Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 23

Glaubensimpuls 499

Ein Prinzip, das äusserste Beachtung in der israelitisch-jüdischen Rechtsprechung fand und nie jemals etwas von seiner Gültigkeit und Wirksamkeit verloren hat, weil es von JaHuWaH gegeben war, lautet: “Nicht sollen Väter um der Söhne willen getötet werden und Söhne sollen nicht um der Väter willen getötet werden; sie sollen jeder für seine eigene Sünde getötet werden” (5Mo 24,16). Dieses Prinzip können wir auf jene Generation anwenden, die die babylonischen Gräuel durchleben musste. Wir haben uns ja bereits gefragt, ob denn die Generationen vor und nach den grausamen Ereignissen durch die Babylonier, mehr oder weniger gesündigt hätten, als jene Generationen vor und nach dieser Zeit. Wir müssen sagen: Nein. JaHuWaH hätte dann über jede Generation solch grausame Geschehnisse bringen müssen. Darum ist es gemäss heutiger Erkenntnis und Fakten falsch, das grausame babylonische Geschehen als Gericht JaHuWaHs hinzustellen. Die Juden gelten in der Theologie der Getauften als das Volk, das nichts anderes verdient hat als eben den ewigen Zorn und die Rache JaHuWaHs, weil sie offenbar den Gott der Christen gekreuzigt haben! Sie reissen die Worte der Propheten aus der Denkweise, dem Sendungseifer und -auftrag jener Zeiten, aus dem Gesamtzusammenhang heraus. Das hatte bis heute schreckliche Auswirkungen zur Folge. Diesen Tatsachen müssen wir uns furchtlos stellen, ihnen auf den Grund gehen – ohne Wenn und Aber, sonst müssen wir die Bibel (“AT”) schliessen.

Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Das haben wir aus der Schrift erkannt. Die Bibel (“AT”) gibt mir Mittel und Wege in die Hand, wie ich mit vergangenem Leid und Unrecht umgehen kann und soll, damit ich in den inneren Frieden hineinwachsen und ihn bewahren kann, oder ihn wieder finden kann. Ob dabei etwas von dem Unrecht an mir, wenn es so sein sollte, wieder gut gemacht worden ist oder nicht, das bleibt zuerst einmal dahingestellt. An mir liegt es, wie ich damit umgehe. An mir liegt es, ob ich in JaHuWaH den Frieden habe oder nicht. Der Friede in JaHuWaH muss, unter Umständen, immer wieder neu errungen werden. Das ist zwar, je nach Umständen, nicht immer einfach, aber muss in jedem Leben ein ständiger, lebenslanger Prozess bleiben. Also, bleiben wir dran! Alles das hängt von unserer Beziehung zu JaHuWaH ab, d. h. von unserem Gebetsleben. Unser Gebetsleben ist und bleibt der Nährboden des inneren Friedens.

Christen berufen sich bei fast allen ihren misslungenen und verkehrten Wegen auf das Fehlverhalten von Adam und Eva, über die Gestalt eines Teufels. In der katholischen Kirche nennt man das Erbsünde. Der Begründer dieser folgenschweren Irrlehre ist Paulus. Auf dem Fundament dieser Lehre bauten die Kirchenväter weiter, vor allem der hl. Augustinus, auch Augustin genannt. Gehen wir aber dieser Lehre auf den Grund, dann stellen wir Folgendes fest: Mit dieser Lehre entzieht sich der Mensch seiner eigenen Verantwortung. Jemand anderes ist schuld, darum muss jemand anderes die Schuld wieder aus dem Weg räumen. “Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben” (Röm 5,12). Das ist eine verführerische Philosophie, die rein gar nichts mit dem TaNaCH zu tun hat, rein gar nichts mit der Realität des Lebens. Diese Philosophie sitzt bei den Christen so fest wie das Matterhorn in Zermatt: “Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden” (1Kor 15,22). Das ist ein verführerischer Unsinn, denn Jahrhunderte vor der Lehre des Paulus lehrten die Propheten das Leben und die Erlösung in und aus JaHuWaH (vgl. Jes Kap 43 – 45 u.a.m.).

