Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 22

Glaubensimpuls 498

Wer hat gesündigt? Wie die meisten Rabbis, so hatte auch Jahushua von Nazareth seine Schüler. Das waren meistens junge Erwachsene. Der Rabbi war dauernd im Gespräch mit seinen Schülern. Dabei ging es um das Verständnis der schriftlichen und der mündlichen Thora, um die Auslegungen der Väter – um die Aktualisierung im Alltag. Wie meistere ich meinen Alltag? Wie finde ich den inneren Frieden? Wie schaffe ich Frieden unter den Mitmenschen, ohne dabei wesentliche Werte des Zusammenlebens preiszugeben? Jahushua besass die Gabe, Menschen zu heilen. In der langen Geschichte Israels gab es immer wieder Propheten, Priester und andere, denen diese Gabe geschenkt war. Als Jahushua und seine Schüler einen Blindgeborenen sahen, fragten sie ihn: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?" (Joh 9,3). Eine Frage, die uns eigentlich nicht weiter erstaunt, denn auch unser religiös-kulturelles Denken ist stark von dem Gedanken geprägt: “da muss Sünde im Spiel sein”. Jahushua selbst kam aus der Schule des grossen einflussreichen Pharisäers Hillel. Er antwortete ihnen im gleichen Geist wie die Pharisäer aus der Schule Hillels, der Bet Hillel. Im Unterschied zu der einflussreichen konservativen Schule Shammais, die die Thora und den Talmud eher strenger und traditionsgebundener auslegte, legten Hillel und jene, die aus seiner Schule kamen, die Thora und den Talmud sehr lebensbezogen aus, d. h. sie suchten die Ehre JaHuWaHs in Verbindung mit der Suche nach dem Wohl des Menschen. Das tat auch Jahushua. Seine Antwort auf die Frage, “wer hat gesündigt”, wird das in den letzten Glaubensimpulsen Dargelegte verständlicher werden lassen.

Niemand kann für die Blindheit dieses Mannes, der von Geburt an blind war, haftbar gemacht werden. Weder er selbst, noch seine Eltern, sagt Jahushua. “Jahushua antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke JaHuWaHs an ihm offenbart werden” (Joh 9,3). Die Antwort Jahushuas sagt etwas Grundsätzliches aus: “sondern damit die Werke JaHuWaHs an ihm offenbart werden”. Diese Aussage sollten wir nicht nur auf das gleich eintretende Wunder der Heilung des Blindgeborenen begrenzen. Das entspräche nicht der Absicht der Zeugen des TaNaCH (“AT”). Es geht um viel mehr. Alles das, was in deinem und in meinem Leben geschieht, was du und ich gerade erfahren, oder erfahren haben, gemeint ist das Negative, dürfen und sollen wir nicht als definitiv abgeschlossen festhalten. Das würde unser Leben und das unserer Mitmenschen unsäglich belasten. Eine negative Erfahrung ist da, ist geschehen – wann und wie auch immer – damit die Werke JaHuWaHs an dir und mir offenbart werden. Machen wir diese Tatsache zum integralen Kennzeichen unseres Alltags. Dazu möchte ich alle eindringlichst einladen. Der Prophet Jirmejahu sagt zum Volk: “Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht JaHuWaH, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren” (Jer 29,11).

Selbstverständlich sprach Jirmejahu hier zu seinem Volk, als es sich im babylonischen Chaos befand, in einem schrecklichen Zustand, fern der Heimat, verbannt aus Jerushalajim. Er sagte weiter: “Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht JaHuWaH. Und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Nationen und aus allen Orten, wohin ich euch vertrieben habe, spricht JaHuWaH” (Jer 29,12-13). Viele von den Verbannten wussten, dass sie Jerushalajim niemals lebend wieder sehen würden. Dennoch wurden sie von neuer Hoffnung und Freude erfüllt. Diese Überlebenden sahen sich in JaHuWaH mit einbezogen, ob lebend oder verstorben. Jedem Juden war klar, ich bin immer dabei, ob lebend oder verstorben. Sollte ich physisch nicht mehr dabei sein, so ist das kein Verlust, denn: "….der Geist kehrt zu JaHuWaH zurück, der ihn gegeben hat" (Pred 12,7). Der Psalmist bezeugt: “Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück (zu mir), ihr Menschenkinder!" (Ps 90,3). Wunderbar ist das.

Unser Leben ist vollkommen von den Gedanken des Heils, die JaHuWaH auch über dich und mich hat, getragen. Diese Gedanken hat JaHuWaH über alle seine Geschöpfe. Unser Leben ist darin eingebettet, umgeben, und damit befreit von aller Sinnlosigkeit, die uns manchmal erfassen will. Darin leben wir allezeit, ob hier auf Erden lebend oder körperlich verstorben, so sind wir doch in IHM lebend. Darum dient alles, was wir erleben – so oder so – dazu, “damit die Werke JaHuWaHs an ihm (an uns) offenbart werden."
Wenn nun Milliarden Christen Ostern feiern, was konkret heisst, die aufgehende (Auferstehung) Sonne aus dem Osten als Ostera, Astarte oder Jesus, dann wissen wir heute, dass sie in ihrer Unwissenheit und Unbelehrbarkeit einer religiösen Irreführung folgen, die unsägliches Leid über diese Welt gebracht hat. Wir brauchen keine Lehre der Auferstehung und keinen Glauben an die Auferstehung von und an irgendetwas, damit wir Gemeinschaft mit JaHuWaH haben. Das alles brauchen wir nicht. Nach dem irdischen Tod gehen wir zurück zu JaHuWaH, zurück zu unserem Schöpfer JaHuWaH. Das ist schon lange vor der christlichen Auferstehungslehre des Paulus in der Bibel bezeugt, den Menschen zugesichert und geschenkt worden. Das war auch der Glaube des Jahushua von Nazareth. Also freuen wir uns mit viel Danksagung! Von den Gründern des Christentums ist Jahushua schrecklich missbraucht worden. Zahllose Sätze wurden ihm später in den Mund gelegt – mit verheerenden Folgen. Wir werden immer wieder auf diese Tatsache hinweisen – zur Ehre JaHuWaHs, zur Ehre der Zeugen der Wahrheit.

Wunderbar, ob hier auf Erden lebend oder zurück bei JaHuWaH lebend – Lichtjahre von hier fort – wir sind dabei! Allen wünsche ich einen frohen Abschluss der Pessachwoche. Herzliche Grüsse und Shalom!

Gregor Dalliard

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