Wir zitierten im letzten Gim 705Eph 3,1-8. Paulus schreibt an die Epheser von seinem Geheimnis, das er der ganzen Welt predigen muss “…denn ein Zwang liegt auf mir. Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte” (1Kor 9,16). Im Kern ist sein Geheimnis ein Geheimnis, das besagt, dass die Erlösung eines Menschen nur im Glauben an das geopferte Menschenblut geschieht, und zwar eines Menschen, der wahrer Mensch und wahrer Gott ist, dem die Taufe folgen muss! Nur über diesen Weg, so lehrt Paulus, kann ein Mensch im Frieden, in Freude und Dankbarkeit mit seinem Gott in dieser Welt leben und darüber hinaus das ewige Leben erhalten. Das ist nach seiner Lehre das Geheimnis des Christus, das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen (seiner neu gegründeten Gemeinde, den Getauften) offenbart worden ist (Kol 1,26).
Den Glaubensimpuls 702 habe ich abgeschlossen mit der Frage: “Wie nur konnte Paulus lehren: “Denn das Endziel der Torah ist Christus, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit” (Röm 10,4)? Wie nur konnte er seine Zuhörer auf eine solche Weise in die Irre führen? Wie nur konnte er lehren: “Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: ‘Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.’ (Röm 10,5)?
Setzen wir uns mit diesem Thema weiter auseinander. Ich weiss, dass ich mir mit dem Thema “Paulus” innerhalb des Christentums keine Freunde schaffe. Dem aber kann und will ich nicht ausweichen. Dadurch dass Paulus die stoische Richtung der griechischen Philosophie mit dem reichen Lebensschatz der Propheten vermischte, ist sein “Evangelium” der perfekteste Antrieb zur Beseitigung der Juden geworden und von allem, was damit zusammenhängt.
Das bewährte Zeugnis (Lehre) der Propheten im Umgang des guten Zusammenlebens der Menschen mit ihrem Schöpfer und untereinander erklärte Paulus kurzerhand für null und nichtig, für beendet. Dies als Reaktion seiner Visionen und Offenbarungen von seinem angeblich auferstanden Menschengott Jesus Christus. Dieser teilte Paulus angeblich mit, dass er gleich (umgehend) wiederkomme und dass die Entrückung all jener, die seinem “Evangelium” glauben und sich taufen lassen gleich bevorstehe. Darauf würde gleich das grausame Weltgericht (Weltuntergang) über die Ungläubigen hereinbrechen, über alle, die seinem “Evangelium” nicht glauben, die sich ihm widersetzen. Davon ist selbstverständlich nichts eingetroffen.
Irreführend bezeichnet er sein “Evangelium”, das “Evangelium” des Christus” (Röm 15,19). Der Auslöser seines “Evangeliums” war der Glaube seiner Eltern mit der Philosophie seiner Stadt. Wir kommen darauf zurück.
Damit schuf Paulus eine antijüdische/antisemitische Ideologie, die Ersatztheologie, die seither unendliches Leid in dieser Welt hervorbringt.
Wir halten es nicht für möglich, was der Missbrauch, die Umdeutung der Inhalte der Torah (die Ersatztheologie) für die Menschheit bisher an schauerlichen Folgen hervorgebracht hat. Trump und Putin sind in der Gegenwart die sichtbarste Darstellung eines solchen Missbrauchs der Torah. Beide sind von sich selbst überzeugt, Christen zu sein. Und sie haben gute Gründe, das zu behaupten. Sie benutzen das Christentum nicht nur als Mittel zum Zweck, wie ihnen das viele unterstellen. Sie sind beide von ihrer Wiedergeburt nach Johannes 3,3–7 überzeugt, entsprechend begründen sie ihren aktuellen Auftrag und ihre Sendung. Als solche zeigen sie sich gerne in der Weltöffentlichkeit.
Ganz privat erleben wir eine grenzenlose Befreiung, wenn wir böse Erinnerungen und Erfahrungen in unserem Leben mit JaHuWaH loslassen können. Und genau das dürfen und können wir tun, seit wir im Hause JaHuWaHs, d. h. in Gemeinschaft mit dem Elohim JaHuWaH wohnen. Die Frucht dieser Beziehung: Wir müssen keinen Groll mehr über vergangenes Unrecht und Leid hegen und pflegen, selbst wenn es weh getan hat und weh tut. Wir können dann ohne Groll über diese Erfahrungen reden. Als JaHuWaH-Gläubige wissen wir heute, dass diese Erfahrungen uns schliesslich im Leben immer weiter gebracht haben. Daran lassen wir keinen Zweifel mehr aufkommen, seit dem wir in der Beziehung zu JaHuWaH leben. Das ist das beste Geschenk, das uns JaHuWaH allezeit anbietet:
“Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Elohim (“Gott”) aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden um zu tun, wie es an diesem Tag ist” (1Mo 50,20). Welch ein ergreifendes Zeugnis von Josef vor seinen Brüdern. Ja, das ist immer die Absicht, die Elohim JaHuWaH für alle Menschen hat, vor allem aber jene leben daraus und können vollkommen davon profitieren, die diese Absicht JaHuWaHs in ihrem Leben wirksam werden lassen. Das ist ein voller Segen. Mit allem was wir erleben, versuchen sie so umzugehen, wie das Josef aus seiner tiefen Beziehung mit JaHuWaH erlebte. Selbstmitleid hat hier kein Anrecht mehr. Das ist ein uraltes israelitisch-jüdisches Glaubens- und Erfahrungsprinzip, von dem wir allezeit Gebrauch machen dürfen und sollen. Dann geht es uns um Einiges besser.