Paulus war inspiriert von der Lehre Zarathustras (bzw. Zoroaster). Als römischer Bürger der römisch-griechischen Metropole Tarsus, hat er sich später dieser Philosophie zugewandt. Sie findet ihren Niederschlag in allen seinen uns bekannten Briefen. Er lernte den Dualismus Zoroasters (Persien) über die griechische Philosophie kennen. Die babylonischen, assyrischen, griechischen, römischen und alle anderen Völker, nah und fern, waren von der persischen Lehre des Dualismus durchdrungen. Da verfügen zwei philosophische Phantasiegestalten über uns. Da ist die Welt der Finsternis und die Welt des Lichtes. Beide Mächte kämpfen gegeneinander. Da ist der Teufel, der von Paulus als der Gott dieser Welt bezeichnet wird (vgl. 2Kor 4,4), zusammen mit seinen Kumpanen, den Weltbeherrschern und Geistesmächten in den himmlischen Örtern (vgl. Eph 6,12). Er hat im Laufe der Geschichte enorm viel erreicht! Und da ist der Gegenspieler, der Engel des Lichtes, die Gottheit Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch. Sie wird von Paulus als “das Bild des unsichtbaren Gottes” bezeichnet (vgl. Kol 1,15). Diese Gottheit wird, entsprechend der Lehre des Paulus, von den Christen als der Gott der himmlischen Welt bezeichnet. Nach der Lehre der Kirchengründer sitzt er im Himmel zur Rechten des Vaters. Von da aus herrscht und regiert er über den Teufel und seine Welt, so lehrt es uns die christliche Theologie. Obwohl er im Christentum als derjenige gilt, der seinen Jüngern nach der angeblichen Auferstehung erschienen war und von sich selbst gesagt haben soll: “Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden” (Mt 28,18), wurde bisher nichts von seiner Vollmacht sichtbar und erfahrbar. Das ist ein niederschmetternder und unrühmlicher Tatbestand bei all dem Leid in dieser Welt, vor allem in den letzten 2000 Jahren, seit jener Zeit, seit der er angeblich alle Vollmacht besitzt und zudem behauptet er noch, am Kreuz von Golgatha die ganze Welt erlöst zu haben!

Diese widersinnige und total nicht biblische Lehre liegt allen christlichen Kirchen zugrunde. Im Laufe der Kirchengeschichte haben sich zahllose Gruppen von ihrer Mutter–Kirche gelöst und neue Kirchen und Gemeinschaften gegründet. Sie alle haben die Lehre der Gründer des katholischen Glaubens, des Paulus und seiner Gefährten, mitgenommen – alle. Sie lösten sich in der gut gemeinten Absicht es besser machen zu wollen als ihre Mutter, der Vatikan. Schauen wir aber genau hin, ist nichts Wesentliches besser geworden. Sie tragen alle die Glaubensgene ihrer Mutter tief in sich, die schreckliche und folgenschwere Ersatztheologie. Das zeigt sich in vielen Lehren, vor allem aber in der Lehre der Erbsünde und der Erlösung, die in der Lehre des persisch-zoroastrischen Dualismus von Himmel und Hölle, dem Kampf zwischen der Gottheit Jesus Christus und dem Teufel besteht. Da sich der herrschende Christus zur Rechten des Vaters bald einmal als untauglich erwiesen hatte, nahmen die Kirchenväter das Zepter selbst in die Hand. Sie vereinten sich mit den römischen Herrschern, drängten diese sukzessive beiseite und nahmen, mit der Schaffung des Papsttums, die Macht über diese Welt in die eigene Hand. So herrscht der Christus seit 2000 Jahren, zur Rechten des Vaters im Himmel sitzend, im Papsttum über diese Welt.

