Aus der Gnade gefallen. Teil 16

Glaubensimpuls 428

Die christliche Advents- und Weihnachtszeit steht bevor. Aus unserem früheren Glaubensleben wissen wir, wie sehr diese Zeit Massen von Menschen in ihren Bann zieht – freiwillig oder unfreiwillig. Die einen sind bereits auf die Festtags- oder Ferienplanung konzentriert, die anderen, die christlich engagierten Gläubigen, verinnerlichen ernsthaft Geburt und Kindheit des paulinischen Jesus Christus, und was da alles, in diesem Zusammenhang, im “Neuen Testament” geschrieben und überliefert ist. Kaum jemand aber wird nach dem Glaubensleben des Jahushua von Nazareth fragen. Wie war sein Glaubensleben? Auf was, auf welche Lehren war sein Glaubensleben gestützt? Wurde er als Jude oder als Christ geboren? Wie starb er? Starb er als Jude oder als Christ?

Nun wissen wir aus seinem Umfeld und aus seinen eigenen Weisungen, dass er nicht als Christ lebte und starb. Er lebte und starb als Jude, unter der römischen Gesetzgebung. Er war durch und durch JaHuWaHtreu, was soviel heisst, dass er durch und durch Messianisch war, wie das übrigens alle gläubigen Juden sind. Darum lebte er sein Leben – wie alle gläubigen Juden – aus dem Glauben an das verheissene Messianische Reich, das prophetisch so vielfältig verheissen ist. Die gläubigen Juden sind und waren unentwegt Messianisch. Das Messianischsein gehört zum Wesen eines gläubigen Juden, das sich aber allein und immer auf und aus dem Fundament des zusammenhängenden prophetischen Wortes der Bibel (TaNaCH) heraus versteht und lebt. Das im Unterschied zum Glauben der Christen, die aus der paulinischen Umdeutung und Pervertierung des prophetischen Wortes leben.
Ein Jude, der nicht Messianisch ist, ist ein ungläubiger Jude. Ein Messianischer Jude würde nie eine Mensch gewordene Gottheit anbeten, wie das die Christen tun. Ein solches Wesen würde auch nie der Messias sein können. Jahushua, ein Wunder wirkender Jude, Pharisäer und Schriftgelehrter, betete niemand anders an als JaHuWaH, den Erlöser Abrahams. Er studierte dessen Weisungen. Nun ja, wir könnten uns seitenweise über seinen Glauben unterhalten. Das würde unsere Herzen mächtig erfreuen und aufrichten, diesen Rahmen aber gänzlich sprengen.

Nachdem Paulus Jahushua von Nazareth entjudaisiert hatte und aus ihm die griechische Gottheit “Jesus Christus”, gemacht hatte, erklärte er kurz und bündig: “Geboren von einer Frau” (Gal 4,4). Mehr schreibt Paulus nicht über die Kindheit Jesu. Ein Gottessohn der Heiden, war immer schon von einer Frau geboren worden, aber auch immer schon von einer Gottheit gezeugt worden. Das machte ihn zum Sohn Gottes, zum Auferstandenen. Warum aber ist in den ältesten Texten des “Neuen Testamentes”, also in den Briefen des Paulus, nichts über die Kindheit Jesu gesagt? Warum schweigt sich Paulus darüber aus? Ganz einfach. Jahrzehnte lagen zwischen dem Leben des Jahushua von Nazareth und dem des Paulus. Paulus hatte Jahushua nie persönlich gekannt. Wie wir oben bereits sagten und uns allezeit merken sollten:

Die und erhaltenen Paulusbriefe sind die ältesten christlichen Schriften, älter als die vier Evangelien und die übrigen Briefe des “Neuen Testamentes”. Diese Tatsache kann Christen gegenüber nie genug hervorgehoben werden. Allgemein sind die Christen der festen Überzeugung, dass die Evangelien des “NT” vor den Briefen des Paulus geschrieben worden sind, weil sie angeblich von seiner Kindheit berichten und Paulus nicht. Das ist ein schwerwiegender Irrtum.