Die meisten Religionen, vor allem das Christentum und der Islam, aber auch ultraorthodoxe Juden, sind vollgestopft mit Theologie, aber ohne Beziehung und Vertrauen zu JaHuWaH. Was heisst das? Die “führenden” Menschen der Religionen vermitteln den Menschen innerhalb ihrer Religionen ein bestimmtes religiöses Wissen, ein frommes Regelwerk an Lehren (religiösen Vorgaben), das es als aus Voraussetzung zu erfüllen gilt, will jemand in ihren Himmel kommen und nicht in ihrer Hölle schmoren.
Sie lehren die Menschen nicht, wie sie zu einer persönlichen Beziehung, zu einem persönlichen Vertrauen zum Elohim (“Gott”) JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, dem Schöpfer Himmels und der Erde finden können, dem EINZIG EINEN. Sie sind ja alle in dessen Bild geschaffen. Sie werden also nicht gelehrt wie sie zu dieser Beziehung gelangen können, wie sie dieses Vertrauen zu IHM aufbauen können, so wie uns das im TaNaCH (“AT”) bezeugt ist.
Diese falschen Entscheidungen von Nizäa 325 und Konstantinopel 381 wurden zum römischen Staatsrecht (ius publicum). Schrittweise erfolgte ein rigoroser und bestialischer Umgang mit allen, die jene verbindlichen religiösen Lehrentscheidungen in Zweifel zogen, oder sich mit Menschen darüber unterhielten. Jene, die gemäss dem “Shma Israel” dem Recht und der Gerechtigkeit des Elohims (“Gottes”) JaHuWaH folgten, wurden mit besonderer Härte verfolgt. Sie wussten um ihre Erwählung, die ganz klar mit einem Auftrag in der Welt verbunden ist: “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4).
Wir erinnern uns: diese Botschaft sprach der Prophet Jeshajahu (Jesaja) in einer Zeit, da es für dieses Volk keine Hoffnung mehr zum Überleben zu geben schien. Achten wir nun auf die reiche überbordende Bildsprache, die der Prophet in Anbetracht dieser furchtbaren Situation wählt. Sie ist typisch für einen tiefgläubigen Juden in einer solch schier aussichtslosen Situation bei der das auserwählte Volk jede Hoffnung auf das Überleben verloren hatte:
“Im Nu ist nahe meine Gerechtigkeit, mein Heil ist hervorgetreten, und meine Arme werden die Völker richten (ihnen die Richtung weisen). Auf mich hoffen die Inseln, und auf meinen Arm warten sie. Erhebt zum Himmel eure Augen und blickt auf die Erde unten! Denn der Himmel wird wie Rauch zerfetzt werden, und die Erde wird zerfallen wie ein Kleid, und ihre Bewohner werden dahinsterben wie Mücken. Aber mein Heil wird in Ewigkeit bestehen, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerschlagen werden. Hört auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen Herzen meine Weisung (Tora) ist: Fürchtet nicht die Schmähung der Menschen und erschreckt nicht vor ihren Hohnreden! Denn wie ein Kleid wird die Motte sie verzehren und wie Wolle die Schabe sie verzehren. Aber meine Gerechtigkeit wird in Ewigkeit bestehen und mein Heil von Generation zu Generation” (Jes 51,5-8).
Die falschen Entscheidungen auf den “Konzilen” von Nizäa 325 und Konstantinopel 381 kosteten im Laufe der letzten rund 1'700 Jahre auf grausame Weise Abermillionen Menschenleben. Diese Entscheidungen müssen in Anbetracht der entsetzlichen Folgen durch Umkehr zu JaHuWaH und seinen Lebensweisungen rückgängig gemacht werden. Das aber werden die Getauften als christliche Masse wohl niemals tun. Daran denkt wohl auch keiner von uns.