Der Katholik braucht keinen JaHuWaH. Über die Vollmacht des Papstes, der in Sachen christlicher Lehren unfehlbar ist, ist der Priester, durch seine Weihe, der sichtbare Christus auf Erden. Über die Spendung der Sakramente bewirkt er den Weg in den Himmel. Er tauft den Säugling. Als Erwachsener wird der später beichten gehen (Sakrament der Busse) und am Ende seines Lebens empfängt er das Sakrament der letzten Ölung (auch Krankensalbung genannt) mit der Generalabsolution, die der Priester, kraft der vom Papst verliehenen Vollmacht, wirksam spenden darf. Mehr braucht es nicht. Du hast alles, was dich in den Himmel bringt. Nichts und niemand kann einem solchen Menschen den Zugang zum Himmel verschliessen. So lehrt es die katholische Kirche in ihrer Selbstdarstellung. Nichts davon darf jemals in Frage gestellt oder verändert werden. Garant dafür ist der Christus im Papst. Die Sakramente, die der Priester spendet, bewirken alles. Ohne den geweihten Priester läuft da gar nichts. Die letzte Ölung kann der Priester einem Toten noch wirksam spenden, solange der Körper noch warm ist oder irgendwie warm gehalten wird. Dafür sind die verschiedenen italienischen Mafia-Clans dem Vatikan dankbar – bis über das Grab hinaus! Ich habe mehrmals Seminare in Neapel und im Hinterland von Neapel durchgeführt – als ich nicht mehr katholisch war, versteht sich. Da gab es Söhne und Töchter bekannter Mafiosi, die heimlich, schmerzerfüllt, diese fromme Bosheit der Priester und Bischöfe beklagten, weil sich der Klerus damit am Leid vieler Menschen schuldig macht!

Wieder andere Christen, die mit dem Vatikan nicht so einig gehen wollen, drücken das Ganze etwas anders aus, aber sie meinen im Grunde genommen dasselbe wie der Vatikan, eben das was Paulus lehrt: “Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?” (Röm 6,2-3). Was folgt daraus: “Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden” (2Kor 5,17). Welch eine Irreführung, der auch viele von uns früher verfallen waren. Wie nur soll ein Taufritual eine neue Schöpfung in uns bewirken? Man mag dazu viele Erklärungen abgeben, aber letztlich bleiben alle diese Lehren eine fromme Verführung mit verheerenden Folgen, wie uns das die Geschichte der Getauften bestätigt. Fromm, hörig gemacht, entziehen sich diese Menschen ihrer persönlichen Verantwortung vor JaHuWaH. Sie setzen ihre ganze Glaubensenergie auf Lehren, die sie in einen geheimnisvollen, mysteriösen Zustand versetzen. Sie verunmöglichen das eigenständige Denken, das der Schöpfer JaHuWaH jedem Menschen ins Herz gelegt hat. Dadurch werden sie am Aufbau einer Beziehung zu JaHuWaH gehindert. Diese Beziehung würde in ihrem Leben das Empfinden für eine persönliche Verantwortung in allen Sachen des Lebens wecken, sie entfalten und entsprechende Früchte hervorbringen lassen. Machen wir uns aber nichts vor: Das geschieht oft unter unsäglichen Widerständen aus dem Umfeld der Getauften! Sie sind Opfer dieses frommen Irrwahns. Das waren wir auch einmal. Gehen wir darum unerschrocken unseren Weg der Freiheit in JaHuWaH.

Allen wünsche ich einen geruhsamen Shabbat und grüsse alle herzlich mit dem Zuspruch aus Psalm 33,21: “Denn in IHM wird unser Herz sich freuen, weil wir seinem heiligen Namen vertrauen”. Tun wir das gerne, bewusst und gezielt. Shalom!

Gregor Dalliard

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