Aus dem Glauben des Jahushua von Nazareth. Teil 10

Glaubensimpuls 486

Du fragst: “Ja wie ist denn das mit Röm 5,12-21, speziell mit den Versen 19 und 20? Hat denn der Jahushua das nicht voll so geglaubt? Müssten wir das dann nicht auch so glauben wie er, um wie Jahushua im Glauben vor dem Vater im Himmel bestehen zu können?”
Diese zentralen Verse lauten: “Wie es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis kam, so auch durch eine Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern versetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt werden”. Wir halten fest: Als Paulus, oder wer auch immer, den Brief an die Römer schrieb, war Jahushua von Nazareth mindestens schon rund 60 Jahre verstorben. Das ist eigentlich eine lange Zeit. Jahushua war Jude und Pharisäer durch und durch – bis zum letzten Atemzug. Für ihn stand der TaNaCH (“AT”) im Mittelpunkt seines Glaubens, darum gab es zwischen ihm und den Sadduzäern im Tempel, die sich mit den Römern zu arrangieren versuchten, immer wieder Konflikte. Jahushua sprach in seinen Lehren nie von einem Sündenfall, dessen Folgen der Vater im Himmel durch eine kommende Erlöser-Gottheit Jesus Christus zunichte machen würde. Stellen wir uns vor, das wäre so der Wille des JaHuWaH gewesen, dann hätten sowohl alle Propheten und Schriftgelehrten als auch Jahushua ununterbrochen davon gesprochen. Stattdessen lehren sie alle die persönliche Beziehung mit JaHuWaH, die Umkehr (teshuwah) und den absoluten Gehorsam jedes einzelnen Menschen JaHuWaH gegenüber. Daran gibt es gar nichts zu rütteln.
“Denn Gott hat alle zusammen in den Ungehorsam eingeschlossen, damit er sich aller erbarmt.” (Röm 11,32). Glauben wir im Ernst, dass die Propheten, Schriftgelehrten und so auch Jahushua, nichts davon gewusst hätten, wenn das der Wille des JaHuWaH gewesen wäre? Paulus bringt hier eine neue Lehre hervor, eine philosophische Kombination. Die Wurzeln liegen im Denken der griechisch-heidnischen Philosophen, vor allem in der Lehre der Stoiker. Damit ist auch klar, dass er von dem Gott, Zeus, Theos ausgeht und von dessen Gottes-Sohn, als dem König Jesus Christus. Als Soter, d. h. als Erlöser, rettet der Christus-König die ganze Welt, indem er sich selbst als erlösendes Blutopfer, als Sohn im Gehorsam – stellvertretend für alle Menschen – seiner Vatergottheit darbringt. Stellvertretend ist er gehorsam für alle Menschen?

Dieses heidnische “Spiel”, dieser fromme Betrug, funktioniert aber bei JaHuWaH überhaupt nicht, sondern nur in den heidnischen Kulten. Niemand kann für einen anderen Menschen JaHuWaH gegenüber gehorsam werden. JaHuWaH bleibt immer derselbe. In diesem zentralen Punkt des menschlichen Lebens bleibt seine Botschaft immer dieselbe, immer schon war und ist die persönliche Umkehr, der persönliche Gehorsam jedes einzelnen Menschen gefordert: “Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst!” (Jes 44,22). Solche Erlöser-Könige gab es viele. Der Erlöser-König des Paulus, Jesus Christus, rettet die ganze Welt. Die anderen Erlöser-Könige retten meistens nur ihr eigenes Volk. Solche Erlöser-Könige waren Antiochos I., König des Seleukidenreichs; Attalos I., König von Pergamon; Demetrios I. (Soter), König des Seleukidenreiches; Eukratides II., griechisch-baktrischer König; Ptolemaios I., Ptolemäerkönig von Ägypten; Ptolemaios IX., Ptolemäerkönig von Ägypten; Rabbel II., König der Nabatäer; Seleukos III., König des Seleukidenreiches; Zoilos II., indo-griechischer König. Quelle.

Also: Wenn Jahushua von Nazareth niemals an einen Erlöser-König geglaubt hat, sondern an JaHuWaH allein, dann sollten alle jene, die sich auf Jahushua berufen, dasselbe tun. Wenn sich Christen auf den Erlöser-König Jesus Christus berufen und ihn anbeten, dann haben sie nichts gemein mit dem Jahushua von Nazareth. Sie haben dann auch nicht den gleichen Glauben wie Jahushua von Nazareth, auch nicht dieselbe Lehre. Sie glauben dann an den Gott (Erzeuger) eines der oben erwähnten heidnischen Erlöser-Könige unter dem allgemeinen Namen Gott, Zeus, Theos. Dann lassen wir also die Erlöserphilosophie des Paulus: Adam – Christus.

Die Botschaft Jahushuas war dieselbe: “Kehrt um und glaubt an den TaNaCH” (Mk 1,15). Die christlichen Schreiber, die allerdings die gleich bevorstehende Wiederkunft ihres Gottes-Sohnes Jesus Christus erwarteten, legten dem Jahushua von Nazareth später folgende Umschreibung in den Mund: “Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium” (Mk 1,15). Sie ersetzten TaNaCH mit “Evangelium”. Gemeint ist natürlich das “Evangelium” des Paulus, der das Evangelium des JaHuWaH, den TaNaCH (“AT”) verworfen hatte. Für ihn gab es jetzt nur noch sein “Evangelium”. Als die Juden in Galatien sein böses Spiel durchschaut hatten, war er sehr verärgert. “Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat (dem Gott = Theos), abwendet zu einem anderen Evangelium, da es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus (des Gottes, des Theos) umkehren” (Gal 1,9). Dann verfluchte er die Juden (Gal 1,8+9).

Mit dem Psalm 100 wünsche ich allen einen gesegneten Shabbat – egal was sich gerade tut! “Jauchzt JaHuWaH, alle Welt! Dient JaHuWaH mit Freuden! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel! Erkennt, JaHuWaH Elohim ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst – sein Volk und die Herde seiner Weide. Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen! Denn gut ist JaHuWaH. Seine Gnade ist ewig und seine Treue von Generation zu Generation”. Herzliche Grüsse und ein ebenso herzliches Shalom auf allen deinen Wegen!

Gregor Dalliard

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