In jeder Generation gab es einzelne oder kleinere Gemeinschaften die diese Umkehr vollzogen haben. Über die digitalen Medien haben wir heute Zugang zu allen geschichtlichen Fakten, was vor wenigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar war. Durch diese Möglichkeiten motiviert hinterfragen immer mehr Menschen das, was ihnen bisher als biblische Wahrheit beigebracht worden ist, das, was sie bis dahin mit allem ihrem Einsatz als biblische Wahrheit vertreten haben.
Mit viel Dankbarkeit und Freude wiederhole ich immer wieder gerne die Zeugnisse der jüdischen Propheten. Das tue ich seit einigen Jahren immer wieder gerne, umso mehr, da auch Jahushua von Nazareth mit ganzer Hingabe aus diesen Glaubensquellen lebte: “Ich suchte JaHuWaH, und er antwortete mir; und aus allen meinen Ängsten rettete er mich” (Ps 34,5). “… die ihr Elohim “Gott” sucht, euer Herz soll leben!” (Ps 69,33).
Die Christen feiern also dieses Jahr 1'700 Jahre Konzil von Nizäa, mit eingeschlossen sind selbstverständlich die Lehren aller folgenden “Konzilien”. Damals vollzog sich die offizielle Scheidung der Getauften vom Judentum. Damit schieden sie sich vom Elohim JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten und von SEINER Grundethik des menschlichen Zusammenlebens (vom Shma Jisrael, “Höre Israel und den zehn Geboten).
Zusammengefasst gesagt: Die todbringende Ersatztheologie des Paulus, die Feindschaft mit den Juden und ihre Vernichtung, wurde mit Hilfe der römischen Kaiser auf den ersten “Konzilien” von Nizäa 325 und Konstantinopel 381 offiziell zum Wesenskern des christlichen Glaubens für alle Bewohner der Welt gemacht.
Worin lag der Hauptgrund? Die römischen Kaiser empfanden den Elohim JaHuWaH, den El Eljon, den Höchsten der Juden als Feind ihrer göttlichen Macht. Das Shma Jisrael (“Höre Israel”) und das Zehn-Wort lehrte sie, allein auf den Elohim JaHuWaH, den El Eljon zu hören und ihm allein zu folgen. Warum ist das so wichtig?
“Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht” (Ps 36,10). “Ich, JaHuWaH, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun*…” (Jes 42,6-7). “Merkt auf mich, mein Volk, und meine Nation, hört auf mich! Denn Weisung geht von mir aus, und mein Recht (Lebensordnung) werde zum Licht der Völker” (Jes 51,4).
(Als Ergänzung/Vertiefung dieser Thematik kann auch der Gim 161 vom 18. Oktober 2014 dienen).
Diese Frage des christlichen Antijudaismus/Antisemitismus beschäftigt heute immer mehr Menschen. Jene, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen sind heute keine unwissenden Menschen mehr. Mit allen möglichen religiösen Tricks weigern sich gerade engagierte Christen, sich persönlich dem Erlöser Elohim JaHuWaH, dem El Eljon, dem Höchsten, dem Schöpfer Himmels und der Erde und SEINEN Weisungen zu öffnen. Das war auch bei uns noch vor wenigen Jahren so.
Wir redeten überall mit sehr viel Eifer von Bekehrung, von Wiedergeburt in Jesus Christus, in dem allein wir Vergebung der Sünden und das ewige Leben hätten, vom Glauben an sein vergossenes und vergebendes Blut usf. Wir waren vom “Evangelium” des Paulus blind gemacht für das, was Jahushua von Nazareth wirklich lehrte, aus welchen Glaubenswurzeln er wirklich lebte.
Und da das so ist, lassen wir den verheissenen Segen in unserem Leben fliessen.
Im Gim 695 sagten wir: “Wir halten fest: Der Elohim (“Gott”) JaHuWaH widerspricht sich nicht. JaHuWaH behält immer dasselbe Wesen. ER bleibt im Verhältnis zu SEINEN Geschöpfen immer derselbe”.
Die Aussage: ER “behält immer dasselbe Wesen” besagt nicht, dass ER stur und verbissen, unflexibel oder etwa an Alterssturheit leiden würde. Diese Aussage heisst ganz einfach: ER ist allezeit bei uns Menschen, mit uns unterwegs. ER begleitet uns, durch alle Zeiten hindurch und in jeder Situation. Wir sind nie allein. ER sucht mit uns und zusammen mit unseren Mitmenschen immer wieder nach gangbaren Wegen in unserem Alltag, nach Lösungen.
“Da sprach Elohim (“Gott”) zu Mose: ‘Ich bin, der ich bin’. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: ⟨Der⟩ ‘Ich bin’ (der da Seiende) hat mich zu euch gesandt. Und Elohim sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Jahwe, der Elohim (“Gott”) eurer Väter, der Elohim (“Gott”) Abrahams, der Elohim (“Gott”) Isaaks und der Elohim (“Gott”) Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation” (2Mo 3,14-15).