"Als es aber Gott JaHuWaH... gefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren..." (Gal 1,15-16)

Glaubensimpuls 14

Diesen Vers habe ich lange Zeit überlesen. Im Laufe der Zeit ist mir beim Bibellesen, das Gnadenwirken JaHuWaHs, unseres himmlischen Vaters, als Voraussetzung meines gläubig Seins verständlicher geworden. Das Verständnis des Gnadenwirkens JaHuWaHs rückte meine Stellung als bibelgläubiger Mensch in ein neues Licht. Mir wurde damit meine tiefe eigene Verantwortung gegenüber JaHuWaH, seinem Wort, seinen Gnadengaben und den Mitmenschen gegenüber verständlicher. Entsprechend also musste sich mein Verhalten JaHuWaH gegenüber ändern. JaHuWaH, der Geber aller Gaben (1. Mo Kap. 1; 2,1-3; Pred 2,24) aber schien mir fremd. Früher prägte mich das gängige kirchliche Denken. Durch die sakramentalen Handlungen (Leistungen) der Kirche, des Papstes und seiner Priester, so glaubte ich, bin ich in der Taufe Mitglied der Kirche geworden. Damit war ich automatisch Kind Gottes geworden. So wurden wir in der Kirche, an den Sonntagen, bei den täglichen Schulmessen, in den zahllosen Andachten und bei den Vorbereitungen auf die Sakramente im Religionsunterricht bis auf die Knochen bearbeitet, geschrubbt und geknetet.

Als ich nicht mehr katholisch war und mehrheitlich mit freikirchlichen Menschen verkehrte, hörte ich immer wieder Ausdrücke wie: „dann habe ich mich bekehrt, wann hast du dich bekehrt?“. Wann hattest du dein Damaskuserlebnis? Solche Aussagen empfand ich als äusserst seltsam, je mehr ich mich in der Bibel um die Zusammenhänge bemühte. Solche fromme Entgleisungen verkennen die biblische Grundaussage, dass JaHuWaH unverdienterweise, allein aus Liebe und Gnade (Begnadigung) an uns handelt (vgl. 5. Mo 4,37; 7,6-8; 23,6; 33,3; Ps 5,8; 25,10; 89,15 u.a.m.)und uns an seinem Lebensreichtum teilnehmen lässt. Vor allem die Psalmen sind voll des Ruhmes auf seine Gnade allein. Glieder von Freikirchen und unabhängigen Gemeinschaften realisieren nicht, wie sehr sie damit eine Selbstgerechtigkeit zum Ausdruck bringen, die abstossend wirkt. Sie heben damit ungewollt ihre Bekehrungsleistung hervor, obwohl sie immer wieder das sola gratia, d.h. aus Gnade allein, betonen.

Der Machtanspruch, die Selbstdarstellung im Klerikalismus, das Zurschaustellen seiner religiösen Macht, ist in der katholischen Kirche in einem ausgeprägten und abstossenden Mass theologisch und dogmatisch verankert. Wie Paulus beruft sich der Vatikan in allem auf JaHuWaH: “Als es aber Gott JaHuWaH… gefiel”. JaHuWaH ist hier eine perfekte Attrappe, Mittel zum Zweck. Der ganze Klerikalismus, mit seinem unbeugsamen und abstossenden fromm getarnten Machtanspruch, folgt und funktioniert nach der Methode des schändlichen paulinischen Missbrauchs. Alles kann mit dieser Attrappe unter den unwissenden, fromm versklavten Menschen, erreicht werden. Gläubig sein ist unter den Getauften zuerst die Leistung der Kirche, die Leistung eines Priesters, Evangelisten oder sonst eines Menschen, also die Zugehörigkeit zur Kirche. Von JaHuWaH und seiner Gnade ist da nichts mehr zu finden.
Dieses verkehrte Denken machte sich seit dem 2. Jh. breit und wurde schliesslich zum katholischen, heilsnotwendigen Glaubensgut. Selbst die Protestanten und Freikirchen haben sich nie von diesem werkgerechten Denken befreien können. Die Gründer des Christentums positionierten sich in schändlicher Weise an die Stelle JaHuWaHs. Die Formulierung: “Als es aber Gott JaHuWaH… gefiel” konnte jeglicher Unsinn gepredigt werden – und er wurde geglaubt. Der TaNaCH wurde als Richtlinie in den christlichen Kreisen verworfen. Das Heil hing nun von der Befolgung der richtigen Theologie ab. Damit entzogen die taufenden Führer den nach Wahrheit und Leben suchenden Menschen das Gespür für ihre Selbstständigkeit und Eigenverantwortung vor JaHuWaH, für ihren Glauben.