Den Nachfolgern des Paulus war seine Aussage “geboren von einer Frau” (Gal 4,4), ganz einfach zu trocken, zu philosophisch. Also fingen die Nachfolger des Paulus an, sich Gedanken über Jesu Kindheit zu machen. Um die Gottessohnschaft seiner neuen Gottheit “Jesus Christus” unter den Anhängern populärer zu machen, sie tiefer ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, nahmen sie die bereits existierenden, emotional legendären Formen ihrer frommen Umwelt, zu Hilfe. Dazu gehören Engel, die einer Jungfrau die göttliche Zeugung und Geburt eines besonders begabten Mannes ankündigen. Engel, die Hirten auf dem Felde über das wundervolle Manneskind benachrichtigen, der Besuch von Magiern, die Flucht vor Verfolgern, Rückkehr u.a.m. Das war nichts Neues unter Sonne. Viele Götter und Göttersöhne der Antike sind mit diesem antiken Muster der Verkündigung ausgeschmückt worden. Hinzu kamen laufend neue Legenden. All das führte die Göttersöhne, unter ihren Völkern, zu grossen Berühmtheiten.

Über den emotional legendären Weg konnten die Herzen der Menschen, vor dem digitalen Zeitalter, tiefgründig gepackt und geprägt werden. Der Weg der emotional legendären Indoktrination von Menschen verfehlt sein Ziel nie. Religiöse Berichte über Personen, die in einer tief emotionalen Weise vermittelt werden, berauschen die fromme Volksseele. Sie bleiben im Gedächtnis der frommen Menschen haften. Bald einmal erhalten die darin vorkommenden Menschen Kultstatus. Im Laufe der Zeit entwickelt und vertieft sich diese Szene zu einem eingefleischten Mysterienkult. Geheimnisse und Legenden ranken sich um eine solche Person ins Grenzenlose. Auf diese Weise vergöttlichte Gottessöhne, Gottmenschen, Gottheiten, gehören bald einmal zum seelisch-emotionalen Erbe des frommen Volkstums. Sie sind nicht mehr aus dem Leben wegzudenken. Dementsprechend werden sie von Generation zu Generation als das Allerheiligste bewahrt und weitergereicht.

Wird so eine traditionell verankerter Gottheit und deren religiöser Kult von jemandem in Frage gestellt, oder über den Widersinn eines solchen Kultes aufgeklärt, dann stellen sich Priester und Anhänger diesen Strömungen, diesen Störenfriede, einmütig, auf Leben und Tod, mit allen Mitteln, entgegen. Diese Haltung ist noch vor wenigen Jahren im führenden Christentum ausgeprägt gewesen, mehr als in allen anderen Religionen der Welt. Das ist keine persönliche Meinung. Diese Tatsache beweist uns niemand besser, als die bald 2000jährige Geschichte des Christentums, die aus der Lehre des Paulus hervorgegangen ist. Wie gesagt: Durch ständige Wiederholung wird das emotional eingeprägte Geschehen, bald einmal zur unauslöschlichen frommen und heiligen Kultur, von der sich später kaum jemand mehr wird lösen können.

Das gleich angeführte Zeugnis aus dem TaNaCH tut gut. Es entspannt uns, entlastet uns, auf die Weihnachtszeit hin: “Ihr seid meine Zeugen, spricht JaHuWaH und mein Knecht (der Prophet Jeshajahu), den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, dass ich derselbe bin. Vor mir wurde kein Erlöser (Gott) gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin JaHuWaH, und ausser mir gibt es keinen Retter (Helfer) (Jes 43,10-11). In dieser freudigen Entspannung grüsse ich alle herzlich und wünsche allen einen gesegneten Shabbat. Shalom!

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Voranzeige: Wir laden dich herzlich zu unserem nächsten Bibeltreffen in Finsterhennen (in der Nähe von Bern) ein, sofern die Situation um den Coronavirus es zulassen wird: Montag, 13. April 2020, um 10.00 Uhr. Wir werden, dich kurz vorher auf diesem Weg informieren. Übernachtungsmöglichkeiten sind gegeben. Anmeldung: k.hunzinger@sunrise.ch / Tel.: 032 396 34 03 und frmazo@hispeed.ch / Tel.: 031 991 69 12.

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Donnerstag, 9. und Freitag, 10. April 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und Pessach. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben.