gottheit erhoben (vgl. Röm 1,3-4), und zum Kamf gegen die böse Gottheit eingesetzt worden. (JaHuWaH hat so etwas nicht nötig). Sie soll die böse Gottheit besiegen. Die gute Gottheit, Jesus Christus, stand nun im Kampf gegen die böse Gottheit, gegen den Gott dieser Welt. Paulus, seine engsten Mitarbeiter und seine späteren Nachfolger, versuchten nun mit allen erdenklichen Mitteln, die Juden, diesem neuen “Evangelium”, seinem “Evangelium”, zu unterwerfen. Nicht nur die Juden, auch ihren Glauben, Thora, Propheten und Schriften, ja, das ganze prophetische Wort, sollte diesem neuen “Evangelium”, dem Prinzip der beiden sich bekämpfenden Gottheiten von Gut und Böse, einverleibt und entsprechend ausgelegt werden, so wie das die Christen bis heute tun.
Die Bibel aber, der TaNaCH, kennt einen solchen Zweikampf von zwei Gottheiten nicht. Sie verwirft eine solche Lehre als Vielgötterei, als Götzendienst. Der biblische Grundsatz lautet: “Höre, Israel: JaHuWaH ist unser Erlöser (Gott), JaHuWaH allein!" 5Mo 6,4). Dass sich die Juden gegen eine solche Entwürdigun JaHuWaHs, seines Wortes, und selbst des Glaubens Jahushuas von Nazareth, mit der Kraft des gesamten prophetischen Wortes, zur Wehr setzten, sollte doch niemanden erstaunen.
Nach wie vor verfolgen die Christen bis heute diese Ziele. Verschiedene Kirchen verbieten zwar die Bekehrungsversuche unter Juden. Mit der sturen Feier ihrer christlichen Liturgien aber, tun sie es dennoch sehr bestimmt und unzweideutig.
Dagegen wehrten sich die bibeltreuen Gerechten, die fundierten und engagierten Juden, schon damals sehr entschieden, und sie tun es bis zu dieser Stunde – aus berechtigten Gründen. Dafür sind wir ihnen unendlich dankbar. Sie liessen sich durch die Verfluchungen und Drohungen des Paulus und seiner griechischen Philosophen, die im Papsttum aufgingen, nicht restlos einschüchtern. Deswegen mussten sie aber, bis zu dieser Stunde, unsägliches Leid durchstehen.

Vergessen wir bitte nicht: Abraham, der Stammvater des israelitisch-jüdischen Volkes, der Urvater ihres Glaubens, kam aus der Linie der grossen Weisen und Gelehrten des Altertums, aus dem Gebiet des heutigen Irak/Iran. Die Weisen hatten viel erreicht, aber sie blieben jeweils irgendwo stecken. Der Götter- und Seelenkult riss sie immer wieder zurück, verfinsterte ihr Werk. Erst mit Abraham kam der Durchbruch. Im Denken – und mit dem Denken – wuchs der Glaube, reifte der Glaube an JaHuWaH heran. Schrittweise wurden er und seine Stammesglieder frei von Götzen und Götzendienst.
Er bekam von JaHuWaH die Aufforderung, mit seinen Stammesleuten, seinen königlichen Familienclan und seine Heimatstadt, im Gebiet des heutigen Irak/Iran, zu verlassen (vgl. 1Mo 12,1ff), und in ein fernes Land zu ziehen. Der Weg zum Segen JaHuWaHs, zu den Quellen des Lebens, war nun durch das Vertrauen Abrahams, seinen Glauben, erschlossen – für immer. Bedenken wir: bis zu dieser Stunde! Jubel und Dank muss uns erfüllen!
Alles Geschaffene ist Werk des Schöpfers. (vgl. 1Mo 1,ff und zahllose andere Zeugnisse des TaNaCH). Keinem geschaffenen Ding, ob Mensch, Tier, Sonne, Mond und Sterne, Darstellungen, welcher Art auch immer, keinem und niemandem muss Anbetung und Dank dargebracht werden. Einzig und allein dem EINZIG EINEN. Das ist Befreiung, Freisetzung von Kräften. Dieser grandiose Segen ist bis heute am jüdischen Volk erkennbar. Sei das in der Wissenschaft, Bildung, Technik usw. Diese Tatsache versetzt uns bis heute in Staunen. Sie ermutigt uns zu neuem Leben.

Im Christentum wird Satan der Gott dieser Welt genannt, der Fürst dieser Welt (Joh 12,31), der in der Luft herrscht (Eph 2,2). Sie sagen: Der Vater der Juden ist der Teufel (Joh 8,44). Er wirkt in den Juden, den Söhnen des Ungehorsams (Eph 2,2). Über alle, die diese neue Lehre, dieses neue “Evangelium” des Paulus nicht annehmen, hören wir die paulinischen Droh- und Fluchworte: “Wenn aber unser Evangelium doch verdeckt ist, so ist es nur bei denen verdeckt, die verlorengehen, den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat (2Kor 4,3-4): “..er sei verflucht” (Gal 1,8-9). Gemeint waren in jenen Tagen die Juden. Täuschen wir uns aber nicht! Das “Evangelium” des Paulus ist nach wie vor Herzstück des Christentums – bis zu dieser Stunde. Alles andere ist Makulatur.

Das Reich des Christus befindet sich also im Himmel. Es ist ein entgegengesetzter Ort zur Hölle der Christen. Das Reich Satans ist diese Welt. Zum Reich des Satans gehört, nach dem paulinischen “Evangelium”, auch das gewaltige Reich der Hölle. Nach heutigen Schätzungen werden ca. 97% der gesamten Menschheit, die je auf diesem Planet gelebt haben, im Reich der Hölle verbringen müssen. Und das unter schlimmsten Marterqualen. Denn bis zu 97% der Menschheit, die je auf diesem Planet Erde gelebt hat, hat nie etwas vom “Evangelium” des Paulus gehört. Das prophetische Wort des TaNaCH, und damit selbstverständlich der gesamte biblisch-jüdische Glaube, stellt sich dieser griechisch-hellenistischen Denk- Lehr- und Glaubensweise, dieser grausamen Irrlehre der Christen, vehement entgegen. Nach israelitisch-jüdischer Lehre hat JaHuWaH diese Welt geschaffen, er hat alles was existiert geschaffen. (vgl. 1Mo 1,ff und zahllose andere Zeugnisse des TaNaCH). Er hat keine Hölle geschaffen. Der erste Satz der Bibel bezeugt: “Im Anfang schuf JaHuWaH die Himmel und die Erde” (1Mo 1,1). Von der Erschaffung eines Höllenreiches ist da keine Rede! Das ist fanatischer, blinder und grauenvoller Heidenglauben. Der Sheol ist etwas ganz anderes.

Nichts ist ohne JaHuWaH geworden, selbst die bösen Erfahrungen nicht (Jes 45,6-7; 5Mo; 5Mo 52,39 u.v. a.m.). Sie haben einen Sinn. Sie wecken die Geister auf, regen zum Denken und Forschen an! Alles wird JaHuWaH wiederherstellen, und zwar mit und durch jene Menschen, die sich an dieser Welt freuen, darin mitarbeiten, sich gemeinsam an ihr freuen, miteinander darin für Frieden und Gerechtigkeit arbeiten, zusammen mit anderen am Frieden mitbauen und mitgestalten. Das ist die Botschaft JaHuWaHs, sein Evangelium. Das heisst: “Und JaHuWaH sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut” (1Mo 1,31). Ein Volk hat er sich dazu erwählt, um dieses Evangelium, SEIN Evangelium, SEINER Welt und SEINEN Menschen, die ER erschaffen hat, zu sagen. Das hebt uns von den Stühlen und Bänken der Kirchen, auf denen wir bald 2000 Jahre lang festgekleben. “Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde” (Jes 65,17 u.v.m.).

Allen wünsche ich einen gesegneten Shabbat. Shalom! Herzliche Grüsse

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zum nächste Bibeltreffen in Finsterhennen ein: am 14. Juni 2020 um 14.00 Uhr. Martin und Kornelia Hunzinger, 2577 Finsterhennen, Allmenhag 2, Tel: 032 396 34 03, Email: info@imkerei-hunzinger.ch. Wir freuen uns ganz fest auf die gemeinsame Zeit! Shalom!

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Donnerstag, 9. und Freitag, 10. April 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und Pessach. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.