JaHuWaH geht mit den Menschen durch dieses Zeitalter. JaHuWaH hat mit Abraham, Moshe, seinen Propheten, Schriftgelehrten und Rabbinen einen wunderbaren Heilsplan entworfen. Alle Menschen sollen an dem verheissenen Segen an Abraham Anteil erhalten (vgl. 1Mo 12,3). Der Plan ist fertig entworfen. JaHuWaH hat uns seinen fertigen Heilsplan über die israelitisch-jüdischen Propheten dargelegt. Wunderbar! Im TaNaCH ist er – schwarz auf weiss – von Anfang bis Ende des Zeitalters allen sichtbar offenbart. Die Bibel (der TaNaCH) gibt uns eine wunderbare Gesamt-Einsicht in den vollständigen Heilsplan JaHuWaHs.

Was macht nun Paulus? Wie mit einer Brechstange fällt er über JaHuWaH und seine Propheten her, fällt über den Plan her. Willkürlich reisst er alle Zusammenhänge dieses wunderbaren Planes auseinander, er schlägt alles kurz und klein. Er verweigert den Blick auf den gesamten Heilsplan JaHuWaHs. Nun geschieht etwas äusserst Vermessenes. Er schreibt den Galatern: “Als es aber dem, der mich von meiner Mutter Leibe an ausgewählt und durch seine Gnade berufen hat, gefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren..” (Gal 1,15-16). Er beruft sich auf eine himmlische Begegnung mit der Gottheit Jesus Christus vor Damaskus. Diese Erscheinung gibt ihm einen Auftrag zu erfüllen. Er soll ein neues “Evangeliums” predigen (vgl. Apg.9). Er behauptet, die neue Gottheit Jesus Christus sei ihm vom Himmel her erschienen. JaHuWaH würde über diesen neuen Gott, Jesus Christus, seinen bisherigen Heilsplan über den Haufen rühren und einen völlig neuen Weg des Glaubens fordern.

Wie bringt Paulus seinen zerstörerischen Angriff auf JaHuWaH, seine Mitarchitekten, die Propheten, die Juden und den gesamten Heilsplan zur Geltung? Er missbraucht kaltblütig den Namen JaHuWaH, beansprucht ihn für sich, missbraucht ihn kurzerhand. Ebenso missbraucht er den Juden Jahushua von Nazareth und das prophetische Wort. In schändlichster Weise setzt er damit seinem zerstörerisches Werk den Schein von Rechtgläubigkeit und Glaubwürdigkeit auf. Erstens benutzt er eiskalt und in rücksichtsloser Weise JaHuWaH und seinen Namen: “als es dem gefiel”! Damit kommt er bei den Unwissenden an. In jenen Tagen, gab es unter den Heiden viel Sklaverei und Ausbeutung. Sie suchten nach Befreiung. Damit aber kam Paulus auch bei jenen wenigen Juden an, die das prophetische Wort überhaupt nicht verstanden oder es nicht in seinem Gesamtzusammenhang kannten oder verstehen konnten. Auch bei jenen Juden fand er letztlich Gehör und Zuspruch, die sich in den griechischen Philosophien verloren hatten.
Zweitens lehrte er, JaHuWaH, der Erlöser Israels, habe aus dem Juden Jahushua von Nazareth eine griechisch-römische Gottheit gezaubert, mit dem Namen Jesus Christus. Diese Gottheit sei ihm erschienen. Für die Neugierigen und Unwissenden war eine solche Nachricht in jenen Tagen ein heiliges Götterdrama, das sich vor ihren Augen abspielte. Jeder im römischen Reich sollte dem unbedingt sein Ohr leihen. Drittens hat der Erlöser Israels, JaHuWaH, mit dem Blut seines Göttersohnes, die ganze Menschheit mit sich versöhnt. Viertens geschah das offenbar aufgrund der leiblichen Auferstehung. Fünftens hatte ihn JaHuWaH damit über alle griechisch-römischen Gottheiten gesetzt, ihm seine eigene Macht übertragen und ihn zum Richter über alle Lebenden und alle Toten eingesetzt.
Sechstens würde bei dem gleich bevorstehenden Weltende kein Mensch an dieser neuen Gottheit Jesus Christus vorbeikommen. Wer sich nicht taufen lassen würde, der würde verdammt werden. Siebtens gefiel es JaHuWaH dem Paulus, als dem Einzigen, diesen seinen Sohn, als Richter der Lebenden und der Toten zu offenbaren. Das war bis jetzt ein Geheimnis, das offenbar nur dem Paulus, geoffenbart werden sollte, so behauptet Paulus selbst: “..beim Lesen könnt ihr meine Einsicht in das Geheimnis des Christus merken” (Eph 3,4). Paulus lehrt weiter, obwohl offenbar alle Propheten über dieses Geheimnis geredet hätten, was ja überhaupt nicht stimmt, sei es eben doch niemandem sonst, als ihm allein geoffenbart worden: “Denn mir ist durch Offenbarung das Geheimnis zu erkennen gegeben worden” (Eph 3,3). Die Juden haben das eh nie begreifen können, obwohl sie Eifer für Gott haben: “Denn ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit rechter Erkenntnis” (Röm 10,2). Damit ist alles gesagt! Nach der Lehre des Paulus sollte niemand das Reden der Propheten bis dahin verstehen können, oder verstanden haben.
Niemandem war es gegeben, dieses Geheimnis bis dahin zu lüften. Ihm, dem Paulus allein! Ihm allein ist es von der zweiten Gott-Person Christus gegeben worden: “das Geheimnis des Christus zu reden” (Kol 4,3), “das Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her verborgen war” (Kol 1,26).

Davon stimmt natürlich kein einziges Wort. Wir müssen sagen: Das gefiel JaHuWaH nicht! Sein “Evangelium” ist das Konstrukt eines tiefkranken Philosophen, der unendlich viel Leid über die Menschen gebracht hat. Wir begegnen hier einem Menschen, der rein gar nichts von dem wunderbaren Reichtum, von den wunderbaren Schätzen des Lebens im TaNaCH, im prophetischen Wort verstanden hat.

Wir sind darum umso eindringlicher eingeladen und aufgefordert den Reichtum des Lebens, der uns über Moshe, die Propheten und die übrigen Schriften vorliegt, kennen zu lernen und mit Freude und Dankbarkeit auszuleben. Im Geiste dieser verantwortungsvollen Zeugen, wünsche ich allen einen geruhsamen und kräftesammelnden Shabbath.

Gregor Dalliard

Ankündigungen

Neu: In unregelmässigen Abständen publiziere ich Lebensimpulse (Lims).

Voranzeige: Das nächste Bibeltreffen in Finsterhennen, am 13. April 2020, wird wegen der Coronavirus–Bestimmungen verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.

Einladung zu den Vorträgen in D-83317 Achtal / Teisendorfer Str. 93 (kein Bahnhof). Donnerstag, 9. und Freitag, 10. April 2020. Beginn jeweils um 11.00 Uhr. Haupthtema: Melchisedek und Pessach. Dazwischen Austausch und Essenszeiten. Anmeldung: bitte telefonisch unter 08666 – 2174 973. Wegen Unterkunft bitte telefonisch anfragen. Wegen des Coronavirus wird das Treffen bis auf weiteres verschoben. Über das nächste Treffen werden wir euch auf diesem Weg informieren.